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Full text of "Joh. Gottfr. v. Herder's leben:"

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3o&. ©ottfc. t>. ^ftfcer'a 

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Spzinxid) Döring. 



SKit «getbet'S Portrait öon <Srf)tt>etbge&uttf)/ 

Unb einem Fac-simile. 



3weite tterme^rte unb verbefferte 2(u$ga&e. 



Sßetmar, 

Sei SSiJ^elm ^offmann- 



1 8 2 0. 




■ 'oA. Cj r ////\ /-. - 'rrsv/r/ 



Solana ©ottfneb mn Herbert 

fdmm fliege Mtzi e< 



©upp(ement;33attb* 



43 e i b e t'a 2 e b e tu 



Sföit einem sp'ostrait un& einem Fac-simile. 



SBetmar, 

'Hi B t l % e l m £ o f f m a n n. 
1 8 2 9. 



&m$uf&9en ju muffen, mit fte toemgjren§ ein 
£fcet( bc3 $)ut>ltfumS bei ber frühem 2Cu$gab.c 
ungern fcermigt I;atte. 

Hub fo möge benu b'ieS Sücfytein baju bei- 
tragen, ba§ 2fnbenfen eines Cannes ju erneu- 
ern, ber öietd; groß \>a ftanb, aß Sichrer, ^eb- 
ner, 9)l;Uofopty unb Ärttifer, unb burd) biefe 
äMelfeitigf eit atteS ba3 in ftcr) tteremigte, n?«6 
bie Statur fclbff bei Un auSgejeic^netfien ©et« 
ftevn ntd?t feiten gu trennen ppegt. 

Sena, im Sanuar 1629» 

Dr. Jhctnrtcl) Spring, 



85*tje»<&ntß t>eS gri&att«. 



grütyefte Sugenbvjefdji^te- 
Gifte ^eriobe. 1764 — 
Zweite §)ericbe, 
©ritte betriebe. 
Sßterte speriobe. 
gunfte ^ertobe. 
■ße^fte speriobe. 



1744 - 1764 
1769 



5—42 
43— 65 
66 — 106 
107 — 148 
149 — 166 
167— 191 
192 — 221 
222 — 223 



1769 — 1771 

1771 — 1776 

1776 — 1788 

1788 — 1789 

1789— 1803 

SSÜbniffe üon gerbet: ♦ . ♦ 

3erjtreute ^Bemerkungen «6er JgtxUv, fei? 

nen Qfyatdtttt, feine CebenSweife/ feine 

f>au§lttfjen aSer^altnilfe u. f. »• . 223 — 230 

lieber ^erber'§ amtlidje SSerljaltniffe tn 

SBeimar un& feine $ldne %\xt SScr* 

befferang be$ -Kirnen * utrb <5$ul* 

wefeng 231 — 244 



VIII 

Seite 

jpetbcrs 2)cnfmaf)l 245 

(Sammlung feinet Sßerfc ♦ ♦ . . 245 — 246 

©ebtd&te auf £etbet'S £ob . ♦ . . 246 — 243 

©ebrangtcUebcrji^twon^erbet'ö ©Triften 249 u. f. 

£evbeir als SDid&ter unb 2Ceftyettfet . 251 — 279 

Berber als $))&tlofopf> unb drittlet . 279 — 298 

Berber als Sinolog ♦ 299 — 314 

<Sf)ronologifaje§ 25crgcid;ni^ oon ^erber'ö 

(Sdjviften 315 — 323 

Duellen jus -23tograp$ie £evbet:'$ . ♦ 324 — 332 



lyoJjann ©ottfrttfc t>on gerbet 's 

£ e & e tu 



£ e r b e r' 3 ^ an e n» 



Site werbe,' wag mit reinem ©tnn ttnb Streben 
S^afrloS getrollt ein ebler ©etfl, jperfannt! 

Zufy er, um befjcn #aupt ,[ein eignet Seben 
£5en woljlöerbtenten, reiben Lorbeer wanb — 

STCodj einmal foll er uns vorüber fdjweben; 
2fud> £erber'ö 5TCame fe^ mit ©tofj genannt, 

Unb betgefeilt ben l;errlid)en, geweiften y 

SDic nimmer untergeljn im ©trom ber 3*tten. 

£>em regen ©eijt gefiel e§ balb ju wohnen 
2£m Snbuö, balb am fernen &aio--(Stranb. 

Sid) felbji fdjien er genügfam §u belohnen, 
SBenn er halb bort/ im fronen ©rtedjentanb/ 

2£m (Strom ber Stber/ unb tn anbern 3oncn 
©in buftenbeS, ein partes SSlümdien fanb, 

£a§ er tn ScutfölanbS tfu'n rerpflanst' unb pflegte, 

Utö es, bem ©ärtner glei<$, mit (Sorgfalt ijegte. 

S^tc burd) ber Meinung jtrengen -Swang. gebügelt/ 
#ob fülm bur<$ <S<$attenbilber/ bic ber 3Ba§n 

Unb #berwi& ber Seiten ausgeflügelt, 

€ein ©etft ft$ ju ber S55ar)rl;eit lichter SSaljn, 

SSom £)rang beS gorftfjenS ewig neu beflügelt, 
©elbftjränbtg unb mit eblem ©tolj l;inan; 

©i<$ freuenb, ba$ er bur^ ^>it Dämmerungen 

SDeS 3weifelö nun $um 2ic£t emporgebrungem 
1 * 



Sticht auf fein eignes gelbjt modjt' er bedrängen, 
2ßaS er errang in fü^nem ©eijhsflug, 

£er gonjen SBelt , ber SD?enfd;t)eit galt fein £)enfen. 
3!jn fyieß fein £erj, baS warm im SSufen f^lug, 

£rn «Reim ber S2ßt*{fcnfc^aft ins Ceben fenfen, 
SBo er allein bie fdjonften grüßte trug. 

JDuid? foldj ein freur.blid} liebenbes 85emü(yn 

Sßirb ftetS fein S^ame bei ber 9lad)xotlt bluten. 

Dbfdjon von bern ©ewübl ber SÖSelt gefdjieben, 
3og er ftcfy bufter nidjt in fiefy jurücf. 

Gr faab t^ reinfte ©eltgfctt r)tenicben — 
Gtfafc für jcbeS anbre (Jrfcenglucf — 

5n fiiUer £attSfö$f«tt gemeffnem grteben; 

Ur.b felbfl tm ^art'jlen Mampf mit bem (Scfcfcicf 

SSar iijm ein freunbltcr ; e6 2Cfpl geblieben 

3m ftiUen, tl;euren Greife feiner Sieben, 

Qs>c, ber im £oc$gefü£;l bcS reinjten ©treten«, 
ttmfd;lungcn von ber ß^e jartem 83anb, 

Sn it;r fein ©lue!, unb Srojl — reo ihn vergebens 
£er SJienfdj nie fuefct — in fjofc'rcr Leitung fanb: 

8&o|f gab's jur Sffiurb'gung biefe» veid;en Bebens 
itttn fdjön'reS Senfmafyl, als wenn SreunbeSl;anb 

%a: feinen ®rabftein nur ^it SEorte fc^riebe, 

©W tyetl'gen SBorte: ©laube/ Hoffnung, C i e C> e. 

4? einriß iögrtnj. 



gr treffe Stigenböefd&idjte« 



Sodann ©ottfrieb Berber würbe bm 25. 
2£ugufr 1744 jtt SXofjrungen, einer f leinen off* 
preufjtfc^en Statt, geboren. 

©ein 23ater, ©ottfrteb gerbet/ ber 176S 
ftarb *j, trieb ba$ Sud&macfyerljanbnjerf, bag tyti in* 
befj nur rummerficfy ndijrfe, @r vertaufc^te es bal;cr 
mit ber (Stelle eines ©löcfnerS unb ße£;rer€ an einer 
Glementarfc|ule für Knaben unb SKabc^cn. ©elbfr 
ein großer JUnberfreunb, erfüllte er feinen Seruf mir 
#er§lict;fdt unb SSorliebe, unterftü^t t>on feiner frcm» 
men, reblicfjen ©atttn ' y = v ^. Si;r gebührt bal Sob 
einer ff einigen/ frillen £auöfrau, eines treuen Sßei* 
U$ unb einer jdrttic^en Butter, ©ie befaß eine ge* 



•) //Sen 29» ©eptemöet 1763— freist e£ in beut ÄivctKnbucljc 
iu sjfto&uiitgen — tft ©ottftieD -^scöet/ tteu geiuefener 
©locfn«, Gehaben. 3efu$ eöviftaS gebe ibm eine fröölic^* 
Qiufetfte&Mtg.." ^ — . 

!♦} QtHua €Ufa6etb Weis, bie Soc&w et'neS $u£fcbitwb$ iu 
SÄ.u&tungen/ Hart bnfel&ft »77a." 



6 



röifje SBübung / tic man Ui tf;vem ©tanbe nid&t fjaffc 
t)cvmutl;en [ollen. Syrern ©atten Ijattc fie, aufjcr 
£erbei'n , ncd) oier Äinbcc geboren *). 

©in 3^9 üon Sceligiofitat djaraFteriftrt ft'e fo* 
ipo|l/ als ilivcn ©atten. (< 2£enn mir ber £err nur 
bie ©nabe (dientet — f)eifjt e$ in einem iljrer SBriefe 
vom 3- 1770 — baß id) in fein £au§ ge&cn lann , 
fo &ab' id; frUW." — liefen 2fnfi'ct;ten gemäß warb 
jjefeet Sag in ftttler S^attgfeit »erlebt unb mit Ätu 
fttmmung efgeä getjtlicr)en ZkbeZ befdjlofTcn. ©ine fo 
fromme Eingebung mod;te #erber'ö eitern einen gc« 
triften Sroji bei bem jiemlid; befdjranf ten , ja burf- 
tigen Soofc gewahren/ ba$ ifjnen ju Zfyeil gemor* 
ben war» 

(Sben tiefe SKcligiofttat ber Gjltern, ber reblidje 
Gifcr, womit fie iljrem SSerufe lebten, mirFtf früt> 
auf |)erber*n/ ber ber ©ritte unter feinen ©efetyroi* 



*) Vi id) Dem Äitcbenbucbe jtt tOtobtungen wax Die iivcite Xorfjj 
ter, C'Ium ßmf« / &en i- 9ftot»ni5*t 1741 geboten., unö i>u\ 
26. 92ov>embet 17Ö1 lujt Dem 3 leitet Sfteumiinn ottbet : 
tatfyet woi&en. £iuolma ©ototbea/ Da-S vierte jimD ouS 
tiefet (£&ej geboten den 12. 3uh) 17-fi}/ »outbe 1766 mit Dem 
«Surfet ßiii lö en I) or 11 oetbettatbet. Sßon Der ältefien 
2ocl)ter / Sftatia Slifabetl), enthält ba-3 Äivcbenbticf) , äufcc 
fcrtö fie am 8- «September nyj geboren, iinO Den u. ^od, 
tember getauft rootDen, weitet feine <Eput/ uuD von Com 
ji'ingften ©obne, (Eatl (yortftieD, nennt tä ben 7. »3Ba< 
1752 al$ GcburtS:, unD Den 20. gebtiuit 1755 «M <2,tabe- 
ta*. SJergl. Söetträge jut ÄunDe fl)teu|jen$. jMhuäöherg 
1821. 5öi>. 4. &iU 3« £» ißJ» 



jtew war. Äaum Ijatte er tefen gelernt/ aU tym 
r-on elterlicher ©ette S3ibel unb ©efangbud) bringend 
empfohlen warb/ unb früfoeitt'g prägte ficr) manche 
ttßftiiäp ©teile au§ einem Äirdjengefange, mancher H6- 
lifdje 23erS bem lebhaften ©ebäcrjtnifj be$ Änaben ein. 

©o erwachte £erber'S religiofer ©inn, feine 9?eu 
gung für ben einfachen ©efang; unb burcr; ba$ fydu* 
ftge £-cfen ber SSibtl, üorjüglicr; ber barin enthaltenen 
poetiferjen ©teilen, rourbe feine SJorliebe für tU oriens 
talifdje Citeratur genarrt» 2fuf bte erfte SBiibung fei* 
neö 2CuSbruc?§ fyatte bh$ feinen geringen ©influf?» 
UeberaH, roo er fyotevtyn al§ Sinter erföeinet, fiel;t 
man letdjt, bafj ©pradje unb Scecn beS Sftorgenlans 
be6 it)n erwärmten, (gr blieb ein greunb ber SKufü; 
unb Ui feinem angeborenen ©efül;l für tiefe Äunjl 
r;dtte er offenbar bebeutenbere gortfdjritte barin ma« 
cljen muffen, roenn er nicf;t ben Unterricht auf bem 
Klavier mit einer großen 2fn^ar)( son ©djülern cm- 
pfangen fyattt. Sorsugltdc) fanb er fielen ©efdjmacl! 
an Chorälen, unb fab es ungern, trenn er beim 2(n 3 
l;oren berfelben unterbrochen warb. 

®en erflen Unterricht empfing Berber in ber 
©tabtfdjule ju SD?ol)rungen. ©ein Server, ber dleh 
tor ©rimm, mar ein alter breitfdjultriger Sftann 
son jurüdjroßenbem tfeupern. Unrer^eiratl;et unb- ein 
geinb bes rceiblidjen ©efd ; led}teö *), übtz er, fd;on 

• ) ©tefev £afj gim fo wt\t , &ag er «inen feinet gcljülix, Den 



ffreng burdb, feinen eigentfjümlicr/en finflctn Gljarafter/ 
unb eftevö noc& burd) gcfymerj an ben gü&en mif- 
launig gemalt, mit boppelter ©trenge bic bamalS 
üblidje ©cfculbigcipltn. ^ünEtlidjfeit .unb Crbnung 
a-ftreeften jtcfc bei ifjm nid)t bloS auf b?n gefculun» 
tcrric^t / fonbern aucr; auf alles, waö auf ben ©djü* 
ler §5ejug fcatre. 2CnfJanb, SKeinlidjFeit unb Drbnung 
würben genau geprüft/ unb ber !leinflc Mangel an 
2fufmerffamEeit jtreng beftraft. 

2fuf #erber'n. motten biefe Zwangsmittel/ cfc* 
alett§ er felbft, feines guten aupern ffietragenä unb 
gUtjIcS wegen, baüon cerfcfyont blieb/ bodj einen rot- 
brigen (Sinbrucf $urücf gelaffcn fyaben. SBenigjtenS- 
$atre et/ glaubrcürbigen 9?ad;vicf)ten jufolge, bamalS 
etwas Sc^eueö unb gurd&tfamcS in feinem SBenc^men, 
unb «feine Saunen granjten mitunter an Sieffinn unb 

25urdj feinen gleiß $atre er balb ©rimm'ö 2(uf* 
merffamfut erregt, ber gute ©(fculfenntnijfe befajj, 



er auf Den Süfttmatlt gefcbicFt 5»ittc , um iröenc Seiler ein» 
äufaufen / l)>ut äücbttcjte, »eil Der Stufte j bew fein SBeibcr- 
baß \>iil!-ig. unbeEaiuit loa«; Seiler qoiuäljk batto, auf wclcben 
gtanenjiratnet m bunten Slttbeca uni> boben Sopfaaffä&t« 
gemalt waren. ( ©. Xrefcbo 1 » Stagmeure jur Sugen≥ 
fd)icbte bei £crin Prafibettten \>on J&erDer. ) 
*) J&ewn Qimtmann eiliger'* Jii £o<bftebt, eine« ©c&ul« 
freunbeS t»on £>etbetti / eiqne 5Borte/ ber feine griiwetun» 
gen au« ^erber'3 3ugenb im 2lpul i3Q4 bureb Xtefdjo 
umgetljeUt /bat. 



9 



unb ft<# innig freute/ wenn er bei feinen .©Gütern 
gleif? unb £f)attgfett entbecftc. er pflegte ft'e bann 
in ber (Schute fjergttdj ju Eüffen, unb itjnen manchen 
deinen 35eweiS feiner 3ufriebenf>eit ju geben. -@o 
ftettte er einjt £erber'n feinen SÜJttfdjülern als SKu«: 
fter bar. 

Ungeachtet bte grie$ifc§e Sprache bamats nidjt 
tn ber ©djule ju SKotyrungen gelehrt würbe, fo gab 
©rimm bocfy ben crften fetner bamattgen ©djitler 3ö» 
Ijann (Stjriftian Girmmencfy unb #erber'n im ©rtec%i= 
fdjen unb £ebräif$en Unterritfjt/ unb gemattete auc§ 
bem ledern tk £*)eilnaf)me an bem befonbern Unter* 
t'icfjt/ ben er SÄtttwodjS unb ©cnnabenbs SRafymit* 
tags gab, unb es t{l ein ferner |5ug im ßfjaraftcr 
«£erber'S/ ba£ er fid^j biefeS feines alten £ef)rerS/ ber 
bis su feinem 76|ren 3afjre in feinem ärmlichen ©djul- 
amte blieb/ jeber&eit mit SBo&twollen unb ©anfbaifett 
erinnerte. £)odj fonnre er ft'd; be» ©cbanCen» nic^t er* 
wehren, baf fein ©eift burdtj eine minber petantiföe 
2et)rmetl;obe unb einen anfefcautieg praftifdjen Unter* 
xitijt eine mit freiere S^tc^tung genommen tyoütn würbe, 

Sie tfuSjeidmung , womit Berber üon ©rimm 
bebanbelt warb, wirfte fe$r xoofyltyätiQ auf it;n, benn 
ft'e flojite if)m, ber frei von jebem ©totge war/ bo<# 
ein unfc&ulbigeS ©elbjrgefityl ein, wenigjtenS baS SSe* 
ftreben/ iic ©unjt feines Ce^rerS nicfjt |u verlieren. 
3Cuc§ gewann er burdj Jene 2Cu^§etd&nuna t>ie Artung 



10 



[einer 20?itfd;u(er, ron werben ft'd& mehrere an il>n 
brangten. £erber aber, bei* meljr feinen £3üdjern 
lebte, alö Snfireuung fucfyte, war meiftenö in ftd) 
gefefjrt unb $atte nur mit wenigen Sdjiilfreur.ben Um* 
gang, 3u ifynen geborten t>or$uglidj / au£er bem be« 
reitö erwähnten ßmmerid}, ^tlitfdj, Älttfd)» 
mann unb ©abr on *). 

©leidjwc^l wäre £erber, ungeachtet biefeS wettfs 
nen Umganges, batb baS Cpfcr betjelben geworben. 
£enn von gilitfd) in beffen üdrerlic^en ©arten etnge* 
laben, beflieg Berber einen fjetjen Ätrfd;baum; bei* 
fä\vad)t "äft, auf welchem er ftanb, brac^ ab, unb 
^erber, ben er unterflü^te, befdjabigte ftcfy nidjt we; 
nig. Uebevl;aupt Ijatte er eine gewiffe ^reube am 
Äletfern , fo baß er juweilen einen S5aum beflieg unb 
bort mit einem 23ud;e in ber ^anb oft ftunbenlang 
auf einem 2lfle fafj. £>urcfy ben .gatl inbefj oorftd)tig 
gemalt, unb um nidjt in ber 3erflreuung f){nab gu 
flürgen, pflegte er ftd? juweilcn mit feinem 35üdjer: 
tiemen an ben S3aum ju fcfynallen **). 3u feinen 



■ ) S i 1 i t fcl) ftai-6 als Änufmann ju <D?ö«e / Ä 1 1 1 fcö m .: n n 
iu <3J?ol)vutnic!iy ©abroii flber ( ber eiu fel)u gefffrefm jit: 
frrumentenma<$et tourbe/ lebte noä) ooi roenijj J.iljieu 311 
<J>etetöL>ui^ , ivo er fiel) nieöevvjeliiiTen biitfe. 

**) ü?ocf) in fpatetn 3al)ven pflegte jperbet einen jrirfct}biinm in 
feituo Sßatert ©arten ju «rkväljueti , unb mit vieler l'ebbaf: 
tidUU ju fct> 1 1 D o v n , wie fcluje i&tuaDen ev mit einem QJucbe 
in Der $an& , in dem <&4atten jcucsJ S5autue$ fi;;cnD, ü«p 
leb: l)ahe. 



11 



£iebltngg*Spa$iergargen geborte ba§ $a r ab tefe§ -- 
wälbcfyen unb bte ©egenb an bem SKo^runges 
@ee *)♦ 

golgcnbe ©teile aus einem feiner fpatern 35rte* 
fe **J fdjübert feljr- lebhaft Werter* ö (Smpfängltdj* 
fett fui bic ©d)5n$e;ten ber Sftatur, nidjt cljne einen 
leifen 2Cnflrid^ x>on (Sdjwermutl). 

«Sie fdjene ^erbfigeit Ijab' ic^ genoffen/ aUt 
e§ ift (o traurig/ ba$ tdj Me§ gelben unb falben, 
unb fallen unb wintern fe(je J @in ©efc^ledjt üon 
«Blattern / ba$ fo wenig aufcrjtel}t, als wir Sften* 
fc^en / wenn wir abfallen, gur mid) fyat fein S3tlb 
unb ©letdjnif? oon Sugenb auf mel;r (Sinbvud gemadjf, 
al€ biefeg, unb id) erinnere mid), als id) gum erjlen 
SJiale ganj jung im #omer baS ©leidjnijij üon einem 
grüt;ling ücn Sldttern lag , bafj fo aud) ein ©efdjledjt 
»on ber Srbe serfcrjWinbet, mir — was einem ©d)ul* 
fnaben feiten ju fommen pflegt — t>U Sljranen aus* 
brad;en. M — 

$la<% bem Seugnif? feiner ©cr;wef!er Carolina 
©orot&ea ©ülben^orn, wltyt bie le£te $eit tyreS Se; 
beug in SSeimar jubradjte ***), war £erber'S jugenb« 



*) 3« JpaDer'ä @ei)tc&t: ,/ Sl'^fjt iFjr / meinet .^jjjenö Sräiu 
me" (23. j. frönen gitccatnt nnö Ätinfi. 5ÖD. 15. ©• 1. 
u. f. l)r. et jtmeti ^ee \>erf>ertlid)t. 

**) 3Ju3 ^licfebuvß im Dcto&er 1771 gefebrieben. 

***) &ii um m öeu fn'ifoev errcä&uren ?8tä«fej ©. febt un^liicF* 
lieb ftobmatfret. ^evOet ließ fie mit gvo§«n Höften äu ft# 



12 



!ie$e Sßtfibcgierbe fo groj?, bafj er nidjt feiten beim 
SKittage* unb tfbcnbtifdje ein SBucb, mitbrachte. 9?adj; 
tickten be§ £errn 23ifcfyof$ S5orow6h) jufolge, foU 
Berber mehrmals , wenn er in trgenb einer Strafe 
in ÄonigSberg ein 23udj) an einem genfler im 23er* 
beigeben liegen Qcfefjen fyabt, in ba$ £aug getreten 
fevjn , unb ben S3eft§er gebeten fyaben, e6 if;m ju let* 
l>m. £)afj e$ if)m in ber Sugenb an SSüd;ern unb 
entern Füllmitteln fo fcfjc gefegt fcabe, pflegte £er* 
ber in fpatern 3al;ren oft fc^mcrjfic^ ju fccflagen. 

©en elften ^Religionsunterricht empfing $erber 
von bem ^rebiger SÖiltamooiug ju Sprüngen, 
unb ber Umgang mit biefem menfdjenfieunblidjen, in 
jebem STctradEjt licbenöwurbigcn Spanne, fo wie mit 
beffen ©ofyne, bem als £)itl)t)ram6cnbid;tcr bekannten 
SßiUamob *), äußerte auf #erber ben günftigfren 
ßinfluf. 2Bat)rfc^eintt'd) ift cö , 'oa$ it;m Sffiitlamo- 
fciug, von bem er in ber. Religion unterrichtet unb 
confirmtrt würbe, notf) einigen *prioatunterricf)t er« 
teilte. "Xbev lebenbigeö SSeifpiel würbe £etber'n ber 



naef) SBoimnc fomtnin / tuo fic fhnb. X r e f cfj o fcbilDctt \u 
al$ ein böc&ft iottföblenb«« üBcfcn. 
3 o bann ©ottlieb 2Billamou, cjcb. 1736 311 Wo!>< 
rungeti/ ft. 1777 aW 3nfpeftor öes beutfcljen SXealfdjule jtt 
«JJeteviSburq. SBetfll. i'lbev ibn unb feine (gkbviften : ©itbi)« 
ramben. 93evlin 1763. ©laloajfdje Sobeln. (ü-.nD. 1765 u. 
a. nt. 3öti>en« gcptFo» ötut|cbet ©icl)tet unb q>cofaifren. 
$Si>. 5» ©• 487 u. f. 03 u t e x n> e f , ©efebiebte ö, «Paede-, 
©ö. 11* @. 271 u» f. 



13 

ebte, wa$r§aft fromme Sföann unb bcffen fanfte 
©atttn. 3n ber ganzen gamitte, bie ftcfc bur$ ^ot;e 
Seelengute au3 Ö eidmete , l;errfd)te bie größte Körung 
für bte SBurbe be§ <5()rijfrntf)umS/ unb Jperber'S @e- 
füt)X für SReiigtofirat, [ein Sinn für greunbfdjaft unb 
feine <gmpfängli<$feir für alles @$&ne unb ©ute würbe 
t)ier genarrt *). 

SBie fcr)r ft'c§ xnbejj au# £erber'S ©eift «u$ge* 
fcitbet platte, baoon legte er ben SSeweiS ab, aU einffc 
fein SSater oerreifete, unb i§m SHeftor ©rtmm beffen 
©teile in ber §wifäeti$it ju verwalten übertrug. ^>er* 
ber war bamaiS 14 Safwe alt, unb beftanb feine erfte 
9>re6e fe üorjüglttfj, bop er fydter^tn nod? mehrmals 
bte ©teile feines SSaterS vertreten fonnte. 9?ad? Um 
3eugmfj be§ SSruberS ücn »£erber'$ 3ugenbfreur.be , 
beS Kaufmann SGBilijelm $ilitf<$ **-•)/ ber bamalS a& 
Änabe jene @$ute befugte/ erwarb ftcfy #erber bu-rd? 
feine |wec£mdfsigen fragen unb burd) bte SSefttmmt* 
fcett «nb ©eutltdjfeit, womit er bteienigen, bte t$m 

*> 3a ^»erDet'o Qluffaß: ©er'üicönet @otte$(in ö. 9Se« 
fen jur Stelig. 'u. XBeologte. 33. io. ©. 475 u. f.) fittö D« 
Jg)aüptjUäe ju Dem 3öeal eines 'Dceöige«» un& ©eelfotgerS 
offenbar oon ä&iUamomu* Sfeataftec entlebnt. — UebrigenS 
ift Diefec &uffa§ niefct 1765/ voie iin Dem eßeo «EWä&Btea 
0ttc Üebt; fonöevn balö nadj Jpei'Det'» StofunfS ib Äöm'aS 
betg .qefdjviebetr. 

*?) £v lebte ned) 1821 im yoften 3af)re all Äaufnuin-ö *u CDJqIm 
ru«ä«n. ©. 55eu«5fl« iut £und« &te*§«ii5. 23D. 4. £*ft 3> 



14 

ntcftt gehörig antworteten, feine SSegriffe aus einanber 
fc^te / allgemeine 2lufmerffamfeit unb fein geringes 
3(nfefjen. 

£)ie glüc?lid;en Sage, welche er im $aufe beS 
3)rebigerS SSittamoütuS reriebt t;atfe, würben burdj 
beffen Sob getrübt/ unb ^erbcr'ö früher erwähnter 
£ang jur Sdjwermutb fanb um fo reicrjlidjete 9caf); 
tung, als feine IJufunft, an i>k er im Änabenalteu 
bei überhäuften (Scfyulgefcrjdften Baum gebaut fjatte , 
je§t fel;r büjler vor il)m lag. £>enn eine £l)ranen* 
fiftel an bem einen 2Cuge unb bie Titmutf) feiner (Sl* 
tern fdjienen feiner Neigung §um (Stubiren unüber* 
winblicrje £inbernt)Te in ben Söeg gu gellen, SD&f« 
befeitigen $u fonnen, fc§ien ^>evber'6 (Sltern uninig- 
lidj, unb ber ©ebanfe, it)ren Soljn einem #anbimfe 
$u wibmen, würbe hei iljnen um fo lebhafter, ba 
aud; ber £>ta!onuS Srefdjo §u 9ttol)rungcn r;ie§u ben 
SRaty gab, hie feltencn Anlagen, hie in bem Sünglinge 
fcfylummerten, anfangs nid;t al;nenb* 

©ebajtian griebrjdj Srefcrjo war ber 
@?ol)n eines Sufh'srattjS aus Cicbfrabt/ tyatte gu Äo* 
m'gSberg ftubirt, befaf? 2Cnlage jur 2)id)tlunft, fptradt) 
granjoftfd; mit §ertig!eit, unb fjattc mannigfache, 
befonberS ausgebreitete tfjeologifdje Äenntniffe, (Sr 
war ein freier, geiftreid, i er SD?ann, ber ftcfc unter 
gtonj tflbredjt Sdjulj jum S^eologcn fyerangebilbet 
tyatte, unb grope Zldjtung für ^eligtofitat fragte, boc$, 



15 



hvit bte metjten preupifcfyen ©oiteSgeleljrten fn jener 
^erfobe / bem $>iettämu§ ergeben war. @ett tem 
Sa^re 1760, na$ bem Sobe feines ©rfjwagerö, be§ 
£)iafonuS ©rill §u Sprüngen , f)atte er beffen feljr 
«inline ©teile übernommen. (Sr zeichnete ftdj alt 
&angelrebner .auS/ unb fonnte, tfyeiis burdf) feinen 
f$riftfrellerifc§en (grwerb-, tljeilS aucr; burefy eine oon 
feinem SBruber t&m zugefallene (Srbfcfyaft, befonberö, 

&a er unoerl;eirat$et blieb, nidjt nur olle feine SSe* 
bürfniffe befriebigen , fonbern auc§ ein 2Öo§ltl)äter »te* 
ler 2frmen werben, für bk er.roftloS forgte. 

©djon im Safre 1748, als ft<| Srefdjo nodj 
ül§ ©djüler in einer ^>enfton€anftalt $u Sföotyrungen 
befanb, f;aftc er ben bamalS üierialjrigen $erber ten? 
nen gelernt. «Smrner fanb tdj i§n ernft — treibt 
er in «inem nac§ ^erber's Sobe an'bejfen Gattin ge* 
richteten SSriefe — unb ganj allein, wenn auefy Am* 

über ber ütfadjbarn ni$t mit baoon waren; feinS be* 
§agte xljm. ßaufen, fpringen, laut fdjreien warb' ic^ 
iljn nie gewähr. — 9la<fy jwolf Sauren, wo id) in* 
bejü %\x Königsberg fiubtrte, fam icfr; aU 2)iafonu$ 
wieber naef) Sprüngen; aber wie außerorbentlidj 
$attt fidj ber nun 16jdl)rige Süngltng entwickelt! 8 

Srefc&o gefteljt, er feg erftaunt gewefen über 
Ȥerber'$ antworten auf bie iljm oorgelegten fragen, 
unb über bte für fein bamaligeS 2Clter nic§t geringen 

»Äenntnifie. £a|? er jur 2Cuebilbung berfelben QUity 



16 

wof)l ni<$t fogteicf) HffeS in SScrcegung fefcte, batü&et 
ifr STrcfdjo fpdterfyin manchem garten unb liebtofen 
Urteil/ Dielleidjt ntd^t ganj o&ne ©runb, au$gefefct 
gewefen. 

6r fyattt ^erber'n als 2CbfdE;rciber *) unb 2fuf* 
wdrter gu ftdj genommen, unb tym freie SBcfjnung 
unb ©cfclafjldrte eingeräumt. Sn bürftiger ©eftalt, 
burcr; fein tfugenübel gepeinigt/ §u allen rjduSlidjen 
©efdjdften, felbfi §leifc§ unb anbere dtjnlid;e Singe 
com ^arfte einjufjoten, gebraust/ würbe ber ungliicf* 
\\§t Sungling 2Sictcn , bie ifjn rannten, ein @cgen« 
ftanb bei 9JHtleibeö. 3m £aufe beScblen SBitlamoüiuö 
<m fanfte, ItebeooUe SSe^anblung gewohnt/ würbe £er* 
ber burdj bog ©efü^t fetner 25ienfibarfeit immer 
f^üdterner unb dngflltdjer. <2ein 23ater, ber ton 
bem frommen, rooritüjdtigen 2refc$o viel für feinen 
©6$n errcartet f>atre, freute ficr;, reegen feiner 23er* 
bdltniffe, ftdj gegen ifjn ju befdjroeren. ©Icidjrcofjl ' ! 
füllte er ftcr; .tief gebeugt burefy bie S3ert;dltniffe fei* 
reo ©ofyneg; unb bie otjnebiep jur ©djtrermutf) ge.- 
neigte SCftutter duperte fidj, in ber Sföittbeilung if>» 
ixt «Kummers £roft fudjenb, oft barüber mit S^rdnen. 
3ur (Entfdjulbigung gereidjt c$ Srefdjo, bafj er 
J^erbei'n, nidjt um tt)n für bie äßiffenfdjaften au** 
fcubüben, fonbern als JCufwacfec unb 2tbfd)reiber auf 



•j feinet txundligen a'cetifdjen &4)tiften: Der ©terte.bittl 
l<bcuobib«i ©eft&iajt« nuwui £ewp| »• a. m« 



17 

fo lange aufgenommen $atte, biä-#% bcr Körper bes 
f$wd$lt<$en SunglingS fcur Erlernung eines ^anfes 
xonU gehörig auSgebilbet t>atte. SBaren bie 2Cnftcfc 
ten ber (S'ltern unb greunbe ^erber^ Ijieuon üerfäjie* 
ben/ fo fallt bte ©c&ulb bason wenigjrenS nid&t auf 
£refd&o jurucf. @r war nicfyt allein mit ben 2Btf* 
fenfcfcaften unb feinen 2CmrS»erri(fytungen bef^aftigef, 
fonbern fucfyte überall ber tfrmutl) entgegen ju wir* 
&n. £>al)er nahmen iljm felbft Unterrebungen mit ben 
#rmen unb bk Prüfung il)re§ 3ujtanbes einen großen 
Sljeil feiner 3ett weg. @r wollte/ bafj jeber tfrrae 
aucfy arbeiten foUte , lief* bai Sttateriat &um ©pinnen 
'ausfeilen/ jaulte ein oer^dltnif md^ig , ntd)t unbe* 
UafyüityS ©pinnerlolm, unb fanb, um nic^t betro* 
gen &u werben, e$ felbjt nic^t unter feiner tfufmcrl* 
famfett, ba§ ©am in feiner ©egenwart wiegen gu 
laffen, unb in manchem ©töcE bie ©ebinbe, ia woljl 
in manchem ©ebinbe au<$ bie einzelnen ^dben aus* 
|tt$a$fetu 

Berber empfanb eine geraffte Abneigung gegen biefe 
a§nU$e ©efädfte. Sieg entfrembete tfjn oon Sreföo, 
fcer bafyer> Mos wenn er il)m irgenb einen Auftrag 
$ab, ober \)k 9?atfjric§t son beffen (grfullung erhielt, 
mit iljm in ein ©efprd$ tarn. 2fu<^ war £erber'S 
JBerfc&loflfen&eit ijtnberUdr)/ um von feinen gctyig* 
feiten unb Äenntntffen einen t»oüjtdnbigen SSegriff. 
|u ermatten, a 9tte fprac| er etwuä mit breijier ©e* 
2 



IS 



berbe — fdjrei&t Srefcfco in bem verein erwähnten 
JBriefe — fonbern beantwortete meifl fdjüdjrem, rcaS 
kr, ifcm enra ju bcftellen auftrug, ^etne ©timme 
trav nur f>atb laut, tmb er blieb tief in jtet; cer* 
fd;lcfTen. Site fprad) er con fclbfi;, unb eg war tt)m 
nidjtö ju entlodcn, woraus ic^ i'gn für ettraS met)r, 
als ein gewöhnliches ©efdjc^f £; a 1 1 c galten formen*). * 

9laä) biefer 2Cnfid)t Srefctjo's tann eS faum be- 
fremben, bafj beffen alte ©djroefter, roeldje feinem 
4?ai:§wefcn Dorfianb, in £erber'n nid)tS, als einen 2fuf- 
warter erblicfte, itm ju IjduStidjen ©efdjäften brauchte, 
ur.b wenn er fict) t)iebet ntctpt gehörig benat)m , it)m 
S3ertreifc gab / ober burd) il)re SBcfdjroerben it)m S5or* 
würfe t)on if)rem SSruber jujog. Sßenn bat;er Berber 
cwtf biefe Sßeife t>er?annt würbe, fo lag bie <2d?ulb tea 
ton beer; einzig in bem 3ufammenr)ange ber Umfranbe. 
Q)?i ficr; inbefj hie ÄnoSpe feines ©enieS ju entfalten 
anfing, fiel folgenbe 25egcbenl)eit oor. 

«2ÜS fd) — erjagt >refd;o — an einem «Sonn* 
abenb in meinen 83eidjtfrut)l trat, fanb ify einen t>er- 
[regelten SSrief barin liegen. jDte £anb rcar mir nietet 
fennbar, um ben SScrfaffer ju erraten. Qv enthielt 



*) Sftan tiergt. Otormit , wag fetter in f. ©c&tift tiom (Jcfwn 
nen unD gntpjtnöen fcer menftylittfcn ©eele (in \>tn 2B. jur 
<D&ilofop&:c mit) ©efcfxc&te. 53. 8. ®. 87 u. f.),, übet Die 
<£nttvttfe(uicj öeS GSenieS/ fogt/ »oju cv gcivil; Ol« 3 ü i* 
«tt$ leinet eignen Srfvibrui^ üimuel;e. 



19 



we$mütf)ige (gelbftgeftdnbniffe feiner $e$Ier unb 5Ra« 
turoerborbenf)eiten, nebji einer ©rjdljlung, wie er 
©onntagg oorijer buvdj meine ^prebigt tnniglr wäre 
betroffen unb tote au£ einem (Schlaf Qtwdt Sorben. 
3$ t;atte ndmlid?, naä) Sucd VII, 36 — 42, oon 
bem leichten SBeg be£ (SoangeliumS G>£}rijH, $ur@ee* 
lenrulje unb 33ej]ferung $u gelangen / get;anbelt. Sftebft 
bem SSwnfd) / audj auf biefen £Öeg geleitet ju wer* 
ben, enthielt biefer SSrief tfugbrücfe ber tnnigften Heber* 
geugung oen ben SBafcrfceiten ber Religion, .Klagen 
über fef)lgefc£(agene 83erfuc§e, jenen 2Beg ju betreten./ 
unb oiele gute S5orfd|e für \>iz 3ufunft. ©nbltdj 
warb tcb; gebeten, bte Antwort eben au<$ oerf^lofifen 
tn ben 83eu$tjiu§l %u legen. 3d) tfyat bie$ atte«, 
9?a# einiger $tit entbeut' iä) erfl bt€ 2fe§niid;rdt 
ton #erber'S ^>anbf^rift, wenn er flüdjttg fdjricb, 
mit ber jenes «Briefen 9?un wartete t$ oon einer 
* $tit sur anbem, ob er mir etwas oon ben SBirfun* 
gen meines Briefes münblid) ober fdjriftlid} entbe<fen 
würbe. ÄetnS son Setben gefdjal), Sd) mevfte aucr) 
weiter feine IBerdtiberung an i£m; er blieb immer 
ber fSiit,, eingebogene, sorfic£)tige unb Qixt Ijanbelnbe 
.Sunating — *)»» 



<£$ ift auffailcnö. öa§ £et&e* in fpätettt gafiren Bs ö« 
(gjdjiifeecuuä feine« Sugenöff&tsFfale DtefeS SöwefeS nie 3* 
ödtfjte. £>a$ ^ct;«eiben frefielbeit liege ftclj inöes ctuS feiner/ 
imtdj ?^n fDriötdec SBilUtmoma-S fdjSeti fvöl) tu i&nj geweefc 
Ceti ^s^aebmuä für ben getfrlic^en ©tanö etftfue*./ öü es 

2 * 



20 



(Sin Qtücfttcdcr Zufall trat eg für ^erbcr'n/ baf 
er, roegen beö befcfyrdnften 9?aumeö in Srefdjo'ö £ au R/ 
feine SdjfafjteUe in beffen 83i&ltott;e! unb aud) jum 
Sfjctl in einer baran ftofenben Kammer erhielt, 
2)iefe SSibliotfye! freftanb großenteils aus tfyeologw 
fc^en Triften, enthielt a6et bodj aucr) einige grie* 
c$if$e unb romifcfje GHaffifer, SKeifebefdjreibungen anb 
£)ier;ter *); unb fo fetyc Berbern bte unvriberflet;lt<^c 



mm auf £*efd}0 uBcmufl. 2>te -Hiiüuort be$ Ostern bat fid> 
unter £et&e«*$ loteten n;d)t gefnaöett. SBielleicbt war e$ 
tbr Son unb 3«&aft/ Der beu Säugling jun'tcf ftieö/ ober 
JfperDec'S ©etft batte bereits etne freiere 9lid)tung genom« 
nun, fo t>vi§ il)iu Srefcbo'c mnfnfcb« fromme Äattielbereb« 
fnmfett niebt mebr iufagen Fonnte. ©enug/ er enuieöerte 
3Rid)to unb sog fid> mebr in fiel) jurfief. 
*) Unter nnbern (Simon S>ndj/ ben J&erber fein* bod> fdjci&« 
te> unb v>ou bem er fpotetb-in einige OieDer in feine ©tim» 
tuen ber SßölFer ( S£B. j. fc59n. Sit. und Äunft. 03 b. 8» 
©"• 493 — 9S) aufnabm. ©ort lai er aud) jum erften S0?ai 
tfletft'S SBerfe. «Seneblen ©etft — fogt JfperDer wm 
^leift — bo5 patriötifd) mentVölidje ©entü'tb/ ba$ mitten 
unter ÄriegSfceuen in biefe ©ebidjt«/ tute in ein QJfnlum 
flob/ unb legt bitrü)/ tute in einer serftücfelten Urne/ fein 
trojgeS öenfmal fin&et, wollen wir tuertb fronen uub lieben." 
( ©v J&erber'S SBerFe j. fötalen Sit. u. Äünir. 23D. 7. @. 
390.) Du eiHKiu fpatern Briefe Berber'» an Sreföo ( v>om 
2. JOecember 1787)/ in »elcbem er ffö ein 23uc& auä beffen 
«ötbliotbff i 1 "» 5lubenfen au«bat, beißt eö: ,#&atf id> »fifc 
len / fo roilnfd/ iä) mir ben Q3anö t>on ifletft' ö ©ebicfci 
tea: id) babe ju 'bm eine fenberbnre Siebe gebabt/ unb 
vuiiiöe ibu alt ein Vfanft meiner Sugenfrjeit iiufc&cii." (gj. 
«Seuräg* jut tfunb« PveuöenS. 35ö, 4- -&efc 3. 0. »83.) 



21 



Neigung gu ben Sßiffenfdjaffen unb &u bei: §c$eren 
2(u§bilbung feines ©eijteö gur S3enu§una, biefer f8i» 
bliebe? aufreihte, fo Ratten tön boct) [eine brüten* 
ben 23erl)ättniffe (o tief gebeugt, ba(j er, Itn of)nebie$ 
fein bamalö oerfdjloffener .(S^arafter unb feine 9?ei* 
gung l)ie&u bejtimmte,nur insgeheim SRacfytö lag/ bor 
feinem geringen grüfyftüdSgelbe fiel) fo viel erfparenb, 
um ba§ §u feiner ßampe etforberlidje Del Saufen ju 
fennen, 

8 2Cn einem tfbenb — erjagt Sref^jo — ba 
gerbet mit brennenbem Zifyt in fein« ©cfylaffammer: 
ging, empfanb td) eine geheime Unruhe, ob er audj 
«ergeffen Ijaben mochte/ baS Zi$t, wfnn er ft'd) git 
SSett gelegt tyatU, auSjulofc&en. S5acr) einer r)aI6ea 
Stunbe fcfylid) td) mid) in feine Äammer, unb weis 
$er ©Freden! 3$ fanb i£n, bis aufs £emb ent« 
l leibet, auf bem 2)ecfbett in tiefem ©d&Uf, um ü>« 
tyerum eine SKenge alter unb neuer SSüct) er, gum SljeiJ 
aufgefangen, auf bem gujjboben liegen, unb — in 
ber CDHtte berfelben to$ brennend Ct$ti SBie fro£ 
war tcr), jebem möglichen ©djaben jmjor lammen %\i 
f onnen. 3d) burdjfab bie SSüc^er. <£$__ waren mei* 
ftenS, fo weit tef; m% erinnere, ßrie^ifd^e unb la* 
teintfdje (Slaffifer, fo wie mehrere beutfdje &i§* 
ter, 3$ lofcr)te ba§ St<l)t aus unt) ging ju 25«rte. 
£>te fleine SSSarnung, bie td) £erber'n am SHorgen 
wegen feiner Un?orfid;tta,tnt gsb, war balb geenbet. 



22 



2fuf bte $tw. ob er fdtjtg \tx) , btefc SBüd^jcr ju hc- 
nu^cn? antwortete er bloS einfylbig, bap er fidj Smutje 
gebe, ft'e ju toerfteben." 

(Sin anbermat, ba Berber ebenfalls eingefcfjlafen 
roat/ entbeefte Srefcfyo, bajj ein ö u fa Ul '9 » n SSranb 
geratenes SSudj ber ^orner in ber Urfpradje war. 
So feljr er ft'dj inbeß über btefc SBipbegierbc freute, 
fo rrurbc bodj £erbcr'n feit biefem fleinen Unfall 
baS ndd)tlid)e Stubiren crnftltdt) unterfagt, ober, wie 
Srcfdjo'S SSicgrapl) erjagt a bie 2?cfriebigung feiner 
SBijjbegicrbe auf eine beftiinmte Stunbe beö tfbenbö 
befcbjranft. M 

#crber'S £icr;tertalent erwarte juerft im 3- 1762. 
£>ie 23eranlaf|ung baju erjagt Srefd&o fotgenberma&en. 

« 3$ fyattt ein Flugblatt : ©efd;icr;te meines 
£er$enS, an ben 35urf)l)anbler £ anter in £6* 
nigSberg ju fdrjtcfcn. £er junge #erber übernahm 
baS tfbfdjreiben, Jßerfiegeln unb SBegfdjicfen beffclben. 
(Sin ^3aar ^pofttage tjcrnadj fdjrieb mir Äanter : er 
fyaU in einem Spartet ein ©ebidjt (C 2(n G>t)ruS, ben 
©nfel 21 Images *)■ toll ©eift unb Salbung ge* 
funben, e3 fegtetc^ abgebrueft unb mit grefem S2?c-i= 
fall ber «Kenner auggegeben **). Unb reer fonnte bte* 



*) &taif«t <J)t>ur III., ßriifel <l>cter iti ©roßen. £>er Stoff 
De* ©.ebic&t« ifr fcie SuviicftxvufuiH etniflet in Sibirien veti 
feaftetta ©tofjen bötdj ben Äaifcv. 



23 



feg anberä fci>n / aU Berber! (5r leugnete e§ ni$t, 
warb rotf) unb lächelte. a 

2fbcr webet- bieg ©ebicfyt, noc§ atfe übrigen SBe* 
weife Don £erber'S Siebe ju ben S3Siffenfct)aften waren 
im ©tanbe, ifjm Srefdjo'S 2(ufmer!famleit J;U er* 
werben. Gsr rieti) fortwaren b jur Erlernung eines 
4>anbwerft/ unb wirfte , wie £erber'S Butter ifjren 
greunben serftcfyerte, ber Neigung i()re$ <5o£)ne§ jum 
gtubiren entgegen. gortwaVenb muf fid? inbef £er* 
ber boer; mit Sreföo'S SSibltotfjef befdjafttget fyaben, 
weil er tfjn in fpdferen Reiten gu feinem nidjt gerin* 
gen Qjrftaunen in einem feiner SBriefe bte (Stelle , wo 
ein gewiffeS, öorijer verlangtes S3ud) ftanb, genau 
anzugeben roufte. 2(ucr) fjatte ber Unterricht beö 
frommen SßillamoüiuS unb t>iz SSenu^ung ber tl;eolo* 
gifdjen <Sdi)vtften au$ Srefdjo'S 33tbliotl;e! einen blei* 
Benben Gnnbruc? auf £erber'n gemalt, fo bafj feine 
religiofen tfnftdjtcn über £3ibel, Jtirdje unb ©eifilid)* 
teit/ vok feine fpdtem sproüin&talblatter *) 
verbürgen, fic§ immer gleicfy blieben, unb von ben 
SBegriffen, welche manche neuere Geologen bason 
t)egten y weit entfernt waren. 

aas Dem J&ebrätfc&cn ßbetfekt. @t« 9>etetS&uitf (Ä3aig€« 
ba'3) 1762; fpätetbt» fn iaerteVi 2Betfcn j« fets Ö 11 . Sit. u. 
Äunfh Q3ö. 15» 
*) 51a Orebiget* Sunfjcbti ^roüiiijuilblättet;. (Sftifla) 1774; 
auc& ut ScrböM fämmtl. 3Be*Ee» 3. Dkli^. uuD Xöcolo^ic« 
5Ö&. 10. 2. ^99 u. f. 



26 



mir ba;u certyelfen, baf i<$ fte in Petersburg unent* 
geltlicfy flubiren lonne *J. B — 

ȣ>erber, obgleich er eigentlich leine Neigung juc 
Chirurgie r)attc>- nal)m boefy bieg anerbieten in fo fern 
mit lebhaftem £anfe an, als e$ i(jn feiner, in mef)r« 
facfjer v£>inft'c§t unerfreulichen unb peinlichen Sage ent* 
rip, unb reifete im (Sommer 1762 mit feinem greunbe 
Bon Sprüngen ab. ßr t>at feinen ©eburtSort unb 
feine ©Item nie wieber gefeljen; ober wie er il)rec 
fkts" mit Zitbt gebaute, fo pflegte er ftcf) nod) in 
fpatern 3a()ren jencö biebern SCRanneS §u erinnern, ben 
iljm bie Jßorfeljung in bem entfdjeibcnfcfien Momente 
feines CebenS, mie einen rettenben ©ngel, jugefenbet. 

£aburcf), ba$ ©c^warjerlof) hei £erber'ö 2fugens 
übel ben bamalö gefdjicften (Stabtcfyirurguö Hamann 
in Königsberg ju SHatlje jog, lernte er aud) juerffc 
befTen als ©cfyriftftcller berühmten ©e&n 3ol). ©e* 
org Hamann fennen. tiefer empfahl tfjn bem 
S5udjl)dnbler «Kanter, bem Berber fcfyon butefy bie 
£>be an <§9ru§ ntdjt unbekannt war. Sofyann 3a* 
Job Kanter, bamalS juglcid) Sotterie * £)ireftor, 
mar ein feuriger gebilbeter SOcann, mit regem «Sinn 
für jebeS ©utc. Gr tyatte ftd) burefy feine SSucfyl)anb* 



") ©iefer iHntra.ci inu§ im 5tiil)Iinn t>eS 3oI)re$ 1761 cjefc&c&en 
fenn. 9?acf) einet ©teile be$ eben ettDilboteti 95n<ft$ ro..r Der 
9vediment«d)itury]u« ein Jreuno von ipcvöer'4 Altern/ »ort« 
tvobl nucl) ein &vunö feinet Zbciliubmc on ibtem v^obne 
au furtyvu i(b 



27 



Jung / bte gelehrte Rettung/ welche in feinem 83erlage 
erfdjien, unb bur$ bte tjerjttdje ©utmütljigfeit, wo» 
mit er jebeö Salent aufmunterte unb unteritü|te, lein 
geringes 23erbienjt erwerben. 3n biefer SSud^anb» 
Jung *} war baö Giomptotr son SSertt'n'S erjten Äünjts 
lern, grttfdj, SR t) o b e unb SJJabam Sfyeer&ufdj, 
mit einigen ©emdlben ber berühmteren preufjifdjen 
©etefyrten, Äant, Hamann, SSM IIa mos, 2inb# 
ner, SSotf u. a. gefcfymüd't. Seben $>ojttag würben 
bic neu angenommenen literdrifc^en ^probufte auf einen 
großen Äifcfy in biefeS 3immer gelegt, unb mehrere 
©ele^rte pflegten fiel) gegen 11 Uljr bort einjufinben. 
Xu<i) mancher Stubirenbe, ber gdfjigleit unb Äennt* 
nifj t>erriet|), ^jatte Zutritt, unb würbe son Äanter'n 
mit S03ol)lwoUen bemäntelt. 2)ie$ war, auf #amann'$ 
6mpfe{)lung, autf) mit *£erber'n ber gall, ber, nadj 
einer (Srjdfclung beS ÄriegSratf) SSocf, anfänglich ben 
> 35ud#)anbel erlernen wollte. SKacl) einer antern (5r* 
jat)lung würbe Berber burdj feine unerfc^6pfXtcr)e SSifjs 
fcegtetbe fortgeriJTen , befdjdftigte ft'dr) bloS mit £efen, 
unb füllte balb gegen bag faufmdnnifdje ©efc^dft be$ 
33ucf;l)anbelg eine faffc eben fo lebhafte Abneigung, al$ 
gegen h'e Chirurgie. 

SÖie wenig er *ftd& ju ber ledern qualiftetrte , 
fjatte fiel) balb nadj feiner tfnfunft in «Königsberg ges 
&\%t. er fan! Ui einer ©eetten, ju ber tlm ber 

*} ®«fl?nn?ävtta bü Uiwv'fc&e* 



2S 

8?egiment§djirurgu$ (gdjwarserloty mitnahm, in ß&n« 
marfjt, unb dfjnltd^c Zufalle bebroljten if)n, wenn er fpa* 
terfjin nur t>on djirurgifdjen Operationen fprecfyen tjorte. 
Sn ber ängftlidjften SBeforgnifj , trag nun au$ 
t()m werben folle, fdjloß er feinem früher erwähnten 
(5d;ulfreunbe gmmen'^ fein $erj auf, ber bamal* 
(1764) Kantor §u Sragljeim war *). 9lad) einem 
SSriefe an ^erber'S ©atttn \>om 22. gebr. 1805 an 
Jgtn. Pfarrer tyüttliä) erinnerte ftcfy Berber feinet . 
greunbeg (Smmericr; ieberjett mit Siebe; fein 9?ame 
würbe oft con itjm banfbar genannt, weil er ifjm in 
ber größten S3erlegeni)cit Anleitung unb SSorfdjub ge* 
geben fyatU, um al§ Stubent aufgenommen $u wer* 
ben. 2>er (Scr;ulrat$ S ev bau erjagt/ bafi eö 
Gmmerid) tym felbjl mitgeteilt/ \vk er £erber'n 
$um pl;ilofopl;ifcr;en £efan gebraut fyabt, bzi bem 
Seber, ber ftdj unter bk 3al)l ber ©tubirenben 
aufnehmen lief/ juerft geprüft würbe, watjrenb bec 1 
fünftige Sbeolcg ft'dt) nod) bei bem tljeclogifcrjen £e* 
fan einer befonbern Prüfung in ben orientalifdjen 
©pradjen unterwerfen mupte. 

£er bamalige pl)ilofopl)ifc^e Sefan war Dr. e a n g « 
Raufen, ^rofeffor ber SCftatljematif , ein li-anrlid;er, 
l)V)porf)onbrifc^er SDtfann , ber gerabe, als (Smmericf) 
mit £erbcr'n gu il;m fom, im 23egriff ßanb ausju» 



» ) (Er routDe fDätcvbin Sci&pveötaev imb ftav& cil$ Ufiuvct ju 
&ul)i»uljn<»« 



29 

Qcfjen ; unb ba $erber'S burfh'ge Jltctbung unb if#£# 
ternl;eit auf tyn feinen ^ort£)ei;t;aften ©inbrucf macljte, 
bt'e Prüfung vorläufig mit ben unfreunblidjen SBor* 
ten wrfdjob: baf? fie, nadj bem tfeupern j« urtl)ei* 
len, waljrfcijeinlid) »ergeblicf; fer>n würbe» (Smmes 
riet;, bjieburcr; unwillig gemalt, führte nun feinen 
greunb &um tljeölogifdjen £)e?an/ Dr. SSocf. liefet 
war mit £erber'n äufkrjr jufrieben, unb btö fetjc 
v»ortr)etlf)afte ^cugnif , welches er t(;m aufteilte, be- 
wirke, bafj er am folgenben Sage bei "bem pfjtlofo* 
pfjifdjen Sefan eine fe^r freunblirfje tfufnaljme fanfc 
unb balb barauf infcrtbirt würbe *). 

4?erber Ijörte in «Königsberg ©ogmati! Ui £t* 
lientljal, ^ilologie hei Jtppfe, Sogif, I0?€ta* 
pl).)ft?, Sttoral, SSRat^emati! unb pl>t>fifdtpe ©eograpbit 
bei Äant, sp&pfif bei Seife. Unter tiefen Sel;rern 
waren il)m Äant unb Silienttyal hw liebjlen. 
£>er Qjrftere lief? iipn alle feine SSorlefungen unentgelt* 
lidj fyoren **). SD?ünblic§en 2Ceuperungen Berber'! §u* 
folge, l)6rte er £ant am liebften über 2tjtronomie, 



•) :2>fl3 ßtörucFte Binoms &e$ Spanten* ift öom 7. Qlugaft 17S2 
fcatttt / uno von Dem oben ernannten ©efan Dec t^-olog. 
fjafultat untetfcöticben ; ote gjfatrifei ift Dative üoin 9. 2Ju« 
gufr, ßit't oev Unterfc&nft von Dr. Suitgbaufeo/ untec 
Sem 'Etorectorat be$ SR. £). ^ö f) l. <£>. Scmisetii^ea BUS 
•^etoev'ö Seben von f. ßjatttn. Sübingen 1820. Sb»r. 0.46. 

*») £etöec &efuc&te Äaot'S ^oll*^^» att!» evflet» SRalt &«t? 
31. ftuguft 1715a. 



30 



»^fifdje ©cogrop^te, überhaupt über bie grofien ©e« 
fe§e ber SRatur, fprecfc;en; weniger konnte er feinet 
S8*etajj$9ft! ©efcfymacf abgewinnen. 2(ud) uerbarg er 
i^m fd;on bamalS feine eigene litt ju benfen unb em« 
»finben feineSmegS *). 

Ungcadjtet ber Informationen, bie (Smmeridj 
»£>erfcer'n »erraffte, unb einiget- ©efdjenfe roof)ircol* 
Ienber ftreunbe aus SKofyrungen, lebte er bod; bis 
£)ftern 1763 in f)6d)|r brutfenben SSeri;dttniffen. ©teicr^ 
wo&l füllte er Sftutfy genug in ftdj, als er feinen QU 
rem bie 23eranberung feines ©tubiumS melbete, fyin* 
ju^ufügen, «baf er &u feinem weitem Unterhalt nichts 
»erlange/ unb ftd? burd; dgnen gletfj fortjutjelfen ge* 
ben!e. » 

(£rjt burdr) feine KnjMung als SeJjrer an bem 
Cüllegiura Fritlericianum im Safjr 1763/ beffen 2>i* 
tettor (gdjutfc, erflec Snfpeltor ©djiffert unb 
jnreiter Somften war, »erbefferten ftd) ^erber'ö 
c!onomifd;e Umftänbe um fo metjr, ba er jugletd; als 
<jebcmer Sföotyrunget baS 9\eid;$grctfltd) £>obnatfd;e 
©ttyenbftmi genoß. 

2Cnfanglicrj war Werter nur bei einer mit jenem 
ÄoUegium »erbunben @lemcntarfd;ule angebellt gerne« 
fen, hk bamalS ben Sftamen ber beulten klaffen 



*) ¥?od) fceutlicter fwic&t er fu\) ihufifrertin einem fi>ätern*5wf« 
«iu$ SUijci vom 3nl)te 1767 uu ■■ ,. Den ich.'/ um uro. m<J?t 
ju »iebevpoUn / b»cv fi&etgefjen, ba u 1 aneu^m anöeui Osfe 
etne fdjitfiia)eve ©teile eiömuunt. 



31 



führte. 23on 5Dcic$aeti 1762 an fyattt er in fces er* 

' ften feiefer .Klaffen Unterricht im SHec^nen erteilt. 
Sßatb aber lernten feie eben erwähnten 3nfpeftoren 
Sc^tffert unb £)omften ben ausgezeichneten jun* 
gen Sftann fennen, bem nun fdjon im 3al)re 1763 
ber Unterricht in ber britten griecfyi fernen, franjofifdjen, 
fjebräifcrjen unb matljematifc^en klaffe anvertraut 
roarb. (Sr legte nun ben Unterricht in ber ©lernen* 

\ tarfdjule nieber, unb unterrichtete bagegen bis 1764 
auf ©ecunba in bem ßateüufd&en unb in ber £rofa 
audj hk erjle f>£ftorifd;e unb pt)itofopr)ifd^e Älafie. 
-SDer ©treftOf beS Fridericianums , Dr. granj AU 
bred;t «Seouls, als Sbeotog fet)r gefd;a§t, unb in 
feinem <£i)j!em mit bem \>on (Scfyiffert/ SBillamot-iuS 
unb Sfcrefd&o übereinftimtnenb, fann t>ielleicr;t auf £er-- 
ber'S SDenfunglart als Sljeolog einigen dinfluf ge* 
i;abt $aben. 

t ©ering war roäf)renb feines Aufenthaltes in Äo* 
nigSberg bte $aty ton £erber'S UniserfttätSfreunben. 
3u tynen geborten sorsüglicr; ber t>erfrorbene ÄriegS-- 
ratr) Äurella/ unb (Schlegel, Cetywr ber erften 
klaffe im Collegio Fridericiano , ein Sttann t-on aus* 
gebreiteten p§i!ologtf<$en £enntnif[en. ©eine greunte 
Gilberten frjjn als einen Reitern, genügfamen unb/ unge* 
achtet feiner l)errlicf;en Anlagen unb vielen Äcnntnfffe, 
feljr anfprudjSlofen SDfcann, ber, als greunb ftrenger (Bitt* 

. Ud;feit/ feine greunbe va§ äBcfcmnten ton iebem fleinen 



32 



SWutyuritten ottenffc unb aon jeber unfittlicr}en 2feufc* 
rung ju entfernen wufste. — 

Sföit Ijotjer tfctjtung J)ing gerbet bamaf§ an fei» 
nem Celjrer .Kant, bem er felbft üorjüglicrj burc^ 
ein ©cbictjt befannt mürbe, worin er einige Sbeen 
feeffelben üenvebt fyattt. Äant, bem er eS über* 
reichte, las es öffentlich in feinem #6rfaate t>or, unb 
" fdr)c£nt it)n norfj in ber $olge baran erinnert ju fya* 
ben, wiewohl £erber barauf fo geringen SÖertl) legte, 
baß er in einem feiner SSriefe an £ant auperte: 
Raffen Sie boci) ja baö bunfle raul)e ©ebidjt, an 
ba5 ©ie gebenden, in fetner 9laöjt umfommen!* 
Äant aber blieb feinem alten «Schüler nod) außerjt 
geneigt, unb betätigte in feiner 2Cbl;anblung com 
ewigen ^rieben #erber'6 3bee uom gortfdjreiten beS 
SKenfäengcfdjlec^tS. SS3ie Berber fpdterfnn aU ©eg* 
«er ber Äanttfcfcen ^tlofop^ie auftrat, mufi in einer 
fpdtern $>eriobe feines CebenS gefdfjitbert werben. 

£5urcr; Hamann *), ber iljm in ber engtifdjen 
©pracr,e Unterricht gab, würbe gerbet mit ber eng.« 

*) DbJfbcvöev Diefen auSgejetdjneten üO?>inii/ uoti fcem ©8tb* (in 
fttneu SBevFe» 23&. 19. ©. 105 u. f,) eine tnteceffantc ©djils 
buung gegeben bat/ gleicf) natf) feiner ÜJnFunft in Äönig** 
6<tg / oöec erfi fpäret/ Fennen gelevnt bnbe/ ifr nicljt genau 
ju befttiutuen* •&autaiin*ä erüet QJrief an .£>etDet tft Den 
26. 3uun 1754 üon Su'bccf ao«3 gefc&wdrtth unD befindet ftrf) 
i« J&amanu'ö <2>d}uften / beMUäßeaefren &on 5r. £H o 1 1). 
«öctlm 18:2. Zb- 3. <25* 295 u. 29f. £amann'3 S3uefe an 
£aöet finö alte forafältig aufflc&obtn uuD in Der anjefflö«« 



33 
Hföen Siterafur, unb »orauglict; mit <St)afe§peare 
begannt, ben er unter ollen bramatift§en ©intern am 
t)öct;fhn fielt. «@r jfcfct,» fagt er*}, «gwifctjen ber 
alten unb neuen SDid&rtung, als ein Inbegriff betber 
ba. Sie «Ritter* unb geenroelt/ bie gon^e eng&fdje 
©efdjic^te, unb fo mand&eS anbere tntereffante s$d>cijen 
lag oer it)m aufgeflogen ; er braucht, er^lt, t)anbett 
fie ab/ jMt ft'e bar mit aller Ziebitfyfeit eines alten 
«Rooellen; unb $abelbic§ter$. ©eine SRitter unb .fiel* 
ben, feine .Könige unb (Starrte treten in ber g-anjen 
$*ä$t iput unb feiner Seit oor, tk in fo manche* 
©eftnnungen unb htm ganzen 23err)dUnif ber ©tanbe 
gegen einanber uns je|t wie eine a«§ ben ©rabern 
erjletjenbe SBelt »orfommt. Sßie oft muffen wir über 
bie rounberfame (Einfalt unb «Befangenheit jener Seifen 
lächeln! 3n bem Wien ijr er ein barfMenber SOfin* 
tfrel, ber ^erfonen, Auftritte, Seiten gibt,- wie ft'e fiel) 
it)m gaben unb §u feinem Swecg btenten. 9eun aber, 
wenn er in biefen Scenen ber alten SBelt uns i>k Sie; 
fen be$ menfdjlic^en ^erjenS eröffnet, unb im »unbet- 
batjren, jebod) burd&auS cl)ata£tenftifd)en 2tu§brucf 
eine §tyilofop$te vortragt, bfe alle (Btanbe unb SSer= 
$attmffe, alle <§l>araftere unb Situationen ber 2Renfd&« 

tet» QJuSgaöe etfötenert; $$tbet»£ Briefe Jwgegen ffnö , bis 
auf wenig«/ au£ ftWetet-Sert^ettfifeeiiV, toetfocen gegangen. 
*) 3n t>en 2Betfen j. fc&'ön. git. u. tfunff. <öö. 7 . @. 3< ><s-6-. 
SRan »Mal» onrmt S5J>. 12. ©. 246 — 61. 



34 

f)tit beleihtet, fo milbe beleuchtet , baß atlentlpKen 
baö Ctdjt au§ i£?nen felbfr jurüct ju flraf;lcn ffyint: ba 
mft er ntcf)t nur ein £)id)ter ber neuei.i Seit, fonbern 
ein (Spiegel für tl;eairalifd;e £)idjter aller Seiten." — 

£urdj v^erbet'ö S5efanntfd)aft mit öfjtan *J 
unb ^erci)'o Reliques of Ancient Euglish Poetry **) 
entwickelte f t ij feine ZUbe gu ber Simpttcttat ber 
33 ol fSl teb er , bie er fpäterljin auö revfctiebenen 
Sprachen in Ucberfefcungen unb ^Bearbeitungen ljer< 
ausgab **f), 

«tflg mir »er meiern 3at)ren", fagt er in ber 
S3ovrebe / a bie Reliques of Ancient English Poetry 
in bie £anbe fielen, freuten mid) einzelne ©tücte fo 
fel)r, baf? id) ft'e §u überfein fud;te unb unfrer SDitit* 
terfprad;e, hi( jener an (Saben^en unb tyrifdjem 2iu$; 



*) //Stn £>id)tec wie öfftan./ f\i.gt Jg>eröet/ voll Jpoljeit unD Un: 
)'cl)ulb in tun ^!upfiuDuny)tfn / voll (geeneu Det Einfalt/ £l)ä: 
tigfett unö (^tiigfcit De» mem'el) heben Oeben»/ n:uö yjcroiö 
auf eine gute SBeife ivttfeti/ unD allfnt&alben fersen anrei 
äen, Die no<f\ Je§t tu Da- alten fcftotttföen £ßrte ;u leben 
i'uün'.!)vMi , unö fiefj tbve Raufet ju folgen glitten euiroeiljn. 
(0. I». Oluffafc : U e De v Off» an unö bie ßi cD e t alter 
SBolfet; äuerfr 1773 abaeDvucf t in Den mit ßjötlje yerauäi 
gegebenen Blattei von D e u t f d) e c 21 t t u n D 8 u n fi/ 
fcann in 0. 23. j. fdjön. Sit. u. Äuuft. $D. 8. @# 3-) 

*; £tn« Sammlung al;englifd)et SSalKiben ooti nneufauutem 

SHJeti 
*•», iinta- bwi Sitel: Stimmen Der 33 31 Fee in £if« 
D c r n 
Äum't ein« 



35 

fcrucf auffatfenb afyvXity ift,: au$ ä^nlicfy gute «Stu^e 
wünfrfjfe *>» 

SBal £erber'ö- frütjejte- ©ebfdjfe betriff, fo ftnb 
nur einige berfetben in- bte fpatere Sammlung **) auf- 
genommen worben, fo unter anbetn ber ©efang an 
(S \) r u S , baä Qötbifyt über bte 2f f ct> e St c n i g ö* 
b e r g S , 2C n b e n £ e n an meinen erften Sotten, 
unb ©djlaf unb £ob. £>er ©runb , warum man 
©ebirfjte, vok ba$: lin meinen ©entus, an bte 
SDHtternadjt, SJUtternadjtggeftdit meines 
©eniuS, auüfd&fofj, tft wot)l in bem ©toff unb- ber 
gorm biefer ©tücüe felbft $u fiteren, bte tijeits banget 
unb un\>erjldnMid} ft'nb, t^nts etwas 8eltfäam$ -unb 
sprunfenbeS t;aben , unb gugleid) jene 2fnmutlj unb 
£eid)ttglett entbehren, bie ftd& in £erber'S fpdtern ©e- 
tiefen gefgt/ wieweit er eigentlich ben 8&tm nie liebte, 
unb aud) ntdjt befonberS gtücrtid} barin war. 

2)aS eben ©efagte wirb fidj bind) SKift^eitung 
einiger ©tropfen beS (gebifytt tt #n meinen © e n i u S- 
3Cm (Geburtstage ben 25. äuguji*' ***}/ betätigen. 

Du Cnner! mir aus meines £et*rn Erbarmen 
3n biefer SOSujre mitgefdjeuft — 

•) äB»h 5. fäjön. Stf. u. 3?anft. 230,3. @. §9. 
it. «. Äunfr. 5B&. 15. a. «f. 



36 

gmtnb! (SngelSbrube'r! ber mit Xmtn 

«Kein #er& als Sföentor lenft: 
jDcc mir, bem ©taubgebornen (cm$/ »erglimmte!) 

3wet 2(etf)ergfun£cn etngefireut, 
Unb ben fein 2oo$ ber Wafyt bestimmte, 
£)ec Unf^ulböru^' gewetzt u. f. xv. 
SDJeftc Ceic&tigfeit jetgt ft<# in bcm ©ebi($t: ber 
©elte btc/ baö int>ep bloße sparobie eine! Änbern tjl *}• 
£>en ic§ mtr gum greunb etvoat)U, 
Soli üon männlid; -ebler ©eele, 
Unb »on öffnet -©tirnc fet)n. 
SBScffec tfnjranb, SBt| im <&fyxtf, 
Stüt)vt mein #er$e, 
%li$t bie ©ajaalc ^)unfc^ attefn. 

(Sturer taugen nur &um ©ptekn, 
©reife nur ftd& abjufu^jlen/ 
y Sftdbdjen nur $ur gtül;lüigih»|l ; 

£)u, o greunbfcfyaft, follft uc» alfcn 
3D?ir gefallen; 

©u entjutfeft #aupt unb SBruJt u, f. w, 
Unter .gerbev'S papieren fyat fid) ein« bebeutenbe 2fn* 
$a$l »on poefifdjen entwürfen quo feiner Sngenbpe- 
rtobe gefunben; fo unter anbern ber Anfang eines 8ef>r< 



■) «DMii fel»e Öa3 6eFiinnte .©e&ic&t v>on U|: öte@«I«e5te# 
tn t>e(fen poct. SBevFen. £cipji3 1768. (©D.I. ©.70. 
2Bit?n 1804 *$ö. 2 ©. 46. 



37 

geti^teS u-htt ben 2£enf$en, ber 33 a um/ eine 
£)idjtung in biet Sitten/ Saufgefang bes erften 
(stiften am Djiertage, £)jtergefang u.a.m. 
SDtefe Serfu^e fowofjt, als tit Entwürfe gu ctg» 
nen Aufarbeitungen einet ©ef$ta;te ber Sidjtfunjf, 
be$ 8te&eö/ beö Srauerfpiels ; mehrere pijüefcpfjifcfce 
unb t^eotogifefte 2£bi;anbiungen / §)fane ju sprebigfen, 
unb niamücfyfatfje Gsrcerpte aus üerfd&iebenen $ä$«w 
ber £üeratur *) finb wenig jhnS etyrroürbige £ocU" 
mente feineö gteifjeS «nb fein« melfeitigen jugenbffc 

■ Sm $er&jt 1764 würbe Berber bur# $a* 
rcann'S (Empfehlung an b;e ©omf^ule na<$ 9U&a 
berufen **;)♦ 



•) £inficbthcl) btefei? (Jrcetote bemerFt J£>ctt &tieg€tat]j 23o<£ 
tu ÄöntgSberg/ öetJg>etöei'n in Den 3ü&rcii 1763 — 64 in 
Äaut'S SBorlefungen Fennen lernte/ galgjnfjei t» einem jfcfe 
net SSriefe : //Berber unterließ DicS am rcenigften bei öm 
£i ter atucbtt efen/ Die tbn Duccö 3nbalt unD leber.Digen 
SBorttag befonDeH ansogen. ©cfron ixuitail ging er mit Dero 
SBorfafj unt/ fragmeutflrifc&e Sufifee ju Dtefem 2BerE »a m* 
cljen/ unD noef) v>vc femer Olbvetfe md) 3Uga gab et mit en 
nige 55emevFungen ju lefen/ Die idj naebber in Den geDsucf ten 
3 r a g m e « t c n j. D e u t f c& e n 5 1 1 e 1 *t u r (5B. «• fcf>. £it» 
u. jfunfj. 955). I- unb II.) roieDer esfannte. SBergU EöätaFi 
terifrtF 3. @. 10. gerbet'** uon © a n i u.. © r u b e r. © . 25. 
33eiträge juv Äunöe <Dreu§en'-S. 23b- 4« -&eü 3- ©• x ~7- — 
Berber bat übrigen* bie SS&rt^eiU folebet 2lu*jüge felbfr em« 
IMo&len in f. bmten ©ctralteöe* (28. j. ^bilöt- u. ©efcö- 
55D. XII. ©. 27. 

**) *>«§iytt 0(&Ug«l/ i)*v fvfi&er e*»«&8t« SRttAsfcitts aw 



38 

«£>et bringende 3nf)alt be§ gegenwattigen SStte* 
'feg/* fc^reibt Hamann ben 17. £)ctober 1764 an 
ben eben erwähnten SKect^r ßinbner *), betrifft 
meinen greunb gerbet, unb ber Anfang tft bet 
jdvtltcfyfk ©an! fuc.S^te fdjon juDorfommenbe '©org* 
falt unb SSreue in tiefet: Angelegenheit. — SSet ei* 
nem gtemHd&en Umfange fjijrorifcger, ptjUofop^tfc^ec 
unb dfibetifc^er (Sinftd&ten, unb einet großen Suft, ben 
fruc^tbarften SBoben anzubauen / Ui einet mefyr als 
: imttelma{h'gen @rfa£)rung in ben (Schularbeiten unb 
einet fefyr glücklichen Seicfytigfeit, ftdt) ju bequemen unb 
feine ©egenjtänbe gu bemänteln / beft'ßt et bie jung; 
frauliche ©eele eines Birgit, unb bk 9tetj&arfeit 
beö ©efül;tS/ welche mit ben Umgang ber Ciefldnbet 
immer fo angenehm gemalt tyat. — 3$ farnn ©ie, 
nacQ mrinem beften ©emilJen, oerftc^ern, ba$ ©ie an 
tiefem Itebenöwütbtgen Süngltng mit etwaä triefenben 
Eugen ein Anbeuten bei 3l)ter (Schule (jintettaffen 



Collegio Frieäeficiano, obeu tTücT) fltlbettt Ü?rtc5t'id)ten bet 
SRectov bev '©omfcfeuU/ S i n ö n e v empfohlen l; a b e / ift um 
qcflviiiiDct. 
* ) ©. Jp a m <i n n' g ©cDtifteti. J£>eniu$i}ec]e6. ttou $v. 9U t &♦ 
SBedin 1822. £[). 3. 0. 302. 3 ()• © 1 1 f) e l f 2 i n b 11 e v, 
miS (gJdjmolftn/ einem ©otfe unweit «Stolpe gebiimg/ ivat 
tootti 5. 1755—65 Ölectoe bei- ©omjV&ule ju Stiga» unb ft. 
öl» <J>tofefio* bei £)ic[)tfunft ju Atönigöberg 1776. — 23etgl. 
flbev il)it u. f. igc&ciften •£> ee vtv ag en'\5 gitecat. ©efcf)icf>t* 
bev e\>nn£jelifc[)en jftn'henliebet. ZI), i« ©• 245 tt. f. 93? eu« 
fj.l'S S.'VU'oti vei'ftovlMiev ©j&wftlM«» £&&» 8» ^t?77u-f. 



39 

werben, fca§ St;re SScrbienfie um biefelbe fronen wirb« 
S3efd;{eunigen (Sie ja bie tfugferttgung feines $ufeS, 
audj alles Uebrige $u feiner bortigen vorteilhaften 
(SÜ.ricfjtting , et serves animae dimidium meae/ — = 

Sßte fet;r ^erber ein foldjeS Verbieten $u fdfoaj; 
$en wujHe, %iiQt fotgenbe (Steile feines aus SRiqa bm 
16. Sonuor 1765 gefdjriebenen SSriefcS: , ( 3cfj fjabe 
meine je^ige Sage SM en S u banfen , unb bei jebem 
©uten unb SSofen erinnere td) mid) olfo Slftei, unb 
jum ©lücf, baff eS bisher meiftenS ©uteS geirefen*). 8 
4?erber'n mußte übrigens eineJöeränberung feiner Sage 
fdjon in fo fent-erwünfdfot fommen , als fie il;n oon 
bem Kummer abten!te, feinen SSater, ber ben 26. <Sep» 
tember 1763 gejtorben war, nie wieber gefe^cn §u 
tyabcn. 

^turj vor feiner Greife von Königsberg m$ 
er nod) £euge ber grofjen ^euerSbrunft, bk bort ben 
11. SKooembcr 1764 ausbrach unb einen beträchtlichen 
S^eit ber <&tabt ^erfrorte **). 

(Sfye Berber Königsberg vertief, würbe ifym 
von ben preufjifdjen SQHlitairbefyorben ber dib abge* 
foibert, jurücf gu lehren/ falls er als ©otbat requinrt 



*3 f5- ^atnatnfS ©Reiften. 2b» III. @. 31S. 
**) 3n feinem Qtbtöte; £>ie Ql f c5 e Äö m gSbeegS" (juetfl 

Zittau 1764. 4- iwjn in 4>. SB. 3. fd)3n. £it. u. Sanft 33D. XV. 

©. 115.), fdjilöert ^»erbev t>en futcbtbaven (SülDvucFy i)en öiefei 

gireifitiiö in fei»«« ©e*le jaröcflitg. 



40 

würbe. £>& et tyn tvitllict) abgelegt, tft nidjt ttotlig 
«nut'efen. 9iaü) fpatern Weiterungen beö tteffren Un? 
willens über tiefen ©flaoenjwang ju fdjlicßen, nuifite 
er es vt>ar)rfd)etnUd^ t&un. — 

£>a mit #erber'S 2tufentl;att in SKiga feine ei* 
gentlidje £l)dtigfcit im @<$u(* unb ßer;rfacr)c beginnt, 
fo ijr es üielleic^t Ijier m'cfyt am unrechten Orte, gleid;* 
fam als abermalige S5 1 u t f; e feines SKebnertalentS *) 
einige ©teilen aus feiner Siebe bei bem ©arge ber 
Jungfrau 9Xanna 9j?ar gar ett)a Kanter **j 
£ier feigen ju taffeit* 

«SSsir gefyn bem SEcbe entgegen ," fagt Berber, 
«unb tjevtjuUen, wie Äinber, unfer ©efidjt, feine Sttiene 
-ud)t eijer gu fet)en / als wenn er uns ergreift; froren 
flets an'S ©rab, unb offnen unfre tfugen nf<$t e§er, 
als bis wir tjineinfinlen» Um baS ungewiffe «Künftige, 
bis §ur Äijorfjeit unb bem ©rame bekümmert, achten 
wir nt'2)t auf baS gewiffe künftige, baS unfern gans 
gen 3ujranb cerdnbert. SG3ot)l ! <3o ift aud; biefe Cetebe 



*) ©sdjon ju Sfiifange feinet QlufentljaltS in ft&ttfllfterfl b.ute 
•£>eröet De» bttiiti fväbev eriuäfjtuen ttcffUd)«» SJutfafc: !>ct 
SKeDuet ©otteS, gefcl;neben. Cjn C 1 . SB. j. Xbcolog. 
U. 3tetiflj <-öö. X. ©. 475-87«) 

'*) ©et (gcöiüefree beä ftfi&et e.»8l)iiten <8ac&Ijvin&tc?$ unö Em* 
ti'ricöii'ectüv?. — ©te Dteö«/ rockbe man in fcen (Snnnetim: 
fleu au-o JpciDct'S Se6en von feine» ©attin ( Sübttivjcn 1820. 
2b. 1. <3» 70 — 79«) üollftönö.g abgoörucft fitiöet, »utöe am 
16. SRätj 1704 gehalten. 



41 

für jebtn, bec S? e n f <$ unb 3 ü n g U n g i#, ber wio> 
tigfie tfnblicf, unb bic 2(Uöfidjt on iljrem ©rabe im- 
mer eine unoermeibli^e ©tabte unfrer.Saufbalm. — 
Sfött bebenbem gupe treten (Sie alfo mit mir an baS 
©rab unfrer SOZitfc^tuefter , wo aucf) unfer 2tfc§en!rua, 
ru^en foff. Söei^e tfuSffdfoten rings uml;erl SDteffciiS 
JDunfel unb jenfeitö ©unfel, unb unter uns Äluft! — 
2Etd) faßt ©lauter! — £od) rerrauftfje, ©Räuber 
ber verzärtelten Sflenfd^eit! (Sammlet @udj, SBilber 
beS ©rabe§, um midj; id) will eö tragen, aus eurfj 
3üge ber SKulje fjeroor gu ftnben» Sein 2iac§tgewanb, 
©tabeSauSftdjt, foll erhabenes Sergnügen in mir er» 
wetfen, &u bem ficfc fanftc S3erul;igung mifdjt. — ©0 
feljen wir, wenn wir im Sftittelpunfte fdfjwarger ©e* 
witterwotfen beben, jid) au$ (Sonnenjlraljlen jum 
©nabenbogen burdjbrecfycn u, f. w. <So rebe audj £u, 
Seiche, S3Set6t)eit in unfere (Seele, unb £ufriebenl)eit 
in bie SSelt unfreö JQtvzinäl* — 

a £u SobeSfetcl) ber Sergeffen^eit," l)dpt eö an 
einer anbern (Stelle, (C bijI t>k einzige 2£rjnet für unfrc 
CebenSubel, unb 2)u frühes ©rab für fommenbe VLtbtl, 
bie befre Siuljefammer. S^od^j [Räubern wir vor bir! 
©djaubert wofyl bie 2ec<$e na$ burdjfungnen Ijeiterfren 
Sagen vor ber Äluft, bk fte vor SBinter unb £ob 
»erbirgt? 9?oc§ einmal fo viele Sage le6e bit f&äüftU 
galt, fo erjKtft il)r ©efang von ber Stau&igfeir beS 
SBinterS» — 2)et «S^metkrling, bem brei Sage fein 



42 

Ccbenefcculum finb, wo er alles üerrirfjfet, »rag wir in | 
unferm ffebengtg* unb, »enn'ö $0$ fommr, adjtiigj^ 
rigen Sage faum t&un unb ttjun follfen — verliert er 
etwas r>on feinem £)afein, wenn er fidf? einige Stunben 
et;er einwebt? — Unfer Seben ijt ein GJmbn)onenflanb, 
ber burd; i>k ©eburt beö SobeS ("einen SBertf) erhalt» 
unb tie SSoUenbung ber SJolIc, r bie f)ier anfing unb 
in \>i( ber £ob ben knoten fdjürjte, ift ber 3wecf beö 
ganzen ©ptrfö. — D @rab .' was fannft Sa einem 
fÜZenfäen, einem Jünglinge fagen? mir fagen, einem 
Jünglinge in benfeiben Sauren, ber an bir ©tcrblidj« 
Uit unb Ztbm lernen will u, f. w, 



43 



-'<£rfie $Pcnobe\ 



1764 big 1769, 

sftlit £erber'6 2Cufentf)ait in SKiga beginnt ni$t 
tatlein btc erjle ^ertöte fetner SI;attglett im Sefyr* unb 
9)rebigerfa$e ; auclj feine erfren (Schriften, benen er 
fdmell einen bebeutenben tarnen üerbanfte, fallen in 
biefe 3eir, SBir »erben fte fpater^m »eitläuftiger 
ev»dl;nen. 

3u (Snbe 9?osember 1764 in SSiga angelangt, 
»arb Berber am 7. 2)eccmber als (Sollaborator an ber 
©omfdjule eingeführt *)• £>effentlitf) introbuetrt »uvbe 
er er|r im Sunr; 1765/ unb £»ar sugletcr; mit bem 
na^ljerigen ©uperintenbenten ©Riegel |n ©reif 3* 



*) 3n ben Qlmmlen beS ©MötmtuifteriumS, ttor Dem ft'c& Jjöer* 
Der i). 24- Sebruar 1765 einer tbeologtfc&en Prüfung unter» 
toerfen mu§te/ fyei§t eS: ,/Eocl. »trö £r. .£> e r b e r über 
»illfiiljtlute 3lrtifel Der Sljeologie tentirt, unb ttmrb tuirtn/ 
lt>ie in bei lateinifc&en unb giiec[)ifd)en ©yradje; n>oI)l geübt 
befunden u. f. w. 3u feiner elften <J)ie&igt am 15. Sftäi'ä, 
über einen 3lbfd)nitt ou§ Der £eibeiv3gefcl)icl)te 3«fu/ fpvatf) 
e,V tiO» be? llrttVKijlft «jfii ff^-jj"^,^ — 



44 

ttalbe/ ber bamals bas SHeetorat an fc«r £)cmfc$ule 
antrat. 

Ueber Herbert treffliche Se^rmetfyobe/ über baS 
Rumäne SSene^mcn gegen (eine ©eruier gab eS, juter- 
IdJTigen Sftadjridjten jufolge, in SSlga, nur Sine un* 
Geteilte Stimme beS «Beifalls. 2)iep galt aucr; con 
feinen/ mit glül)cnber Segeifterung gehaltenen unb 
afytt SMigiofüdt atljmenben ^rebigten. SDtc £at)l fei* 
ner 3ul;orer mar/ obgleich er biefe Vortrage S^ac^» 
mittags, unb obenbrein in ber SBorftabt l)ielt/ immer 
fcf>r bebeutenb. 

Um einen SSegviff oon bem ju geben/ waS fo 
entfc&ieben auf (Seijr unb ©emütl) feiner 3u£örer mir» 
fen lonnte, mahlen mir eine (Stelle aus einer ^Prebtgr, 
bie er über \>k Unfteublidjteit ber «Seele f)telr. 

«SÖir leben nicf;t für biefe SSSelt allein. @S 
fommt ber tfugenbticf , ha alles son uns genommen 
tvitb, ba unfre greuben unb Vergnügungen hinter uns 
ftnb, ha alle ladjenben färben sor unfern tfugen fkr* 
ben, ba alles ©lue! unb £oljeit ber SBelt jtdj in 
Äljvdnen fjüllt, ba alle ßorbeern unb greubenfränj« 
um unfer jpauyt sermelftn; eS fommt bie $eit, ba 
ber £ob uns aus bem <3d;oo§e unferer greunbe, unb 
t>on bem 33ufen unferer ©eltebtcn, unb aus ben 3Cr* 
men unferer Jttnbciv unb aus ben planen unferer it* 
bifcfyen Hoffnungen IjerauSrcifien wirb. O laffet uns 
ma^n, t>af wir nierjt mit fcf^vmm £ergen, mit ^elbfl» 



45 

vorwürfen/ mit Streben in ben tfugen/ mit ©euf§ern 
in ber SSruft/ mit 33lut an unfern £dnben/ mit glef« 
fen in unferer ©eele weg muffen! §33 ir wollen J)ier 
für unfre «Seelen forgen, in il;ren SSoben Sugenben 
pflanzen : benn ba$ Weitet uns , unb foll auSgebilbft 
werben, SÄäfigfeir, ©üte, ©otteSfurdjt, ©eredjtigfeit 
2Kenfd)lic^!eit bleiben un§ im Sobe, unb alle guten 
SDSerfe folgen uns nacr; in hie @wtg£eit. ,> — *) 

(Sine forgenfreie Sage gönnte £erber'n/ ganj ben 
Spfltcrjten feines 2(mteS unb ber Ctebe jit ben SBijftn« 
fdjaften ju leben. Sn <Stunben ber SWufje rjattc er 
fietS einen ÄreiS auSerroaljlter greunbe um \i§ , im 
tenen @arl Sßilpert (ber nadjljerige öurgemeifler), 
fcie S3rüber 23 e r e n S **), W gamilien © r a d e, 3 u f« 



*) IfoIgenDe 3lncföote tterDteiitfaer ttieöeicfet eine ®?e!te. Jgsct&ee 
wurDe fpätertjin t>on einem gactot Der J? of m anut'fcfeeB 
J£>ofbuc^f)*.inölung ju SBetmar, Der mit tfem sugleiefe in Stt^a 
.gewefen »tirj um einen QäanD feiner -DreD igten jum 2?e*« 
lag erfuefei, Docfe üorjugSweif« Derjenigen/ Die er m Dtiga a> 
galten Ijabe. « SÄeine QJreDigten/ fagte £erDer läcfeelnD ju 
einem SreunDe/ waren freiliefe Damals mit jugenD liefe« $fe*n* 
tafle un-D SöereDtfamireit auSgefcfemücFt; Dergleichen SQiüthm 
uuD glätter fallen nact> unö naefe aß. " 

'.*) Qu* Seufmafel/ Daß JoetDer Dem «Senator €§vifropfe 53 ? = 
venS fegte, ifr au« De» ^riefen j. SöeförDerung D. 
Humanität (VI. 193.) befannt; eS ftefet ßuefe in Dte 
SBerf. 3. $>feilofopl)ie u. @ef*. «ÖD. XI. ©. 197. .gm «öes 
lueiS, wie fefer ^>erDes an Den patriotifefeen ©efinnattge» Det 
35e»o6ner SÄiflVö- Sbctl na&m, war Di-e DteDe, Die er bei Der 
€ioweifeunfl Des neuen S&cufefeaBfeS tm 3, 1765 fe«it; £a; 



45 

, ferbecfer, ©d&warj, 23 u f d; u. a. m. Qfybttttii 

3n bem £aufe con SSufd; unb #art£nod;, mit 
bem et: nodj in «Königsberg jlubirt ijartc, unb 0« 
natijtyv, jum Sljeil auf #erbei'S 2tnrat()en, S3udjf)anb= 
(er geworben war, verlebte er bte glütf;icr;jren ©tun» 
ben» GS würben gewoljnlicr; hie neuejren SHufüfalien 
auf bem Qjlaoier gefpielt; audj pflegte Jperber wot)l 
auö irgenb einem intereffanten SBcrfe etwaZ »orjUle« 
fen / fo unter anbern r)aiibfdt)rift(id)e Fragmente aus d 
ber bamalö nodfo ntdjt gebrucften Sjftefftabe ober 
einige t>on ü;m uberfeßte ©teilen aus gjortcf'S sen- 
timental journey , hie bamalö nod) nirijt beutfd) er* 
fdjienen war. *) Süperbem pflegte £erber feine @r* 
fyolungSfhmben ju Spaziergängen i\\ ber umliegenben 
©egenb ju benagen. £)en 8anbfi§ $u ® rafen()e ibe, 
Sraffenljof u. a. m. Ijat er in feinen ©ebidjten 
x>erb,errlid;t **). 

fSlit Srefdjo wedjfelte Berber wegen feiner S3er; 
wanbten, bie tym unter allen JBer&altniffen lieb unb 



b e n »iv u o c[) D a I '13 u 6 l i F u m un& 58 a r e 1 1 a ti b ö 1 1 
SHlte n? C Söevfe j. Wbilof. u, ©efei). Q3ö. XI. ©. 5 u. f.) 
•) (Ecfr in ben 3<iöten 1768 u. 69 etfc&ienen 1)0 tief'« (Stet« 
iu'ä empftoöfame Steifen »um elften SJlale in ein: :r liebcr- 
feijuni} von 93 b e ju £at»biu\j. <£tue neum liefet« iö e n j; 
lei- (Seipjisj 1801.) 
••) 21). 1. ©.»29. unD an a. £>. (2Betfe j. fcfjön. . 
«ÖÖ. XV.) ^ 



47 

rcertf) blieben, jurüetfen ^Briefe unb m'er berfelben 
finb im SftacJjlaffe Srefdjo'ö gefunben roorben. 

3m_3a$r 1766 würbe £erber in ben gretmau* 
rerorben aufgenommen/ unb genofj allgemeine tfdjtung 
unter ben SDHtgliebern. £af? buvd; btefe öerbinbung 
feine fpdtere Steife naef) granfreief; erleichtert morben, 
ijt rc-enigfren» in fo fern unerrciefen/ al6 ftd? in feinen 
SSriefen audj nidjt bte geringfre ©pur bacen ft'nbet. 
23oliig grunbloS aber tjt, glaubrcurbigen ^eugniffen 
jufolge, ba§ ©erüd&t, baf? er für fein SBerf: Sie 
dltejte Urfunbe bei Sitte nfer; eng efdfjle <$tS/ 
ein ©efdjent" t>cn ben Freimaurern befommen t;abe *}• 

#erber'S äßunfd), eine ^rebigerjteUe ju erhalten, 
erfüllte ber SRatt) in Sftiga um fo cl;er, ba er tfjn 
ungern verlieren mochte, unb fid) gietd&röofjl für £er* 
bern eine 2cuefid)t bargeboten fjatee, 3?iga ju x>crtaffen* 



») 93? au «tagte e>3 fogar ganj genau anzugeben/ nauilicö ioo 
grieDndj-cD'or. — (£-3 fieSe Tieft Die grage au werfen : war* 
um £erDer fuß fpatetbiu in SBeima.s nie als g fei- 
nt aurev beginnt !ja&e? Der ©runD Davon lag t*öbl <in« 
fangs* in Dem uettall?neu SuftauDe Der Soge* mit Der er ftcb/ 
jumal al? SBftiftet: vom ®tubl/ niebt befafien moc&te. 8H3 
fpüteibin Dtefer ©suiiö meüftei / füllte er ftd) all 3Ilttiui-s 
nat tbr entfremDet / unb tu Den le&ten Rubren feines £e&en$ 
war ibm fbe.ilo alle» ©efjieimtoefc« äuu>iDer/ tbeila waren e$ 
ferne äußern 23ed)ä!üiifife ju einzelnen ©lie&evn Der Soge/ 
Die flm Derfelben abgeneigt matten. — ttebrigenS ft'nD feine 
<S e f o * ä cT> e über S r e i tu a u r e r e i in D- Ol D r a ft e o nur 
öci ■r.'a gntnmsf Deffcn, was e$ mebnualigeu Sleußerungen 
- e tiem gtögeüi kleine raetrer ausführen wollte. 



48 

Cr fjatte namlicfc im 3. 1767 einen SKuf nad) 
St. Petersburg erhalten, als £)irector ber bortigen 
9)eterSfd;ule. «3$ feijc meinen ^ieftgen Aufenthalt/ 
fdjrieb er an Srefdjo ben 27. Sunn 1766 *) all 
einen ^p^aö an/ fcer, trenn er mir ni<$t ätteef genug 
tvärc, mir bod) wenigjtens Statten unb ©elegenf;eit 
t»erfdjafftc / mid) ju Sudeten bereiten $u büirfen. 3d> 
Ijabe alfo au$ eine tfugcnfur jwet Monate lang über- 
nommen/ t)k burdj palliative unb Snjectionen mein 
tfuge ungleich gebeffert, tk Materie im Sljräncnfaä 
ausgetrocknet/ unb bk SRot&e von außen jiemltcf) ver- 
trieben $at. ©in guter 9iuf, ber von f)ier aus fie§ 
nadj Petersburg gefdjli^en fyatte, machte/ ba$ k§ 
wafjrenb meiner 2Cugcn!ur gang unvermutet von bem 
Äirc&enconvent ber evangelifd):lutl)erifdjen ©t. $)eter$* 
gemeinbe bie 2Socation als £)irector unb Snjipectoj be* 
SnjtttutS ber ©vradjen/ .ftünjte unb SSSifienfcfyaften, 
mit 700 SKubel ©efjalt, freier unb fefjr anfel;nlidje-r 
SGSofjnung unb 2Cuftvartung erhielt. J> 

Berber fampftc mit fidj felbjt/ ob er bie Stelk 
annehmen fotlte. K £a ber Soften viel ju efenomifdj 
unb politifd) ifr, fdjreibt er an Srefdjo, als ba$ er mir 
nad; meinen Sauren/ meinen SSBünfd&cn unb ©ent'e 
angemefien feqn follte, ta mit ifjm nidjt eigene 2i'rbei* 
ten, fonbern bie Auffielt über 30 arbeitenbe Eetjrer, 



*) S5, SSetloac iuv jfutiöe $wuß«tl*. 55Ö. 4. £eft 3» ©• «79« 



49 

ein Snfh'tut für spenjionatr« auä betberlei ©efd&fed&t, 
unb infonberljeit bte «Sorge eerbunben tjl, btm ganzen/ 
son SSüfcfytng*) un]liretttg gu • grojj angelegten 
$3lane erft Haltung unb gonbS ju üerfdjaffen, fo fel;e 
id), bap biefer Soften ba§ ©rab meiner 3fcu§e unb 
SBtrffamfeit fegn n?ürbe. Sdg zweifelte unb überlief 
©ott bfc (Sntfcfjetbung. (5r entfdiieb'3 unüermutfjet 
unb un&orauSgefefren. 3n S^iga fal; idj einen fveunb* 
fd^aftttebe» Auflauf meinetwegen ; ic^ fa| Srjränen 
fliegen, wo icfy fte ni$t oermutfjet $atf e. Sftan wunföte 
mid} S u erhalten unb nur eine ©teile für miä) ofen 
ju fjaben. Sa feine ba war, fo öffnete ber dlatfy eine 
au^erorbentli^e. Qt ei!ldrte m:d) jum affoeiirten 
§3a|tor ber beiben tjorfUbtifcfyen Äir^en ( SefuS unb 
©ertrub) **). S5ei ber @$ule behielt ify meine brei, 
unb im SÖtnter %wi (Stunben, o&ne ba$ befc^werli^e 



•) 21 Dt. St. Q5üfdMnc} leflte 1765 feine «Stolle als ©ttectot 
Det v>on tbneu neu eta^vicljte'ten >£cfjiUe D. ($pi>tac&ey Äthifre 
tinö SBnTenfcl). ju <Petev5öurg nieöet. & fr. 1793. SSergl. übet 
ibii u- f- ©c&tiften : & a D e 6 u f er) UefläuDiföe SöibUat&ef. 
2b. 1« ©• 137 u« f. 3ÄeuTel*5 Septfon Det üetftetbenen 
©c&tiftftetlet. 55D. 1. ©. 700 u. f. ©c&lic&teatoir« 
©upplsmentbatiD Des SReftologS, f. D. 3. 1790 — 1793-3165 
tbeil. 1. ©. 58 u. f. 
**) ©a$ (gramen übet ein \>on gerbet üevfeetigteS Schediasma : 
de SpirituS. salutis humänae auetore, ffluD am 13. 3uni 
1767 ©tu»; Den 10. 3uni)»trt&e .£>etDet otDimtt, am 15. u« 
29. Deffelben Monats in beiDen Ätvdjen (Det 3efu$* unb 
©etttuDenfitü» t*oo Dem Damaltgen Dbetpaftot t>on <£ffm 
tntvo&ucttt. 

4 



50 

S3icariat führen 31t büvfen. l f lg spafior ^)ob' i<$) in 
ber einen &ircf<e alle 14 Sage , in ber anbern alle 
geffc*, SSuf* unb SÄarientage ju prebigen unb auficr; 
kern ben Seidjen beijuroofyr.en. Sei) t)Qb' alfo , trenn 
feine Äranffceiten vorfallen, mittelmäßige Arbeit, unb 
jwifdjen 5 bti 600 Sljaler medjt' idj an ©cljalt |a* 
ben/ roer.n icf; alles jufammenredjnc. " — 

Sn btefer 3eit trat £erber 511m erfren S}Jale als 
©cfjriftfteller auf eine fe()r bebeutenbe SÖeife auf. £vr 
Srdftige Umfcfymung, ben bie beutfdje Literatur, nament; 
lidj burd» ßeffing, SBinfelmann u. a. m, ba* 
malS genommen, fyatte Berbern begeiftert. äßenn er 
tnbe£ Seffing unter ben bamaligcn ÄritiFern unbe* 
bingt ben erfren 3?ang einräumte, fo fonnte er ficr) 
bod) mit ben ß it erat urb riefen, obgleiäp er fte 
im ©anjen fd)d§'e, im (Sinjelnen nidjt befreun'cen. 
2(15 Anfang baju ließ Werter bat)er, jiemlit^ füftn, 
ofyne ftdr; irgenb einer Ijerrfcbjenben Meinung ober 
Jfuctoritdt Sit aecomobiren, im S- 1767 feine grag= 
mente &ur beutfdjen ßitcratur erfdjetnen *}. 
iDicfe mit ber romifdjen unb gricdjifdjen ju tergleidjen, 
unb aufy bü orientalifäe Ctteratur, bie mit £erber$ 
etucieu genau jufammenbing, ju bcrüaft'ditigcn, mar 
ber v^auptjttJecf, ben er babei sor 2(ugen t)Me. 3)ar- 
an fcrjloffen ft'd) SBemcrfungen über Sprache unb 
©i)lbenmaa(5. 



♦) jtt JE>c«ö« , S 3B. j. fcftUn. ?it. u. Äunft. £>D. I. u. it. 



51 
«gerbet aufiert ft$ über biefi SQSerf " in einem 

Briefe an Srefcro folgenbermaajjen: «Steine 3ivifdjen- 
ftunben bei vorigen Sommers waabte iä)' ta^n an, 
nur einige neuere ©Triften, Urteile unb Arten beö 
©efd^macüg mit ben Alten gu serglei^cn. ©I entftanb 
ein SBerfcfyen barauS/-ba8, fo abgebrochen, jerfiucfelt 
unb unvollkommen e$ iffc, bodj 2Cuf[ef;en genug ge*- 
mad;t, unb mcfjr SSeifall gefunben fat, at§ td) mir 
bei ber Freiheit ber Urtt;eite verfpraefc. 3dj (jähe eine 
§Heir)e Sßriefe vor mir, bie man auß Seutfcfclanb an 
verriebenen Sorten f;er an mid) getrieben, o:-ne 
meinen tarnen §u iviffen^unb ify bin a(fo rciber 58er* 
mutzen in einen anonr>mif$en SSrieftreclpfel geraten, 
ber mid) einigermaajjen barüber fdjabloä fjält, bafj i$ 
i)ier in einer (gelehrten *S5Süjie lebe. — s 

£)urd) fo manches treffenbe unb geifrreict)e Urteil, 
tag fid) in tiefen Fragmenten vorfanb, bur$ bie 
tebt;aft ergreifenbe ©arjleUungSgabe l)atte Berber balb 
bie Ttufmerffamfeit tes spubltfumS enffdjieberi auf fidj 
gelenft. 2(ber e§ gefeilte ft# gu fo mannen neuen 
tinb gewagten «Behauptungen in jenem SBerfe ncd) ein 
fd)crf rügenber, bitterer Säbel, ber #erber'n manches 
unfreunblidje, ja f)amifd?e Urteil jujob 0/ »nb ru 
Un bekannten ©treittgfeiten mit Stlo% 2CnIaf ga&. 



fa)ön. SSiffeÄf&afBiK 2H>. I. -0u i- *£. 161 - ige« 0t* 

4 * 



52 

«£ie Sdjmafjfdjrift in ber £lo$tf<r)en 18 1 6 lio< 
ifjef," fcfyrieb Hamann quo «Königsberg b. 15. 
9Kdr& 1769 an £erber, «treiben Sie r>ermutf)ltc& ge- 
lefen Ijaben. — 3>d) voünidjte S(jnen meljr roafjre 8iebe 
unb wahren (S^rgcij auf 3t)re Talente. Cefcterer cl- 
lein würbe Sie abgehalten f;aben, ft<$ mit einem (o 
lleinen ®ei{r unb offenbaren SSftarftfc^reier, rcie Älc^ 
ift, gemein gu machen *}." — 

£)ie £eftigfeit, mit ber JHofc #erber'n ange* 
griffen/ unb ü)m unter anbern ganjlic^en Mangel an 
lQteinifd;er unb grtedjifdjer ©pradjFenntniß ücrgeroor« 
fen fyatte, üeranlapte bie (Srfd;etnung ber frt"tifct)en 
22 alber in ben Sauren 1753 unb 69 ♦*). 2)ef 



©. Gz — 70. ©f. 4. €:. 177 u. f. 55t. III. (St. 9. •©• 119 
biä 138. — 3uc fi'enntnit; Älofe'4116 Dienen außer Dcr©c&tl: 
5etu«5 f. £ebeu$ u, dl)ar>urec3 t>on (E. SÄ. Raufen (£>i)lle 
1772) aueb Die 23r:efe Deutfcfr. ©liebsten an £errn & I oft 
(ebenDar. 1773- - Steile )• 31nDettt)eitiae Diecenfionen üiefer 
gvagmente liefern Die 5HHg«m. Deutfc&e 33i51ioti> 93D. 12. 
©t. 2. ©. 234 u. f. 9?eue 53i&liotl). D. fd;ün. SSBiffenfcr)^ 
55D. 5- @t. 2. ©« 241 ". f- 
') 6?« J&amann'S ©ebriften. jrpetu^eacb. üon 5r. Dl 1 &. 
£1). nr. ©• 39<S. 
•♦) 3u Deu botjfiijUc&fieii C>tecetifton«n scljören öie bon &at 
»ittnn (in d. tf ö n t q $ & e v 3. 3 e 1 1. tt. 6. gebr. 1769 ; flU$ 
in Deffen ©ebnften. £&. III. ©.4-9 — 32) unD üob ©attoe 
<m Der 9?. 23tbl iotl). D. febön- SB iffenfdj. 93D. IX. 
©t. i« ©.20 — 63. ©t. 3. ©. 250-80). aiußerDem «uts 
Den öie fritifeben 2BälDer recenfirt in: ÄUVenö 23iblti>tb. 
ö. Td)ön. 2B:|Tenfd). 53D. 3- ©t. 10. ©. 334 u- f«/ in öem 
5Iltütinac& toet Dcutffijcn ^ufen iiuf d. 3. 1-70. §5. 3 1 R. f. 



53 

leibenfd&aftlic^e, ja toegmerfenbe Son, ber in bem jwet* 
ten unb b ritten SB albcfyen, ba$ gegen ä(ö| 
gerietet ift/ ljerrfc§t, würbe giemtidj allgemein gemif* 
billigt, Berber felbft jttmmte in fpatern Sauren bte* 
fer 2tnfi$t frei *). (Er ^atte öfters Un Spion gefaff, 
baS 2Eer! umzuarbeiten; es blieb inbef bei bem bto* 
fen SSorfa^ **)• 

£>afj ^»erber'n übrigens bergleic$en Angriffe uno 
©c&mäljungen reiben unb empören mußten ***), rcat 
um [o natürli^er, ta er ftd; felbjt ber retnften 2(b» 
fixten bemuft war/ gur SSerbcfferung ber SBijfenf^ofs 



in Sf). J£>. ©r&mib'S Qlnweifun.] jut Äemuntij Der öors 
nc&inften ^iic&er in allen Slktlen Der SidjtFunft. 0.64tt.f.# 
in eben DeiTelben 3ufäf5en su* Xbeotie pcr*J>oefte. 0amffil. 4» 
@. 166 u. f. 

•) ©a§ er qleic&ttoljl // öfT^ntlicf) gegen Die frittfeben SBalDee 
pvotefttrt l)abe/" wie in Sfteufel'S gelehrtem ©eutfdjlanö 
(5t« QlaSflabe) SÖD. 3. @. 231 ftebr, ift faum gtaubhef;. 

••) jn betreff Der .£>erDev'fc!)en ©dmften i>erDteut e>3 bter toteis 
leicljt bemerkt su werben/ Dag bie Uebetfe^ung i>on SSoItai« 
te'3 Philosophie de Thistoire par Bazin nicfjt OOH il)i« 
Ijemifjrt, wie Jg> e n Fe behauptet (tfir c&e n gefcb iol) te 
£l> VI. 0. 276. ) unö €rfd> (in f. JpanDbucb D. Deutfc&eti 
gifetßiat. ^D. I. Qlbtlj. 2. (g. 4.) uacfefcf)tei&t/ fonDetti \>otr 
% 3. •£> arber. (Siel)* (SaDilufcfo UeflänD. SSibliot&eF. 
21). II. <£, :. 7. unD Den Slnbang juv Qlllgem. beutfd). ^tbiio= 
tUf. I — XII. (£.355-) 

***) Qln SrcunDen unb SBevtljeiöiger« fe'olte e$ i!)tn iti'Deg nidjt.- 
©0 fd)rieb unter auDeni •gwimann D. 23. (geprbr. 1763 
au<3 ÄönigSberq; /,gefftng bat )id) 2K)rer brat* angenauu 
wen." — (©, & « m a n n'$ ©c&jtften. 21). in. (©. 3334- 



54 

uii untf jur SSot^btung beö ©efdjmacßcS nad; fccften 
Äräfren miigewirfC gu l;alen 

tline gclge biefer mifjmutl)igcn (Stimmung war 
ber SSunfd;, SHiga ju tjerlaffen, bei: fid; bamalä 
lebhaft in feiner ^eele regte. (SS war nidEjf allein 
ber ©etraucr; einer großen 33ibtiotl;ef , fonbern au<$ 
ber Umgang mit eigentlich wiffcnfdjaftlicrj gebitbeten 
Seutcn, \)£n Berber bort langjr fdjmerjlid; revmt'K 
\)atU. iScfjen in einem früher erwähnten SSrt^fe an 
5£refd;o mar £eibet'n bte tfetiperung entfallen, a bafj 
er in 8?iga in einer ©elefjvten ? SBüfte lebe "), M 9cod) 
beutlid;er fprtd&t ftdt) tue Un$ufriebent)eit mit feiner 
ßage in einem SBriefe an Hamann com 3. 1766 
auö, ber uns au£erbem einen tiefen S3licr in £erberö 
bamalige Cnnpfinbungörceife gemattet. 

«Sa id) immer me()r, w f)et£t e3 barin, Ä meine 
i)ieft'ge Situation , ben ©eniuä biefeS £)rte$ , unb 
meine eigenen ^rojeetc fennen lerne, fo mehren fidj 
meine ^Irbettcn , meine Gnnft'djten unb meine Sflelan« 
Folien. @S ijt ein eienb jämmerlich 2)in rt um bai 
Cebcn eine» fiterafuS, infonbertyeü in einem Äauf« 
manneerte. (Sin Sprop^et fagt mol)l freilid; immer: 
biefj iji bte Saft über £i)ru$ — aber baju wirb 
aucr; wirftid) bie ?Ü?v;cpic eines $)l)ito|opl)en erfobert, 
um biefe 2afi nidjt ju fcl;en. Set; fud;e alfo mein 2Cmt 
abjmrarten,unb nid;t ju fingen, fonbern gu arbeiten," — 



55 

«£te 2tnmerfungen, bte <£t'e u6er meine ©djreib? 
ort faen, follen auf ein guteß ßanb fallen ; nur Ijoren 
©te/ »aS terj bagegen Ijabe. 5$ weiß, (Sie nehmen 
baS Sßorr ®tx)l fo, tüte SB in? el mann baS SÖost 
©efcfyidjte nehmen will, unb barauf antworte icr), 
wenn man con ftd) felbft urteilen fann, ober feil, 
ober »iß: 3$ fclbft bin nodj immer unreif, ein po- 
mum praecox, $u einem 2(mte , ju einer ©c^ulfleUe, 
§u einem gefegten Umgang unb ©fpl. Steine gange 
SSilbttng gebort ju ber »tbernatürlidien, tie uns -ju 
Servern mad;t, ba »ir ©erjüler jepn fotltcn. <%>abm 
©te SKitlciben mit mir, befter greunb / baj? miü) baö 
©djictfal in einem pebanttfefoen Sftoftrungen fyat 
geboren »erben taffen ; ba$ ein einfeitiger 5£refd)0 
meinen erflen gunfen »etfre; ba$ tdj in ÄonigS« 
berg mit bem ©cepter beS fcrintfyifdjen 2>tcnt)S mir 
meine (Gelegenheit §um ©tubiren fyäbz erroucfyern müfc 
fen. ^att 5 tdEj , aufjer einem Äant, nodj Tetanien 
l)6ren fonnen, bte meine $t§e ablüden unb mir 
©djulmetljobe r)dtte lehren folien; l;dtt' id) burd) ten 
Umgang mir ben SÖeltton angewöhnen fönnen; §att' 
t'$ rin$r Uniformes mit ber Unioerfttat unb bem ®rc$ 
meines Stabes angenommen — fo »ürb' i<§ oielleic^t 
anb e rS -benfen, aber aucl) nierjt b äffe l b e benfen. 
©in ftebenmonatlidjer Cjmbrpo mufj Diele Sftadjbtl* 
eung unb SBartung l)aben, elje er fiü) jur £uft ber 
Sfftenfdjen ge»cl;nt, unb t$ gefWje gern, bafs t<$ bai 



56 

$>$legma etneS homme d'esprit nodfj gar nitijt mit 
bem Gnt^ujtaömuS beS ©enieä gu \Dcrbtnbcn weift.* — 

«Steine ©tubien ftnb wie 3weige, btc bur$ ein 
Ungewitter mit einmal auggetrieben werben, Aber 
wiften Sie aurfj, baß idj nodj ntd&t im Älter ber 
Steife / fonbern ber SSlütlje bin? Gsine jebe tjalt eine 
gange grucrjt in ftd&j aber m'ele fallen freiließ auf bie 
<5rbe. SÖollen <Sie an einem jungen SSaume liebet 
obfdjneiben, ober einpfropfen? Spornen @ie mi# alfo 
an, mele§ gu entwerfen, aber nichts als Autor für 
bie ©wtgfeit ausfuhren gu wollen *) ; cö fommen im* 
mit Sabre, l>a unfere Äugen nidjt melw getanen/ 
fonbern ausmalen." 

Hamann' 6 SSotfd&lag, bäfj Berber ba$ Amt 
eine§ <5rgtel;erS in einer abliefen Familie in Cieflanb 
annehmen möge, fdjien biefem, naefy einem, (Snbe 9*0« 
tmnbcr 1766 getriebenen S5riefe nidt)t rätl;lic§. 

r< Sc3r) ban!e S&nen," tyi$t e$ barin, «von gan* 
£em £ergen für tm Anteil, ben ®te an meinem 
SXifjoergnügen nehmen, unb füljle in biefem Äugen* 
blicke vec^t fe$r, xva$ es fjeipt, einen watjren ftreunb 



*) // <§5i<& tt^ent) ein Selb toäbTon, " beißt e$ in einem 23rfefe 
J£>amann'$ toom 9« Qlpril 1769, „ es mit Jreue uub ot)ne 
Ceibenfc&cift unb J&eftigfeit betu-beitett/ ka$ tft ber emsige 
loßogtnübifc&e 3uitl)/ Den t,[) 3l>rien geben fann / ivenn ©ie 
36« 9tu[)e unD SyfneDew'bert , unb ben ©enuß be-5 Sebenä 
liebe« unb allen £>c&eingüt«ro uub ^vojefteu votäie&en. " — 



57 

Ijaben. — 2Cber — wer nidjt vorwärts ge$t, gef)t jus 
rücf, lieber Hamann. SDicfe SBarnung verbeut mir 
eine S3eränberung, bie Sie mir mit fo vielem freunb« 
fd&aftltdjen Gifer empfehlen. 3$ netjme mir alöbann 
mutwilliger Sßetfe baS einige ©ut, ba§ tdj fyabe : 
gretyeit unb Unabhängigkeit, welkes i$ |u jeber 
3eit fo f)od; gefragt/ bafj td), ungea^tet aU«r 
fcrücfenben SEebürfniffe auf ber 2fcabemie, bod> oo* 
jebem $priüat*@ngagement gegittert. — Sdy ir-eip, was 
man mir hierauf antworten üann; allein eine ©m* 
pftnbung, bte fo tief eingewurzelt ifl, follte fie aucr) 
SSorurt^eit fev)n / läfjt fi$ ntcär)t burd) eine Snbuction 
tybtn, bte bod) felbffc bloS waljrfdjeinlicr) unb trügltd) 
bleibt. £ier bin i<fy bo<$ wenigftenS fejt unb fieser/ 
wenn nidjt unter bem ©Ratten be§ reiben gruc§t« 
baumS, fo bo$ be§ frieblicfyen 2f§orn§. £ier fydngt 
mein SSeifall von Sielen ab / bort oon einem @tn$i# 
gen , unb meine 3ufriebenl)eit iji fo viel unserer. — 
2üfo, noefy ein 3a$r will t$ warten, £)ret Sa^re 
tyab' id) mir unb 3?iga oerfproc^en, hit will tefy 
galten.* 

25er lebhafte tfntljetl be§ $ubli£um§ an Un 
Fragmenten fyattt inbef? eine neue Auflage nQtfjig 
gemalt. «<Sie melbeten mir," fdjrieb Hamann 
ben £9. SKooember 1767 an Berbern, «vor einiges 
$tit eine neue Auflage Sfyrer Fragmente, unb ba? 
ten mid), etwas baju beizutragen» ©ie liegen feit et« 



58 

ntgen 3Bo<$en sor meinen 2iugen, unb i$ machte aud) 
eines tfbenbS einen Anfang, felbigenod) einmal burdj&ules 
fen. — ^ac^bem augenblicklichen 23erfud;e ju urteilen/ 
fam mir Sbv £3uc§ ganj neu cor, unb icfy las es mit 
mel;r SSewunbtt-ung, aU ftcft für einen Ärttifer fd;icft, 
ben i$ boc^ 3&nen ju (Gefallen sorftellen fotlte. 3$ 
glaube alfo, bajj 3&nen mein Beitrag fet)r entbehrlich 
ferjn mirb, um 3l;re neue Auflage beS allgemeinen 
SBeifallS mürbiger ju machen *).» 

«Heber einen großen Sljeil ber neueften Siteras 
tur," Ijeift eS in einer anbern ©teile oon £amannS. 
bamaltgen SSriefen **) / «? ar m i^ fein judex compe- 
tens fepn, unb was bte $)rofobte betrifft/ bin id) 
tn gleicher SSerbammung. £)en übrigen Artifel ber 
(Sprache ftnb' i§ nac§ Sßunfcfy betaillirt; einige 
fünfte in ein eben fo. gutes p^ilofopljifdjeS, als äfi&e* 
tifd&eS Sic^t gefegt. — GS ftnb nocfy einige übelgegat* 
titt unb jufammengewad&fene Sßorter übrig geblieben, 
&. SS. Statur *©ente. 2(u$ ift ber &tyl an einigen 
Orten ju pe'tillant, unb tk $ziiobtf&)e $orm burdj 
gragen, Ausrufungen, Snrerjectionen gar ju jerrtf« 
fen. — 3dj &<*&' S^nen, liebjter greunb, fc&on metjr 
gefaxt, als tc§ »erflehe unb berechtigt bin* £)ie £)urd)s 
lefung S&rer £anbfdjrift ^at mir Ijeute wenigstens 



•') ©. Hamann' 5 ©djjviffen. £&• III. 0. 375» 

**) Qim a. 0« @. 360. 



m 

eine angenehme ©tunbe gemalt/ inbem t$ alte wt* 
&lt$enc SSe^riffe nneber in mir aufleben füllte. M 

£>ie neue Auflage ber Fragmente war im 
S. 1768 ju ©(ante gekommen , bod) auf £erber'S 
3Bujif<$ fein anjigeS (Sjcemplar serfanbt tcorben, rcogu 
unter anbecn Urfacfyen/ auc^ ütelletd)t eine 3?egenfton 
im 3. Styftl ber £lo$ifcfren SBtbliot&ef bettra» 
gen mochte, tte nccfy »or Sollenbung be§ £)rucfö ber 
gragmente erfdjienen war. ßängft ber Angriffe 
t?on Letten Älo^'enö unb fetner 2(nf)dnger überbrüf* 
ffg, trar Berber fcft entfcfylofTcn, biefem unwütbigen 
^ampf ju entfagen*). 

3n biefe $tit fallt audj ^erber's (gdjrift: # a5 
i c n nurnodd j e fc t ba& $> u b l i ? u m unb b a$ 
SSaterlanb ber tfJUen**)* einige Saljre fpa* 



") giijige SBovte von £etfcer'n al« 23erttjeti>igung/ unt> sr&at 
öie legten > fraöen fi'd) in De« 03 e v l in e x p rt t>. 3 e i t n n g 
ö-5; 1767. No. 154. gtne Qlueftoöe aus 1 •gKTöes's' fpäcerem 
£ebcn oerbiertt biet oielletcljt eine Stelle. 3m 3aßr.e 1702 
trat ei» ärmhct) gefieiöetet 3leiftnöec au -£>erDer'n in« 3un« 
mer uuö bnt um eine Untetftu&ung. 2luf JperDer'-o §rage 
nac& feinem Scanien* nannte es fiel)— iTlof?. <iB roae roivfs 
hc& ein ©oljit feine« 1 ehemaligen ©egnevs 1 . JperDev gabißm 
ein ©olöfriicf und waubte fi$ ab , um feine tiefe Ovütjtung 
SU verbergen. 

*) dli^a 1-65. 4., uacbfja* in öen Briefen jiiv 03eförDerung Det 
Humanität/ unD in£erDet',3 2B. 5. <J> l> 1 1 f. u. ©efclj. XI). XI, 
0. in u. f. — ginen QJuSjug Biefer ©crjrift pn&et mau in 
Stn /pam&uvgr,"c&eu Uiuerbakungeu. *öd. 5. ®.t. u ©. 5 



60 

Ut gab et fem 25 enf ma^l «uf Stomas 2CK. 
heraus *)♦ 

®tn ?)fari, ber i^n fett einiger Seit an^altenb 
befdjuftigt fyatte, tarn 'im 3* 1769 $ur tfulfüfjrung. 
@§ war eine Steife in§ 2Cu$lanb, burdj b£e er feinem 
©etfie eine anbete Sprung geben, unb feinen be» 
färanften SStrfungSfreiS erweitern wollte. Q$ lag 
in $frber'i8 spian, ^ranfreid), v£>oltanb, (Sngtanb un& 
£)eutfdjlanb , wo möglich auc$ Statten icnnen gu ler- 
nen unb, bereichert an ^enntniffen, bei feiner SHüc!* 
fefyr nacfy SUga burc$ baB SßoljlwoUen ber bortigen 
SKegierung unb feinem ©onner, ben #errn von 6 am« 
penljaufen unter jut£t, ein (SrjteljungSinfHtut &u er« 
richten. £uc 2(u§ful)rung biefes $pianö waren i()m 
feine greunbe in SSiga, loorjüglid; #artfnoc(j, 
burc^j tl;dtige Unterjlü^ung feljr bef)ülflidj. 

a @in groper £§etl unfrer £eben§begeben$eiten, B 
f^reibt Berber *), a ^angt com SSurf, roon Zufallen , 



&i§ 20. — 23 ctg l. lieber eine gtuge/ »>ie Werftet getban bat. 

Gine ncaöem. dUbi, gebalten äu -Stiel öori i?. 5". •£> e t n s i aj, 

iiiel 1810. 
•) liebe« Sbo.m.aä 51 5 1* 5 ©giften / fcet'Sorfo von einem 

JDcnfmabl an feinem ©vabe evricljtet. (£tfte>3 ©ti'icF (Düga) I 

1763. 4- SSevfll. Älofc: öcutfc&e «Stbliotl).. Q3&. 2. <©t. 5. 

32 — 52. St i e i> c l'$ pbilofopi). 23ibliotf). @'t. 1. 0.91 it. f. 

Qinftang ju Q3D. I — XII. öev Ol tigern. Deutfc&en 33ibltot&ef. 
**) 3n fernem Sleife'joutnn l tv 3. 1769. Untet öiefer lieber» 

fc&tift ift eine J&auöfdjtift -öetDe«'* uon 72 enggefdjriebenen 



61 

tibi ©o fam t$ na<$ 9?iga, fo in mein geifHid&es 
3Cmt, unb fe ging iä) auf Steifen* 3$ gefiel mir ntcftt 
als ©e'fellfd&aftcr weber in bem Äreife, wo tc% war, 
nod^ in ber tfuSftfjlicßung, btc i$ mir gegeben f)atte. 
3$ gefiel mir ntd&t als @d;ul leerer; bie Sphäre 
war mir ju enge, $u fremb, $u unpaffenb, unb ity 
für jte $u mit, ju fremb, ju befd&aftigt. 3$ gefiel 
mir nidjt als SSürger, ba meine ijausti^c Sebenaart 
@tnfd)ranfungen, wenig wefentlidjen 9lu£en unb eine 
trage SSufje i>atte. 2Cm wenigften enblid) als 2f utor*), 
wo iä) ein ©erüd)t erregt fyatU, ba$ meinem «Stanbe 
eben fe nad&tfjetltg, als meiner ^erfon empfinblicfy war. 
5Rut£ unb Ärafte genug fyatte ify nid&t, alle biefe 
SRifi* Situationen ju jerftoren, unb midj ganj in eine 
anbere Saufba^n hinein gu Zwingen. 5$ mufjte alfo 
teifen.* — 

K SQ3ie x>hl fyab* i<$ $u lernen," fyi$t e§ an eine» 
anbern ©teile beS erwähnten SournalS, a mi$ felbft 
$u zwingen, um na^fjer (Siner fevm ju fonnen, ber 



CLuartfetten fcorbanDen / an Der Das gn&e unt> einige 23ogen 
in Der glitte fegten, ginifleS Daraus ifr ra Dem 21 n bange 
jn Den ©cfculreDen (€5. $ettei'3 SBetfe j. «Pö'ilof. n. ©efefc. 
33D. XII. ©. 269 — 98) aeörucFt wtre&en; anDereS bat ec 
felbft in feinen faätern SBerfen Bearbeitet unD berauägegeben ; 
uutet anöern in Der 31 D tafle a. — <0a§ Journal rourDe 
übrigen^ gvejjent&eitö »u 3?ante3 itieDergefdjueben, 

•) 3ti^eaug auf Die Sragmeate u. ftitifc&en 2Bäl*er« 



62 

gran!rci$/ ©nglanb, Stalten unb £)eutfd?fanb gcnof* 
fen fyat, unb als fol'djer erfc^etnen barf! Unb rann id) 
als foldjer erfdjeinen, was tjab' icfy in Sieflanb als 
§)rebiger für Öorgügc unb ©eltungSred&te ? M — 

3u ben SBeroeggrünben feiner Steife fc&etnen ftd) 
bei £erber'n menigjteng tijeihreife aud) bie rcibrtgen 
©eftnnungen ber bamaligen ©eifiltdjfeit gefeilt ju |a« 
ben. SBenigftenö erhellt bieg au§ fclgenber Stelle 
eineg feiner fpdrern Briefe *): 

a 3d) befa^ in $Ria,a in furjer £ett bie Siebe 
ber ©iabt, bte greunbfcfyaft breier ber würbigfien Scan- 
ner/ bie id) lenne/ bk «|>od)ad)tunft, ber onginelljren 
ßopfe, bie mir in meinem ßeöen aufgeflogen finb, unb 
t>en benen unb iljrem irunberbaren Zutrauen id) SBüdjer 
fccjretüen fonnre; auf ber anbern &ätz ben «£a|j meh- 
rerer ©eijtlid/en, oljne baf? fte bod) gegen mid) einen 
ginger regen wollten ober fonnten, unb — ben föe«« 
len 9leib einiger friedjenben ©cföopfe, — ©etiebt 
oon <3tabt unb ©emeine/ angebetet oon meinen gveuiu 
ben unb einer 2tn&abl t>on Süngltngen, bte mid) für 
xljren (S^rtfluS gelten; ber ©ünjxltng beö ©cuoern«* 
ments unb ber SRttterfd&aft, bie mid) ju großen, 2(b- 
unb 2CuS(tc&ten bejtimmten, ging idj bemungeadjtet com 
©tpfel tiefet SSeifaHS, taub j'u allen SSorfälägen **>, 

*) SBom 22. ©eprem5ec 1770. 

•*) £e*D?t*S SceunD/ ©eotg 93 e r e n & fjatte ftcf> nod). am U%: 
ten Zaae osvüfblicü) bemüht/ t&'.) jutütf ju galten. 



63 

unter ■ Sirenen Mer, ttc micrj farinten, tre^, ba mir 
mein ©eniuS unwibcrfteöltcfc gurief : 9?u§e ©eine 3al)re 
unb Miefe in bie SÖelt! Unb noer; |wt eS mi<$ feinen 
Augenblick gereut. M — 

Berber fyatti ben 5. SOZap 1769 bei bem S^at^ gu 
3? i g a um bk (gntlaffung üon feinen Remtern angehalten, 
bie er, nad) mehrmaligen SBerfucfcen, tfyn oon feinem 
©ntfdjluffc abzubringen, om 9. 5D?at}. beffelben Sa^reS 
erhielt *). 

2fm 17. SKat) ^teit £erber feine 2f b fd^f cbSprcb tgt, 
unb reifte am 24flen aus SKiga ab, worauf er in S5e* 
gleitung feines greunbeS ©uftas SSerenö ftdr) nadj 
Nantes in granfretdj einfdjiffte. 



•) 3» &*&* ■€ntlflffumj>'fcbreiben be>? StnrljeS üom 8. S9?cii> 1759 
beul: e$ iui*Dn'icFlic& : // <B wirö Dem J£>erm QJaffot 2ID» 
iunctu» unD (JolUibotatou 3.©« -£>evD er in feinem ©eföt&e 
gefugel, betfelbe feine*/ bisher mit Stutjm uiid befren tSet» 
fall befleiöecen Qlemter, ongefillirta* Urfac&ai bdl&«/ enti 
lajftn; i&m ;u fetner vvorbabeuDen Dletfe unö funftifle« Uns 
tetneömunqai alles ©hier un& De» .£>ö$fren Söeiftanö ange* 
»unfefeer, «H>rwäc6fi: Derfelbe in 2ibftcf>t feiner xiorsügücijen (&e: 
fellföaft ficf> aucl) in feiner 2lbn>efenl)etr öer fernem 2Bof)lg^ 
roogeubeit SrfneS SBobleölen 9\aa>6 wftebert galten Faun." 
(Unrersetcrjnet üon Qi n t n 55 u i m e r 1 n c g ; jOberfecretais.) 
— (£5 ifi baber falf«fj, wenu ©ciDebnfcl) in f. lieflänö. 
t5 i b l i r b e E (2b- 2. ©. 45) fagt ; „ JfperDer gerietb anf 
t>en ©eöanfeny eine langwierig* gelehrte OteiTe üorjunelimen; 
ali ei bfäfrälfi beim Starke bie grlaubnitj fueftte/ gab man 
i&m iüXi önö gut feinen SJbfc&isb. £;o fc&c fefliten fidj &« 
gacen (gejiuRungen geändert i" 



64 

SKtga unb feine bortigen greunbe §at er nie n?ie* 
ber gefetjen, aber iljnen in ber £)be: «Siel), greunb, 
ba ftteljn fie fjtn im Ungewitter," ein fc^oneö Senf* 
maf)l gefegt* 

einige 2fu€juge auö ^etbev'S SBriefen an $ar£< 
In od) unb beffen (Sattln, bk üjn auf bte S^Jjebe §in* 
aus bis an ben SSorb beö SdjiffeS begleiteten/ mögen 
biefe spertobe befdjliefjen. 

«Siel ©lütf, liebe greunbin!» fdjrieb gerbet 
an SKabame #artfno<$, Ä ju 3f)rer ftürmifd&s fro- 
nen SftMfafyvt geftern -2C&enbö. 3dj glaube/ Sie fya* 
ben 3$* lebelang ntdjt ein foldjeS Ungewittcr auf ei* 
ner Seefahrt jum bloßen Vergnügen erlebt— unb ba§ 
meinetwegen! SSSie fe&r töttf t$ mid) als eine öe* 
fonberijeit be§ ^immelö anfeljen, ba bei meiner Ab- 
seife fo viel Seidjen unb Sßunber gef$e§en. Am Sage/ 
fca SSemtS bur$ t»tc Sonne ging, am Sage, ba Son* 
nenftnfternif? war, am Sage, ba ein gropeS Ungewiß 
ter meine greunbe taufte — feigen (Sie, &aö war bie 
3eit/ ba es na^j Syrern Briefe fjiep : ©er $>aftor will 
morgen wegreifen, wir beftnben uns babä rec^t wo^l. 
Aber eben, weil Sie fi$ geftern nid&t wofyl befunben, 
fo freu' i<$ mic& / baj? 3&r SSrief wiberlegt tjh Sin 
anbermal fc&retben Sie nic§t fo ehrenrührige Saiden/ 
fo wirb lein Ungewitter in S^ren (Singeweiben unb 
auf ber See fepn. Snbeflfen tyoff i§, bafj Sie/ fo 
ijübfd) QtbaUt unb Qüauft, befto froljer wieber gu 3$-' 



65 

ren deinen werben &uruc!ge!Qmmen fegn, unb wenn 
i<$ einmal wieberfomme, niemals wünfcften werben, 
mir baS ©eleite gu geben. £aS Uebrige tefen ©;e 
aus ben SSriefen, bte ify an S^ren Statin unb 3$ren 
(5tnwo^ner unb greunb Sßilpert fd&reibe. ßeben 
©ie wofcl/ Itebfte greunbin, unb bleiben ©ie mir ge« 
wogen, 5Ke§men ©ie con ber ©renge ber £)üna nedjs 
mal§ meinen 2£bf(|ieb unb meinen ergebenden £)anf 
für 3§re bewiefene greunbfcfjaft," — v 

«SSStr liegen no<$ »pr 2(nfer, M fcefpf es in einem 
Sßriefe an £art!no$, «unb geniepen in ©efells 
fdjaft meines SReifegefdljrten alle ^Bequemlichkeiten unb 
2fnne£mlic$£eiten, iit man fjcst unb fidj matfit, um 
fi<$ luv eigentlichen ©eefal;rt gu bereiten. 2)as viui 
somnique Hingt nid^t »ergebend, ucrfte^t jtdj; unb 
wenn #ora$ bieS jum ßorbeerd&arafter eines $>l)ilofo* 
p§en macfyt, fs> ftnb wir in unfrer Qajute unb unfern 
©d)lafmü£en bte großen .$tytlofop$en t»on ber SBelt. 
— Se|t bin icr; e ™ 3onaS im SBauc^e beS ©djiffeS 
ben ^weiten Sog; irf) f?offe , bap nidjt über bic oolle 
3ar)l vergeben burfe, efje unfer SQSallfifd^ minbeftenS 
in «Bewegung fommt, unb bahci bme$t fidj boc^ frfjon 
immer' bie ©eele mit, i)k je$t nec§ cor #nfer liegt." 



66 



3 w e t t e 3) e * t o fc e. 



1769 — 1771. 

3)er grojse Ijerrlidje 2Cn&u'cE ber offnen «See/ auf 
ber f(d) £erber feit bem 5. Sung 1769, mit feinem 
^reunbe ©ufiao Vereng frefanb, lieji einen tiefen/ 
bleibenden (ginbrud: in feiner ©eele $urü<f . SJergan* 
gen^eit unb 3u£unft ging an i^jm oorüber/ unb in 
tiefer Stimmung bifytite er baö treffliche Cieb: 2)ec 
©eniuö ber 3ufunft *). 

«SÖqö gibt an ©c&iffy» fagt Berber, *.*) «oaS 
jwifc^en Fimmel unb SKeer fdjwe&tv nic$t für eine 
weite (Sphäre, §u fcenten ! 2CUe§ gibt Ijier htm ©eban* 
Jen glügel unb SBeroegung unb weiten CufrfretS.' 3fuf 
ber (Srbe ift man an einen tobten §)unft angeheftet 
unb in ben engen Äret'S einer Situation eingefdjlof* 
fem — Sßie flein unb eingefd^ranft wirb ba £e&en/ 



•) 3n Spixp&z ©e&ic&ten. 21). i. ©. 144 »- in &.3B, j. fc&5c; 
Sit. u. Äunft. «ÖD. XV, 



67 

(Sfjre, 2l$tung, gßunfdfc, gurc$t, $ä| -, _2ftnetgttna, 
Ctcbe , greunbfcfyaft, Suft ju lernen, äSefädftigung, 
Steigung — wie enge unb eingebrannt enMicfy ber 
gan^e (Seift! — Sftun trete man mit einem SÄale 
$erau$, ober »ielme^r o$ne Sucher, ©Triften, SBe* 
fc^dftigung unb fjomogene ©efetffdjaft werbe man fjer* 
ausgeworfen-—- mld) eine anbere 2tuöftd)t! 3ßo tffc 
baö fefte 2anb, auf bem icfy fo feffc ftanb, unb bie 
fleine Äanjel unb ber ßer)rfl:u^l unb ba$ Qafyebzt, 
worauf ify mt$ biujhte? £Bo ftnb bte, tor bencn idj 
mi$ fürchtete, unb bit ic§ liebte? — £) ©eele, wie 
wirb'ö bir ferjn, wenn bu au§ biefer SGBelt &tnauStrfttjt? 
£)er enge, fefte, eingefc^rdnfte SKittelpunft ift oc*» 
fdmnmben; bu flatterjl in ben Säften, ober fdjwijnmft 
auf einem Speere — bic Sßelt »erföwtnbet bir — ift 
unter Mt Derfc^wunben l s 

2(u$ $erber'3 reltgiofeS ©efu&l fpndjt fic§ bei 
ber Betrachtung beS ©eclebenS einige £8?ale fefyr leb* 
§aft aus. 

tt S)ie (Sc^ipleute, » fagt er, *.) K ftnb immer ein 
SSotf, bal am Aberglauben unb SÖunberbaren scr an* 
bem fyäng't Sa fie genötigt ftnb, auf äBinb unb 
SBetter, auf kleine ^eicfjen unb SSorboten "Kä)t ju ge* 
ben, ^>a tyt ©d&icffal öon ^dnomenen in ber £6l;e 
abfangt, fo gibt bicS fc^on tfnlap genug,' auf Setzen 

*) f. a. ö. 



6S 

unb Vorboten ju metfen / unb alfo eine 2frt ücn efjr-- 
erbiettger tfnftaunung unb getc^enfotfdjung. £>a 
nun tiefe (Sachen duferft wichtig ft'nb, ba Sob unb 
geben fcaran Ijdngt: welker Sttenfer; wirb im ©türm 
einer fürdjterlicfy bunfeln $la<fyt, im Ungemitter, an 
Certem, reo überall ber blaffe Sob roobnt, mdjt 6e* 
tenl S3o menfd&lidfce £ülfe aufbort/ fefct ber Sftenfd} 
immer, fic& felbft rcenigjrenS ^um Srojt, göttliche 
£iitfe', unb £>er unmiffenbe SO^enfd^ gumal, ber Den 
jetyn ^f)anomenen ber Statur nur ba$ get)nte als na* 
turltcfc einfielt; ben alebann baS Zufällige, bag 3)fS|« 
Uc^e/ ba6 (Srfraunenbe, tag Unüermetbli^ fc^retft — 
o ber glaubt unb htttt genrip! — £)te ganje ©(^ifffis 
fpradje, ba$ tfufroeefen , €tunben»2£bfagen ijt baljer 
in frommen ^CuSbrücBen." — 

Berber fötffte (Surlanb, spreupen,. «Schweben, 
©anemati"/ Süttlanb, €$ottlanb, <%>oUcmb, ©ngla<n & 
unb bie -S^ieberlanbe t>orbet', na$ granfrei$. 3Cm 17. 
Sunt) befanb er fiel? t>or (Sopenfjagen; am 19. Ui 
,£elf in$cr. 

K 2üg eine £eife nad) ©nglanb no<$ in meiner 
©eele lebte," fagt Berber *), ,<o greunb, (Sie miffen 
niefct, trie febr i% bamals auf bk ©Rotten rechnete! 



•) 3n 5em 2Iuffa§e; Ue&etOfttan unD &i-e Sieket o 1 

t er 58 o l? e t (m i>en blättern ton Deut fcf). Qi 1 1 unt 
Äur, ft, 1773/ uns iB D< 2B. 5* fc&ön. £it. u. jfunft. 12 

vin. e, i4- u. f.) 



69 

&in SBiid f bau)? ity , auf ben öffentlichen ©eifr, un& 
bie ©c^aubülme, unb toö gange lebenbe ©djaufpiel be$ 
englifcfyen SSoIlS, um im ©anjen bxc Sbeen mir aufs 
jufldren / V\z fid} im ^opf eines 2luglänberg in ®e; 
ft&tcfrje, ^ilofopln'e, Jpolttif unb Scnberbarfeiten bie* 
fer wunberbaren Nation fo bunfel unb fonberbar gu 
büben unb gu serwirren pflegen. 2(Iebann V\z größte 
2lbwed)l'elung bes Sdjaufyielö, gu ben (gesotten! gu 
ÜRacpfyerfon! Sa will i<$ bie ©efdnge eines leben« 
ben 2Sol!eg lebenbtg l;6ren, fie in alle ber äßirfuna, fe* 
hen/ bie fte machen ; bti Werter fetyen, bte aUmtyalbzn 
in ben ©ebic^ten (eben; tU S^efle biefer alten Sßett in 
iljren ©itten jlubtren.j eine 3ett lang ein alter GJalebo* 
mer werben — unb bann narf) (gnglanb jurücf, um iik 
Monumente t^rer Literatur, ifyte jufammengcfdjleppten 
Äunjhrorte unb ba$ detail if)tes (Sijarafterö mel)r gu 
fennen. — Sßic freut' iä) mid) auf ben ^lan! Unb 
als" Ueberfe^er fyatV tef) gewijj auf anbern SSegen a^n* 
lt$e ©dritte tfjun wollen/ bie je|t — nid)t getl;an 
finb, » — 

«£)ffian l;ab' ic§ tn (Situationen gelefen wo 
i^n bie meiften, immer in bürgerlichen ©ei'cfydften, unfc 
Sitten unb S3ergni!gen gerfireuten Cefer al§ bloS 
amüfante abgebrochene Cectüve laum lefen 
lonnen. (Sie wiffen ba$ 2lbentJ)euer meiner ©ctytff* 
faljrt; aber nie fönnen (Sie ft'cc) t>k SBirfung einer 
folgen, tttvaü langen ©djifffafjrt benfen, wie" man fte 



70 

fütjlt; 2Cuf einmal au§ ©efc§aften, Sumutt unb 9?an« 
geepoffen ber bürgerten- JBelt, au§ bem ßel)njtuf)l 
be6 ©deuten wirb ttom wttC^en <Sopl)a ber ©efeU* 
f^aften weggeworfen, o$ne 3erjtreuungen , S5üd;ccfdle/ 
gelehrte unb ungelegte Leitungen, über Einern SSrette, 
auf offenem, atiweitem Speere, in einem Keinen Btaat 
von SOZenfc^en / iie ftrengere ©cfe|e fjaben, al§ hit 
SSepubli!" £i)furg'S, mitten im ©$aufpiet einer gang 
anbern, lebenben unb rcebenben Statur, fcwifcfjen 2Cb* 
grunb unb £immet fcfywebenb, täglicfy mit benfelben 
enblofen Elementen umgeben, unb bann un*> wann nur 
auf eine neue SBolfe, auf eine ibeaU Söeltgegenb tner« 
Jenb — nun bie Sieber unb Sljaten ber alten BM- 
ben in ber 4?anb , gang bie (Seele bannt erfüllt, an 
ben £)rten, ba ft'e gefc^atyen — J)ier hk flippen 
£)lauö vorbei, oon benen fo viele SSunbergef($i$ten 
lauten — bort bem Gnlanbe gegenüber, t>aö jene 3 au* 
berro"fe mit ü)ren oier mäßigen fkrnbefKrnten 
(Stieren abpflügte, K ba§ 50?eer fdjlug, wie $la|regen, 
in W Cüfte empor, unb wo ffcfy, il;ren fäweren $flug 
gieljenb, bie (Stiere wanbten, glänzten a$t (Sterne oor 
ttyrem Raupte" über bem ©anblanbe i)in, wo uormalö 
©falben unb SStftnge mit (Sdjwert unb Siebe auf 
xljren hoffen beS< (SrbgürtelS (©Riffen) taS Stteer 
burdjrcanbelten.; jefct oon fern bie Äüjten »orbei, ta 
$ingat'S £f)atfn gef$aljen,-unb Offtan'S Sieber 
SGSe^mutl) fangen/ unter. «ben bem SBe&en ber Suft 



71 

in t>er 8Btlt, ber ©title — stauten ®ie, ba taffeit 
ff$ ©falben unb SSarben anberS lefen, aU neben bem 
(Satfjeber be§ sprofejfore. Sie ©eföicfyte UttyaU unb 
Sfttnat^oma *) im 2Cn&ticf ber Snfel, ba fte %i-> 
\ikatyy menigfienS für mtrf) ftnnltd&en SHenfäen ijaben 
foldje ftnntitfje Situationen fo siel SSSirfung. Unb 
taä ©efüt)t ber SKacfyt ift no$ in mir, ba tc§ auf 
fdjetternbem «Schiffe/ baö lein ©türm unb feine gtut$ 
metjr bewegte **), mit Sfteer befpült unb mit SXit* 
terna^töwinb umfc&auert, gingal ta$ unb borgen 
hoffte. » — 

«borgen ftnb nur üierjetjn Sage au§ Sli$a, n 
feftrieb gerbet an feinen greunb, ben S8ud;i;dnbtec 
^artfnod), «unb je£t ber Snfel SÄeene natje. 
Schone 2(benbe unb Sage, unb oft eine fpiegetgtatte 
tyelte (See; babei aber langfame gafjrt — baS xft in 
Ä.urgem unfere Steife, Unb antettyalb Sage Uebellei* 
ten, ober trietmetjr nur ein SSorfdpmacf sen Uebelteit, 
will mdjtö fagen. ©ö fetjtt alfo £u meiner SKeife, ba 
iü) einen 10 ortreff ticken Sfietfegefafjrten unb guten SSein 
unb ftilteö Sßetter $aU, nichts als — 
— l'djetgenbe ©elptjinen 
ttnb SDieerpferb' unter itjnen. 



") £jn öettt Öcbicßt Berrathon (The Poems ofOssian. Lon- 
don 1790. Vol. II. p.191 — 210. Deutfcö ioon ^ t ol 6 e vg. 
.£>am6. 1806. 3. ?5&. 
"*) ©ieä ßesiebt fic& nuf einen SBotfaH / Den ftiv fpätevljin mit* 
t&etlen wevöen. 



72 

SDie «Briefe, bte an miä) au§ £)eutf<$(anb gefönt« 
wen, fenben @ie mir nct$ , tmb geben mir übrigens 
»on bem 9?a$rt<$t, was bte Älofctfd&en fiebert Sour« 
nale lunfttg über midj belieben werben, unb tt?a§ btefe 
Urteile unb ^agquille in dl ig a für (Sinbrücf ma* 
d)en. 3$ wünfe^te fefjr $u meiner Steife ÄlopftocFö 
SföejftaS, lieber, £errmann8 (Sc^tac^t »), SKt $ a e 1 1 S, 
$>icb **) u. a. gehabt ju fjaben, bie mir je|t, wenn 
t$ ntdjt naefy (Sopenfyagen gefje***), nur gu fpat in 
bie $anb lommen werben, 3$ bin wie un SBetaub* 



•) 0. öeJT«BSaJcife.8ctw.i798.^Mn-VI / 55l).VIIn.Vlir, 
**) //2Ba» folt ic& fagen übet ein ^3udj, beffen 51u$ftc&t mit balb 
roie bet beftivnte Fimmel/ balb wie bet fvöblic&e wilbeSumult 
fcet ganzen (Sdjöpfung, balb wie bie tteffte ivlage bet üftenfd) 1 
bett / bom Slfcfjenbaufen etneS Surften/ bie Seifen öet SBiifte 
Sltabietio fjetüot, vovfommt? Steine ©ttmmc etlteflt, eine 
emsige 23efcbteibung ©otteS in bei Statut oöet in feinet 23or« 
febung, etne einjtge ßmpjünbung bet dual/ wie fi'e öoll innig* 
ftet -OetjenSlaute t)ie-5 $Suct) gibt/ gefebweige bie lefete (£t* 
fc&einung/ wo alles ©roge unb SBunbetbate bet ©cböpfung 
iufammenttttt/ ben maieftätifc&en Sbvon ©otteS ju tragen — 
einen einigen Diefet Sog«/ nut wie td) ifjn emofanb, ju 
Pfeifen. Jptet fei) mein ©ttUfc&roetgeti 2ob , bi$ 3bnen ein» 
mal bet ©tetnenbimmel biefeS »-öudjS aufgebt, unb fein tte-* 
fe$23eb felbftu» 3ot£etj tönt." (©. £etbe.t'$ Q3tiefe 
öa3@tuöin.m b. Xbeologie b e tref fenb. 2te 3Iu6- 
ciabe. Zh- i, <25. i73« 
♦V) 3n feinem JKe ife ioutnal bebauevt Reibet/ \>a$ et bott 
nidjr gelanbet fen» unb bie S&efatuHfc&afi: von $ l o p fto cF, 
©etftenbetg, St am et u.a. gemalt l)abe. SSetgl:: 
Älopftocf'S geben üon 4>eiiif. ©öting. SBetmat 1825. ©» 195« 



73 

ter gereifet, unb %oki wa^rljafttg fein 'fUtgeS SSudfc, 
ba§ ft<$ juc See lefen liepe ; unb wer weiß , tjt tn 
#elfingor eins ju ftnben! — 3ur ©ec mit bem 
ßopf arbeiten, l)ab' id) nod) ni$t gelernt; es rutyt 
atfö alles, wo es ruljt. M — 

2Cm 2. Sulp 1769 befanb ftdt) £erber im Sa« 
nal, am 12. bei 2) o^efenbe. (Sr ging am 15. 
bei spaimbeuf bor tfnfer, unb fuf)r am 16. nad) 
Nantes ab. 

£5urdj feine ©mpfeljlung an ben bortfgen Äauf; 
mann SS ab ut, ber etneä.ber erjten Käufer in SR ans 
te§ madjte, erhielt #erber balb gu ben gebilbetflen 
GHr!eln gutritt. £ie eigentümliche S^aioctat unb 
50?unterfcit beö franjoftfdjen GljarafterS, bit in ber 
^roüinj bii weitem unoerborbener, als in ber #aupt* 
ftabt i;eroortritt/ fpradj $erber'n auf freunblidje SÖeife 
an. (5r nu|te auperbem biefe ©elegenl;ett, fidc) in ber 
fran&ojtfdjen (Sprache gu oeroollEommnen, et)e er naefy 
$)ari$ reifte. — «Seine, an ben SSudjbdnbler £art« 
f nod) gefdjrtebenen Srtefe erwähnen (Sinigeö hierüber, 
fo mie fte über feine literdrifdje S3efd)dftigungen, feine 
SBefanntfdjaften u. f. w. nähern tfuffd&luf? geben. 2Btr 
wollen l;ier einige tfuSjü-je folgen (äffen. 

a £)a£ gute Hnbenfen," fdjrieb Berber ben 15. 
Jfugufr 1769, «beffen midj meine ^reunbe in SRiga 
wertfreien, ift für mid) bte bejle, angeneljmjle 9cujs 
fcung bei (Sapitalö, baS id) wünfe^e bort gelaffen ju 



74 

l)abm f unb i$ würbe aerjttjetfeln / wenn mit jenem 
®<$rttt meines CefcenS au$ tte ©put erlofdjen wäre, 
fctc td) in einige ber wfirbtgjfcn (Seelen, i>k id) fen« 
nen gelernt/ gebrückt ju Ijakn wünfdjte. Sf)t: S3rief 
i>at miä) über biefen SBunfc^ noefy etwas t)erfid)ert, 
unb ba§, glauben @ie, ift bie einzige ©üfh'gfeit eines 
3(6fc§eibenben unb eines 2(&gef$tebenen. s^- See Set* 
fall berer, tk einige ©djriftfteller^anfen belaueren/ 
fommt mir sor, wie ber £uruf ber Sttarltfdjreier Ui 
@$attenfpielen an bec SBanbj benn ni$ts anberS 
ftnb aufgefangene ©c^riftfiellergebanfen. tfber tk 
greunbe, bie uns lebenb Jennen, ftnb in ©djä|ung 
unb Prüfung unfer tyuklitixm , unb tljr inniger SSei? 
fall tffc me^r, als berßuruf eines <Sd) Weimers: ©cfyone 
(Spielrcerüe ! ©leim'S SSrtef war ungefähr in biefem 
Sone. @r enthielt bk fdjreienbften ßobfprüc&e/ bk 
tautejfcn Komplimente/ unb jum 23erf$lufj ton allem 
eine 2>ebicatton an midj eines StyeilS feiner ßieber in 
einer neuen Auflage. 3dj fann nidjt uml)in / t^m 
bei ber erften Gelegenheit einige S3otrfct)tage gu 2Cen* 
berungen ju machen/ wo Sßürbe unb £zliUUf\e U: 
leibtßt ift/ bk er nur 'ju oft beletbigt *). (g&en fo 



*) JDieS itemlicij Ijarte Urteil tagt fiä) nuv aI6 tue golge einet 
augenblicFlicften ©timmung cvElarcu ; »emößetrf fn'mmt e§ 
nic&t mit Dem ubeteüt/ sua» gerbet eiuicie £jal)ve ftfi&et (1767) 
i« öeh S v agme «teil 5 ui* D eutfd)en Sitecotuc 
(SBJeiffe a. f$Su. Sit. u. Äunft Söö. II. 0. 118 — 27.) über 



75 

aufrichtig werb' id> gegen Sacobi fe^n, fi6cr feine 
mir sugefd&iclten ©ebfdEjfc. Snbeffen freut micr; ber 
tfbfall tiefer immer würbigen Scanner üon Ätofc. 
®af tc^ auf beffen #üertiffement nijfyt antworten werbe,. 
Tonnen Sie benfen. Sei) fu^le, "bafj Cd) künftig mir 
«üb bem spublifum mel)r Sßürbe fdjulbtg bin. — Sie 
fonnen nt<$t glauben, rote viel 9Zeu«ä man ftel)t, wenn 
man auö einer Situation heraus ift. S)a3 ift bec 
§)un!t, ben 2£rdjimebeS auf er ber SBeW »erlangte, 
«m bie ganje Sßelt ju bewegen, unb baS ift, auf bte 
gewefenen Situationen meines ßebens, meine Steife» 
SBetn erjteS SBer! wirb fepn, burc§ eine neue unb 
anftdnbige Auflage meiner bisherigen ©Triften mief) 
über baö SSor^ergeljenbe $u legitimiren; unb baS gwet* 
te, midj fünftigljtn über alle elenbe furge Stitvnhin: 
feungen hinweg gu fe^en; ntdjts $u fcfyreiben, als wa€ 
%u ber Summe beffen, xoa$ ber menfdjlictje ©eijr ju 
allen Reiten gebaut, neue @eban!en Ijinjufugt, %\x 
tenen \<fy , wie (Sie $um Süt)eit wijfen, fo manche 
Sphäre fyabz. — $u bem SSerf über bte f)ebrät* 
f<$e 2Cr$dotgie %ak' i<fy fd; on bie fo lang gefudj* 
ten Gonjectures sur les originaux etc. *) gefunben 
unb benu£e fie. 5> 



©leim geäußert fjo.tte/ utri> eben fa ntdjf mit £etl)ev'3 fta« 
tern Uvtbeilen i'ibev Diefen ©tc&tev (•©. t>. 22. |. frl)ön. Sit. 
u. Äunfr 25t>. VII. ©. 137 miö 39c 
*) (Ein befannte-3 SBevf uou Jean Astruc, geb. äU'Souüe 1634» 
geft. 1766 su 5>avH. SJevgU ubev i&n unö f. ^c^etften 4?. 



76 

« (5$ t jt tyier auf eine befonbere tfrt (jerauSgefoms 
men, wer id^ fei). 2)a ber granjofe fic|> na$ fetner 
liebenStcürbigen legerete um leinen Sttenfdjen in ber 
SBelt, bei: ni<$t granjofe ift, fo inbioibuell unb aufjer 
bem <5f)arafter eines ©efellfcfyafterö beBümmert, fo 
pajfirte tefy einige Seit immer für Mr. Erder, unb \>a$ 
war genug. 2Cuf einmal/ ba id) eben mit einer tyieft« 
gen » ortreff liefen £)ame auf ein ßanbgut fa^re, fragt 

fte mid) : A propos, Mr. Erder, n'est-ce pas que 
vous avez ecrit sur votre litterature ? — Non, Ma- 
dame , je ne suis pas le m£me Erder, je n'ai pas 
l'honneur d'etre auteur. — "Ah, vous avez beau dire 
cela ; ou vous connoit — vous etes Ministre — vous 
e'tes — — t~ur&/ eö fam fyerauS, bajj ein junger 
©$webe, ber in Hamburg erjogen unb ein un* 
enbtidjer Ciebfyaber ber beutfdjen Literatur ij$f) ein 
SSefenntnijj meiner SebenSumjränbc aus unfern beutfe^en 
Journalen gemacht fyattt/ ba er meinen tarnen gebort, 
unb fo war wotyl bas ßeugnen unnu|. @S ift natür* 
li<$, bafj bteS mir einige egards unb etwaä gwang 
mefjr »erföafft. Sag ©djä§barjte aber ift mir bU 33e* 
fanatfdjaft mit meinem SSerrätfjer, einem Sföenfcfyen 
t>on allen Anlagen, ba§ ©djöne &u foften, wo es fidj 
finbet, oon einem fe^r ftcfyern ©efc^matf in ber ^unft 



31. «Uterer'ö encoclopäb. SBöitetöud) £>. Mnfte, SBiffens 
fc&aften u. ©eveetbe. 23D. 2. (£. 286- Ä. S« S c i ö e n f x ft 
Uiftov. bioamp&ifcbeS ^nnbroövtetbucf; §8d,i. ■<£• 253 u. f. 



77 

unb einer grofjen SSegierbe jur SBiJTenfdjaft. @r &olr 
micfc; tdglicb, be§ Borgens früf) um 5 ttf)t vor feinen 
£aufmann§gefcfyaften ju einer ^romenabe at, bte fdjon 
ifyrem ©el)ol$e nad; bie angeneljmffr tft, bk ity gefe* 
ben, unb ftel;t miefy, tro§ feiner fdjroebifcfyen .Kälte, für 
einen ©entuS an/ ber iijm l)ier in Stanreö begegnet 
fe^/ um ifjn §u erleuchten. Sßenn ©te alfo itocb, et* 
was von meinem @nt$ufta6mu§ unffen, junge ©etjier 
ju ftnben, \>k bilbbar ft'nb, fo fonnen (Sie glauben, 
baf ein foldjer gunb einer fo feltnen «Seele an einem 
fo aufjerorbentlicfyen ftall nodj mcljr binbet, unb icb, 
liebe meinen guten Äoc| fe^r. 53 

«3u urteilen über bie franjoft'fdje Nation, @e- 
fdjmacf, £eben§art, SEbeater u. f. xo., bin td) tfyeilS ju 
fur& öJer, tl)etl$, ungeachtet meiner SReife in bie $Pro* 
»inj unb nad) 2Cngerö, no<$ nic§t am rechten £>rt. 
3n2fnger§ bin td> an ti\x Sftitglieb ber 2(cabemie de 
belies lettres abbreffirt gewefen ; aber eine 2C!abemie 
de belies lettres mit SO SDJttgltebern, bie leine %JliU 
glieber fmb, of)ne Memoires feit einigen Sauren unb 
ol)ne SStbltotI;ef/ oljne $tan unb 'faß o&ne ©jungen, 
ift immer wenig reijenb. M — 

a 3d) benfe nun an bie fran&ofifc$en «Sdjrift {feiler 
$u gefjert / unb mit 23 o Itaire unb Corneille 
anzufangen» Sftair lann feinen franj6ftfc^en ©djrift* 
flelier fennen/ wenn man nid}t bie hatten fennt, unb 
iä) gefre^e gern, tttf ify franjoftfä nict)t fyaU l;oren, 



78 

au§fprecr;en, »erflehen unb fc^en Tonnen, ©egenwcit* 
iig nutf i$ alles lernen, unb lerne e§ fef)t f^wer, 
jvetl eS eine ganj anbere ©prac^je ift/ bte (Spraye 
beS £>f)reS unb ber lebenbigen SBelt gegen bte tobte 
(Sprache ber 2(ugen; unb ba t<# jene auf btefe nod) 
immer bei mir rebuciren mup, unb fte $u rebuciren 
nur- gar ju feljr geneigt bin, fo tfi btef burd&auS ein 
langfamerer, aber um fo fixerer SSSeg gur üollfrdnbi* 
gen Äenntnifj einer ©pracfje. Unb biefe iffc gegenwär* 
tig mein oorneljmfter 3wecE im Cefen, ©predjen, <$Q' 
ren unb Schreiben. £)a$u wenb' icr; Umgang unb/ 
wo id) fantt/ eorrefpwibenj an. Stemmen @ie es 
bafyer nicfyt übel, baf mein 23rief manchmal fauber- 
welfcr; tft. (Sr £ann nic^t anberS fer;n, benn tc§ bin 
je|t eben im 3ettpuntt beS ©ä^renS freier ©pracrjen, 
l>a iä) feine fann.- — 

«SttofeS (Sttenbelsfo^n) langer SSrief fjat 
mi$ ntc&t befriebtgt. @r ift einem Steile nacr; un» 
nü§, ber anbere gu feljr auf (Steigen eines (Sterns, 
worauf ftd) #err SOI o f e ö oft gu graüttätife|j ftüfct. 
Nicolai 'S SSrief zntyalt, wie gewollter), nichts als 
bie SBteberfauungen eines gelehrten #anb Werfern* — 

«3$ bürjte banacr), noefj einmal mit Slmen, unb 
jwac bejfer unb inniger £U leben, unb fo SttancrjeS ju 
»ollenben/ was eine ©ecle, wie bie S^rtge, wiffen muf, 
um tl)rer $tit würbig iu werben. (SS gibt in ber 



79 

Sljat Baretten unb Sebanfen, o$ne bie gehabt gu 
fjaben, id) nidjt oon ber SSelt geljen wollte," 

e Steine SSefanntfdjaften/ tyetft e6 in einem 35riefe 
Dorn 28, 2Cugu|t 1769/ «werben fn'et immer grofjer, 
folglich aucfo nu|barer, unb i$ gicijc neue ©dfte viel* 
feiert auf einen guten Sfjett meinet ßeben§. Stegen 
Witt id) bie ßncoclopabie sotnc^men, unb icg |)ofr 
in ben tfrtifeln ber fronen Äünjre, unb in allem, 
wag 2Utgenfdjein, ©rfaljrung unb ©runbfa$ beS Cebenö 
iji, recfyt t)iel gu lernen. Äennen <Sie fc^jon bie Sai- 
sons öon einem Skrfafter ber Qjnajclopäbie ? 3$ ^)abe 
in tin tfnmerfungen ungemein biet £l;itofopl)te gefun* 
ben; bas ©ebic^t felbft ffW iä) nid^t augfte^cn fön* 
nen. hinten flehen \)ie gabeln beg §abi *); id^ 
fann fie auSwenbig, unb $abe barin fo x>kl (SrljabeneS, ' 
©rofeS, geineS, einfältiges gefunben/ baj? i$ bau an» 
genetjmjre de'lassement com fran&oftfdjen ©efcfjmacf 
be§ 3at)rl)unbert3 mit t^nen gehabt ^a 6c. " 

4?urfi<$tlidj feines früher erwähnten $>lan§ |ut 
©rrtcrjtung eines ßi)ceumg in Sftiga ftnben ,ft<$ 
folgenbe 2(euferungen £erber'S in einem, im £ctofter 
1769 »an Nantes gefd&rieknen Briefe: 



*) Sadi Rosarium Politicum. Amstelod. 1656. Fol. ( öü§ 
oetficintfcöc Dvofentljal von ©cMd) <SoM/ fiöetfe&t üon 
91 dam Oleart u <?. ^am 6 0*41696.) 3n t). 25. B . fcööH. 

' ''git.u. Äunff/ 53t). XII. ©. 5£. li. f. fpncbt^evöej: tocitiaaf; 
iißtv it'D«? öen 2Batö öiefa- &abetu< 



80 

«3$ arbeite für'g Cijceum fo wefentlt$ unb 
für tte SDJenfd&ljeit fo würbtg, baf? wenn meine kleine 
ufib Ebftcfyten einmal eine würbige ©teile fxnben , fte 
nid&t terfannt werben fonnen. SJßatum follte t)k Seit 
ber S^furge unb <Sof raten, ber (Salt) ine unb 
Bwingli'ö, tiefer (gd&opfer oon f (einen glütflic&en 
SKepublifen , »orbet fet)n, unb warum follt' eö ntd&t 
ein mögliches Saturn gu einem (Stabliffement geben/ 
fea§ für bte a??enfct)t;ett, für SSelt unb 9la<$welt, Spflanjs 
fc§u(e, SSilbung, Sföufter fet>n fonnte l 3$ t)a&e nicfctS 
auf biefer SÖelt, wa§ i<fy fct)e, ba§ tfnbere tyaben, feine 
2Cber für tu Sßequemlt^feit/ wenige für bie äßofyUufh 
nickte für ben ©ei$. Sßal hUibt mir übrig, als S3Sirf= 
famleit unb SSerbtenjt? Safür brenn' td&, unb mein 
#er& fc^lagt mir in ben ©ebanfen ber ©tnfamfeit unb 
in würbigen 2fnfct)lagen. 2af ftd) la* SSolE wunbern, 
lajj bie Gjpl)emeriben unb Sftaifafer be§ literärifd&en 
spubltfumS brummen unb um einen <&tab faufen — 
genug, reenn uns unfer ©eniuS nt$t üerbammt unb 
einmal ein guter ßrfolg loljnt! Sann fegne id) aw$ 
bk SSalber in Sianted, wo tefy (Stunben, wk in ber 
Sttoraenrotfye metner Sugenb, gefojret $<xU, unb fage: 
hit $zit war nidjt verloren! — 

«3$ benfe folgenbeS 3al)r, will'S ©ott! über bte " 
^Preisfrage ber SSerlt'mfdjen 2tcabemte $u wetteifern: 
Comment est-il d expliquer, que des hommes aban- 
doüue's a leurs faeulte's se formect une langue? eine 



81 

tjortreffh'd&e, groge unb wafjr^aft r^trofor^if^e grage, 
tte recJ&t für mid) gegeben ju fetm fdjeint *)• Soffen 
@ie mir biefe fleine ^antafrtfdje Sbee. Sftan muf 
ftdj burd) (gd)lage mit feinen eignen 2frmen erwar-men, 
'wenn ta§ Sßetter $u Mt i|t, unb burd? Sbeen ^egct- 
ftern/ wenn leine Stufen erfc^einen. y) — 

«SSergeffen <Sie nicr^t/ baß ber Uwecf meiner Steife 
nur erreicht werben fann, wenn icfy aus £)eutfc£;lanb 
t>erf$winbe, unb böß Äeiner in £>eutfcr;Ianb unb SHtga 
wiffen mufi, wo icr) bin/ wa§ icr; mactje, wo tdj lebe/ 
-als wem icr)'$ wiffen taffe* — S&enn ©ie mict) in 
#bficr;t auf mein SSerfd&winben unb (Sctipfiren nid&t 
begreifen !onnen/ fo fefen (Sie Thomas Eloge auf Des- 
cartes : ber wirb'S 3f)nen fagen. " — 

Berber war am 4. Sftoüember 1769 »on Nantes 
abgereifr, unb ben 8. in ?>aris angekommen. £ier 
lernte er tfrnaut, Siberot, b'Zaembert, Sä= 
cloS unb anbere ©ete^rte unb (£c§riftfteller lennen. 
S« Siberot'S Umgange gefiel er fid) am meifien. 
JDieö freunbfd&aftlicrje SSer^aUnig mit ben au§ge§ei^)- 
ne^ten ©ehrten fegte iijn äugretcr) in ben (Stanb, 
oIIe§ ©e^eniwürbige gu sparis unb SBerfailleS/ 



•) €c Geanttfottete fte toäpvenö fettteä SlufenifoaltS s« @tta§* 
frutg im 3. 1770 in Dev 2I6IjanDlung: ttomUvfptung 
t»ct ©ptacfj e , fteldje üob &er löcriines 2lcaDemte 
t>en $v?i$ ev&idt, 

6 



82 

rcie es ftc§ in SStbliot^efen, Äunftfammlungen u. f, w. 
barbot/ in 2Cugenfd;ein ju nehmen» 

«Steine $tit in tyaxit," fc^rteb gerbet im 
Secember 1769/ a t)afe' i$ in 35e?anntfc§aften mit 
©etc^rten / im 35efu($<n ber SSibliot^efen, ©aßerien, 
Antiquitäten unb ÄupferfHdjfatnmUmgen/ @<$aufptelen 
unb ©ebäuben, t>tc teö 2Cnfdjanenö mvty ftnb, unb 
bann in eigene ©tubten geseilt. M*S/ wag Gout unb 
tyvafyt ift, in fünften unb Anwälten, ijt in 9)ariS 
im SDHttetyunft» ©o wie aber ber ©ef<$ma<f nur ber 
lei^tejie 33egrtff ber (gdjonfjeit, unb 9)rac§i nichts als 
ein (Schein, unb oft eine @rfe£ung beg CDcangelS bei** 
felben ijt/ fo fann g?ranf«id& nie solit'g fättigen, unb 
t$ bin fetner au$ $er£tic§ mu.be. Snbef wollt' i(§ 
um oieleS nic^t, es ntdjt gefeljen S« $aben, unb bfc 
Erfahrungen unb ^Begriffe verloren ju geben/ bte ic§ 
über feine Sprache, Sitten, ©efcfjmacf, ©ef$i$te/ 
Äünjlc/ Sßiffenftfjaften, in ^Betreff be§ ^ujianbeS unb 
Urfprunge§ berfelben, gefammelt $abe, -£<$ §abe &e« 
fudjt, J95uc|er unb STcenfd&en, £)eclamation unb ©<$au* 
fptel , Sanje unb Malereien, SKuftf unb spubtüum 
gu fiubiren *)♦ £>ie ©aamenfomer ftnb aber »er* 

'*) ginige Söemetfungen übet bte Oper in granfreki} tuiö SaS 
ftani&ftfc&e 2&eate* fi5«bauptfin&et man in .gwöet'ä § r iT c5* 
t e n o u I Den f o g e n a n u t e n g o I & n e n Seiten öe<? 18, 
Sabvöun&ett« (suwft im 3. ©t. ß. -SlDtafie«; bann in 
D, 3S. i* fc&öiw Sit. U. Äuntf. $&&. XII. ©. 178 «. f. @. 
265. u» f. 



83 

fc&arrt HS auf einen* gtüfjling Ut gufunft. SSon 
©eichten fenn' i<$ Sibetot, b'ttlembetr, £l;o- 
ma$, b'tftnaub, Sucloi, SBatt^elem^, t> e 
©uigneg, b'ttubenton, ©atntet unb wie ffe 
wettet Reifen. SBuffon, COJatmontei, (Stimm 
u. a. ftnb auf bem Sanbe. SSon Äunfttern fenn 1 t(§ 
SBtUe *). <5t ift in $atU mein bejlet unb ein« 
jiget gfteunb , nur gu getftteut unb ju fe^r £ieb£abct 
bet 9>Iatfantet*ten/ als et'S fenn fotlte. @r &ttfet mic§, 
einen Sßintet J)ier §u bleiben, benn in einem SDJonat 
liefe ftd& in $)ati6 wenig fe^en unb nichts onfnü» 
pfen. — (Sie Jonnen übrigens ni$t glauben, wie oft 
3) o tief im (Stijrtam) <5l)anbi) unb in feinen 
fentimentalen Stäumen bet ftanjoftf^en Nation bis 
auf «£>et& unb SSufen gegriffen $at, @i ijt eine Süge, 
bafj et ntc^t aujjet (gnglanb gewefen; er Ijat geteifet 
»nb i)attc fonjl ntc^t fo färet&en fonnen." — 

SfJHt ber frangofiföen S3ü§ne fyattt fid) gerbet 
nicfyt ganj befreunben Tonnen, wenn et gleidj bem 
funftreidjen ©piel eines 8e (Sain, einet Slaiton 
unb iDumenil vollkommene ©eretfitigtat wiberfaljren 



*) Sin bts&bwtw Äupfetft«c&ee su 9J a* t § i wn ©eöusi eiß 
JDsutft&rä / nu§ © t o B e o 1 1 n & e n bei © i e § e n .. geft. cü3 
2J2itQlieö De« «JJan'fev SJcaDetme i8q8« £>ic Scftfgfeft unb 
SJetUdjfdt feines @rabfttä;?[3 in ©tejren unD ©ewanöers 
ifr bödjltcl) ju loben. Sßetfil. «5er ifen Ä. $.* gerV.enfr&ß'» 
l)tfios. bio^vopl)' $aiiW5$rt«biK&. *&&. 5, <£, 54Ö u. f» 

6* 



lief. (Ex »ermtfite bte natürliche «Stmpticttat unb 
SBaljrfyeit/ wie ft'c ft<$ t|>eiCS in ben (Sljaraf'teren ber 
griec&ifdjcn Sragobie, tl;eils beim <§l;at"e§peare 
finbet *)• 

@in längerer Aufenthalt in 9)ari§ Ware für 
^erber'n in fo fern !aum wünfc^enSrrertt) gewefen, als 
er, feinen früher angeführten SSriefen $ufolge, bod) eine 
öewiffe Seere in ft'dt) füllte/ tk weber ber Umgang 
feiner greunbe, nocf) bat bewegte, glanjenbe ßeben ber. 
#auptj:abt aufzufüllen oermoc^te. 

Um fo n>iÜ!ommener mufte if)m baljer ber Antrag 
be§ ^rebigerö SRefewtfcsu (Sopenljagen feY)n, ben 
springen ^peter ^ r i e b r i et) SBilljelm, @o$n beS 
gürfibiföofs- #erjoa,6 sen £olfiein ju Gu'ttn, als 
Snftructor unb 3?ci[eprebiger, in ©efellfc^aft beS Ober* 
I;ofmeijierS beS ^ringen, #errn oon (§appelmann, 
brei Saljre lang auf Steifen ju begleiten **). 



•) äRan »etfll. J&eröes'S SBetfe 5. fdjöu. Sit. u.^unfr 33D. XII, 
©. 223 - =87. 

**) // ©<t 1>rin$ ; " beißt e§ tn Dt e f e w i % e n $ , toom 11. 9?o* 
ttembet: 1769 Datieren 55 tiefe, ,/ fer> 16 3abre alt/ gutbersig, 
uiiD befi:?e für fein eiltet unD feinen ©tanD Äenntnifie ge= 
nug. 5}?an errcavte üon£erDet'tt/ Dafj er au Dcteti/ »0 feine 
ettongelifefee Äircbe feD, preDiaf/ Die pbilofopbifcbenSecttonea, 
Die Der 3)ruij etwa noeb böten Eönnte , mit ibm wieDerboIe/ 
lateinifcbe Qiutorcn mit ibm lefe unD feinen Deutfdjen ©tnl 
biiDe. öafö« t»erfotecbe ibm Der 93ater freie ©tation / 300 
£H:l)[v. S?m\t. doutt. jäbrlichen ©ebalt tniD UAd) Drei 3ab ! 
rtn Sriioanfötft auf eine «PteDigej« oöer DrofefforfreUe ja 



85 

jßei allem erfreulichen/ waä tiefer Antrag für 
$erber'n §aben mufjte, fyattt er tocr) gern bic SDJetnung 
feiner greunbe in 9Uga vernommen, falls er nuc 
it)re Antwort t)dtte erwarten fonnen. allein tieä xoat 
in fo fern nicfyt mogtid) , als Berber, 3<cef ewtfcenS 
SSriefe fcufolge, feinen (Sntfcfylufj unBerjüglicr; bem 
^ringen fdjriftlicr; mitteilen follte. 

£erber'S SBebenflicpeit erhellt aus einem/ in jene 
$tit an JQattlnod) getriebenen SSriefe. «SBenrt 
man," Ijeijtt c§ barin, «in einer S3erlegenr)eit, obec 
unmittelbar t>or einer widrigen SSerdnberung ift/ 
ot)ne greunbe in ber grembe fidj befinbet, burefr; ©t* 
tuationen unb «Befürchtungen fictj umlagert fiet)t — 
bann fudt)t man ok Meinung feiner greunbe, unb hit 
finb ftumm — \>a$ fdjmerjt! — UebrigenS, mag 
weif i$ , \va$ aus mir werben wirb? #ab' W$ 1* 
gewußt? ©tnb nic^t alle Resolutionen in meinem 2c> 
ben fdjnelle gortfloße gewefen, wo ify nie an ben Ort 
gekommen bin, wotjin idj wollte? Unb ok Analogie 
biefe§ «Spiels, mitb fie je£t aufboren? — Subejfcn 
mujj t)ier, vok überall, wo man feinen regten (Snt* 
fdjlufj faffen fann, ok Ufytt ©tunbe unb ber über* 
wiegenbe JCnfcfcein oon ©etegenl)eit entfd;eiben. Um* 



Atel." — Stefewifs wtiü&ett £eti>et'n fotoobl frtßerfeitS 
feine ^ocöacötung, als audy oon ©eiten Ä l o P fr o cT $, £ r cw 
mev' ö/ © erftenbevfl's u. a. m. 



86 

ftanbe unb 3eit:punfte, in btc meijten§ Labien steler* 
let %xt oon oielen (Seiten gufammenlaufen, bringen 
oft anberö wo bin, als man bafyU." — 

9lafy reifli^em SKac&benfen entfcfyteb ftd^ £erber 
für bte Annahme ber ©teile, unb erhielt t>on bem 
^ergoge eine fcfyriftlicfye 3uft$erung ber oon i^m ge-- 
mad&ten SSebingungen *). 

3m" Secember beg SabreS 1769 verlief gerbet 
§)at*ig, ging nadj S3r u ff et unb Antwerpen/ 
unb oon \>a %\x ©c&iffe nac§ tfmjlerbam» 

«SBie anberS lernt man bie äßelt fennen/ fd&rteb 
er bamatö an ^artfno^f/ «je wettet man tn fte 
hinein ttittl Seber <£$rttt ift ©rfaljrung, unb jebe 
©rfaljtung btlbet* — deinen (Sbarafter ju btlben 
ifl mein 2Öerf auf ber SKeife; alles übrige, fe^' td&, 
lann man jurücflaffen — nur Ken nimmt man mit! 
Unb oerlier' ify ben, fo §ab' tdj 2tlteS oerloren!" 

SSet ber Ueberfafyrt na$ 2£mfterbam würbe 
ba§ Schiff, auf bem ft'dj Berber befanb, burdp einen 
heftigen ©türm auf eine ©anbbant" ber bollanbifd&en 
Äüfie geworfen* SRicijt o^ne ße6enögefal)r fam Berber 
nebft feinen ©efa^rten enblid§ bur$ ^»ülfe einiger %U 
f^erbote an'S Ufer» Sag ©djiff felbft ging unter **). 



, *) 3n einem oont n. Sfanuav 1770 Dativten ©c&vciben. 

•*) Öi J&evDct*« SDevfes. QJOilof. a. ©efcö- 5Öö. XIII. ©.120. 
Sie fru'&et' ettt)äT)nte Stellein Demgluffdg': Uebet Off tan 
unö Die Siebet öltet 9381 Eec (in fc. SBerEen 2. fc&ita. 



87 

2(m 20. Söttuat 1770 befanb fi$ gerbet int 
4?öag. 3n ßeiben unb 2£mjterbam lernte er feie 
au§gejet($netfren ©eierten kennen, unb begab fic§ von 
fcott nadj grteSlanb über Hamburg nac§ ßiel, 

wo ftc§ ber junge sprinj von £olftein nebft [einem 
£ber$ofmeifier , bem 4?errn von Sappetmann, 
auffielt. 

3u ben SSefanntfd&aften, bte gerbet in Hamburg 
ma^itc, gebeten t>or&ugli<$ ßeffing, 33 o te , 3? et* 
maru§, 3o£. Stteld&tor ©oje *) u. a. m. ßef* 
fing, ben Berber längfi aus feinen (Sänften fannte 
unb f#a$te, nafym unter ollen bei t$m ben Jjocfyften 
Siang ein, 

" «SOh't Cefftng, 39 fd&rieb er im Xpril 1771 an 
£artfnoc&, a ^ab' iä) fjter üiev$cl;n vergnügte Sage 
verlebt. * — 

£o<$ audj mit SSobe unb <£laubiu§ ftanb er 
in innigen SSerljdltnifJen, 33on ber natürlichen (Sin* 



Sit. ii. ffwttf. !ßö. VIII. ®. 17 )/ teäiebt ftc& auf fciefeft 
SJotfali. 
*) Sin/ weniger burd) gitin&liclje Qek&sfaiuFeifc als iwrefc feine 
«JJolenuf benanntet 2l>eolog / gefi-. als <J)vifior äu J^atnbiifg 
1786. 3n feinem gtfe«, öbev bie'Steiftbttt De5 pvoteiranttfcfjcii 
Se&vbegviffS f micf) Cent fhengfren @uuu öev fnmbolifc&ett 
«5ücT)ev/ su i 1 oacf)eo, ainne ec überall qefä&tlic&e Slnfc^läge 
gegen üa>3 -gietl bei- .vtivelje, unö ttxuf 2 e f f i n & 55 a fe fc o w, 
ftibft ©?tl)en fwefleu S5"-e=t tf;« V '€ £eit?en) fcen S.e&&e* 
banöfc&ul) |)in> 



88 

folt unb ffiovalitat, tte ficfy in ben ©Reiften be5 
ßefctern *) ausfpridjt, flirte firf) #erber fcfjr ange* 
fprodjen, unb fyat feiner mehrmals mit Siebe unb 
SSerefyrung gebaut» SBie trefflich fdjübert er ityn un- 
ter anberm in ben wenigen SSorten: «ffiergejfe ©eutfc&s 
lanb nie be$ biebern £)irf)terS, aus bem/ wie quo 
wenigen/ bk unjlraflic&c ä$te 9?atur fpra$ -**) !* — 

gerbet war bei feiner tfnfunft in (S ixt in tx>n 
bem ^erjog son ^olftein unb ber £er$ogin mit 2Cc§- 
tung unb Zutrauen empfangen worben. SXan ernannte 
au$ f;icr, wie faft überall, feine fjeroorftecfyenben gei« 
ftigen 23or§üge. 

25er sprinj war ein fed&Sjefynja&riger Jüngling, 
ton ntdfot gemeinem ©etfr, richtigem Urteil unb @e- 
fü£)l/ bas nur tnelletd&t bur$ bk pebanttftfje Unter- 
ric^temetfjobe feines frühem ßefyrcre (Soriariuö einen 
2Cnjktd& fcon rdigiofer (Schwärmerei erhalten tyarte. 

£>ie wenigen Monate, welche Berber in (gutin 
bis gum antritt feiner Steife serweitte, »ergingen t(;m 
in tiefet ebkn gürftenfam üie, unb in bem Umgange 



- *) Xitv befannte 2lSmu$ obet bec 2Banb$6ecFer .«Bote/ 
wie et fidj üov bet 2lu5gabe feinet ©cfjvif ten (Jjbamb. u. 
SBtmöSberf 1790 — 1803. 7 Sbeüe. ??• 8. €ben&. 1819. 4 
S5i?e.) .genannt bat. <£t roat 1743 5U S> t e i n fe lö im Jg>ol= 
ftetnifcöen geboren/ unb iiavb ben 21. 3aiiuat 1815 »u 
SB a n b 3 b e cf. 
»*j ©. $et&t'* 3?'.$. fc&5n. Sit. u.itunft« 53b. 8. (im Dubais 
veiäeid;iiiiTe / <&• Äl\ r . 



89 

mit bem Rumänen unb gebildeten .£olfietntf#en 2tbel 
fe^v angenehm* 

fetter prebigte einige ?9Jatc in ber bertigen 
©d;loJ3fiidje mit entfcfjiebenem SSeifalle, unb pfeift audj 
bafel&ffc ben 15. Stoit 1770 feine tfbfcfyiebSprebigt, um 
bie Steife mit bem ^rinjen unb bejfen £)berl;ofmetfter 
anzutreten *\ 

2£u§ einem fparern SSriefe beS ^ringen an #erber'n, 
üom 5. Suni9 1771 au§ SSrüffel getrieben/ gefjt 
fjeruor, baf? £erber ft'df? f$on bamals mit ber sptaftif 
befestigt $aben muffe **>♦ a 3Baö maefct 3*)re 
^lafrü," l^et-pt es in jenem SSriefe, (c ba bin iö) 
efjemalö (S$ulb gewefen, \>a% ft'e ni<$t ücllenbet 
warb u. f. w." ,; 

£)te Steife, auf ber Berber ben ^rt'njen begleitete, 
ging über Hamburg, »^annoioer, ©ottingen, 
Gaffel, 4?anau, ©armftabt, G>arBrul;e bi$ 
@ t r a jj b u r g. 

2(m • £>armfrdbtif($en «gofe," wo ber $>rin& ftcr; 



*) S>äg c§ £erDer'n inDefj Sold) nwfjf an ©egnew, namentlief} 
unter Den ©eiftttdjQ* gefehlt \)ühe , fiet)t man DayauSi Daß 
ibn unter anDem Der Damalige JbofpreDtgerSB o If al3 einen 
©oetmaner auflagt«. 
•*) Sie erfre3öee Daju faßte er fcf)on rcafireiiD feine§9Jufent&a!t>5 
tu <J> a t i% im 3. 1769, unD »toat im ©arten ju 23 e r f a i 1 1 e 3. 
£3 ftnö nod) jroei_£-ntmöcfe Daw>n ooi&anöen: 23 on Des 
SBilb&auer F u nft für'« ©efö&l, unD über Die 
fdjöne Äunft Des ©efii&U. 



90 

steten Sage auffielt/ lernte gerbet ben fttietftaty 
SÄecf kennen, beffen ©6tl)e als eines Sttanneö ge* 
tenlt/ ber auf fein üeben ben groften (Sinflujj gehabt 
§aU *). #erber'S Unterhaltung wat: angenehm unb 
geijiteic^/ fein ©efül)l unb Kxtyeü fo richtig unb tref* 
fenb/ bafi ein auSerwäfylter ÄreiS »on ©ebtlbeten ft<$ 
an t§n fd&tof. 

®ort war es au$ / wo gerbet juetrffc feine na<$* 
fyerige ©atttn Sttaria Sarolina gla^jölanb/ bk 
jungfte Softer beS £er&ogl. äBürtembergtfcfcen 2Cmtö* 
f^affnerS, 3ol). griebr. §lac$3lanb, lennen 
lernte, ©ie lebte bort in bem £aufe i*)ver ©d^wcjler/ 
bie an bem ©e$. 3?at£ 4MP §u 2)armftabt t>er(;ei* 
tatl)et war *•*}. 

Sn 2)armjtabt erhielt Berber tton bem ©ra* 
fen 2Btll)elm »on SBücBeburg einen abermaligen 
S?uf / borten ju fommen. ©er frühere Antrag beS 
©rafen war nad) 3Uga gefanbt worben/ unb «£>erbes 
]§)atte ifm erft in (gut in erhalten/ in bem Stugenblicfle, 
wo er mit bem ^prin^en abretfen foltte. SD?an$e Sftif « 
Helligkeiten, bie burd) ben Dberl;ofmeifter von Goppel* 
mann in bem SSei^dltntJTe #erber'ö ju bem ^rinjen 
eingetreten waren / Ratten ben Grftern vocfyl beftimmen 
Tonnen, jener ©inlabung &u folgen, ©(et$wo£l lonnte 



*) ©•« ööt DYS SBecfc. *öh XIX, ©- 34 u. f. 
••) @. ©öt&e a. (i. O. ©. 97. 



91 

er fidj ntcrjt rafcf; entfd/liepen, vctc es benn überhaupt 
in feinem (Sljarafter lag, bei jeber unerwarteten unb 
überrafdjenben -SBenbung feines ©djiccfalS gewiffer* 
maaßen einer fyoljern ßettung ju vertrauen, liefen 
inbiotbueüen 3ug feines (SljarafterS i£)at £erbcr in 
einem fpätern SSriefe *) felbft entwickelt* 

«3cf> glaube," fagt er, «jeber SDcenfcf; $at einen 
©eniuS, baS tjl, im tiefften ©runbe fetner ©eele eine 
gewiffe gottlid&e prop^ctifc^c ©abe/ bie i$n leitet; tin 
2icf}t, baS, wenn wir barauf merften, unb wenn wir 
es nid&t burtf) SBernunftfölüffe unb burd) @efellfcr;aftS* 
fiugfyett unb wo^lweifen bürgerlichen S3erftanb ganj 
betäubten unb ausiöfcfyten , id) fage, bas uns bann 
eben auf bem bunfeln Quillt ber ©djeibewege einen 
(Straft, einen plo£lid)en SSlicf »orwirft, wo wir eine- 
©cene fal;en, oft oljne ©runb unb SBafyrfdjeinlicr/feit, 
auf beren 2C(mung ify aber unenblicrj m'el t)aiU. £)aö 
war ber £) d m on beS @o Grates ; er l)at ifyn nicr)t 
betrogen, er betrügt nie. Mein er iß fo fd&nell, feine 
S5lide fo fein, fo geifttg; eS gehört aud) $u ifym fo 
*iel innerliche Sreue unb 2(ufmcrlfamleit, bajj i^n 
nur ac^tfame ©eelen, \>U nidjt aus gemeinem ©tof? 
geformt finb, unb eine gewiffe innerliche Unfcrjulb $<x* 
ben, bemerken foniten.» — 

Berber fd;tieb nactj SSücfeburg, äuferte, bap 



•) SSom 22. ©eptemöa- 



92 

er ben Antrag vorläufig annehme/ baS Steuere inbcfy 
fo wie ttc 3eft feines Amtsantrittes / nod^ beftimmen 
werbe, unb reifte bann ben 27» Augujr 1770 mit bem 
Springen nadf) (Strasburg ab. 

2Cuö (SarlSrulje fdfjneb er ben SO» tfuguffc 
1770: «3dj bin *;ier t>on Sage ju Sage mit meljr 
©nabe, infonberfjeit beS Sftarfgrafen ((Sarlgriebri^) 
biftinguirt; aber tcfy felbft bin in folcfyer >3erjireuung 
unb SGBüft^ett beS ÄopfeS cewejen, baf im befonbem 
Umgang !ein SD^enfc^ aus mir $at ftug werben fonnen, 
fftur bie (Stnfamteit, ber Sßalb unb bk tfbenbbam* 
merung ftnb bie @ammelpld|e meiner getftreuten ©e* 
banfen geworben. 2>a mid; je§t nichts, was bloS für 
ben Äopf tfr, tntcreffirt, urteilen ®ie, wie fror; idj 
war, ba i$ ^ier einige £ l o p ji o cüi f d; e Oben fanb, 
bie mir neu waren , unb ganj — gan& @efül)t ftnb* 
Sd) fyabt ben (Einfall gehabt, mir eine fteine (Samm* 
Utng ber wenigen beutfd)cn ©tücfe &u madjen, bie 
mir ber wa^re Ausbruch ber (Smpftnbung unb ber 
ganzen (Seele fdjeinen. f. — 

Berber befanb ftdj in ber erfren &it feines 2fuf« 
entfyaltS in «Strasburg in einer unmutigen ©tim* 
mung, beren ©runb er in feinen ^Briefen näljer angibt. 

(( Steine ijiefige (Situation, * färieb er, tc tiz mir 
burc^auS ni^t gefallt, tk allen 2(bftd}ten bes ßuti- 
ner £ofeS unb meiner SSejh'mmung entgegenlauft, 
tjr eben bii Urfadje meiner <Sd)wermut§, unb bie 



93 

®a$e lauft fo, bafj i<$ , ebne gang aufboren t$ 
fetbft ju fei)n, 2CtleS umwerfen muf. £)er (Sntfc^lufj 
ijr gefaxt, bie S?tof ^i^enbtgfett iji ba, unb e£ ftopt fid? 
je$t bloS baran, wie ber gefaxte (Sntfd&luf? mit aller 
©cfyicHidjfeit für mtc^, für ben ^ringen, feine eitern 
unb ba$ $ubit!um auszuführen fet), unb baS mup fic^ 
balb geigen. " — 

@r bat bemnarf) um feine (gntlaffung, bte iljm, 
wiewohl Ijocfyfr ungern, erteilt würbe. £>er Xb]ü}ith 
oom Sprin&en ti)at feinem ^erjen we§e. « eben fornnv' 
idj oem ^ringen , M l;eißt eS in einer ©teile feiner 
bamaligen ^Briefe; K id) Ijab' tym mit weinenten 2lu; 
gen meine Trennung angefünbigt. (Sr war eben fo 
gcrüljrt, )xdt idj, unb ify fyab' ü>n blap \vk eine Scidje 
oerlaffen. @r fuc^t wenigftenS nocfy SBocfyen unb $Ro- 
nate 2Cuff$ub, ful)lt aber mit mir alle SBeweggtünbe 
unb SSeranlaffungen, fo \vk irf) fie felbji ful)le. " — 

Sn t)k $tit feines Aufenthaltes gu ©trafiburg 
fallt au# £erber'S Sefanntfd&aft mit Sung (@tuV 
ling) *), unb üorgüglicfy mit ©ötfyen, t>f_c ber £e|* 
tere folgenbermaafien erjagt **) : 

«SaS bebeutenbfte Greignifj, was bi'e mi^tigften 
folgen für mid) £aben foltte, war tk 33efantfc§aft 



*) 0. fjung'S Se&enSOefdn'eifcung. SSeiliu i8c6. ($8fc. 

©filliufl« SBanöetfc&aft.) ©. 173 u. f. 
**) @,©5t5c'* SBerfe. 25». XVIII. ©. ;c2 - 304. 



94 

unb bfe baran ftdj fnüpfenbe nähere SSerbinbung mit 
Berber, — Sdj war In ben ©aftyof jum ©eijl 
gegangen, t$ weif nid)t, welken bebeutenben grembett 
auf&ufu^en. ©leicr) unten an ber Sreppe femb iä) 
einen SDcann, ber eben aucr) hinauf $u jieigen im SSegrif 
war, unb ben i§ für einen ©eiftlidjen Ratten fonnte. 
©ein gepuberteS #aar war in eine runbe ßocBe auf* 
gefteeft, ba§ f<$war&e Äleib bezeichnete tyn gleichfalls, 
mer)r aber neet) ein langer/ fdjwar§er, feibener S0?ar>^ 
fei, beffen @nbe er $ufammengenommen unb in bk 
Safere gefreeft fyatte. £>iefe$ etnigermaafen auffa'Uenbe, 
aber bod) im ©an&en galante unb gefällige 2Sefen, 
wosen idj fernen fyattt fpred;en i)oren, lief mid) feinet 
weg§ zweifeln/ baf er ber berühmte tfnfommling fen, 
unb meine ttnrebe muf te tyn fogleid; überzeugen , bafj 
tdj it>n fenne. @r fragte nacr) meinem tarnen, ber 
i§m ten feiner SBebeutung fcjpn fonnte; allein meiae 
Offenheit fdjien il)m |u gefallen, tnbem er fie mit 
grofer grcunbiictjfeit erwieberte, unb ficr) fogletct) $« 
einer lebhaften SJHttfyeilung bereit finben lief. — 
«Beim ©Reiben hat icr) mir bte Grlaubnif aus, ifyn 
hti tym §u fer)en, tie er mir benn aucr) freunblicr) ge s 
nug erteilte. 3$ serfaumte nid&t, mic^ biefer S3e* 
gunitigung wieber&clt $u bebienen, unb warb immes 
meftr son iijm angezogen. (Sr ^attc etroaS 28eicr)e3 in 
feinem betragen, ba$ fer)r fc&icfltct) unb anjHnbtg war, 
otme baf e$ eigentlich abrett gewefen wäre; ein 



95 

runbes ©eftc§t/ eine bebeutenbe Stirn/ eine etn?a§ 
ftumpfe 9?afe, einen etwas aufgeworfenen/ aber $o<$jt 
inbicibuell angenehmen/ liebenswürbigen Sftunb; un* 
ter frf)war$en tfugenbraunen ein tyaav f ol)lfdjwar§e 2(u« 
gen/ bte il;re Sßirfung ni$t r>erfel)lten / obgleich i>a$ 
eine rotl> unb entjnnbet gu fei)n pflegte. £>urcr) man= 
nigfaltige fragen fudjte er ftd? mit mir unb meinem 
Uuftanbe befannt gu madjen, unb feine 2Cn$ie£ungS* 
fraft wirfte immer jtärfer auf mi$ *). — £a£ 
übrigens bfefelbe fidt) fo gut auf tfnbere/ als auf mich 
wirffam erwies / würbe ity faum erwähnen/ $dtte i$ 
«ic^t |u bemerfen/ bafs fte ftd) befonberS auf Sung, 
genannt ©tiUing/ erftrecft Ijabe. 2)aS treue reb* 
lid^e ©treten biefes Cannes mufjte Seben, ber nur 
irgenb ©emütf) fyattt , fjod^jltdt) tnterejf iren / unb feine 
<§mpfangIicr;Mt Seben/ ber etwas mitzuteilen im 
©tanbe war, jur 5Dffent)cit reiben. Zuä) betrug fic^ 
Berber gegen iJjn nacfyft'c&ttger als gegen uns 2tnbere, 
unb Sung war bur$ £ erber' n bergefialt eral* 
tirt, bafj er ftdE) in allem feinen Sljun gefiarft unb 
geforbert fül;lte **) — Berber felbft $atu ftclj f$cn 
genugfam berül;mt gemalt, unb burdj feine Frag- 
mente/ W frittf^cn SBdlber unb 2fnberet 
unmittelbar an W <£titi ber sorsüglicfcjlen Banner 



*) ©5 t!) e a. q. ö. @. 322. 
•*) ©ötbe a. a. £• @. 3°s u* f. 



96 

gefeßt, welche fett längerer Seit bte tfugen be§ S3ater- 
lanbeS auf ftd) fcogen. SßaS in einem folgen ©etfle 
für eine Bewegung , was in einer folgen 9?atur für 
eine ©dfcrurig muffe gewefen fepn, tdfjt ft<$ weber 
faffen, nod; barftelien. ©rofj aber war gewiß baS 
eingefüllte «Streben, wie man leicht eingestehen wirb, 
wenn man bebend, vok »tele Saljre nac^er unb tva$ 
er atfe§ gewirkt unb geleitet fyat* M — 

©otfye erwähnt tnbep in feiner ©$ilberung £er* 
ber'S au$ ein gewiffeS surücüßofjenbeS SBefen unb eine 
bittre, farfajh'fd&e Saune. «Berber f ontTte / Ä fagt 
er *} «alterliebft einne^menb unb geijlreict; fet>ri/ aber 
tUn fo leicht eine rerbriejjlidje <&ntt $crüor£et;rem 
sDiefeö tfnjieljen unb 2CbftofJen fyaben jwar alle SDZen* 
fd&en tyre* Statur na$, einige mel)r, einige weniger, 
einige in langfamern, anbere in fdjnetlern Wulfen; 
wenige fonnen ifyw Eigenheiten hierin wivllity be* 
jwingen, «feie §um ©c^ein. 2ßaS £erber'n be« 
trifft/ fo fc^rieb ft$ baS Uebergewtd&t feines wiber* 
fpred&enben, bittern 4?umorS gewijj von feinem Uebel 
unb ben barauS entfpringenben Seiten $er,* 

Berber fa^> ftd^ ndmli$ genötigt/ ia fein tfuge, 
an bem er fc&on in ber Sugenb gelitten, ftd^ »er* 
flimmerte, son bem berühmten 2fr§t Cobflein in 



*) ®. ©ötbe a. a. ü. @. 306. 



97 

© traf b Uta, *), ftd& bte Zfaänmfäkel opertren &u 
laffen **).' 

«SKorgen follen bte $raparattonen &ur (Sur met* 
ne§ 2Cuge§ anfangen , J) fctjrieb gerbet tn ber ^JlitU 
beS £)ctoberö 1770/ «rjeute ijt ber €^jate fonbtrf, 
unb gar nicrjt gefa^rlid) gefunben; tie @ur tft'S audj 
nicrjt, unb tct) fefje il)r atfo ju @nbe folgender SSo^e 
mit SSurjc unb neuer Hoffnung entgegen. — 9?ur ifl'ö 
mir immer, als roenn ritzte baraui werben fott", unb 
feaS mactjt micr) auf ben tfuSgang eljer neugierig, a'tö 
furcrjtfam erwartenb. — (SS ijt überhaupt mit met's 
nem 2üige fonberbar gegangen. 3e§t ijFs jum ft'e« 
benten Sflal, baß i$ mtct) auf eine Operation fertig 
mactje: in §)reufen, in SSiga, in gr an frei et), 
in <%> ol jre in — immer »urben SSerfudje unb 2ln* 
fralten gemalt; ein $)aar 2D?al fcab' tc§ fcijen gefeffen, 
unb ber Operator franb fd^on bereit, unb immer iat 
men jum Ztyil numberbare 3tt)ifd;enfdae $ingu , bte 
meine Zubereitungen sergebltd) machten. £>t*e§ fonber* 
bare (Spiel con Umftanben macrjt mict), \>a ify über? 



*;-3obann Srteörtdj £*5ftetn, geb. 1736 ju £am?et£< 
beutt/ geft. 1784 <Ü3 vPvoftffoi; free Anatomie u. (Eb'rnrgte ja 
©trn§Durg. -25ergL ßbec i&n u. f. @d)tifren: 25 fl I b t n g e r'S 
55iojrapl)t«n jefct lebenöec Skijte. Q5D. i. ©r. 3 ig, 103, u. 
f. 2R* ufer§ SeFtfon bei veyftorb. @4fiftffclle! 35D- 3. 
<2>. sei. u. fv 

'•) 3i. fl. O. ©♦ 305 u. f. 

7 



98 

i)zu$t in meinem Ceben eine gemiflfe frappante tfefm^ 
lietjfeit wieberfommenber Umfianbe bemerfe, aucr) für 
je|t ^eifeln, ob ni^t triebe* fö eine #anb aus ben 
SBolfen jldj jwifd&en ba§ Snjrrument unb mein tfuge 
plo£li$ ftclle unb rufe: £u folljl meßt!" — 

(i $5l\t meinem Äuge/ f)eifjt e§ in einem/ im £)e^ 
cember 1770 getriebenen «Briefe/ a get)t es, ]üibim tdj 
ben anbern (5#irurgu§ ba§u genommen, ernjtitcrjer, unb 
feie eine gefährliche Operation, um bie Sobjtein (o 
lange umhergezogen vcav, tjt glücflicfy gemacht! — 
3d} fet)e i?|t im (Srnjr ber völligen SSefferung ent-~ 
gegen/? - 

£eiber \ai) er ficcj in btefer Srroattung getäufcrjt. 
:£ie Operation mifgtücfte, Sobjretn fctjrieb biefen 
gufail einer befcnbern SSübung be3 S^afenlnorpels §u, 
ba er fonjr meutere Operationen biefer 2Crt mit ©lücf 
gemalt Saite. 

«Steine Gur tjt jeßt &u ©nbe, M fctjrieb Berber 
im %xüb\ai)t 1771. (C 2(ber f)aben £ie STcitleiben mit 
mir! 9$a<$ alten <Scrjtfier§en, Soften, 2Cbmattungen, 
SSerfaumniffen, Sßerbrup unb ^ranfungen ijl'ö fc^ted^- 
fer, aiö eS pocr gercefen. Sie @ur tjt fefjfgefirjta* 
gen» — ' 2t$! mit wetzen Sbcen gebaut' id; ju S^ 
nen $u fcmmen, unb rcie fomm' ict)! — Set) beiße 
bte Sdfine girfammen. SBaö ijt'S boct) mit aller Sftun* 
terfeit V 5 UU -.-?, .renn man ein tjalb 3al}r gwijfyn 
o 1 1' u V. . - ; 'fdjloflen mar-.'* — 



99 

©otfje, ber ifjn in biefer 2ibgef<$teben$eif, rcetdie 
\jom October 1770 bis £itm 3fpril 1771 bcuerte, 
täglich, ja oft mehrmals tcö ScgeS beTttdjfe, unb fcet 
ber .Operation felbjr, ncbjt einem i&uffert spejßlosr, 
bcn gerbet in Stfiga fennen gelernt fyattt , gngegcn 
n?ar, fcfjilbert ben unerfdjütterlu^en Sftutfy unb tte 
Raffung #erbet'S *,); 

«3$ fanb alleUrfadje,» fagt er**)/ «feine grofe 
@fcanb§afttgfeti unb ©ebulb ju bewunbern; benn nfc= 
bei* bei ben \>ielfa$en djivurgtfcten g$ern>unbungeh, 
no$ bei tzm oftmals n?teber|)oItcn fdjmerglidjen SSer« 
cenbe bewies er ft'c§ im minbefren »erbriejjlidfo t ttäti 
er festen berjenige oon uns- ju fe^n, ber am wenigfien 
litt. — Sßenn man nun* fugt er fcinju *.**)) a bet 
ber Operation $erber'S ©tanb^aftfgFcit unter folgen 
©djmerjen beftunbern mufte, fo fyattt feine meiernde« 
lifcfje, ja grimmige SReffgnatton in bem ©ebanfen, 
Zeitlebens einen folgen SRafel tragen $u muffen, tu 
roaS roatyr^aft (SrljabeneS , »oburdj er ftdj bie SSeref)* 
rung berer, bte ilm flauten unb liebten, für immer 
fcu eigen machte.» — 

$erber'S ^reiefdjrift über ben Urfprung ber 
<Spra$e ****) entftanb n?a£renb feines £tsfeft$ätfs 

•) Götfce'S £eben von ^>eitii'tö) JD'övittg. SBeQnat iSsS» 
©. SS Ü. f. 
*') &'. @5 1 1) e n. (i. £>• (§?. 3c6, 
*-)3!. ß. Ö. ^.315. 
" r ^ -;~. effdjsen juevft unter fceni St':*!: *.f in-nt'l'.'.nn f!**? f*ti 



100 

in ® traf bürg. «SBtr Ratten m$t lange $ufam« 
men gelebt,'* erjagt ©ot$e *), «als Berber mit: t?er- 
twute/ bafj er ff$ um ben $)rei$, welker auf hie 
fcefte «S^rift über ben Urfprung ber ©prägen t?cn 
«Berlin au6gefe|t war, mit $u bewerben gebende. (Seine 
Arbeit war fdjon tt>rej; SSoUenbung nafye, unb wie er 
eine febr reinliche £anb fdgrteb, fo fonnte er mir balh 
ein lesbares SRanufctipt ^eftweife mitteilen. — £er* 
ber 3 2lbbanblung ging barauf ^tna«6, $u jeigen, wie 
ber STOenf4 alö SDlenf$ moijl aus eigenen Gräften %\\ 
einer Spraye gelangen fonne unb müf[e. 3<$ lag bte 
( Eb^anblung mit grofem Vergnügen unb gu meiner 
befenbern Kräftigung ; bem SSerfafler begeigt' iä) meU 
nen SSeifaU , inbem tefy nur wenige SSemerfungen, hie 
ottS meiner «SinneSweife tyerfloffen, f)in§ufügte.* — 
2Cud) bie SSlatter: SSon beutfe^er Uvt *nb 



Utfptuncj Der Cprndje, »clcfce ben üon Der Ä8nigl. QkaDemte 
öet SBifieafcT>afteD f. D. Ij. 1770 gefegten <Drei§ erbalten &iu, 
oon J£>erru £etDer. 3luf*5efeb,l Der QlcaDenue (jerauSgegebeu. 
Yocabuia sunt notae rerum. Gic. Berlin 1772.8; D(Wß 
jufttr.tnen tmt einev fpätevn QlbljanDlung J£>etDer3: SBon Den 
-Urfrt(t»en DeS gefundenen (BefcJjmacB bet Den tterfc&teDenen 
SSölfestT/ ttJo er geblübet. — SBergl. ungemeine Deutfcgte ^25tr 
■■_ bliörbet" / in £erDer'» 5 iBer?en 5. Q>Düoropfrte u. ©efc&tdjte» 
2i). 2. 53 D. 19c ©t. 2. @. 439 — $i- ÄontgSberger geL 
3«;t» 1772. 9£r. 25. (*><m 3. ©•- £ a m a n n). 3?r, 37» SSeihige 
('2lfcfert gang Der 3?r* 26. enthaltenen DUcenfton, von €beß: 
6ew.Vi5eß). JDeutfdje* 3J?erfar. Februar it73> 99 w. f. 
*) 5f. a. O. ©. 309. 



101 

tfunffc entfhnben tn SSerbinbung mit ©otfjen wa> 
renb beS Aufenthalts gu (Strasburg *>. 

«SKeine spiaftif liegt, a fc£rieb gerbet: ben 5. 
September 1770 an £-artfnodj. ««Strasburg 
föetnt gar ntcfyt ber Ort, wo man plajUfen fann. 
£>£ne 33ü<$er, ol;ne Sage ber ©eele, otyne Srieb ber 
SBtrf famfett : was fott i§ färeiben? — JDie erfte 
neue 50? orgenr btfje meiner ©cele fott meinem greunb 
#artfnodj f*gn unb bleiben. — ©ie fdjetnen mir 
eine Unbeftdnbigfett beS ßljarafterS ©cfcuib gu geben, 
bie mi<$ -fömerjt.* — 

Ueber tiefen Vorwurf §at fidj Berber in einem 
fpatern SBriefe tjom 20, September 1770 gerecht* 
fertigt. 

K 3dj bin in einer jbunfeln , aber rtid;t bürfttgen 
SDMttelmdjsigfeit geboren , unb ton Ätnbfjeit auf er« 
innere td) mid) nidjtS als (Scenen, entrceber ber 6m* 
pfinbfamfeit unb Sprung, ober eines einfamen ©e« 



*) @ie etfdjuoea juestf 1773 ju JpamSutq. Sfcw öec 95 tief« 
ttedjfel über DjFtan unö Die SieDet iiltet SSölfer ■(©• 1 — 70)/ 
unö öet Sluffaij :: ©fjafefpeave (©. 71 — "8)/ bat £esöern 
jum «BerfaiT*«. £>es 2luffa£: üon &eutjV&« ■ 53aufunft/ D» 
M^Ervird a Steinbach (@~ 119.— 36),- * geb&tt ©otfje'iu 
(©. teilen Sßn-E* 550.19.-©. 99.) STetgl. über &te^d)sift : 
33cm öeutfdjer 21tt unö itunft ,- QiUgem. t>eurfd)e 22ri&i;o:beF» 
2, üinbang. £Jj.- 1. ©.1169. üi'Itminadj öei- Beutfdjen SOluf*;» 
auf D- 3- 1774. ©* 6 u. f. . © d) i t adj'S SRßflaiiö öet Deuts 
fdjen Sttttifef. Söö. 2. Slj.. 3- ©. 151 u. f. 



102 

banfenraumö, ber meiftenö ccn planen bc§ (5l;rgei$e8 
belebt würbe, hie man in einem Ambe ntdjt fuctyt, 
3dj ^atte alfo, fo serwotmt unb mütterlich icg war, 
fo entfernt"" t>on © etel;r famfeit unb SBilbung i§ fe»n 
mochte — u& |jatte alfo »on meiner Ätnbr;eit an 
(§l;a ratter, unb icg formte Serien bauen manche 
groben erjagen. — #u$ taufenb £>orurtl)eiten wollten 
meine Altern miä) nidjt gut SQBiffen-fd^aft beftrmmen. 
©in Statt, ber ft'cg fet;r tn hk (Sachen metner gas 
milk mifctjte *), sermet)rte bte (g$wterigreit in'ö Un* 
enbtid;e. SSetäubt, unwiffenb, muff tet; blinbting£ 
folgen/ ging nadj Äonigeberg mit einem rufTifetjen 
£3bei-feltdjU"urg, e\i\em greunbe meiner Wem, mein 
llüQe curiren gu (äffen, unb bte Chirurgie ju erlernen. 
Unb td; — jum ©lud warb er fdfonett naeg Meters* 
bürg gerufen, benn er t^at mir bie leefenbffen 2iu- 
tvebe —.unb i§ ging fyin, unb IjeJ micr; immatri* 
aiJfreri. Unwiffenb, einfältig, unbefannt, wie id) war, 
ja o^ne (Selb unb JCueftcgt aueg nur auf brei SSodjcn, 
guvg id) auf bk 2Uabemie. Unb nocg bis je$t I;at e$ 
midj nidt gereut. 9?atl)cn ©ie, ob icg (Sfjarafter 
i;ate? — 3ugleid) fcfyrieb id) meinen (Stfern, bafj 
iä) in meinem ganzen Qtabemifötn £eben leinen ©djils 
ling »erlange. Unb iä) i)ab' eö *u$ nie »erlangt, 
Sdj $aüe jtubiri unb gelehrt unb gefc^wdrmt, unb 



•) öjf«n&av iii biev Svefc&o aemsint. 



103 

miü) halb auf ber tfcabemie in 2Cnfe$en gefegt/ unb 
tiefe Softe gua,e&radfof, bafj i$ mir fte lieber jurücf* 
wünfe^e — unb bo.S 2CUeS o^nc meiner (SUern Sofien. 
Statten ©ie, ob t'dj (Styarafter |>abe *)? ? - — 

«Sn §)ari$ befam td} S5rie r e gur Steife mit 
bem ^»injen. 3$ nafjm fte an, unb genefj bei: ©nebe 
be3 ^)0fe8 mefjr aiS titlfg war, of;ne ober \i auf eine 
(Stunbe mid) jum (gflaoen $u machen. SSfelmefer war 
mein taglidjeS ©efpräcfy bie ^nung, baj? td; bte Steife 
ntdjt rotlenben würbe. Sd) ?ann fte nietjt üollenben. 
©er erfte Ort beS ©tillftanbeS &eigfe mtr'S, bafj. fte 
feine SRcife für mid; fev)n rourtjf/. unb td; immer be* 
ptacirt bin; entweber jefct eine ttenberung, ober tcr) 
fdjleppe mid) burd; Sanber/ reo iä) gcfeffclt bin. SSaS 
atfo aud& bie gange SÖeU/ waä audj meine Siebe gu 
Italien mir entgegen rebe — td) fc^e ntcr)t / wie ic^ 
anberö fwnbeln fann. Set) ^anble nad) meinem <5$a* 
raüter/ unb bagu muffen ft'ct) "2fu6ftd;tert unb Um* 
ftanbe paffen. — SÖenn Seb^aftigfeit Seranberltcrjfeit 
^eißt,* fd)(teft £erber, «fo bin iäf€* Unb we'oe bzm 
.©tanbC/ ber Situation/ bie ein ©rab beS ewigen 



*) &ier folgt bie ©c&ü&ermig feines 3ufe!»tljalte3 in Ottga uttö 
ber geöäffigcn ©eimnungen eine» StjeilS i>ev Dortigen ©eift* 
licbfeiu 22iv bA&eti biete ©teile bereits fiiiyer, gegen fcaS 
(SnDe Der evften »JJerioDe nu-5 JgierDer'o geben mitgeifeeslt/ i;uD 
jw.u unter Den 55e»eggriinDen/ Dietfen befitniniten? SP.i'gii ju 
ttevl>ifien. 



104: 

©inerter fepn müfte! 2Baö tft retdjet unb unerföopf« 
lieber unb mannigfaltiger/ atö bte SS5c(t beS menfä;- 
liefen vf>ergen§, unb wo ftnb benn bte 3n?ec?e für bte 
SBelt ju leben, je — wenn man beibeS einjurtäjten 
weif — ben Sweben für fict) ju leben, ent* 
gegen?» — 

SBaö £erber'ö (Stubien in btefer $>eriobe feines 
SebenS betriff, fo fäjeint er fiel) oor&ugSweife mit ber 
englifc^en Literatur, namentlich mit <St)afeSpeare 
fcefädftigt gu t)aben. SÖenigfienS get)t bief au$ met> 
rem feiner bamaligen SSriefe tjeroor, üon benen wir, 
ba #erber im grü()iat)r 1771 (Straf burg »erlief, 
einige tfuljüge, als 2lbfä;luf biefer $>eriobe, mitteilen 
Wollen. 

«<So t)at S^nen SRomeo unb 3 u He fo ge* 
fallen! 9 fctjrieb Berber, K unb glei$wot)l l;aben (Sie 
fcieS trefflictje, l)immlifct;e (Stucf, i>aö etnjige Srauer* 
fpiel in ber SÖelt, btö über bie Siebe ertftirt, nur 
in ber Ueberfe^ung gelefen! £)enn baS muf i$ fagen, 
baf unter allen ©t)afegpear'fc§en StücB SÖtelanb'en 
fetnö fo üerunglücft tft, als bteS. 2)er ©runb tft 
tielleic^t ber, baf SÖielanb nie fetbji eine 3?omeo* 
%kbt gefüllt t)at, fonbern fiel; nur immer mit feinen 
$Pantt)een unb <5erapt)inö ben Äcpf coli ge* 
weljt, ftatt'baS #er§ je menfdjltrf) erwärmt l)at. 
Unb fo finb ibm i>U fct)6nften Äu^enwinfe, in benen 
\>U Siebe met)r, als buret; Sßorte, reoet, eine ganj 



105 

unbekannte (Spraye gewefen. £)a&u §at (S^afeS* 
peare in biefem ©tücf oiel Steime, auf bie SO i c- 
Ianb in ben 9?oten loSjie^t, bte freiließ audj einem 
Ueberfe^er ben Jtopf unb bie geber toll matten ren- 
nen, aber im Original jur wahren SKomanjenfpradje 
ber Siebe .geboren. Gtne $robe ift £. S3. baS @e* 
fprä<$ ^wifcljen SRomeo unb Sulie auf bem Sali, 
wo immer bie Allegorie tton anbddjtigen spilgrimmen 
in grag' unb Antwort,, hä £dnbebrüd:'en unb -Kufj 
fortlauft/ ba$ e$ fo fytmmlifd) wirb, als e$ freiließ 
romantifefy, unb/ wenn @ie wollen, abenteuerlich im 
jDeutfdjen l;erauäfommt. — Söie feljr ©^afei* 
peare mein <2tec£enpferb ift, wirb 3l)nen üielletdjt 
Sft. gefagt Ijaben. 3$ §ab' ilm ntc^t gelefen, fon* 
bern ftubtrt, wie i§ ba$ Sßort retfjt unterftreidje. 
Sebeg fetner ©tücfe ift eine ganje $)l)itofopl;te über 
bie Seibenfdjaft, con ber eö tjanbelt. * 

«25or dn $)aar Sagen fyab' ic§ ^i§e§borne'S 
58 riefe gelefen ^ mit einem Vergnügen/ baß i<$) feljr 
oft in ©ebanfen mit S^nen geteilt t)abe, ©S ftnb 
»tele SSnefe barin, bte bie fd;onf!e ßectüre unb (Situa* 
tionen für bie ©mpfinbung eines fdjönen weiblichen 
4?erjenS enthalten." — 

«^aben ®ie ben Sanbprebtger üon 235a» 
fefielb gelefen? 3d> Cef il)n wobl je^t fdjon 
^um werten SKale. (5r ift eines ber fetjonften Sßiu 
c&er, bie in irgenb einer Sprache ertfrtren, unb fe^r, 



106 

fe^r gut üfcerfe|t *). 3$ mac^c e§ beinahe mit mei* 
nem Canbprebiger son SBaf eftelb/ wie jener 
e^rlic^?* Sftann, ber olle ßeute fragte: %abt Sftt ten 
$Propt;eten S3aru$ gelefen ? <5r ijt von Letten ber 
ßaune, ber G^araftere, bes ßef)i:re;ctjen unb Siü^renben 
eia wahres S3u$ ber Sitten fc^ctr. » — 



) SSevmut&lidj Ijatte £e«Det öte anom>mc Ue&erfe$uti'j vor 
fiel), loelc&e ja Seipjta 1767 FrevauS faui. ©ie bekannte, von 
5öoDey erfcöien et'ft im 3- 1776* 3?. 21. (rbenb. 1802. löte 
neuefte Uebetfcfettiia öe$ ©ölöfmit&'fdM Diomam» lieferte 



107 



Glitte Verlobe. 



1771 m 1776. 

gerbet war im Sttap 1771 $u £3ü<f e&urg an* 
gelommen. ©eine bortigen SSevljaltmffe entfpracfjen 
tnbeß nic^t »o'tttg ben (Erwartungen, feie er gehegt 
ijatte. SDec ©raf, getftretdj unb melfeitig gebübet/ 
t)orjuglid^ buvcg ben Umgang mit bem bekannten 
©cljriftffetter Sfiemaö 2(66 1, 6efa{ü einen gereiften 
©tolj unb ein ernffeg, jurucE'&attenbeS SSefen. <5§ 
war tym ntd^t 6lo£ um wtffenfc§aftlid&e Unterhaltung 
ju t^un, er wollte au<$ gcljulbigt fe^n« 2(6 6 t war 
%u fefyr SföenföenFenncr / ats ba£ er ntdjt SSeibeS auf 
eine letzte SÖeife $att« ser6inben fotten *). liUt 



•) SKan finöet feinen Sbavafiet ae^iU»ect in 5"t« S&tcolai'S 
©djnft : S b t e n v) e D ä c5 1 n i g €>c r« n £ & o in fl 6 31 b b t'>5. 
58'effin 1767. SSetflU ©ot te c'3 luftov. ?oi5ljott;cf. 55D. 6. 
<S. 114 u. f. SS e i).c t ra a a n '3 Si'ocövtdjten öott ©clcbrteu 
au 5 Ulm* ©. 1 u. f. SESenfel'S Sepicon tocrftovö. ©djnft- 
fteüev. Q30« 1. 0. 3 tt f« Seesen S Septt'os ö«utf$er £5icl)» 



108 

#erber'ö $arte, unbefangene Sflatuv, fein ernfres, $alb 
fc^tt)ermuti)tgeS Sßefen, mit einem SÖort [eine ganje 
Snttoibualttdt war ni<$t geeignet/ auf dfynlicfje SBeife 
tie ©unjl beS ©rafen gu gewinnen, falls Reibet über* 
fcaupt ftdj jemals ernjtlitf) barum bemühe. 

2Bte f^ire C^araftere, fo waren audj SSeiber 2fn* 
ffdfoten in wefentlidjen fünften »erfdjteben. £)en 
SBunfd; be§ ©rafen, ba§ £erber ftdt; sorgüglirf) ber 
Literatur/ unb weniger feinem geiftltd)en tfmte Witt 
men mochte, lonnte biefer unmöglich erfüllen. dUn 
fo wenig genügte il;m baä bloS betracfytenbe, rdfon- 
nirenbe ßeben, in baö ir)n ber ©raf fo gern fytneinge« 
Sogen fyattt. £erber'ö $\xed war fein anbrer, als 
eine SÖirffamleit, iit frifd^ unb frdfttg in'S Seben 
eingriff. 23erf)dltntffe biefer Titt mußten bal;er für 
t^n/ ber ftd) ju einem gefämeibigen Eingeben gegen 
bte ©rofen nie iDerf!el)en fonnte, tttza$ Ijoc^jl ^einlicbeö 
§aben. £n feiner amtlichen (Stellung als ©eifriger/ 
gewann er nur nadj unb nact; hie Ztibt ber ©emeine A 
unb in ber SSerbefferung beö ©djulwefenS traten tljm 
tie inbiüibuellen 2tnftct;ten b?$ ©rafen ebenfalls §in* 
ternb entgegen *). 



tit unö 3>iofmften. $öö. i. @. 3 u. f. 33 D. 5. <&*- 693 
Us f. 53D. 6. 0. 5^9' 
•) (Sine f utje , abec hite^fifltite ®d)il£>ei-utKj öe$ ©rafen gibt 
Sintinetntiinn in f. 2Betf rUebetöte-gtn f cvm fett 
(£&. 3« <2>» 456— 68)/ womit öie betüin <^ii;sjfte»; Ueber 



109 

«Steine Situation gegen ben ©rafen, 8 fdjrieb 
gerbet im tfuguft 1772, «ift nod> immer biefelbe — 
unfenntlidj, entfernt, nidjt für einanber. (Sin ebler 
$err, aber Qufjerjr «erroo&nt! ein großer £err, aber 
für fein Canb £U groß! ein ^ilofopljtfdjer ©eift, un» 
ter beffen ^3t)itofopt;te id) erliege ! — 3m Sanbe ift 
für midj ntc^tö §u t$un. (Sin ^paftor ofjne ©emeine, 
ein spätren ber (Spulen oljne Spuren, Gonftfiorials 
ratl) c§ne (Sonfiftorium ! 2Clte meine ßieblingsibecn 
Dom Sprebigtamt ftnb jum Sijeit an biefem Ort »er«_ 
nietet. — £5urc§ bit lange SSacanj |ab' idj für midj 
ttjenig eigne ©emeine, unb ben Uebrigen bin iä) ge- 
lehrt, fein/ ein £cfmann, »ornefjm. — Sie 5Hdtl)e 
fefjen mic§ für einen €Ocxf oergnügten , $u geinen ober 
ju ©roben, ju ©eraben, ju ©reiften, unb alfo mit 
aller £edjad)tung für einen £)om im 2(uge an,* u. f. n>. 

Sn biefen peinlichen 2Ser^altniffen lam v£>erber'n 
eine gewiffe SKeftgnation rcoljl gu flatten, fo wie ber 
©taube an eine i)6$ere Seitung, hk auc§ heraus tU 



öcn«egicrenöcii@cafen SB Üb eint äit@cbrtBm.- 
bürg: Sippe (SBten 1789) unt>: Söenfiuü'röigfeitett 
DeS & r a f e n SB i 1 b e l m ju © cb a u m 5 u r g ' L* t p p e 
( öon 2 b e ö v © cb in a 1 5), ^aouoioec 1783/ äu üerqietcbere 
fwö ; bie Untere nnt einem 35iufibilbe öeS ©cafen en me- 
daillon, QJucb in t>em QJiograpben ber bvei legten Sab*-* 
bunDecte. (?SD. 3, ©t. 2./ ©.9c— 105.) finbet man eine gebcnl« 
befebretbung öe$ ©rafen; De<SgL; in ben biogr. IDeßTmaUtt 
ton $. 21. Sßtun&agea tjon €nfe. Söetltn 1&14. 



110 



, 



wdS ©uteS herbeiführen werbe, feem et jtc§ f$on in 
feinem frühem geben sertrauenb Eingegeben fyatti* 

SBtrElidj fc^ien bte $crfel)ung tm (Stillen ffc 
ifjn ge[orgt %vl l)aben; benn hk SBefanntfd&aft becßJe« 
mafylin bestrafen, ber ©rdft'n Sftaria, einer aufcrft 
gartfür)lenben ©ame, oon religtöfen ©runbfaßen, bte 
in ftiller 3urücfgesogenl)eit lebte *), foljnte *£>erber'n 
mit ollen ben trüben Erfahrungen au§, bte et 6i^^et 
gemalt i)atte. 

@S war ju 9teuial>r 1772, wo Me ©raftn, hü 
Heberfenbung beS üblichen ^eujafjrgefcljenlö an 4?er* 
bet'n, all i|ren SBeic^toater, sugleicfj ein eigenljanbtgfS 
©^reiben an ir)n t:td^tete. £)ie offenherzige «Schübe* 
rung feiner Sage, welche #erber'ö Antwort enthielt, 
unb freunblic^er SrotreSäufprudj son Otiten ber ©ta* 
ftn, 2D?utt> unb ©ebulb nicfyt in verlieren, leiteten 
attmal)lig einen ununterbrochenen- SBriefwectjfel ein* 
£erber'S greube über biefe SSelanntfc^jaft fpric^t jicr) 
fct)c lebhaft in einem feiner bamaligen SSriefe au§. 

«3$ fange feit oier§e$n Sagen in 33 ü de bürg 
ju lebten an, unb 20le§ fd&eint ftct; mir $u tteranbem 
bur$ bii SSeranberung einer (Seele, — 2)te fyieftge 



*) 2)et ©ctif hatte ftdj ben ?• Stfoöjmbes 1755 mit ibc flev:nitb!r. 
35eiöe SöataEtete innren / «>te e§ ft'cl) 5n!D jeigtc; in metu.- 
facljet: .Gmiftcl): su öcrfc&ieben, clä Daß s:n fittbcie* SSetbült* 
5Jt;3, .-M ge»jfn}ettiafi^»cf)art)tn«3/ föqücb^tütt finb.«« Fönnti?. 



111 

regierende ©raftn — »ollen (Sie ficr) <fn SSttb bec 
Carita, ber (Sanftmut; , Stebe unb (SngclSbemut^ in 
Siner ^erfon benfen, fo benfen (Sie ficr) fie. ©ie 
fjat fenberbare ©djiccfale ge$a&£ (Sine geborene 
©rdfin von Sippe = S3ijr er fe l b, aber eine ver- 
taffene Söaife von £tnb§ett an. £ie iffc unter anbete/ 
SSerwanbte, greunbe weggekommen, r.ad) SÄ a g b t* 
bürg/ (Seriellen — ta ijl ft'e $>ietijren in tie 
ipanbe gefallen: ein weites/ fühlbares #erj unter 
folgen Umjtanben — ©ie lonnen ficr) hie ßtnbrucfe 
felbfi benfen. Unfer £err §at fie barauf auf tyt 
fortrait geljeirafijet. — Scfy glaubte, baf ü;r nac£ 
ir)vec Senfart weber tcr;, noct; meine ^rebigten, gefallen 
Eonnten unb gefielen; \a , ba fie tf)citS einmal meinen 
SBefud) nidjt annahm, tl)ettS aug anbern Urfadjen, fing 
icf; micr) an %\x ärgern, unb — benlen Sie, \vk icr) 
micr) betrogen fanb, ha fie im anfange biefeS Saures 
(Gelegenheit fudjte, felbjt an vaify §u fdjretben. Unb 
einen SSrief ven fotdjer Senfart, Vernunft unb gutem 
^erjen unb fufjer Seele — wer war me^r erjtaunt, 
als id) 1 ? Sd) fonnte 2llle§ behfen, was itjr ber ^djrift 
geHcftet; unb ba icr; nun fo ^eififcö meinen 3rrt$um 
falje, wer war .verlegner, als icr/? — 3er; antwortete 
if)X gtetc^, fagte i'gv alles Unnüfce, wo^tt ic^ f)ier wäre, 
unb — @ie fennen nidjt benfen, wie td) fie ben 
Äbenb barauf, ^um (Soncert eingdaben, fanb — fö 
f$u<$tern> unrufctg, £er ©taf Hclr nur barauf eine 



112 

lange p$ilofo»$ifö « morattfd&e ^rebtgt, unb entwebet' 
weit icfy nun fyorfamer unb fapUd^er war/ ober weil 
fte tym baoon gefagt / ober ben SSrfef gegeigt fyaUn 
muf? — ~furg/ er ijt gang anberS. 3$ fyabz fte bar; 
auf befud&t, «Sie l;atte bie (Stemfyeim *) gelefen. 
©ie bat mitf), tl;r eine $>rebtgt gu geben — mit xozU 
d;er Art! S^re 2lnmerr"ungen über bie <Sternf)eim/ 
© palbin g u. a. waren »oll be6 feinjten ©eful;l§, 
2% fdjtcBtc i&r bie ^rebigt mit ©paibtngö S3e* 
ft immun g be$ Sföenfdjen **)./ bie fte nodj ni$t 
gelefen, unb §eute bekomme tcfy bieg 23ud? gurucE mit 
einem SSrtef ooll San! unb §tmmliföen £ergeng! — 
S^>r SStlb §at gleidjfam bur$au$ bie SEiene, baf fte 
für biefe Sßelt gu gut tjl. ©ic ifi gart unb fd)wäc$* 
li$. ©ett intern ffi3od)enbette liegt eine f leine «Bläffe 
auf t^rem ©efidjt, wie ein fyimmlifcfyer ©Bieter, caf 
fte fdjon gu einer fyoljem SBelt eingeweiht ift. @o 
fommt fte mir immer cor — fte wirb ni$t lange 
leben. — 3$ will tyr einige Otunben wibmen, unb 
etwas über bie Unftetbiicfyfeit ber ©eele, über baö 23or* 
gefügt etneö fünftigen ßebenS fdwn tn biefer SBSctt/ üt 
g&rm einiger <Sol"rattf$en @efprä$e fdjreiben ***;.» — 



*)(©op&ie8a 9Ud)e)©ef<&ic&tc &es£rättlett»5 
t> ort ©tecnbcim; ^eau€geb. uott €. 201« 2BulanD« 
Seipjia 1771» 2 Styetle. 

*) CctPäta 1768. 

•■•) Öbltii geföefcn, ift jwejfel&aft-; »enlöftenS &at ft$ unte* 
£ertt('$ OavteYcn ?*in« Sfötift fcuf« Sit fl<funi>ew. 



113 

Sn einer SSrübergemetne er&egen / fyattt ber (5$a* 
rafter ber ©raftn SKaria fc^on frü§e einen inbnn- 
buetlen 3ug oon jener (Sanftmut^ unb jritlen SKefig« 
nation erhalten, ben £eiber in bem eben erwähnten 
SSriefe na£er entwicfelt. 3§re religiofen 2£nftd)ten, 
Hz fic§ üon einer gewiffen ©$ warmem ni$t trennen 
Uepen, würben inbef burd; $erber'S Unterricht/ burcf) 
feine münbltdjen unb fdjriftiidjen Belehrungen gelau* 
tert unb berichtigt *). 

£)a &on #erber'S Briefen an fie nur ein etnjt* 
ger üorljanben ift **J., fo glaubten wir tfjm um fo 
mtiit fyiev auSjugSweife eine ©teile vergönnen §u muf- 
fen, ate er §u ben trefflichen gebort, bte aus feiner 
geber gefloffen. 

K (5uer <5rlau$t, M fctjrtcb Berber $u @nbe 25e; 
cember 1774, «empfangen fyitbti gndbigft ^ $wet 
fPrebigten — falt unb trocfen oteUeicfyt getrieben; 
aber cor ©ott unb einer guten Seele ijl bo$ nichts 
verloren. 2)er Fimmel fegne fie ju bem 3wecfe, wo- 
ju fie feön follen. — 2£ber barf td) ein SBort ju 
tiefem äwecfe fagen? tfudj folc^e warme Kaufte jum 
©uten ftnb vkUtifyt nidjt gut; fie machen $u kalb 



*) Cftnn »ergl. Jg>ecöet'3 SBetfe j. Ütelig» unb Sbeoloau '33 & * 

ii. e. 40t. 

»*) Oie ©rann bat öte fibriflen so« tb«m Soöe felbfr wt< 



114 

mübe. Ser ©eifr 3efu, ber (Selbfberleugmtng unb 
Ciebe ©otteö ift fein (Seift ber $urd;t nccfy ber ängft* 
lidjen ©efe|tfdj£eit/ fonbem ber grei^eit unb greube* 
Sie gange (Selbfberleugnung mujj au-3 t) tmmltf3)ett 
©eftnnungen fommen/ unb bann wirb fie ange* 
nef)m unb leicht/ mit wie üielem Kampfe fie audj er* 
rungen werbe. — 3e£e unfrei: £anblungen foll fo 
rein fenri/ baj? wir fie ben 2iugenbltd; üor ©Ott brtns 
gen Tonnen, ober »ielrne^r in ©Ott tf;un. £)a$ wiffen 
wir nun jebesmal, wenn wir'S nid)t finb, audj in ber 
felbftüerblenbetften £etbenf$aft. 3$ weif &. SS./ baf 
ba3 Scb leiber ni$t 8Ba^r|eit feg, welches (S. @, mit 
zutrauen, ba$ mir im Heberwinben alles Ui§t werbe, 
— SBcnn tc§ fterben foUte — td; l;offc e$ nity, 
unb l;abe fein 83ilb com Sobe, weil idj gefunb bin — 
fo wet£ id), iä) mü£te unjufrie.ben .unb uncollenbefc 
tmb auf btofje gute 2)iScr-etian ijinaulgeljen , ob ify 
mir'S gleich ntc&t würbe werten lajferi/ als wenn ic§'$ 
folUe. 25aö ift fo eine natürliche (Smpfinbung, was 
»pn uns gu tiefer Sßelt gebort unb In'er bleiben mu^ 
fci3 wi? gerabe&u nur öen fc^neUjten unb reinftea 
Stdjtfrrafct unfrei .£erjeji3 fragen bürfen. Sie Staupe, 
bte ft# eingefpennen $at, unb gefrort ober $u frü& 
c,ewecft wirb/ fann fein (Schmetterling werben — fie 
' fit: St. — SQCaö -tmcfc alfo allein bünft/ ift, baß <g> 
Q.- fa'nft fortgeben/ fic§ immer meljr jum Std&tanblicf 
©otte$ gewonnen, unb, wenn i$ ben eblefy «nfc^wät* 



115 

merifcr.en äSibelauSbrucf brausen batf, ben (Seift ni$r 
in fiel) beimpfen. (Sie $aben eine fo fc^one Anlage 
$u* §ßaf)r|)eit, 3? e d^j t f$ äffe nl) eit, unb am 
meijfen §um SSilbe ©otfeS, ber «OHibe unb fanften 
©üte, baf? (Sie ben (Scfr;a£ nur bewahren/ in Feinec 
(Sacf;e ifjn au§ ben 2Cugen Xaffen , unb immer auf tytt 
jurücffommen muffen, (Sie Ijaben feinen £ang juc 
ßitelfett, ju bem allen ©eijr töbtenben £Bi£e, gu 
ber Neigung, 2CUeS nadj fiel; abmeffen ju wellen, usrb 
fiefo in ber ganzen SGSeXt altein gu fefyen unb gu §Sr«u 
Wogegen (Sie ju fampfen fyaben, glaub' icrj , ijr SS es 
qucmlic^leit ober trage gut<r)t, ober ftfjitc^* 
terne SSebenUicfyfeit, unb Ueberfdjnellung, 
gute Ueberrafcfyung, vk <£. (?., wo id) mdjji irre/ 
fefjr oft Untergängen fjaben muj?. igte fann felbfr gu 
fingen verleiten/ bie gang roiber unfre Statur unb bei 
<S. (£♦ nriber ben ©eift ber fanften 2Birf famreif, 
Siebe unb ©üte, ber 3$re Statur fepn feilte/ fc&ort 
tjt unb fe^n wirb. — £afj alle SföenJfäjen, jeben uns 
ter feiner £ülle öon Grinbrucfen, SBaljrljeit unb Sfadjt 
fudjen. ©te fudjen alle Sßaljr^eit unb SRecrit, jebet 
auf feine $&n\e, bte, rcie baä Ältma unb bie (£rbe, 
tterfcfcjieben ift unb fe»n muf; bie SRefuttate ftnb 
aber freiließ/ nacr; allen ©raben unb ©rabationen, 
biefelben. — Unter üng fyaben bie betten ©ef^fedj- 
ter einen gan§ anbern SSau, gan§ anbere ^flic^ten 
unb geiler, unb teer; gieb t 'ö bn Seiten nur eine 

8 * 



116 

J£ugenb, bie in jene S&elt, übergebt/ wo wir weber 
fföann nocfy Sßeib fe^n werben, fonbern wie bte (gngel 
©otteS jinb im £immel, bte hm SBtUen ©otteS 
ifjun in SÖirffamfeit unb Siebe. 3u bent Fimmel 
muffen wir uns 2CUc unter allen ©cftatten Ijter ge« 
wohnen, unb bann ftnb wir sor ©ott ntdjt met;r 
Sftann unb SBeib, fo wenig eine (S^rifta jum S3or= 
bitte Ijat erfdjeinen fcurfen. £)aS ftnb nur füllen 
für unfere (Srbe. — Acoren ftet? (£. @. fo tnel als 
möglich xxrn ber SBortanbadjt fort; fte fyalt bie ©eele 
unbefdjreibticfy feji an 3?u$ftaben, Silbern, gehörten 
SBorten, unb lafst fte ntd;t %uv worrfofen (Srfenntmfj 
«nb £l)at ber SBar;r^cit fonwien *). * — 

Berber teilte ber ©raftn Sftaria bie t>or&üg« 
Italien (Sdjrtften mit/ unb forgte fo für t)6(;ere #u6* 
bilbung unb Älaifyett ber SSegrtffe. 2Öie fe^jr er aber 
babet jugleicfj eine forgfalttge Auswart berücfftcfytigfe, 
U'fjetlt aus folgenber ©teile feiner bamaligen SBrtefe:. 

a ©ta,entli<$e.©etel;rfamfett ijr bem (Sfjarafter ei- 
nes £ftenf$en, eines SDfanneS, fc^on fo unnatürlich, 
bap wir tyv nur aus 9cotl) uns unterbieten muffen, 



*) //@otte§ So&b Dem gveunb, " fcetßt e$ in Der (Hntttovt Det 
©räfin 100m 31. £>ecember 1774/ //Der mir auf öem Speere 
im ©infen Die -£hinD bizta , Den ©ott j'anDte, ©ege« <mf 
€tDen ju fenu, unö Der ©egen ifr-. — 3$ wag mc&t Keffer 
febemen, ais icf) bin. 2lüe meine Seilet/ Die ©ie mir 
oot&alten/ finDroa&t" u. f. ro. 



117 

unb babet bodj fcfon immer verlieren. 3n bem 5e* 
ben, in ber Siebe , in bem Sftunbe eines grauen* 
jimmerS aber, tk noc^ bie einigen wahren menfdj* 
liefen ©efdjöpfe auf bem polittfcfyen £l;eaier unb (Sret* 
cierpla£ tiefer SOSelt finb, tft tiefe Unnatur taufenb* 
mal fühlbarer. — £>amit will idj aber nid;t fagen, 
ba{s ein grauenjimmer fiel) niebt aud) burefy bie Seetüre 
birben, ©eift unb ^erj t>erfc^&nern muffe. (Sine 3a$re/ 
Ui .SUopjtocB geweint, fann ein fdjöneS tfuge nie 
entehren. 3$ glaube melmel)r, ba$ rceiblidje ©efd;lec^t 
fev) i>a$ einzige ridjtenbe ^ublifum über eine S^eifje 
ton Materien beS ©efc&matfs unb ber @mpf:nbung, 
unb jeber 5J?ann, ber Fein §3ebant fepn will, mttf 
im Äretfe ber grauengimmer gelernt fjaben, gewiffe 
SBüdjer ju lefen. %<5) fage: gewiffe SSücber, bentt 
alle Sachen, alle STcaterien, alle SSSiffenfdjaftert 
finb nie für hk SBeiber, unb über viele tonnen fte in 
iijrem Seben nie anberS, als febtefe Urteile fallen. 59 — 
Sßie fet)r £erber ber ©rafin ßeijrer, greunb unb 
Srofter war, bttokä er unter anbern burdj feine innige 
£f)eilnal)me bd bem Sobe ifyreS ^willingebruberS, 
beS ©rafen gerbinanb »on ber Sippe (ben 23. 
Jfpri-J 1772), an bem fie mit ganzer ©eele ting*). 



*) Jpetijet'3 Q) e öäcf> tn t fcr «De beim Sot>e &e$ ©tafett befütu 
&et |"idj untec fem Xttel: lieber Die Dun E ein unö 
b e 1 1 e n Ol u 5 | i d) t e na« e i n e ni m e n f d) l i dj e n © t ii b e, 
in D. 2BevEen j. £t>eoloäie u» Sleliflion 93D. II. 



118 

S)urdj ^erber'6 SSriefrcedjfel mit ber ©rdfin, ben 
fte intern ©atten mitteilte, waren nad) unb na$ bie 
SBer^dltniffe fcaufdjen tt)m unb £erber'n tnttbcr unb 
inniger geworben. GrS aerfloffen feitbem man<$e tfbenbe 
unter intereffanten ©efprddjen über spoefie unb Äunft, 
ober Stteratur 'im Mgemeinen , unb eine ?lcine @a* 
;pelle , bte ber ©raf unterhielt , gab gu mufiüalifc&en 
Untergattungen 2Cnlap. Berber wohnte ben ledern 
ftets mit oielem Vergnügen bei. 

«3<$ liebe bie EOluftl «nausfprcd&tid& ,* l;eift e§ 
in einem SBvtcfe com «September 1770; «fte tffc für 
empftnbenbe «gerben unb feine (Seelen ein fo unenf* 
fcetjrlidjes Sßergnügen. Sie ©ebanfen be§ blofien ÄopfeS 
ermatten fo leicht, bie (Sprache be§ bfofen Sttunbeg 
*t>irb l)ie unb ba fo unlrdftig , ba$ ein (Saitenfpiel, 
mit einem Ziehe befeelt/ gewif in bie Defonomie eines 
$lütfltd;en Gebens als tdglic^S £auSgerdt£ gebort." — 

«^pergolefi'S stabat mater," fdjrieb Berber im 
Suh) 1771, «fyat miä) fel;r gerührt. Sftod) mei)r aber 
eine anbere 2(rie oon Spergoleft aus einer Oper/ bie 
mir nod> immer in ber (Seele weint» @S ift bie (Spradje 
gweier ©alten, bie ft'd) im ©efdngmffe cor intern 
S£obe als ©efdjwtfler finben, unb il>r armes Äinb 
anreben: misero Pergoletto. — £> warum fann itySiy- 
nen nidjt Son unb (gmpfinbung ganj t;er§aubern! a — 

£>ie erwähnten mufttatifdjen Unterhaltungen gaben 
4?etber'n 23eranlaf[ung gu feinen (San taten. 3n 



119 

ben Sauren 1772 — 75 frfjrieb er ben SSrutuö unb 
9>f> tlocte t *)> ttc tfufertrecf ung be$ ßa^a? 
ru§, ben grembting auf ®oigat*>a, SDHc&aels 
©ieg unb einige anbete**)/ wetä)« ker (SapeUmetjter 
fces ©rafen, 3o|>. (SfjrtjL triebt 33ad), compo* 
titrte ***> 

lieber ben 23 ruf u 3 f^rieö Berber: «(Sie Riffen, 
bäf biefer eb*e SKömer, ber aucfy für ttnb «über nichts 
umtam, einer meiner ßiebltng§tyelben i\t; rcenigjfenö 
fjab' icfy über i§n etn?o§ ron meiner Ste&lingSpfHfo* 
fopfjie ausgefluttet. — (£r tfr o$ne SJfuftf nur gfad)» 
werf unb §?e£ ; ba^u fxnb bte betten 3üge ntd)t mein* 
<s$efdt;tct)tc unb <S§a?e3peare. 3d) f)flb' e§ audjj 
eigentli$ bloS für midjj gefdjrieben, um t)ie gieMtngS« 
fttuatton barjufMen, bafj faffc nidjtö in bei- SSMt redjt 
gut fet),. 2CUef »on aufen $arbe ermatte, bte befte Sfyat 
auf bem Sftabe be§ ©djid'faiS liege, unb wie e§ benn 
tt>o$l ein SSrutuS fe^n muffe, wenn ftd^ ba§ SKab 
umle^rt, unb er fieijt, eö fft gut »on Rinnen gefjen. — 
Sn meinem SSrutuS (fyeifjt es in einem fpatern SSriefe, 
$en id; ettraS umgearbeitet/ tji nod) bte ^orcia, 



•) 3« öen SB. j. fefcon. Sit. u. Äunft. 25fc>. VT./ womit Die 2Sot> 
teöe üon Dr. 3ßil(j> ©ottfre. vi. g*et&es j« -vetglep 
e&eu ifiv 

**) 3» i>en SBa-fett s« tf&8n. Sit. u. ftnttft-. 55b. XVI- 

•**)gt »«1732 ju 2Befma* ße&owii/ unö faul) 1793 äu ^ucfe5ue.q. 



120 

fein ebfeS SBeib, gekommen *), (Sin 3«3 son i$r im 
gHutard) $at micr; tief gerührt, SDa fte bctbc ton 
etnanber 2(bfcgieb nehmen/ bezwingt fte fte*) unb geljt 
tbränenlcS weg; es fällt ilw aber baö ©emälbe in bie 
2Cugen: ber Xbfrijieb £eEtorö t-on ber 2fnbro* 
ma^e au§ ^omer, £)a bricht fte in Spanen unb 
tu bte SOS orte £omer' 5 aus.- £e!tor, bu btjr mir 
fßafer unb Sftutter unb fßruber, bu mein geliebter 
mmatyl — 2Cud) bie SEBunbe, tk fte ft$ felbft gab, 
serftel)t man meijienS unrecgt. ©te gab ftct) biefelbe 
titelt/ um Mm Spanne bal ©el;eimnif? ju ergingen, 
unb bamit alfo %vt parabiren; fonbern um für fttf) 
erjl &u erfahren , wie mit fte ©cfymerjen ertragen 
könnte, unb alfo faljig wäre / an irgenb einer Zfyat 
nur Sbeil §u nehmen* Sft bkfer 3ug nic^t grofj unb 
ftar!? — 3$ l)abe gebort, stopft od Ijabe eigentlich 
fiatt ©ofrateS, ben SrutuS in feinem SDleffiaö 
anbringen wollen, aber ßct) vofm <£elbftmorte gefüreg* 
tet. $>orcia iffc baljer geblieben, unb ijt biefelbe 
Sporcia be3 SBrutuS." ~ 

$ßa§ <£>crber'ö ZfyatiQttit in anbern $adjern t>er 
Literatur betrifft, fo befestigte er ftct), 5D?aterialkn jur 
dlteften Urlunbe be§ Sftenfccjeng efcglectj tS, 
jur ^ilofop^ie ter -tSe'fcfotcfote ber Sttefifcr;* 
^ e 1 1 /- &ur §ebräifc&en $>oefie unb anbern SDBer* 



*J 3n ber erfieu £nn Dlunfl/ (geene 3. 



121 

!en ja fammeln. fföan fte^t inbefj beuflidj au§ rnet)* 
reren ©teilen fetner bamaligen SSriefe, baf er ftd) 
jur ernfren ruhigen Ausführung eines bestimmten fyianZ 
nfc^jt aufgelegt füllte. 

K 3dj fann \t%t nichts gufammen&angenb arbfi* 
ten, 8 t)eij3t e$ unter anbern in einem SSriefe som Safyrs 
- 1771; a $u arbeiten für'S spubltfum fctjtt e$ mir an 
2£uffd)n>ung ober utelmetjr an Srieb* 3$ fcfyleppe 
midj eine Seit lang in tfrbeit t)in , um nur beraufcfyt 
|u werben, unb bann — bleibe idj liegen." . 

SSielleidjt mochte au$, »enigftenS ttjeitoeife, «£er* 
ber'S Abneigung t)or literätifdjen «Streitigkeiten baju 
beitragen, feine Srjatigt'eit ju rjemmen. SBenigftenö 
get)t WZ aus folgenber «Stelle eines SSriefeS t)er\?or, 
ben er hü ©elegenljeit einer an it)n butcf) d> 6 1 1> e unb 
SR er! ergangenen JCufforberung , an ben ^ranlfur* 
ter gelehrten 2£ n & e i g e n £§ett ju nehmen, fcfyrieb. 

? S4l furchte midj in £>eutfd)lanb üor elenbem 
(Streit unb get)be. 3dj tjabe an ben frankfurter 
gelehrten Seitungen einigen 2lntl)eil genommen, aber 
ot)ne Srcetf unb foft ot)ne SBtllcn. Unb ba t)at, glaub' 
td), «Sdjloffer, ber fiä) als ^pauptüerfaffer nennt*), 



*) SfttrberauSqeber waren/ außer ©ötlje un& Sttetf, nodj 
.£> 5 p f u e r m ©iegen unö 5S en t in ©tvmfrafct. Ser^l. 
©Ötbe'ö SBerfe. 53b. 19. ig. 185. unö beffen Seben üon •£> e 1 ns 
1 t c& © ö x i n 3. SSetmac 1828. €>• 120 u. f. © . 165 u. f. So^< 
bliebt ft'cf) Darbtet Den gi-anff.i]el. Qln^. gefefeenfte Sobnur auf 
Die betDen erfreu 3ar)tflän.}e 1772 u. 73; fpätev fam öteS 



122 

gef$wa£t -= t"ur£,,man fdjreibt mir baüon au§ äffen 
(Segenben unb nennt mt$, unb weiß »on mir, unb 
baö ärgert miä). 3$ will für alte Äritif unb S£um= 
melei in biefer Sßelt begraben fe^n/ — 

«<3te ^»aben midj, Ä ^etft e§ in einem anberen 
«Briefe vom Suty 1771/ «einige SÄale sor ber Art* 
ti! gewarnt, fo fe§r tcfy aber SÄarid&eS aus' einem an« 
bern ©eftdjtäpunfte betraute, fo foll wenigfrenS feine 
meiner ©Triften je im eigentlichen (Sinne beS SÖorteS 
Ärittf fegn» @onft aber tji jebeS Urteil, wa§ man 
»on-bem Änbern fc&retbt, fd)on Äritif, unb man muß 
alfo entweber 3Ba&r$eit unb *8ef6rberung beS ßic^jtg 
für gan& gleichgültige Singe anfeljen, ober feine Sa* 
lente für 3Ba§rt;ett_ unb 8td&t bur$au§ mutwillig 
»ergraben; unb \>a$ bunlt mid) eben fo ungerecht unb 
wiber bte £)rbnung ber Statur, als gar nidjt fe^en 
unb immer füllen $u wollen, greilidj aber umgefetyrt 
wieber/ gar nidjt füllen unb immer SSrilten ju ge? 



Ooutniit tu anbete £änöe. — .£>eri>er recenftrte barin im 
3afn*gang 1772 9?v. 63. @. 473 — 78 <S c& l ö 5 e v *i Uni« 
fcesfal&iftorie/ Xf). 1*1 wogegen biefer ober im sipeiten Sljeil 
(©öttingen 1773« ©• 224 — 4co ) eine 21 ntifritif unter J>er 
tUberfcbrtft: Qlnmerfiutgen tiber öie Äunfr / Umtotfäi.«£i* 
frovie ju beurteilen, eintöcFeu liefe»- — £)ofj J£>evöer bei fei: 
nen öffentlichen 23eurtljetlMKje.ii nic&t feiten SSebenrÖcfjic^teti 
gebabt babe, üertuutbet Jpugo (©eftbicjjte t>c3 vom. Dtec&t» 
fett 3ufnnian. 2. 33erfucfj. Berlin iäiS. ©. '353)/ tu 23ejug 
auf Berber'! ßü'nfrige Q3eurtl)-etluUjj öa 1 £>ugoT$en SBerfucbe 
in ber Slbwftea. 23b. 3. ©t. 5. 



123 

brausen, um gelter ju fudjen, unb ftd) bamit ben 
fronen 2Uigenfd>ein, SBelt unb 2ltteg ju ecrberben — 
baS §aben ©ic jefct bei mir weniger gu beforgen *;." — 

£erber'S 2C&&anbtuna, : über ben Urfprung 
ber ©pradje, rceldje uon bei' «Berliner 2l!abemte 
ben spreiS erhielt, würbe tnbejj in ben evften Sa&ten 
feines Aufenthaltes fcu SSücfeburg uollenbet, wenn 
er fie gtetdj/ toiz wir früher erwähnt fjaben , a,rojsten- 
tl>etlS ju (Straf burg niebergefdjrteben ^(xitz. 

«2>er $retS ber 2fcabemie / 5J &eift es in einem 
«Briefe »cm Sulp 1771, «fyat mtdj in ber Sljat we* 
nig gerührt. Sd) tarn oon Semgo, mübe, fpat, 
fcurdjregnet/ fanb ben SSrtef, unb legte iljn ru^tg 
weg» — Sä) fürdjte auef) Ui htm Singe üielen 
SBiberfpru<$/ fragen unb «gtreitfdjriften. (gS ift coli 
neuer ©afce, wirft ganje äBtfifenfcrjaften öon ßiebltngS- 



*) Si'-teieiTatu ift SBielanö' 3 Uftbeil übet J&ctöee'n in öiefes 
^evioöe. „£aben ©ie je einen .tfopf gefannt, " ^eißt eo 
in einem 35v:efe an 3 i •« "' ß * ni n n n / i, tn welchem $tteta» 
PboüF unö 3>l}atttafic unö 2Bi& unö qvtecI>trcE>e Siteratuv unD 
©eftfjmacf unb gaune auf eine ab?nc$euerli<&.ere SBeife öurc& 
einanöet gäl)tt? ©er 2on , worin Diefet feltfame 392e»fc& 
von mit* unö andern eF;rltc5en beuten fpurijt, öäuc&t mtcf) 
Da» Sufrigfte icibiu 3$ bin begierig ju fe&en, n>a$ nodj 
au-3 tljm rcevöen nn^ö. €in fefiv gv&get ©cljtiftftelle*; ober 
ein auSgeuiac&tcr 3f?au\ Tertium non dafür." — (©. 
Die©c&vift: £. $?. 2Bi el anö, geji&rt&ert üi>n3. ©. ©ru; 
&e.r» SeiPötg unö Qllten&uvg 182C £&. 2. @. 114O 






124 

ibeen über ben Raufen u. f. w. £)te #u§jtd)t ijl 
mir unangenehm, weit id) mein ©treitgewel)r fo item 
iid? serfdjarrt ^abe, unb |aben wollte. » — 

3u ben ©Triften, mit beren Sectüre ftdj Berber 
bamaU beftijdfttgte / geborten, auf er ben romifdjen 
unb griedjifdjen (Slajfifem / aufy sorjüglid) tk fdjon 
früher erwähnten Reliques of ancient englisli Poe- 
try *), Heber bie bebeutenbften (£rfd)einungen im 
©ebtete ber Literatur enthalten feine bamaligen S3i*tcfe 
mannigfache ^Bemerkungen unb 2£nftd)ten. 

«Unter ben neuern Sßerfen, 5 * fdjrtcb #etber im 
Sun^ 1771/ {i ^at ba© fdjonfie ©tue?, bie grau lein 
üon ©ternljeim, tk SSSietanb herausgegeben/ 
ben met'jlen Ginbruif auf mtdji gemacht, gür mtdj 
|dt bau burcfygefyenb ©ammembe/ £)unHe unb mora* 
lifd) 3?ü§renbe eine SBürbe, eine £ot)eit/ bk i<$ lange 
nid)t gefunben. — £)iefj SSucfy wiberlegt, bafj e§ aufer 
ber bloß leidjten ©djonljeit einer menfcfylidjen ©eele, 
eine tyotjere/ ernftljaftere, rüijrenbere ©ragie gibt/ bie . 
waljrlidj nod) leine SSetfdjwefier i{r, unb mid) unenb* 
lic§ meljr ru>t* — SBeldje Einfalt, SSaljrljeit unb 



*) 23on einet beöeutenb^n 3o$l öiefes a!tena.lifd)Jtt unö fefiot» 
tifc&en SBaßaöen unD 8tfö?t bat JpetDer StfacPtlDunaeu qc: 
liefert. ( ©. Die 2B«Ee ». fchösi. Sit. u. Ämift. «SN VIII. 
©• 257 — 402, womit man Den 21 1 tu a n a d) ö e - ö e u t« 
f d) e n CO? ufen auf 0.3. 1779« ©• "9* «■ f« u « ©vät««' $ 
58 t agut. $5ö. I. ©. 270 u. i. loevgUic&en faun.) 



125 

SJBötül in ben fteinjhn £ugen, ünb alle werben inter-- 
-cffant. — Unb nun baS (Snbe! 3$ blieb fo b-e* 
troffen/ unb gleidjfam auf meinem CcBenSrccge ge« 
i;emmt/ ba^ fcfj audj in "meiner ncdjften spvebigt bas 
r>on fprad)/ bafs eS unglückliche (Sdjritte gebe, bie man 
nadj^er lebenslang nidjt jurücBijolen fönnte. — 3d) 
warte mefyr auf bie $ortfe§ung/ als auf irgenb einen 
anbern Vornan. , 

K Scr) fyaht,™ fjeipt eS in einem Briefe som 2fu- 
guffc 1771, «feit meinem ©eburtStage SRouffeau'S 
©mit aud) ju lefen angefangen. — <3o balb er x>on 
guten unb ftaiien menfdjlidjen, väterlichen/ mütterli* 
$en ^erjen fpridjt, fo entflammt ffdj 2£UeS/ unb tc§ 
felie il)n auf mef)r alt (giner Seite/ trie er auf feinem 
©pajiergange, ermübet unb txt)i%t t>on ©ebanfen, ]":$ 
unter einem SSaum niebermtrft unb feinem $erjen 
freie Suft laft. — 25er S5itcf, ber SSinf au$ bec 
geele eines greunbeS/ einer greunbin, tu man fennt 
unb tk uns im ^erjen lebt — baS ijr <55ott^>e£t unb 
Eingebung. " — 

ft @ben tjeute belomm' id), y) fcrjrieb £etber im 
September 1771 , «brei btcfe £luartbdnbe ton Sftacr;" 
rieten $um ßeben $)etrard)'S. (Sin SSermanbter 
ber ßaura, be (Sabe, Ijat fie geliefert *). 25ie 



n y Memoires pour la vie de Franc. Petrarque par Mr. 
l'Abbe de Sade. Amsterd. 176 * -» 67. 3 Vol. (Deiirfclj/ 
S«mao I774«) • 



J 



126 

Sbee con einer (Seele, bie ftc3& jwanjig 3al;re mit bem 
23tlbe einer ßaura, bte einem gremben ^uge^ort, 'ober 
btc^ nun tffc&e tjt, tragen !ann — o bte 3bee tjt 
fdjon fo, "t)a% idj lein 23ort in menfc^lidjer Spraye 
für ftc ftnbe. — Unb glauben (Sie md&t, ba$ $e* 
trar$ nichts aU ein £)td)ter ber Siebe war! @r 
war in allem ä3etra<$t ein Sftann, ber mit Ä&ntg unb 
Äaifer über fcen Sauf (Suropa'3 fprac|, bte ganje .©e» 
le^rfamfeit jrü§te unb wteber fanb/ unb bat>et bec 
(SntlmftaämuS aller gnunbe! — Äur&, in jetem 
SSetractjt ein 501 ann, wie t$ miefy auö allen feinen 
SSriefen be§ ©inbruefö erinnere, unb no$ immer §)e* 
trarc$I M — 

aßit lefen je$t ben 2)on &uirete, s ^jet^t es 
in einem SSriefe #erber'§ »om ' tfugujt 1772; «irfj 
mu{? gejreljen, bte fianb* unb Verliebten ; (Scenen £a* 
ben fo etvoat SonberbareS, £albfeenmajngeS, ©pani« 
fc§e$ unb 3au&er§afteS, wag überhaupt 2Cugft<|t be3 
SanbeS unb <§§arafter biefer Ccenen fet)n muß, ba idj 
tUri hk (gmpfinbung noefy neulich bnm gefen einer 
Steife burdj (Spanien angetroffen. 2tber fonft ifl 
©andjo $anfa mein £elb, unb ber SBitcf bleibt 
orbenttidj), son allen Starrheiten £on £luirote'S 
ermübet, auf tiefem guten Äerl mit allem feinem jkuge 
son leibhafter (gmpftnbung rmjen. — SSei ber £au$U 
ftgur i>ab' td) immer etwas Unangenehmes gefüllt/ fo 
.fc^on unb treffiic^ fie au$ ge^eic^net ijt. 216er eS 



127 

fcefeibtgte fo was in mir/ \va& feXbft £>onquiroterie 
war, unb wie (Sari XII, in 33enber SSoileau 
$erritj, ba er 2Ueranber ben ©rofjen in [einen 
(Satiren gerinnt, fo ging mir'6 na^e, bafj man, 
wie eö aud) feg, fo »tel ©ro§e$ unb ©utel an einem 
Stafc&en Iac§erlic$ madjen Jonne." — 

«S<% i)ab' in btc SRowe *) f)ineingegucft. @tn 
(gngel oon SOJäbdjen! Sfticfyt reid), nidjt oiel ©enie; 
aber fo fimpel, \%ii Krmutf) ganj unb rein heraus §u 
fagen, unb fo %oxt hk ©ebanfen ju wect'en, wie t>xc 
\izbz , ^aubernbe Sßei&erfyanb nun fd;on immer ba§ 
©lücB fjat.» — 

«SSttit ßaoate r'n bin i$ fo Mannt geworben. 
dx §atU ftd) in ßieflanb fdjon mefw aU ein Sftal 
an micr; abreffirt, in $>artö aud;, unb idj tym nidjt 
geantwortet. 9Sun las i$ feine 2tuöfid)ten **)/ 
unb einige anbere (Sadjen, bte mtdj aufjetji aufmerf* 



*) glifabetjj üton>e, eine bekannte englifdje JDic&tetiti/ ße6. 
1674/ fleft. 1715. O&ne Sweifel ift in £etöet'» 35 tiefe tbr 
mit bei- glufjenöften »J>öiintafte unö teligiofen Q3egeiftetuna 
gefdjttebene» 23ev£: Friendship in deatn in twenty let- 
ters from the dead to the living (London 1726 ; Deurfd) 
von 3« 31« £bett.. Seipj. 1772 ) gemeint / uon Dem fdjott 
28 i e l a n ö ( 1753 ) in feinen ^tiefen x> n 58 e t ft 1 b e « 
nen an t) intet l äffen e SteunDe/ iim 9?ad)bilDuna 
lieferte. ;(©. Dejfen Sßetfe. Seips- 1794. «SupplementbanD 2» 
m. 3. geiftig 1824. 53D, 2* ©. 181 u. f.) 

'*) Saoat et'ä 5lu«fic&!en in Die £it>igfeit. 30*$ 1768. 3t» 
einet iPätvvn Wage ebeuDafelbft 1732. 2 23&e. 



128 

fam auf einen 3Benf<$en matten, ber nacr; Älopjtotf 
vielletdjt baS größte ©enie in 5)eutfd)lanb ift (nur 
nicpt als ©td;fer)/ bei: jebe alte unb neue SDSal)rt)ett 
mit einer 2fnfcfeauung erfaßt, bte felbft alle feine 
©cfywdtmereien überfein mad)t, unb in MeS, aud) 
wo er wdljnt unb fdjwdrmt, eine 3öa$rt)ett' beS 
•£evjen§ bringt , \)k mid) bezauberte» Scr) fdjrteb 
tt)m über feine §wet Steile 2(uS fiepten einm Jan* 
gen förief, mit allem, waö id) baoon backte, unb 
feine Antwort %at mid} feljr erfreut» 

^erber'ö ©efüljl für btc ©c|6nl)eiten ber Statur, 
baS ftcr; fdjon in früher Sugenb bzi il;m regte, fpridjt 
ftct) aud) in einigen*©tellen fetner bamaligen SSriefe 
mit vieler Cebljaftigtat aus* 

a Caffen ©ie mid)," fdjreibt er unter anberm im 
September 1771, a Sl)nen ein 3?aar fd)öne Staturfee* 
nen erjagen , bte td) in biefen Sagen erlebt 3$ 
war, um mid) $u jerjlreuen, nad) ßemgo geritten, 
bort ein £aus ju befugen, wo eine gute SDfutter fedjS 
ober fieben kleinen tt)r blaues tfuge mit fd;war&en 
Augenwimpern unb i^r gutes #erj mitgeteilt fyatti. 
SGBir ritten üoU ©ebanfen jurücB» @s war tfbenb, 
bie (Sonne ging unter unb ber SKonb flieg herauf, 
ber fcpnjte Sftonb, ben td) gefeljen. (gmpftnbungen 
»oll <§d)mer& unb bitterer 2£el;mutl) gaben im ;3tton* 
benfdjein ben fünften (Segenben toll £ol>en unb Zfyal 
unb SSalb unb Sßiefen eine romantifdje 2Cnmutl). 



129 

Alternat/ menn mir auf einer ftettcn <!g>bf t fnnauf, ober 
einen fmjtern Sßatb burcr) waren, unb fief; bann mit 
einem Sflale eine Sftonbgegenb, ein weites ©trauten* 
t^jal eröffnete, baS in Sommerung ffof, war t(| plofc/ 
Her) in einer neuen SBeXt Unb fo fprad^toö unb 
traumoerfenft famen mir enblicr; auf Jjalbem SBege 
tn'S Nachtquartier. — SBorgenS cor Sonnenaufgang 
in ber fru^eften Sommerung gu uferte, fo$en mir bte 
SJlorgenrotfje , mit iebem werbenben neuen ©trolle, 
mit ieber neuen SSeronberung bes %iwmeH unb ber 
gangen SGSelt! — Sie gange SBelt mar ein ftitler, 
feierlicher, fonfter Sempel (Söttet , reo icr) »erfunfen 
mar, unb nidjts benfen fonnte, als bajj aucr) in fol» 
<|em emigen Son ber tDcorgenröt&e ber Sempel mei* 
ner @eele mdre — unb t>k (Sonne ging auf! 3e 
ijoljer fie trat, befto metjr warb 3"lleS lauter, erleucrj* 
teter, einförmiger; bk @c$6nr;eit ber Natur nafym ab, 
unb marb ©lang, blope sprayt. — Sjt'S nidjt beinahe 
fo mit allem ©lud? SS iji am fc^onften im tfnbrucr), 
in ber SDecrgenrotlje; aber icr) glaube, menn man 
will, fann man bog gange Ceben ftet) bagu machen.» — 
«Nun tjoren £ie aud; eine geffrige 2Cbenbfcene 
einer SSücceburger ©egenb. 3rfj befonb mi er) nid)t 
gang wotyl, bur$ ben ©ebrauet) eines falten SSabeS. 
Nachmittags toefte micrj ein ferner £erfe|?tag; icr) 
merfe mict) in Ueberrocf unb ©tiefet unb wanbre. — 
©teilen ©ie ficr) auf ber einen ®zitz eine Stttt IUU 
9 



130 

net ©ebirge toll SSalb sor (ber £atl), bie t$ faft 
alle burc^jftreift , unb bie nun in bem feibnen Siebet 
beS #erbjteö unb ber 2Cbenbfonne fCoffen«. £)aoor 
SSSiefen unb ©arten; auf ber anbern (Seite baö xit- 
tertict)c gräfliche <Sd}lo£, ba§ ft# im gellen / ftilUn 
SBafter fptegelt; btc 2Cbenbfonne cor mir. — 3$ 
fatte btc engtifc^en Siebet mit, tonnte aber nid)t k- 
fen, unb warf mify , unweit einiger ©ruppen rcman* 
tif$ tyotyer SSäume, auf einen wiiben £ügel, an einen 
SBaffcrfatt/- ber, mit boppeltem ©uf?, fdmeller unb 
iangfamer, bunfler unb geller fiel» Um tyn utel wil* 
be$ SÖeibenöebufct)/ um mid) alle wiiben «Blumen, bie 
in SljafefpeareS geen* unb eiebeöliebern üorfom« 
mcn — Serge, Sonne, tfbenb um mi<$ -— * u. f. w» 

Um ftc| $u &erjtreuen, ^dttt Berber im 3-1772 
eine Steife nad) ©ötttngen unternommen, wo er gor* 
juglicfc £ei)ne'6 Sßefanntfdjaft machte. 

«©er JJujranb' meiner (Seele," fcfyreibt er barüber, 
„madjte mir bie Steife nadj ©ottingen notfywenbig, 
unb wenn i&> \i eine nü|lid) unb oergnügt jurütfge* 
legt Ijabe, fo ifi'S biefe. — £)ie (Seelen, bk iä) ge- 
funben, $o,Un mir eine @rl)o$ung, einen £)ruct\, eine 
Ermunterung gegeben — es ijl ^ofratl) £ex)ne unb 
feine grau. (Sr bie ebeljte, feinjte, wofclflingenbfte 
©eele, bie man nie in einem latetnifäen Spanne fit* 
<$en, unb au$ vieUeid^t in 3a$r$unberten nidr)t finben 
wirb; fie btä jtar! - innig jl » empfmbenbe SBeib unb 



131 

bte befie Sftutter. — (Sie €ft immer unter ifyvtn 
Äin&ern/ bie nidjtö auf ber Sßelt su verlangen fcfyei* 
nen, al§ mit tyxm Altern fe^n px fonnen. — £)er 
S3ater t# bte fc^onfte (Seele, ein SSobfeinb ber SRänfe, 
fanft unb befc&etben, worunter er bie tiefjle ©elefjt* 
famfett/ «Sentiment unb ©elbjtbenfen verbirgt — 
forgfdlttg / baf eS ja fein 2Cuge fcfjc. %ä) §aU eble 
3üge unb Saaten üon tfjm gebort, bur<$ 2Cnbre, bie 
nid&t tfjreö ©leiten fyabzn. — 3$ fufjte es, feit iä) 
aus ©ottingen bin, um fo metyr , bafj td) tyier feine 
Situation tyabe. " — 

«(Sine <Sdjtt>ei$erreife, M tyift e£ in einem fpdtern 
SSriefe, «ift für mid) ein guter/ lieber greunbeSein* 
fall; aber aus §ec)n ©rünben j.e§.t nichts meljr* Scr) 
fyabz f$on mefjr in ber 2ßelt gefeljen , all ic& fefjen 
follte. 9lun fyafr icfr) nitf)£§ fo notf)i% ju tljun , alö 
mag icfy nod) wenig gttfan fyabz , %vl leben. <$tii 
bem, ber mid) in baä Zanb beS geben § fül)rt, unb 
\>a& ifi allein — meine greunbin." 

25iefe greunbin war b;e bereits früher ermahnte 
SÄaria Carolina gla^Slanb *)/ mit ber ftcf) 



*) tföan ttergl. il>te 55iogvapbie m &cm 2Beife: !$ i e freut; 
fdjen <Sd)tiftft eilet in nen &e§ i9ten 3a!)t r )un-- 
öettS tton £. 2B. O. 91. ü. ©c&inöel £eip$ig -823. 
Zf). 1. ©. 263—208. (Eatoline wm £etöet. (Ein Qlufüif} üon 
3« 2). ©tatet/ in öeffen jetftteuten QSlättetn. gtfre 
©ammlung. Ulm 1822. <2>. 293 u. f. £bent>. <©. 396 u. f., 
finöet man einige QJuSjüge fluS ;&tem ^tiefen. 

9 * 



132 

4?erber feen 2.S0?at 1773 gu S a r m ff a b t aermaf)(te/ 
unö Bon \>a nacfy- SSücücburg jurücffefjrte» Siefe 
Sßerbtnbung war bur$ gegenfetttge Steigung gefc&loffen 
Worten/ unb Ueberetnfttmtnung ber G>l;ara£tere fieberte 
eine fefte Sauer bes efyeürfjen ©lücfeS ju. 

Sic SSeranberung fetner Sage , ber 33eft£ einer 
geliebten ©atttn trug mel ba$u bei/ ^erber'S ©etfi 
wieber angufrifcfyen unb ju beteben. @r ging nun 
mit (Srnjt baran, man<$e spiane, bie er, feinem ctg* 
nen ©eftanbnijj sufolge, aus Unmuts bisher cerf^o&en 
fyatte, auszuführen. 

Sie ältefre Urlunbe b e § Sföenfd&enge* 
fe&lectytS, B u bet er fcr)on in SHiga bie. erfte S&ee 
gefaflt i)atU *), würbe tm 2Cuguft unb (September 
1773 ttotltg ausgearbeitet. Scr erfte S5anb erfaßten 
1774, ber imiti 1776 **), S^act) £erber'S spian 



•) ©. t>ie SSorvcbe sunt 5. 5 -ö&» fcott ^>et'öec'6 SBevfen j. S&eo* 
logie u. «Religion. 

»*) JDev öollftanoige Stiel ifl: 2ieltefte UcFmibe DeS Sftenfc&en: 
gef$lecl)M. eitler Soetl: Eine riaejü 3abvf)unt>erten ent> 
füllte beilige @c&vift. Stoeitec 26eil: ©c&lfifiel »u De» 
^eiligen SBijTettfc&afren öer 2iegnptev. ©titter £l)eil: Ziiim- 
nur Der älteften ©efcöic&te. DeS niebern SifienS. SRiga 1774. 
SSierter tbeü. <£benD. 1776-4.; Dann in £erDet'$ SBerFeti 
j. «Religion tt. Söeologie/ «45b. 5 u. 6. SBetgl. «allgemeine 
Deutle SöibltotbeE/ 23D. 25. -@t; 1. ©. 23 — 61. Q3o. 30. 
©t. 1. ©. 53 —69 (tton (£&evl)ai-ö). SeutTc&er hierfür. 
tOZafä 1776. ©. 203 — 28. — Christiani Zachaei Te- 

lonarchae Prolegomena su ber neueften QluSlegnng Der 



133 

follten nocr; einige Steile folgen. £>a§ SDBctrf fel&ji/ 
ein SSerfudd, bte (Scrjopfungsgefdjicljte ju erfldren, war 
nictjt ganj frei o'on einigen bitfern 2CuS-fdUen / w 
güglicr; gegen SDHc&aeliS in ©ottingen. £erber'3 
Abneigung gegen feie neue (Sregefe, bte t>aS ^eilige 
unb ©Öttlicfye in ber SBibel fo tief frerab^mr-ürbigett 
fuc^te, machte raolyl eine" £aupturfacf)e baoon fegn. 
(5r fjatte ftdj baburc*) Stttf bittigung t)on greunben unb 
gremben jugejagenf auffcrbem aber waren jene 2üt$* 
falle nicr/t geeignet/ i^in in ©ottingen ju empfehlen, 
rcolii'n er bureg ^epne'ö SSelanntfcfjaft unb 23er- 
roenbung §u f ommen i;offte. Zui $erber'3 Snbioibua* 
lität ift übrigens biefer (Sd&rift letdjt erklärbar* S3et 
feiner lebhaften ^fjantaffe tonnte er in Augenblicken/ 
ro<x er oon einem ©egenftanbe ganj erfüllt unb f)in* 
geriffen rcar, fiel) nie aus S55ettltugf)eit jenen Sftücf* 
fixten bequemen y b« oon 2ftltag$menfcgcn nie über? 
fef)en §u werben pflegen-. 

Step erklärt aucr; bm heftigen Son/ ber in ben 



ältefrett Usfunöe DeS Sfteufc&engeftfjfecJjtS. 1774. -4. Coon fji 
©. Hamann). ®ämmthcl)e SBevfe De5 SJanDi&ecfer 359 
ten ( 3)1 1 &. £ l a u D t u i )• 21). 1. ©. 57 — 6<s» — €i'nc 
feltfam lautenöe Qlnjeige füiöet man. in Den Svanffutiec gel« 
21nsetgen 1774. ©t. 68. @. 560 — 62. ©ans »egftmfenD 
tft Die flUotubrUeöe Siecc-nüon £tt>äpfäj*intW) oon ©erlöset) 
in De« QlKgem. ttjeolog. Söibliotbef. SJJitaa 1775 u. 77« 
95D. 4» ©- 132 «♦ f. 5öDr 8- ©• ho u. f.- \>e»fll. S «SD- 4« 



134 

ju SUga 1774 erfd&tenenen sptottin&ialblattern 
an Stetiger $errftf)t. einige Sttotto'S, btc er aus 
©palbing'S ntc^t lange tjortjer erföienener ©cfyrift : 
Ueber ben Spulen beS $>rebtg tarnte *j ge* 
nommen ijatte, gaben gu ber SBemung beS §>ublifumS 
2(nlaf/ baf? er gegen tiefen felbffc tyabe fcfyreiben mollen, 
ba bodj ber Sroecü feines SßerfeS fein anberer war, 
als eine SKüge ber £erabnmrbigung beS getfili$ett 
fiefjramteS, üorsüglidj im preujnfdjen ©taate. Gm 
«oll £ö$acfjtung gefc&riebener SSrief an (Spalbing, 
mit bem £erber i$m baS erjte Exemplar ber 9)ro« 
tunjial blattet ^ugefanbt fyatU, gab, mit £inftdjt 
auf jene S0lotto% in SS er l in, SStaunf cfytr-e ig unb 
anbern Orten %\x feltfamen unb nachteiligen ©erüdjteti 
über ^erber'n 2£nlaf}, um fo meljr, \nx man ben 3n- 
§alt jenes SSrtefcö entfl eilte unb übertrieb **)• 

Sn tiefe 3eit (1774) gebort auti) ber erfte @nf* 
rcurf son <£erber'.S £auptroerf, ben Sbeen $ur 
$p§ilofop§U ber ©efd&id&te ber Sttenfc^eit, 
in benen ft'dfo alle «Strahlen feines ©eijreS, Qleufcfam 
tük Mz Labien eines <§ttfelS in ifyrem Sföittelpunfte 
vereinigen ***), 



•) T)ii s^ertc tJIuffaac faro su 53etliu 1777 betaut 
**) Sftan tterg!. bieSBorteöe sum io» 5&öe, ton J^etaet^ SBerfeti 

i. S&eoloqte uuö «Religion. 
**«9 SJic »etöen auf t>teö Sßetf tu öet bie&an 5&.erioX>e öao 
*g*£t&sx'£ &&*« wieöet jiKiföfomuietu 



135 

«©$cn in aiemli^ frühen Sauren ,* fagt £er* 
ber, ft ba bk 2Cuen ber äßtffenfäaften no$ in atte 
bem Sflorgenfcfymucf t>or mir tagen, üon bem uns tue 
SDttttagSfonne beS ßebenS fo viel entgiel;t, fam mir: 
oft ber (Siebanfe ein, ob benn, ba 20leö in ber äßelt 
feine $)l)ilofopl)ie unb SBtfTenfdjaft ^abe, nidjt audj 
bas, was uns am ndcfyften angebt, bn ©efd^id^te 
*>er SOlenfd^^ett/ im ©anjen unb ©roßen eine ^)f)is 
tofopCjic unb Sßiffenföaft fjaben follte? 2CUe§ erinnerte 
micr; baran, SRetapr^p unb SÄoral, D.^jtl unb 
^aturgefcfytcrjte, bie Religion enbXict) am metften." — 

©ine SRei()e t>on trefflicfy?n $)rebigten übet 
baS ßeben Sefu, bie Berber in ben, Safyren 1775 
fciö 75 mit meiern SSeifatt ju SSücfeburg tytelt, fc§ei* 
nen baS nähere greunbfdjaftSüerfydUml mit Äleu* 
fer + ) angefnupft ju Ijaben. 

3m «Sommer 1774 lernte er ©leim ju ^rmont 
lernten, ber ftcr; bei ber il;m eigentümlichen CiebenS* 
würbigfeit feines (S^arafterS unb unpartl)eitfc$en Zw 
erfennung alles ©refen unb £refftic§en, aufs innigfk 
an Berber anfcfylof **> 9lod) e|e biefer ©leim'S 



*) 2c nwre Damals £au$lefjrer j n Q3ücF<>6uvg unD fam.fpö'tet» 
l)iu aH ^eofefoe nact) Atel. 311$ ©c&tiftftellet ift et Ducd) 
f. Uebevfe&ung Des SenD •• Qltteft (9ttga 7776. 3 S&eile) be-- 
t&mt* 
**) 3uv genauem Äetintniß uon ©leim'S eijarafter Dient Die m 
raelm'ac&er ^>infi'd)t fcfoä&enSWKtfje iöiOflWÖtc t>on SB» 
Äöm. £al&etfraDt i8h. 



136 

perfonfid&e SSe&mntfd&aft gemalt, fyatte er befielt 
£atlabat *) üon tym empfangen. « 4?^en§bant"/ Itc* 
ber Sater ©leint/ für 3§r rotfyeö SBuify," fd^rct6t 
4?erbcr **). «<Sd)on fyeute, om Sage bes (Smpfangeg/ 
I;at eg un§ in einem SOSatbe, wie fcum rotten 33udj 
gehört/ im 2fngefid;t unfcrjttlbiger Rotten Mb f<^tt?ir- 
renber, voller Sudler/ bog #er§ erhoben unb hk SBvuft 
erweitert. D bie gan^e (Seele unb ba§ Sieget ®Uim'ä 
ifl unnennbar barin ; immer tiz stimme : SÖer S^ren 
fyat ic* Unb feiig ift ber rebtic^e, verfannte ©leim; 
er t)at feinen Sotjn tjier nidjt bafür, wie bk £eu<#* 
lec / baS fried)enbe/ ftaubfreffenbe, ferfennagenbe ©e* 
warm ber ©rbe." — (c @ie Ijaben wirfri^ Borgens 
lanbSpofaune au§ ber $anb beS (gngefs ermatten. SRz: 
Un (Sie au$ burdj fte, waö nun ber enget, einer 
ber fteben, fprec&en würbe.'' — tt 2Sa§ fotl ic^ gttm 
rotten £3u$e vorreben? SWa§omeb fagte: %ä) bin, 
von £immel gefanbt, (Suer §)rop$et. Söer witl mein 
SBeji'er fepn ? (oljne SSorrebe) ZU ftanb auf unb 
fagte: 3$! 25u bi|t ber $>rop§et be3 #ernn £er 
ganje (Stamm fagte: Söu bijt ber §)rop^et be$ 
£errn ! " — 



*) Halladat, oöev t>a? votfje 33uc&; sunt 23otlefen in ©djn[en. 
£amourg 1773« Stanff. u- Oapj. *775« Sfauefte 3fu$gii5e 
von ©tnter. SReufwöt a. ö. £>• 1312. 
*•) ©. @reim J >5 £ebeu au§ Dejftn Sönefen unö ©c&viften sott 
58. Äötte« #albetfta&t i3u. ^» 184- 



137 

£)ur$ bte liberale unb geijrreitf,e' tfrt, mit - wef* 
#er £erber ©leim'ö ßriegslieber betirtfeiti Jäfte *)> 
füllte ftd) ©leim fcuerjt gu tym Innge^ogen, unb warb 
immer mefyr begciflcrt »on ben reinen flammen biefeS 
SRamte^ SRafy ifym erjren Trennung in ^rmoni ; 
fe&rieb t^m Berber: ßebe wofyl/ Itebjter ©leim! " Sttann 
wn £«rgen$entf)uftasmu$ unb Wnfdjulb/r (Sinfali unb 
©tarfe, rote ic| n-otf) feinen fa| **)• 

tbamaH t wie in fpatern Sauren'/ pflegte gerbet 
©leim oftcrö in £alberfrabt gu befugen, unb bie&age> 
bie er bei fgftii in ©efetlfc&afc üon £)erot§ea ©leim/ 
Suife tf^renl unb SSftfeiiil Akte verlebte , gehortet* 
$u feinen ^etterflen. 2CIS tym ©leim 1795 feine 
3cttge&t<$5e ***) jugefanbt §atfe, antwortete ^er* 
ber: a gur 3$re ©ebicfjte banl' iä) freunbli(fy. £> wie 
fiefy 3§re (Seele in ben traurigen. äßogen duropa'6 
rubernb mü^et +}! a Weber bie freunbltc^e 2£ufnaf)me, 
bie teurerer in (&teim'$ $aufe fanb, ft'nbet fs$ in ^»er« 
ber'S SSriefen folgenbe (Stelle : «SanF eu$, i^rßieben 
©uten ! 3$r mac&t a(ö gute sprotefranten unfer (Sinen 
an 23erbienfi unb SBieberoergeltung fo arm, bap autfj 



*) 3n ben gvasmentett ifdcc bie mwt bettle Sitetttur« 

@amml. 2. ©. 338 iu f. 
*'} 0. ©leim'* Seöen. @* 197» 
••*)33ot unö nncö bem- s$&* &e$ Geilen Su5töf£ b*§ 

©ecfo-elmten* 
t) ©. @l*iw*§ Se6«n* ©• »59» 



138 

ber befk Jtafl&olt! «aus btofcr Sieb' unb ©üte» fa* 
gen muß unb e§ gern fagt. 2CIS <§te bei unferer 
tfbfaljrt mit freunbltd&em £)i$ternnirf unb fegnenben 
$Propl)etens(5nt§ufiagmu$ tie grüne 3flu£e *) in unfern 
SBogen fliegen ließen, nalmi 2Cbelbert **) fie fogleirfj 
als fein $)atl)enantl;etl in 2Cnfprucfy unb begehrte, baß 
fte al§ 2Cnben!en gu isinen $>rettofi$ gelegt würbe« — 
2Da§ 2(nbenlen an (Sie, fro^lt^er tljätiger Sttann unb 
Süngling tjt mir wie ein aufmunternber fcfyoner 
Sraum ***).» — 

#erber'S unb ©leim'S grcunbfd&aft bauerte bi$ 
jum Sobe. gerbet überlebte feinen greunb nur $el)n 
Monate f). 

3u ^erber'i übrigen ^reunben in jener ^eriobe, 
mit benen er in SManntfdjaft unb S3riefroe$fel ftanb, 
geborten, außer <%> artin o<$ unb #et}ne, gan& sor* 
SUQlidt) Hamann ff), bann Saüater, SSsbe, 
(Sbtfytr SDlerf, Sung (©tilling), Zimmermann, 



*) ©leim trug De» SftorgenS eine leiste feiöene Sfttf&e. 
»•) J£>«bet'>3 «Sofcu. 
***) <£. ©letm'S £eben. @. 205 u. f. 

t)©leim ftatb De« 18. Sebtuai' 1803; £ecöe« ben iS« 
©ecembe* öejfdben %\\}t&, 

U) /»D^ ba&e eine« 35*ief ttou meinem alten/ guten Steunö« 
#amann befommen," öeigt eö in einem Briefe ^eröet'i 
toom 3. 1772; //?ec S3vief bat, fca tc& öie 5luffä>rtft nur 
(ab, niic& bis tti.bU Softe entjMt." — 



139 

«. Sttofer, Seffing *), SftofeS 9ttenbeUfo§ n, 
Nicolai/ S3oie, Äleufer u. a» m. 

3m 2fpril beg S- 1775 rücfte ^ecbec in bte 
burcfy ben £ob be$ (Superintenbenten 3)1 et; er erlebigte 
©teile ein. 

«@e* 2)urd)(au<$t, unfer gnabigfc regierende 
ßanbeSljerr, ■ $etft e§ in einem som 22. 2Cprtl 1775 
batirten, an tie ©eijr.td&cn in SSücfeburg genuteten 
tfmtsbriefe <§>erber's, «Ijaben bie ©nabe gehabt, miti) 
ben Sungften unter Slmen, wo nüfyt an Satjren, fo 
an SSerbienjten um biefe§ Canb, fcur «Superintenbentut 
ju ernennen, unb wie fann iä) biefelbe bcffer antreten, 
al§ wenn tdj (Sie mit bem erften ©^reiben atlefammt 
um Sl)r brüberltcfyeö Zutrauen, gütige SSeilj^lfe unb 
Siebe bitte, guS £er§en§grunb*. SSBo ber ©eift biefer 
<gmpftnbungen ^jerrfdjt, wirb 2CUcö leicht; er wirb 
aud} unö im gemeinfc^aftlidjen 3wetf unfrei 2Cmte$ 
einigen unb beleben» £)a i$ nocfy ben wenigften met* 
ner Ferren 2Cmt$brüber ber $)erfon nadj befannt ju 
fegn bi-e @bre *)Qbe, fo wünfdj' td;, bag t<$'$ je£t 
burd) Sienjte, bte icfy Syrern 2Cmt unb Sfjren Bwecfen 
fdjulbig bin, auf bte bejie, treuejte 2Crt werben 
tonnte»" — 

-@* würbe uns ^Cer ju weit führen, wenn xoxt 



*:).t25»tneQ3mfe an£eti>et'n fita&etman tti£effittq'$ fammti 
üc&ea Scfjwftea. föevlin i-94» $öö. XIX. 



140 

feie SOHftyetHgMten §wifc§en einigen ßanbpfarrern unb 
ifytm ©emeinen, welche Werter ju befettigen fucfyte*), 
umjtanbltt|er berühren wollten. C£fren fo wenig fem» 
tief f)infic&tl ; id& eines, ber Simonie berüchtigten San* 
bibaten ber galt fe^n, bem Berber/ gegen ben SSSiKen 
be§ ©rafen, bte ©rbitiation verweigerte **). ^>tcc 
nur einige Äusguge aus einem (Streiften #erber'S an 
ben ©rafen von- SBüdeburg, weltfje feine Senfs unb 
.£anbtungSwetfe , feine .SReligiofttar unb ©ewijfenljafs 
iigfeit in Erfüllung ber -<Pflidjten feines fertigen S3c* 
rufe aufs Sreffenbjte cfjarafterifiren. 

«ewiges SSranbma^l," tyeift es tri einem 33rier> 
«f&rber'S vom £>cto1>er 1774, «würbe es mir an ©tt'rn 
unb SSrujt fetyn, wenn ic§ einen &we; SDfal aögewie« 
fenen, einer Snfamie berüchtigten, mir burä) übte 
©erüc^te unb perfonlic§e ©robtjeit befannten Sflen* 
fc&en, beffen gctytgfeiren td) mct)t geprüft, unb ber 
nic$t jum Voraus ben (Stb ber ©imonie abgelegt 
f>atU, orbinirte. Sie #anbe lege SKiemanb balb auf A 
fagt Paulus, bat mac^ffc biay fonft t£ei(r)aftig frera* 
ber ©ünben. " — 



*) 3n jn>ei Briefen tom 22* 3lp*il 1775 unö t»wn 5. ffiai tef; 
felfie» 3-al)?eS* 

'*) SOtan finöet beiöe £l)atfac&en, ttamentlid) Die le^tere, cm§ 
t>en QlctenftflcFe« aroftänölicö bavqefteUt in Den <£unne- 
v u n a e n a u 3 £ e s & e s' $ £ e 6 e n« £ffttn&ttr iS*o. £&-. x« 

-©•■ 199 — 3H% 



141 

. «SctS etn&ige 5Ölitter, M föreibt Berber in einem 
faatern SSrtefe tjom 26. £)ctober 1775 y «fcer $tr($e 
©otteä gute ober belfere Seiten .ju geben/ jjt, fcaj? 
man bte ßefjrer prüfe/ ef)e fie e§ ftnb unb werben/ 
unb nur nadj ^pfiicfjt anib ©enuffen bie SSejien or* 
btnire. 33) freute mirfj., ba&u ein SESer^eug wer« 
fcen gu fonnen — id) fann'S ni$ti ^o will id} 
benn in ©otteS tarnen el mentgftenS nicfyt werben 
für Unmifent;ett/ 2Cergerni$ unb SSo^ett — worüber 
mir ©Ott fjelfe unb fein ^eiliges ä&ort! 2C.men*). ,, — 
3u £>ftcrn 1775 fyatte Berber bie SSriefe 
zweier SS r üb er Sefu, unb bie Erläuterungen 
}um 9c. S. aus einer .neu eröffneten mor* 
genldnbtfcfyen £lueUe herausgegeben **), unb 
in bem genannten Satyre für feine (Schrift: Urfa^en 
fceö gefundenen ©efc^macfs bei ben oer- 
fc^icbenen 83ol!ern, ba er geblutet/ abermals 
fcen t)on ber SSerliner tfcabemie ausgefegten spreiS er« 
galten ***). 



*) SBte ftc& t)Ufet: 23otfaU einigte/ Drtvil&ec feblett Die SIctetn 
friftfe; Dodj evfttelt/ eines munöhcl)«n tRadjwljt sufolge; Dec 
(EcUlDiDflt DaS CoHsilium ebeundi. 

*•) @>. t>. JDeutfc&en SO? e r E u t: t>. 3. 1773« 3iuäufc, @. 
aSi u. f. 

•••) «Blan fann DacflBer vergleichen -Den © e u t f c& e u ÖÄ e t f 11 c 
»« 3. 1770. S0?oi.i (^.205 — s. 9?eue$8ibliot&ef De« fronen 
SBifTenfc^afte», €5D. 19. ©t. 1. ©«84 u'i T«/ ö«n 2i l m a n a $ 



142 

fDZe^trere auswärtige Anträge waren in biefer 
Bett an #erber'n ergangen/ bo$ tjon i$m entfcfyieben 
abgelehnt worben. @o unter anbern bte ©teile eines 
#ofprebiger§ ju (Sutin, unb bte sprofefjor* unb $re* 
bigerßelte auf ber Untoerfttät ©iejjen. Sanger 
bauerten bte fc^rtftlicgen Unterljanblungen be§ ©el). 
dlaty ». SSremer unb be§ ^ofrat^g 33ranbeS, 
£e>)ne'ö nachmaligen <£d)tt>tegerioater§, welche #er* 
ber'n na$ ©ottin gen gu gießen wünfegten. ©te 
Ratten fc§on im 3- 1774 begonnen, unb bauerten ba$ 
folgenbe Sap l)tnburc|) fort. 

2)a§ 9)jtniftertum ja £annotier, welches 
«£erber'tt Um Äönige uon ©nglanb »orgefdjlagen, 
fjatte hk ungewöhnliche Antwort erhalten: «baf ber- 
felbe, ba er no<$ leine acabemifcfye CeljrjMe belleibef, 



D. öcutfeß. Sftufen flitf b. 3f. 1777« ©« 3 u. f./ Wie midj 
»ä 55 1 a n F e n b u v g' S 3 u f ä & e xu @; u l s e t' 5 2 b e o 1 1 e 
&eu f c& 5 n. Ä fl n ft e. 35b. I. @. 626 u. f. 23or b«t e t ft c 
OluSgabe &« etroäbnten QlbbanDlung (Q3etltn 177s; fpätet' 
bin in ^eröec'ö 2B. j. fetjön. Sit. u. Äunfr. S5ö. 7« <S« 1 &t3 
64) (lebt ein fBanjöftfc&ce OluSjug mit bfct Uebevfc&rift : 
Precis du Memoire allemand, qui a remporte le 
prix propose par la classe de belies lettres de l'aca- 
demie royale des sciences., sur la question: Quelles 
sont les causes de la decadence et de la eorruption 
du goüt? ©avauf etfdjien öiefe Qlbljanölung jufammen mit 
öec «iDreiSfc&uft : Ue&er ben Urfpuing öer ©pi'acb«/ unter 
Sem £itel: 3. ©. jgjetöet'S jwet »DreiSfc&tifreii/ toelc&e Sit 
w>n bec Qlcabemie öec SEBiffenfc&nften ( ju Söetlin) f. ö. % 
1770 u. 73 flefefeten QJreiße erbaten baben. SJetltn 1789. 



143 

juforberjt ben gradum eineg Doctoris Theologiae 
annehmen/ mithin entweber babei, ober bo<$ otä ju 
bejMenber UnioerfttdtSprebiger/ ftdj einem ©tarnen 
ober Colloquio bei ber tfjeologifäen gacuttdt in 
©ottingen $u unterwerfen Jjabe. B — 

Berber fcrjrteb barü6er im Secember 1775: «ßin 
Colloquium £u ©ottingen fet) mit feiner gegenrodr« 
tigen stelle unvereinbar. — ©in ebtereä, freie» 
re$, roürbigereS/ ouffldrenbereö sfflittd,» fdijrt er 
fort/ «rcdre ein fcfyriftlidjeö Colloquium über 
bie ^untte, woru6er ba$ Äonigt. 59?inij!erium meine 
JSeinung rciil/ über bie iä) mirf) offentHdj erüdren, 
unb vor'm Sichte ber SGBett befyred^cn follj unb itfy 
freue mify barauf, aU auf eine &a$e ber (Sijre unb 
9)fli$t ber 3Bafyr|)eit. @o erfcfyein' tdt> nicfyt im 
£>untetn, wo i<$ liiert fe^e, rcaö ber (Soltoquent für 
Ebftcfyt unb für SBaffen in ber $anb §at, fonbern 
am Sage u. f. ro. M 

©§ erhellt au§ einem Briefe be3 #ergog$ @arl 
tfonSföedlenburg oom 1 7. Cctober 1775/ bap baö 
englifdje SQHnifrerium/ bii aller 2(<$tung für #erber'n 
als Geologen unb ©ehrten überhaupt, !)injtcrjtli($ 
feiner £>rtf)oborie einige SSebenflidjfeiten gehegt fjabe, 

Berber dupert ftdj barüber in einem S5riefe an 
S5ranbe§ oom 5. Sanuar 1776 auf eine i;cdj{r 
leiben fcfc;«tftlidje Sßeife, ßit Stelle barf -1)ia nfc^f 



144 

fc|ten / mit fte Me üiMüt&ttette S?et^at!ett fernes 
@$araffer$ twffenb fcfyilbert. 

«Pro tempore sprebtger ber ©raff<$aft ®<$aum* 
bur.g* ßtpr^e/ fjetfjt e§ tn jenem 33riefe, «bin t(§ 
auf fcte 2Cug$burgtfdje (5,onfef.fion berufen, 
unb atg ©uperintenbent unb geifftu^er <5onftftonal< 
taty beftellt, über tt-e rechtgläubige £el)re naefy Un 
fv)mboltf$en IBüäjern in biefem ßanbe gu wachen, unb 
Ganbtbaten unb $>rebiger ba^u anhalten, darüber 
W ify SSefiallung, Gib unb spfltctjt. 2ßer olfo 
meine £rt|oborie anficht, ftc^t meine gegenwars 
ttge (Stelle, S^rticpeit Ui 2Cmt unb ©tbe, SanbeS* 
treu' unb ©enufiTen an» £)er bunffe SSerleumber trete 
l;en>or unb getye mid) $efcer Ä u. f. w. 

« ©c$imr>flicl) unb unpaffenb wäre, fo siel t$ 
etnfe^en tann, eine £)rtl) ob oral * (5t tatton 
na$ ©otttngen, mit welchem tarnen man fte aud) 
beefe. 25er frembe (Supetintenbent foU, ety' er 2Cmt 
unb 3Ruf fyat, nad; einer austänbtfcfyen Untoerfttat 
jtefyen/ feie £)rtl)oborte feines vgnrnS unterfud&en ju 
tajfen! Sßel^e SSegietjung $tä er mit ber auölänbiföen 
Uniocrfttat? SBann fyat er tfjr btö Sftecfyt eingeräumt, 
über t|n urteilen gu fönnen? — Sn meinem 
Sanbe f)at noefy SRiemanb an metner £)rt§oborie ggs 
jweifeXt ; wer in einer an bern baran zweifelt, ber — 
cttire midi) ni$t vor ftet) r fonbern trete auf, mtdj 
meiner Äe^erei ju übeweifen! £>te fetten ftnb oorbet, 



: 



145 

ba martj mit btm Äopf in bes £anb, na$ 9* om 
wallfatyrtete, um ft<$ ortljoboriren $u lafifen, unb wenn 
ft'c no$ waren, fo tft ©ottttigen ba$ 3?om fcfywcr* 
tt!$< (ginem fogenaunten Coll&^uio., ber. £)rtl)oborie 
wegen, b. t> einem tnqutfitorif$en $e|«r- unb Ana» 
fcemeer^or ausweichen, fein unb blöbe ausweichen, 
barf iä) alfo ntt&tf i$ werfe es mit 35 ef rem ben 
t>on mir 5 * u. f. w. 

«SÄan faQf/- tc§ Ijafo noc§ feine etgentli$ bog« 
matifdje ©griffen l;erauSgegeben» SUh'r ift'& einerlei./ 
wofür man meine ©djriften l)dft; genug, ber 3we<5 
son bret ober eieren ift, £) r t^ ob ort e ,, wahre 
£ Geologie barju-frellen-, gerabe bem «Strom be§ 
betfrifäen 3a&r$unbert§ unferer unred&tglau&tgen S^ea- 
logen entgegen, uxih vielleicht fommt bte $iit t tu ha 
fagt/ baf* meine unbogmattfdjen ©Triften bief tiefer 
unb ttmr&elfejrec getlian, all l;unbert ©pinnweben oon 
£>ogmatifen unb »erjagten GJalenbern *). " — 

£erber , unter fo bewan&ten Umildnben lange 
fc^wanfenb, fyatte entließ bennoc§ ben Gjntfdjlujs ge-- 
fapt, «ben fauren Söeg naa) ©ottingen anjutre- 



•) Sitte QluSiDaljl t>ö» ^>etben*4 Sfeufjetungen uöet fcoqntaüföe 

©egenfiänöe finöet mau fii Dem SBecFe : 3« ©• t>* •£>£*-' 

Jcü'a SD'ögiii a t if , o.u§ Dcjfen (jpctjriffcn ruiv^eitelft / unD 

mit Umanfcgcn unö ftittfefeen Slnmetfungen berfefeeti x>on 

' einem greunüe Dev J&evöet'fc&en ©noiVS. Seita xSc>. 

10 



146 

ten *)/ als ein unverhofftes Bufammentreffen oon 
ttmftanben biefj verljinberte. 

£)urc() ©ottyen erging eine vorläufige 2Cnfrage- 
em i(m, ob er He ©fette atö ©eneralfuperintenbent 
in SÖeimar annehmen wolle. £)ie SSerfyanbtungen 
fearüber, welche vom SKarj bis $jtftii 1776 bauerten, 
enbtgten fiel) bamit, baß Berber ju 50lic^aeliö fein 
3Cmt antreten folle. 

©ein 2f6fdt)teb vom ©rafen <jef<$a$ mcfyt o$ne 
Sprung, ba btefer ftdt) burcfy ben am 16» Sunt 
erfolgten Sob feiner ©emaljlin nun jwiefac^) verlaf- 
fen füllte '**). Ärdn!lid;!eit unb #9podjonbrie lie- 
fen tbn ienen S3erluft nidt)t lange überleben, dt 
ftarb im felgenben Safyre, ben 10. September 1777. 

£erber'S 2C6f$iebSprebigt %\x SSücfeburg ent* 
t?a!t fo manche treffliche, nicrjt genug gu betjerjigenbe 
SB orte für ben @etj!li$en, unb d)aratteriftrt ^er= 
bern fjinfid^tlict} feiner ©runbfd^e fo treffenb, bafj 



*} ©eine etgöen SJorte üt einem Briefe an Stntmermann 
oom 31. 3anuciB 1776. 

**-;• ipei-fcet'S ©ebet a m (5 c a b m a b l e öce ©täfiu €EJ?cs 
via t>. ©<$aumbuvgs£ippe. ©taötjjogen 1776. 4. beftK- 
fcet (Ttf) aucf> in &. SB, 5. Stehg. u. Sbeologte. 35t>. II. Sine 
©ra&fc&tift ber ©räftn befindet fic& im ©eutfcbeH SÄufeunt/ 
Detobe* 1776. ©t-. 9. ©• 3^9 «. f. — ©raBma&l beS @ra= 
fen von ^3ßcf?bu?fl. S&niD. 2)ecembet 1779. ©t. 12. @, 

5'2 II, f. « 



147 

einige ber ttor&ügltcfyjlen ©teilen/ <rt§ 2tbfd)tuf? tiefer 
speriobe fcxneö CebenS, £ier nicfyt fehlen burfen. 

«#ier trete i$ jum legten $Jtak wr @uc§ 
auf, M fagt Berber. a 35alb wirb e$ nur ein Äraum . 
fenn, baf iä) t)ier gewefen, l)ier gefhnben unb ge- 
rebet |obe. äßarum follt' t$ ntdjt pm legten SERalc 
wie ein SSSeggebenber fagen, roaS td) bemcrft fjobe/ 
am (Snbe be§ SQBegeS bie (Erfahrungen nu^en? £cr) 
ftelje tyier mc&t als ber einzelne Sftenfdj, fonbern als 
Sefjrer; Sfyv nidjt «lg ein|elne Sftenfdjen, fonbern 
als 3nt)6rer. 3$ will m'djt son' mir fprecfyen, ober 
fl^brtd&teS Sttttleiben weden, ober mir ein 2fnfe{jn 
geben/ aU ob mit mir bie SEBelt unterginge* Sude* 
bürg wirb bleiben, o$ne ba$ mir'6 Semanb fagt. 
2CU^ gute ©eelen roirb ©ott bcfcfyti§en; mit mir ift 
nichts verloren, unb joll nichts verloren gefjen. SBir 
finb t)ier, unb icr; bort, wo ify tyinfomme, unter 
®ott» — 

«@e!)or^et Suren Ce^rern unb folget ü)nen *). 
SBiberfirebet nidjt! S3on tteberjeugten laft (Sud) uber= 
jeugen, gebt ber SBa^rf;eit 0faum, ernennet, moju 
ber Seb^r ba [et/.. — 23er beSbalb in tit Ätrcrje 
gefommen tjr, weil id) fdjcn prebigen foH, unb 33 üf; 
feburg ttwa besagt, weil es einen fdjonen ^re? 



*) £)ev ZW fcev Q>rebiqt weit Jg>ebr. 13, 17 — 21, wimiuS die 
obigeft SBovte genommen ft'ai>. 

10 * 



148 

feiger vertiere, ber gibt mir bamit einen ^purvurman* 
tel, ber miä) dufjerft befdjtmpft unb bemüßigt. — 
SBaS td) @ucg gefudjt fjabe, ju geben, ftnb ©ebanfen; 
waljre, vernünftige , erleuchtete, göttliche ©ebanfen 
ber ©djrift unb 9latiiv, biefer Reiben grofen 3Sü* 
djer ©otte§, (Sud; auf's ftarjte vorzutragen, midj 
niegt an ^ctfttje , geweifte unb ewig mifjoerjranbene 
gßorte ju binben , babei ' man nidjtö verfielt unb 
benft, fonbern (Sucfy in Un (Sinn unb 3nf)alt ber 
©djrift, in ©eijt unb Äraft, 9>lan" unb 3nl;alt 
berfelben einzuführen. — 3$ ' fcoffe ju (Sott, von 
bem aller «Segen unb alles ®\ite fommr, bafj er audj 
tiefe ftunfen Zid)t §ur flamme be$ ^erjenS, ju ©eifi 
unb Äraft machen, unb nidjt werbe erjf erben laffen, 
fonbern befeftigen, bt'8 an ben Sag Sefu @^rtfh\ a — 
«£)te d$ottl)eit r)at eö gefugt, v auf ert ftdt) gerbet 
in SSejug auf bie ©rdfin SRaria, rt bajj icfy £tet 
mein tfmt befdjliepen fotlte, wie fie tyv ßeben. £>rei 
Sage vor iljrem @nbe befam iä) meinen Stuf, unb 
jefct wenige Sage nad; iljrer SSeerbigung r)alte td) 
$1« bie Ceidjenrebe auf mid) felbjr, bei meinem 2£b* 
fdjieb von bem 2(mt in btefer <§ttöt unb in biefem 
£anbe. -Selo^ne ©ott ben Gsngel, ben verfldrten, fe* 
ligen ©eijt für alte Zieht, ©fite unb 2fufmer!fam feit, 
tie fie mir unb ben Steinigen erwiefen, unb miefy laffe 
er nie it>ren eblen ©eijt unb tyt ebteS SSeifviel ver* 
gejfen! — 



149 



SSteste $P e r i o fc e. 



1776 — 1738. 



gerbet war ben 2. Cctober 1776 $u ISSetmar 
angekommen, unb ben 15. beffetben Sttonatö üU ©on- 
fiftorialratf) eing^fü^rt worben. lieber feine Antritts« 
prebigt gab e$ nur (Sine ungeteilte ©timme be§ 
«Beifalls *). Sn feinem tfmte als §3rebig«r lagen ifjm 
jugletd} bie Konfirmationen/ Stauungen u. f. w. ber 
crflen Klaffe ob/ unb e§ fonnte £erbcr*n, bem baran 
gelegen wat , fid) balb nadj feiner 2(n£unft mit bem 
Sanken SÖirlungöfreife feines 7lmtt begannt ju ma* 
öjen/ nidjt anberS als erwünfdjt fornmen, bap fid) 
ber bamaltge (StiftSprebiger SSeber an tyn an* 



*) 1/3% Bin biet attgemein geh'e&t uno geeist &ei £öfe/" beißt 
c3 in einem fpätei-n Briefe" J&eröet'S an Jgxurfnodj, 
»om 13- 3<i«u« 1777/ //Bei S8olf unö @vo§en; itt Söeifa« 
gebt Dil in'S u«6etfpatmte. " 



150 

fätof *}. £urdj freie Sfttttljeitung unb gemetnfameö 
S3efpre$en über 2lmt6gefd)dfte eber tl)eologifc§e @e* 
genftanbe fm ungemeinen lief? fid} eine oovt^ett^afte 
(Simturfung aufs ©anje nicfyt verfehlen«. 

Sn 23erl)dltniffen ber greunbfdjaft eber gegen* 
fettiger 2£c§tung, ba »on ber erfiern im eigentlichen 
©inne be$ SÖorteS, bei großartigen/ t^rer Snbioibuas 
litat gemSf, für ft<# abgesoffenen ©^aralteren nieft 
fügltcfj bte SKebe fetjn fami/ ftanb Berber ju ©6= 
t^en, ben er fc§on in (Strasburg lennen gelernt, 
n. Änebel u. a.; ber teuere, wäre er auef) ntc^t 
felbjt ©tdjter geroefen , fydtte fdjon bur<# feine lebhafte 
@mpfdngli$feit für Ätmjr unb SBiffenf^aft im 2CU* 
gemeinen, wie burc§ bie ü)m eigentümliche QbaU, 
einen gefetligen Äreiö geijtretc& &u unterhalten/ £er* 
ber'ö gteidjgeftimmteä ©emütl) angießen muffen, ab* 
gefefyen baüon, bafj S3eibe au$ in iljren ©runbfafcen, 
in bem ©efütjt für 2ßa^rl)eit unb SHec^t, für #uma* 
nitat/ wie'ö Berber nannte, übereinfiimmten. SBie* 



*) ©a§ ftc& audj t>er Confiftonalrntb ©üntber in Den elften 
3a&ten üon £eröer'$ Qlufentöalt in SBeima» näber an 
i & n angefc&loffen bnbt/ wie in Den (Erinnerungen 
aus %> e r ö e t ' i 2 e ben i> o n f. © a 1 1 i n (21). 2. ©. iöj 
auS&rütfhd) bewerft ttürD, tft ein offenbaret Orrtbunty 8a 
6er erftere fiel) Damals nidjt in 28 et mar befanD, fonöern in 
3 e n a ftuöirte/ t>on wo aus er ttielleidjt #eröer'tt gelegentlich 
23efucb abfratten mochte. 



151 

lanb/ gart unb gutmütig/ fd&lof ftetj mit bietet 3n* 
nigfeit an ^crbcc an / unb biefet fanb fftf) vorgügttc^ 
in einer fpätern spertobe gu SBielanb ge&ogen/ 
»eit er ber Gtn&ige in ^erbev'S Sftctye war/ ber fei* 
nen bamaligen Unmuts über bte Äantifd)e ^tlofo^re 
feilte, äßenn ftdj tnbef betbe aud&/ mit reiner 
tfnerfennung t$re$ tnbioibuellen £Bert§e§ arteten, fo 
hatytm fte boefy in metyrfadjer .^toftdfot ju Betrieben/ 
um eigentlich fympa öftren ^u fonnen *> SRod) 
wäre ^)ier ©raf ©orj, bamalS Ober^ofmetjler bei 
ber regierenben #et'&ogin $u nennen **)/ wie audj 
t?. "Gin fte b et/ $u jener 3«tt SSergtatf) in gteiberg. 
£)er le^tere/ ntd^jt allein in feinem ßieblingöfac^e ber 
Chemie/ fonbern a\xd) in anbern gackern ber äöiffen; 
fcfcaften Btelfettig gebilbet, geborte, torjüglic^) in ber 
erften Seit Don «^erber'ö 2Cufentf)alt in SÖeimar/ ju 
bejfen greunben. 

Sn fo Reitern SSerljältnififen ftorte J&nUt'n 
feine $vanttid)UH, bit im hinter b.. 3. 1776 tyvm 
Anfang na&m, unb ^auptfdcfjtia) in Eeberbefcrjwerben 
beftanb* ©r fab fid) genötigt A ixn 3?ru$ja$r 1777 
t>a$ SSab $u $>9rmont §u befugen. JBei biefer 
Gelegenheit ftattttt er n^ ein 3&al bem ©rafen tjon 



•) SRan ogl. ö. @c&ufj«-&- SS- SBrelanö/ fleföitoer: üon 3« @. 

© ru b e t.: sjeip;.- t§is* q5i>- H-'® r 4U u. f. 
**) film tj«tj)!. ö*iT«n ■£■*&*& in Swv 3-eitfl e n offen. J£)«ft 

VIII. ®.i2 3 u-^ 



152 

SBücceburg feinen 23efu$ c&, unfc na$m bann füt tm« 
mer son tfym tfbfcfyieb *> 

Sn 3)i)rmont ^rebtgte gerbet a#f (Svfu^en 
jroet 2D?ale. Sie leßte ^prebigt, über ba§ (Suange.- 
lium am 7. naefy Srtnitatiö ift nodfo im (Entwurf vors 
^anben. £>en (Sirtbrucc / treldjen <£erber'S sprengten 
auf jebeS unbefangene ©emütf) matten, tyat @tur$ 
in einem feinem «Briefe fel>r lebhaft gefc§ilbert *Q» 

.«3$ ^>abe Berber' n in 3)9rm$tit prebigen 
gebort/" fävtibt er. K <Sie fydtten e§ fe^en feilen/ vrie 
er all' bas 2Uifbraufen wn äerftreuung/ SKeugTerbe/ 
(gttelfeit in wenig ttugenbltdlen feffelte bis %wx ©tille 
einer äSrübergemeine. 2(lle £er§en öffneten fr$; je» 
beö tfuge fnng an tym , unb freute ftdj ungewohnter 
Sutanen; nur Seufzer ber ©mpftntmng raufd&ten 
burdj bie belegte .SSerfammlung. — @o ptebigt 
Sfremanb/ ober Uz IKeligion wäre Äffen./ wag fie 
eigentlich feyn follte/ bte »ertrautefte/ werfljejre greun* 
bin ber Sttenfcfyen, lieber ba$ (goangelium beö Sa* 
geö ergoß er ft'cfj gan§ o$ne ©cfynxirmeret/ mit ber 
aufgegärten/ f>o|)en Einfalt/ welche/ um bte f&eityzit 
ber Sßelt .ju überfliegen,/ feiner SBortftguren, feiner 



•) Set ®taf ftat-5 , tore nrtt Bevetts fvif&er ewäbnten / fcen iö. 

^eptemDei 1 -defölttn 3al>t*e§. 
'*) ®. Bie i'weit^B Sammlung f. ©eftviften» Setpji'3 

1-82. 0. 329 u. f. 



153 

Äunfte ber ©$ule fcebarf. — (5r prebtgte ben scn 
bem @ott ber Cie6e toettunbigtes ©tauben ber gießc^ 
ber ertragen, bulben, mt^arren «nb Reffen lefjrt/ 
unb unabhängig uon ollen greuben unb Setben ber 
SBett, burefy eigentümliche 5Kul)e unb pufriebem^ett 
belohnt. — @ie wtjfen, wie ungleich tiäj mit bem 
©$rif t ftelter #erber benfe; ober als §3 rebiger 
unb Sttenfcf) iffc er mein Üföann, unb ou$ auf ber 
f leinen däe SBegeg, tu wir jufammen wanbeln Ton- 
nen, einer meiner liebjlen ©efä§rten + n ~ 

SBegeijkrt äußert ftdj ©leim in einem SSriefe 
■an ben grei^erm wn $?tli% gu «Berlin über Berber 
als Äanjelrebner. K 3$ r)6rte £erber'n prebigen *) ö 
fcfyreibt er **), «unb al§ er wn ber fanget fam, 
geriet!) icfy in <Snt§ufiaSmu§, umarmte ben großen 
«Kann unb fagte: Berber, tu bi$ ein 2Cpofiel! @o 
einfad^ prebigte er wie bie 2Cpo.jtef, tu feine ©e* 
lehrten waren/ -ot)ne Sweifet geprebigt ijaben» (SS 
iffc unglaublich , wegen mancher feiner ©d&riften, aber 
waljrl Unb welay ein Umfang , welche Siefe, welche 
■@dj6ru)ett feines ©etftes!" — 

2tuf feiner SRütfreife nac§ Weimar würbe 
Berber bur<$ tu SSefanntfäaft be$ ^ringen 2Cugujr 



*) 3« Q5i)Uttont tut 3. 177^ 
*♦) ©■. ©Uiin'S 2e&.etu SSwi SS« ivörte« ©• 197« 



154 

son ©ot$a, bte et in tyqtmont gemalt fyatU, 
au$ bem £er&oge &on~©ottya fcotgefieUt. 

2tn ben §ejten, @(§aufpielen unb anbern ge* 
fellf($aftltcr;en Unterhaltungen, btc bamalö bem juns 
gen fcerjogltd&en e£epaare, burdj bie ^erjogtn $0?ut* 
tertfmalia, bur$@ot§e, Änebel, ©etfen* 
bor ff u. a. seranftaltet würben, naljm gerbet 
metfienö 2Cntr)ciX» (So ift genugfam befannt, wie mel 
in ben fiebriger Sauren unb fpdtcrt)tn burcr; btc oer* 
rotttraete #erjogin 2(malta &ur SSefcrberung ber 
beutfd&en §)oefte unb beS Äunftftnneö überhaupt ge« 
fetten, wie burcr; fte unb in ber golge burcr; ben 
©roftyerjoe Äarl 2Cugujt ©eijr unb ©efd^maeg 
na$ allen Stiftungen J)in verbreitet worben, wor* 
über man ftet; um fo mel)r wunbern muf, wenn 
man V\i »erfyättnifsmafng geringen Sttittel bebenft, 
\>it für tk beabftctjtigten 3wec?e §u ©ebote ftanben. 
— 25en gefeUigen <§irfeln, in benen \^k #ergogin 
2Cmalia bie geijtreicfyjten Scanner um ftet; £U ver* 
fammeln pflegte, in frühem Sauren %u (StterS* 
bürg, fpdtertjin in Siefurt, wohnte Berber eben« 
falls bei. ©r fanb bort tfcfytung unb SBoljlwollen *). 



* ) Sttan toevgl. Sc. b. 3ft a t tb tffon'S 23visfe (9*. 31. Sürco 
i3o2. $8r. 39.) 9Son Dem/ nie im SrucF eifcfotenenen Ziv 
futtet 3fo urna l / roeldjeS in Den ac&tjiget 3a&ren out 
aSeranlafiung &ev £eväogin Qlmalia/ als eine fvöfelicfee, 



155 

JJu 4?etbet'S bamaligen Utetarifdgen HtUittn 
Qtyhxtt ber crjfe S^cü ter 2J oll 8 lieb er *>/ bte 
Sieber ber ßtebe **), bte <S$rtft: 33on (grfen* 



getftoou'e tluterbaltung errtcbtet wurde/ ließe fiel)/ fa,lf«fS 
dem QJublifum mitgetbeilt werden dürfte. niaudje wßnfe&en«* 
wettbe fZlaSFunft beffeu. (Stnt.qe 9Iuffä&e »ou J&eröet'u/ wie 
bte $ a v a m n t b i e n (in. d. SB. 5« fcöön. Sit. u. Äunft. 
©. 145—92) und da« ©efpru.b: 33 erftand und £>e«s 
(a.a.O. ©. 273 —96)/ find au« jenem Sounial entlehnt. 

•} Buerft £eip»ig 177s« Smetter £beil <£6end. 1779« 9R*ue 2iu«« 
gäbe, eingeleitet von 3 ob atme« 541$ Seipjig 1825. 
2$ödc&en. 23etgl. SÄorgenBL f. gebildete (Staude. «Rwemb« 
1S25. Sit- 031. ^t. 90. © 359 u.f. (Dftebrere altenglifcbe 
u. febottifebe 33i>lfälteDec batte beider fc&on 1777 w den 
üon Uvfini«« &erau«gegebenen Balladen und Sie« 
d e r n mitgetbeilt. ) fpäterbiu in den SBerfen j. febön. £it. 
u. Äunft. Q3d. 8- SßetgU ©rät er'« 55ragur. $8d. 1. <S. 
270 u. f. Sllmanact) d. Deutfctjen iKufen auf d. 3. 1779- ©• 119 
u.f. ©otb- gel. Seit« 1778. <St. 53- ©• 433 u.£f. 1779- ©t. 
46' ©• 373 u. f. (£in Settenftfic? oder eine gortfeijung ju 
•Herder'« SolFüliedern find die von g. •£>. föotbe l)erau«ge* 
ge6enen (Berlin 1795.) Sle&nltcbe (Sammlungen find: Se« 
Änaben SBundevbotn. Qilte deutfebe Sieder, gefammelt oon 
£.31. ü. QIrnim u. €1. Sörentano. «Heidelberg 1806 
u. f. 3- 3 S3o. (Sammlung deutfeber SSolfSlieder u. f. w. 
t>on 3. @. S&fifc&ing u. g. .£>. \>. der -Hagen, «öerlm 1807. 
Sßergl. ©ocen'« 51 uf fa & -• lieber (Sammlung deutfeber 
23olr"$lieder im SJ?orgenblatt für gebildete (Stände 1809. 9Rr. 
112. ©. 447 u. f. 2f?r. 113. S. 450 u. f. Stfr. 114« @. 454 u.f. 

••) Sie 3Jelr«fren au« dem SÄorgenlande; suerft Seipjtg 1778. 
naebgedruef t, obne Qlngabe de« ©ruefort« r vjiu Sann in 
Herder'« SBerfen 5. Slelig. u. Jbeologie. Q3d. 7. SJergl. 
©otb» gel. Seit. 1778. St. 89« ©«729 u. f. Mgi\\u iöeutfcbe 



156 

nen unb ©nrpftnben btt raenf$lt$en ©eele *)/ btc 
§)iajitf **)/ un *> bieSc&riff : Ue&er tie äSirfung, 
ber £5ic&t!unjt auf btc ©Uten btzlßhU 
fer tn alten unb neuen fetten***), welche oon 
te« baie.riföen tfcabemie ber S£iffenf<£aften ben $Prei§ 
•ehielt. ZUc tiefe Sänften fallen in'* 3a$r 1778. 
Sm fotgenben 3a$re traten bei: jttette S^til 
&er SSolMieber, »on benen d. ©ecfenborff me^* 
rere in Sföuftf fefcte, mb unter bem Sitel: 25otfS- 
unb anbere Sieter / in gwet (Sammlungen §erauö* 
■gabf). 2Cu$ baä Suc^ son ber 3ufunftbeö 
£errn tt)/ eine Ueberfe^ung unb (Srflärung bei: 
Offenbarung SotyamuS, fallt in btefe 3eit. 



SStbltotfj. 5B&« 37. @t. 2. ©. 478 a> f. eine gcvetmt« 9?iid}.- 

abmung DiefcS •£>evl>ei''fc5en SBetfS evfcljten untct öera Xitel ; 

Steöec D-ec Zitbt < oljne sötucfott) 1779» &eigl* Slttgemetti« 

©eutfc&e SSiBliotb. s 35ö* 43« ©t. i- 0' 6 u. f. 
*) Suetft SUga 1778/ dm» in $*¥&«*'£ äBetfen j. QMjtlof, unö 

<5jefd)ict)te. $Sö. 8. Sßetfll. @ot&. gel. Seit, 177& ©t. 54« ©• 

444 u, f. Sillg. ©entfdje Söibliotö. 23. 41. @M. ©. 475 u. f. 
*•) Suetft Stiga 1778/ dann in ^)«rDer'S 3B*rfen 3. fcfcöu- Sit. 

iL $mtft. 23D. 11. ©. OlUaem. ©eutftye ^ibliotö- .».öö. 37« 

©t- 2- ©. 503 u. f. 
*'*) Suetft tn öen 2lbF)<inölungen der baieitfcfjen ülcafeemie übet 

©egenftänDe Set fc&en. SBiffeufcljaften. 23t>. 1* 0« 26 —138; 

Dann in £efcöer'§ SiBerfeu s« fr&5n. ^tt. it. itunft. 33ö. 11. 

«BetflU 9Utgem. JDeutfc&e 23ibliotI). 23fc. 49» ©t. 2. ©. 

321 ü. f. 
-J-) SBeimav 1779« 
tt) MAPAN.A&A, JDaö 25uc&: v>on b«r Sufutift &«$ £m*fl/ 



157 

3m Satyre 1780 würbe £erber'n für feine 
©<$rift: 33 om (ginfluffe ber Regierungen 
auf bie SBiffenf haften, son ber ^Berliner 2fea* 
bemie ber $reig juevfannt *)♦ 

Sn ten Sauren 1780 unb 81 famen auä) tk 
SBriefe über baS ©tubium ber S^eolcgie §erau£ **}. 

33ei tiefer ©elegenfyett fcefutf)te ~t£n ber nacfyma« 
lige 9>vofc|for |U «Schaff Raufen 3. @. SÄ ü Her ***), 



De3 neuen 2eframem3 ©iegel/ juetlr Sliga 1779/ battM in 
4berDeV» SBerf. ;. FJteltg. n. Geologie. 5BD. 7- SJgl. Sillfl. 
Seutfcfce 25ibhet&. «BD. 51. ©t. 2. ©. 315 u. f. ©otö« flel. 
Seit. 1779. ©f. 99« ©• 8*7 n. f« ^eipstges SlUgem. SSer« 
äetcöntg neuer SSiic&ev u. f. »..1779. ©t. 3. ©•561 u« f« 
*) <25te erfc&ten suerft SBerlm 1780. gr. 4.; Dann in £erDer'£ 
SBerFen 5. (Dbüol". «• ©efcfctcbte. Q3D. 7. SJetfil. ©otfc. 
gel. Seit. 1781. ©t. 13. ©. 97 u. f. SB e F& tl t n 'S £&ro* 
nologen. $BD. 5. 9£r. 3. ©. 253 u. f. 33fc. 6. «Rr. 2. ©. 
169 u. f.— Sie QIcaDenue, roelc&e J^erDer'n jii i&rem SÄit* 
glieDe Wäljlre/ fc&lug tljm üor; ftd} Deshalb an Den $ömg 
iu toenDen. JperDer unterlte§ DieS ; Docfr rourDe i&m m<fy 
niebrern SßÖreä (1787) Das JDiplon» »on "Der 2icaDemt'e su: 
gefanDt. 

**) SBeimar 1780 — 8i. 4 Soetfe. «J?. 2f. <£benD. i*/8s — 8<s. 
©ritte- Auflage. €beuD. 1817- @ie btlDen Den 9. nnD 10» 
Sbeil ttou J&erDct'S SBerFen 5. SRelig. u. Sbeologte. SJerg!. 
Slügem. iDeutf^e SBibliotl;. S5D. 47. ©t. 2. ©. 366 u. f. 
5ÖD. 49. ©t. 2. @. 361 u. f. SJllgem; Sit« Seit. 1785« 
SBD. 5. Stfr. n. ©. 41 u. f. 1786. 25D. 2. <ftr. 120. ©*- 
345 ü. f. 

•■•) See SöcuDer öe$ befanden ^iftotiFetS 3o&«/ &» Wolter. 



158 

aon ©ottingen auä, wo er bamals Geologie flu* 
btrte. ({ gerbet empfing mtd) freunblidj, M erjagt 
** *)/ «unb balb fam biz SKebe auf meine (Stubien, 
3$ fragte t£n über 23 ergebenes um feinen SRaty* 
©in fetteres 2a$eln oerflarte fein 2Cngefi$t, er jranb 
auf, unb fjotte au§ einem <3<$ranfe ben erften £&et-l 
ber 33 riefe über ba$ ©tu b tum ber Sijeo- 
logte, ben t$ mit bem {jerstic^ften ©anf aus feiner 
#anb empfing. 2ClTc fragen/ \)k iä) an ilm t$un 
wollte/ unb no$ oiel meljr, waren im SSorauö U- 
antwortet. — SSon biefer (Stunbe fing ftdj unfere 
greunbfdjaf! an, unb würbe immer fejter gegrünt 
bet, att idj ben ganzen SBinter 1781 unb 1782 in 
feinem #aufe Übte, wo Berber auü) meinen SSruber 
S'otyanneö !ennen lernte, ber miä) oon Gaffel aus 
fcefu$te* 

3m Seigre 1781 erhielt Berber oon ber #flund): 
ner tfeabemie abermals ben ^reiö für feine Schrift: 
lieber ben Ginftufj ber fronen in bie 
^6l;ern SSHffenfc&aften **). 3m Sa^re 1782 



£r Ijat um tic J&erauSfla&e ö« J&ertet'fc&en SBerfe 5ebcu* 
tenöe Setötenftc. 
*) ©. (Erinnerungen au* £er&er'S 2e5en tion f. ©attin. 20* 

btnqen 1820. £t), 2. @. 19« 
*•) 3u«ft geörueft in geitiimann'ö litetarifc&er €broniF, 
*ö&. r. @. 137 — 62; Bann in £eröev'$ 2Be*Fen m fiir&a. 
Sic b. Äunft/ 95&. 9. . ... 



159 

erfc&fen ber ctrfte S^etl tjom ©cijl ber ebratfd&en 
spoejte, bem ber gweite 1783 nachfolgte *)♦ 

3m gntyjafjr beffctben SaljreS unternahm £er* 
ber eine Steife über ^alberftabt na$ SBanböbecf, 
wo er eiaubtuö befugte unb Älopjtotf'ö f8e* 
Janntfcfjaft machte, ber ifjn mit steter #er&lic$fett 
empfing, 3« SSraunfc^wetg lernte er Serufalem 
fennen. 

2)amaIS fcfjrieb Berber ben erfren SSrief an 
$r. £etnr» Sacobt, iljn über ben bamalS erlit- 
tenen 23erluft feiner ©attin trofrenb. «3$ Hn, M 
Jjeijst e$ tn biefem ©djretben, battrt aus SBetmor 
t>om 4» SJiars'1784 **), $u 3*)rem ©^rnerje ftumm, 
wie ©te, unb fü^le ganj 3$re SBunbe, bei tdj 3$re 
Ebgefdjiebene fcwar ntd&t ber §)erfon x\aä), aber bur<$ 
sRarf)ri3)ten fo fenne, als ob tyt SSilb t>or mir 
ftanbe. ^ber faffen ©ie ft$, feien ©ie Sttann, 



*) £>efiau 1782 — 83. 2 Sbeile ( mit umgeörucFten Sitelblatte. 
geipjig 1787.) S»e*te SMuÄgobe/ beforgt ioon 3. @. ?Dl filier. 
Tübingen 1805 — <*• ©ritte recfetmägtgc/ forgfaltig Durcfr« 
gefebene unD mit me&rem Sufalen \>ermel)rte Slufgabe ron 
Dr. jf. 2B. 3uftf. SetPäig 1825. 2 £t)etle. SBe^gl. J&et&el« 
berget Srt&rbüdjer Der Literatur. JDecember 1825. 9?r. 74. 
@r. 1173 — 84. Stfr. 75- @« 1x85 — 93' J&erDet'S ©eift Der 
ebräifc&en «Poefie nimmt Den erften unt> jfteiten ?8&. t»ec 
SBerEe j. Svelig. u. Sbeol. ein. 

'*) @kS» •&• Sfictfi'i an^rlefener SBriefwecßftl. £etp3- 1825, 



Bü. 1. 



Söü. 1. 0. 369 u. 



160 

$p$ifofop$ unb @f)njr; tag lefcte trottet am meiften. 
SS« setyen fjter wrfleibet umfjer; bei ber Qntiki- 
bung werben wir erft , was wir fe^n follen unb fetjn 
werben. Ceben (Sie wo&t. JCUer gotttt^er Srojt 
mit S()nen unb SSalfam in 3£r Snnerjteö. — 

^erber'ö Sbeen $ur §3$ üofopfyie ber 
©efcrjid&te ber SRenfö&ett/ in ber brüten ^eriobe 
fcerettö flu^ttg erwähnt, famen 1784 fjeraug *)/ 
in ben brei fofgenben Sauren biet Sammlungen ber 



*') SUgrt 1784 — 91 4 Stalle* fl. 4. ( 9?eue Auflage Bet Drei 
elften Steile 1788 u. f.) Se$g!. 1785 - 92. tn 4. unD S-; 
Dann in £erDer'S SBevfen j. fJMjüof. unö ©.cf^ic&t«, 4 -öt' 
3 — 6. — 23ergl. 23tbltotf). D. neueften tfjeolog. pbilofopö- 
unD febönen 'gfr'etatur. 5&&. 3. ©t. 1. ©. 3 u. f- SJMflaj"» 
t»ev Q>!)ilofop[)ie u. fc^önen Literatur. Jg>eft 1. ©• 55 u. f. 
@ot&. gel. Seitung. 1784« ©t. So. ©. 493 u. f. <©t. 91« 
©. 739 u. f. 1792 ©t. 40. @. 373 u. f. SlUgem. Sit. 
3eiti 1785- 'S». 1. S^r. 4. ©. 17 u. f. 55ö. 4» 9& 271. 
©. 153 u. f. Seidiger allgetu. ■Sßerjeic&niij neuer Sucher/ 
mit fuxitn Slnmetfungen. 1784- 0t. 7. ©. 514 u. f. -©t. 
10. ©. 769 u. f. ©eutfc5er OTer für, 3unn 1784. Sfojeigett 
©. Si u. f. ge&ruar 1785- ©• 148 u. f. Steuer Deut: 
fc&et SKetfur. Sebruar 1792. ©• 166 u. f. — ein gtag« 
ment aus Der Üleüolntion Der erfreu SBelt, olS Qlnljang ium 
4.23be. fcon .£>erDer'S 3Deen jur iM^ilofopljte Der SSftenfc&bett/ 
fmDet man im SQforgenblatt 1809. 9er. 69. ©. 273 u. f. 
SfJro. 70. ©. 278 u. f. — ©nt4> Die Einleitung, welche 
Jjb. SuDen bei einer neuen Qiusgabe Der SDeen (SeiPjig 
1813) f)tti3u ju fügen für nöt&ig erachtete/ bat Das SBerf im 
SSefentlicBcn Durc&auS niebts gewonnen. 



161 

gerftreuten fßlatttt -*) unb i 783 feie ©e* 
fprä$e über (Sott **)♦ 

©ine eigene Weberrafqumg tcat #erbet'n in bem 
genannten 3a$re bur$ ben Empfang «nei ctm im* 
bekannter 4?anb gcfdjriefcenen 33rtefe§ geworben, ben 
ein ©efc^jen! von 2000 ©ulben rfceiiitfd} begleitete*, 
a 33ern?erfen Sie nid)t, ,} $eift ei bari«/ «ba§ gering 
Opfer ber i;cd)ften 33eret;rtmg/ vergelten @ie m'tfjt mit 
$erad)tung meinen guten SGBtUen / unb benehmen ©ie 
mir ni$t ben fdjenen SErcji, bajj audj tä) etwas jur 
3ufrieben$eit eines ßrofen 33?annfS beitras^ fonnte* 



*) ©otfca 1785-97« 6 gSamraluitgeg. aSetgt» 3?eu« S&ibUstB. 
&. f«fcöö- SBiffeRfö. €&£». 32. ©f. 2. ®. 103 u. f. 23&. 37. 
et. 1. ©. 128 u.f - S3&. 45« ®t i« ®- 53 u. f. ©0. 53. 
©t. j. @. 52 u.f. SHSgcm. £tt» Sei?. 1785« ©*• * SRr- 9, 
®.62 ti. f. 1793. »38. 1« gj.fO.48« <&. 377 u. -f. 179=» 938.3. 
5?s. 355.; ©. 670 u. f. 1794- 938. r. Sir. 104. €5. 825 u« f. 
@0t&. fiel. 3«l(. 1735- St. 37. @> 297 0- f. <S%42. ©• 345 

?. f. et. #• sj- 777 u. f. 1792. ©t. 75. e. 705 «. f, 

1793. £?r. 67. ©. 585 «• f. 3- g. £>efleiv«j Sit etat« öes 
Setttföen tle&erjfegmtgen 8ct ©viecöwi. 2?^. 1. &T. :ii u. f. 
*•) @ötba 1787. Sicue 5iuH<, gbenB. iS«v£(?«g!. Cöfflt'« pljts 
lofopl). Ohraalen. 2b. 2. Q38. x. @. 205 ü. f. JD«utf(t>ee 
«Ketfus 1787. Sfcofcerötec, QJnj. @. 161 u. f. Qj>ot&. gel. Seit» 
2787- ©t. 58. ©♦ 470 -• f gifteah Sit. Seif. 1788. 938. i» 
?ftv. a. ©. g- u. f. g?eue Seipjt^r gel, Seif. 1787. 555- 3. 
C« .698 «. f« aUsera. Seutfdje 83ttl;ot§eF/ 5iu&- 30 938. 
53 — EG. 93b. 4 -.. 196s u. f. g>uvr.bevg?? gel. Leitung 
17S7. ©• 7=5 b« f. r- £>ie ®efatadüe u&e? Sott ffo&et-man 
tro 3. 930*. cor. 4>?*8«'$ SBecEcn sur $öiloTop&ie WO (Be* 
fc&st&tf. 

11 



162 

Ralfen (Sie ft# ja rucfyt für UUibi&t; benn mein 
Sßunfctj unb 3tt)cc! iffc rein. 23ergeffen @te ben Un* 
bekannten , ber bieg «Blatt fdjreibt unb aud? btc 23er* 
antaffung baju. ©te werben nie erfahren, xcit 
ify bin» <gc§u>etgen «Sie, benn i$ werbe ewig fd;wet« 
Sen. M — 

2)en tarnen biefeö unbekannten ©onnerS fyat ^>er= 
ber nie erfahren. 

$lifyt lange barauf fidjerte ber bamatt'ge ^erjog 
(Sari tfugujt t-on SSSeimar, £erber'n eine jd|rs 
ttdje Zulage v>on 300 9?eic§Stf)atern ju. tiefer 3u* 
fcfyufj muffe üjm, bei einem t)öd;ft anfldnöigen ©er)atf, 
bennod? l)6c^ft willkommen fepn, ba fowol;! feine Gin* 
ri^tung in Söeimar, aU feine Ärdnflidjfett unb t>it 
bamit serbunbenen Steifen einen üerfydltnifmdfiig gro' 
fiern 2Cufn>anb not^ig gemalt Ratten» 

Sn tiefer günjKgen Sage Mie^ Berber .frei ton 
€?töl| unb feinen armen SSernjanbten p 2D?ol)rungen 
innig ergeben, Scfyon $u SBütfeburg fjatte er ben 
©oijn feiner altejten , mit bem gletfdjer Naumann 
ttet^etrat^eten ©cfcweflcr ju ff$ fommen taffen/ um 
i()n für tte SBiffenfcbafien ju bilhen, tljn aber fpdter* 
tyin, ba bie 2Cnfagcn bes jungen SttanneS £erber'S 
SCbftdjt nietjt begunjiigten , bem ÄaufmannSflanbe ge* 
wibmet. 2C£S er bie 9?aqitd)t von ber Äranf^ett 
feiner jimajlen, mit bem 33'fer (SiUbenfyc'm ju Wfy* 



163 

rungen »erheirateten ©cfjroejfer ttfykti, fcftrieb et 
ouö SÖdmar ben 21. £)ctober 1787 au SrefcrjoJO: 
K £) baf ©ie mir batb hierüber eine gunftfge 
tfnttr-ort geben wollten uno eine fro&lidje geben lonn* 
tenl SBelc^eö aber aucfy fei/ id) will nur aus ber Un« 
geir-i^eit geriffen fet)n, tn ber iä) fdjroebe, unb nodj* 
matt meine arme franfe ©c^rcefhr auf's befte Syrern 
gütigen 3f?at$, Srojr unb in 2fbft'd)t beS 2Crgte& einer 
freunbfdjaftltdjen gtirforge empfehlen. %d) werbe biefe 
fSSot)lt^at mit bem banfbarjren ©emüt^e annehmen/ 
al§ ob fte mir erzeugt wäre.» — 

6r ermubete in biefer sdrtlicrjen Sorgfalt ntcfjt,, 
fonbern übcrfanbte am 2. ©ecember beö genannten 
Sa^reS 50 Äljaler in ©olbe an Srefcjjo. «£aben. 
©ie bt'e ©etrogen^eit/ fdjrieb er, fiä) ber armen .Kran* 
?en anjuneljmen unb für bie $ur tn $)r. £ollanb ju 
forgen/ an bie ©ie mit fo üortt)eilr)aften Hoffnungen 
gebauten. 3$ null gern ein SSeitereS tf)un, fo otel 
iü) irgenb t^un fann, unb ©Ott gebe feinen ©eegen, 
bk Seiben ber ©eufjenben ju rcenben, unb iljr, roenn 
eg fepn fann/ bie fo lang' entbehrte ©efunbtjett wiu 
ber $u geben. SBollten Sie mir juraetten eine fleine 
S^adjric^t oom ©rfolge geben, fo oerbdnben (Sie midj 
baburc^ auSerorbentÜcrj/ unb bie mßn$erlei ©ütigfei* 



lSi u, f. 

11* 



164 

t«i/ bte ic| S^jnen &u terbanfen ^at»e / würben bur$ 
biefe Jleine 5D?ö$e ber SBenfäenfreunblicfcfett unb @$ri* 
jfenliebe gefront. 

gclgenbe Stelle in bem eben erwähnten Sriefe 
an Srefdjo tjom 2. £)ecember 1787 liefert einen 
wichtigen SSeitrög &u «getbetfö <5&arafrertjit?. Ä ©ie 
$aben miefc als Süngting gerannt/" fd&reibt er 7 a unfc 
bem Sungltnge mandj? ftü^e (Sinbrüdie gegeben/ an 
welche auet) ber Sftann unb Ijalbe ©trete ftdj natürlich 
unb nct^wenbtg oft erinnert, ©ie faljen mi$ im 
Uebel/ im Uebel fcfyieb ief? eon S^nen; eine unfi^t« 
&are £anb rtfj mic§ fort, fie %at mic§ nie oerlaffen/ 
wnb id? fann wo&l fagen, baß ity in ben 25 Sauren, 
feit icl) üon 3*>nen %w, wüäfyt bte Erfahrungen 
t>cn 10 Stfannerleben gemalt f)abt. 2Son einer SBBoge 
tm$ ber anbern ergriffen/ aus (Situationen in ©itua* 
tisnen geworfen/ mit einer §?etl;e ber ausgezeichnet* 
f*en Steffen aBmctytig unb aufs fonberbarfre §u« 
fammenc'.efettet, unb £>afcej oft unter einer SSürbe 
ihm ©efdjaften, SSerfcrtejjltd&feiren/ leeren SSemüfjun* 
gen unb ttergeblicyen SÖunf^en erliegenb/ fommt mir 
mein %zbm oft unb oft wie ein — Sraum tjor/ «ber 
^m tdj felbjt erftaune. *~ 

#n 2Clle§, was tfcffi in ber Sugenb greube ge* 
mafyt fyattt, backte £et&r no$ mit Snnigfeit \\x* 
rücf, «Erfreuen ©ie miti),» |)etpt eö in bem nam* 
li^en SSrtefe «n Srefdjc/* mit einem ber £Suc$er 3*}* 



165 

xtt St&fot$ef/ bit xty aU Sünglina. fe gern U*/ 
unb barau§ meine cinfani/ fn ftcfc »erfüllte ©celc MI* 
t>cte, 2)arf tdj rcafjlen, fo roünfcrje iü) mir ben 35anb 
ton Älcijl'S ©ebbten, btc &£e äffen ftnb; tefj fjabe 
|u i|jm eine fonberbare- Siebe gehabt, unb würbe 
tyn alö ein ^pfanb meiner Su^enb^eit anfefjen. SBaS 
tcjj> iSfmeii bagegen fd;icfen foll, beftimmen ©ie fetbff. 
SBünfc^en Sie einige meiner (Schriften gu $aben? Sftur 
ein SOBort, rceXd^e ©te roünfctjen. £)ie Sföeffe na|t 
§eran, unb i§ will el burcl; #artlnod) oljne heften 
beforgen. 3$t Äletft fann auf'ber faf)renben ^)c^ 
ju mir femmsn unb feil mir ein fr6l;lid;e§ ©eferjenf 
fet)n.» — 

Ungefähr um tiefe 3eft rjatte ^ccber hk fjretfb*/ 
einen feiner ßieblinggroünfccje erfüllt ju fel)en. (Sine 
Steife nacr) Italien t)atte langfi in feinem $)lan gele* 
gen/ unb bie (Sinlabung baju btttcr; ben greiljenn 
griebricr; son Salberg, bamaligen Somfjerrn £u 
SBormS unb (Speter, fam £erber'n boppelt erwünfdjt, 
ba er fiel) burd) ben Sob eines tfinbeS feljr nteber- 
§efcrjlagen füllte. 

<§5 6 1 1) e aar in Suniuä aus Stalten suvücfge* 
Jefjrt, unb Berber reifte am 6* 2Cugujr 1788 ba- 
tytn ab. 

Sßir wollen als 2fbfc()luf biefer ^ertobe, einige 
f)etjlic^e Serfe beifügen, W ». Änebel ü;m ju 
freunblidjer Erinnerung auf jene Steife mitgab. 



166 

2Cn Berber. ; 
3um Wfc&teb b. SO. Suty 1788» 
SKtt bem reinjlen (Strahl trofft bu baö .gerj mir, 
@tittt be$ linbernben BaJfam« brein $u gtegen,* 
$au$tejr bu üon beS tfet^erS ©aamen, ^audE^teft 
SXir entfernterer Singe (?or)c ©lut$ ein ! 
SBafc für SStüttjen tmb fB£umenfrüc§te ber fd&on 
£alb vertrocknete 2fcfer fünftfg bringet/ 
JDtefe alle entwerfen bir jiim orange/ 
£>en mein regerer ©eijr mit fefterm SSanbe 
3u burcr;fXecrjten ftdr) wunfd&t/ um iljn tm gtüc£Ii<§ 
5BteberM;renben auf bit (Stirn gn brüten." 




167 



gttnfte spmobc* 



1788 bis 1789* 

SRtt ^»erber'ä 2C uf en tf» alt fn Stalten, in 
©efellföaft ber ^crgcgtn SFcutter, 2Cmatia, glaub* 
ten xoit infofern einen neuen 2tbfdjnitt in feinem ße* 
ben beginnen ju muffen, als er ftcf) baburcr; aus ei» 
nem, Ui aller greiljeit, boc^ in mancher ^>tnftdt)t be« 
fdjrdnften ßebcnsfretfe pIöfcHcfc in eine, neue ©pl)dre 
»erfeßt fa$, bie feinem ©ei]te, burd} tit JBermefyrung 
feiner gefdjicfjtltc^en, literarif$en unb C o£alf enntntff ^/ 
einen neuen 2Cuffcr;wung <jeben muffe» 

Statten, bas £aub, rcofjin n jtd& fcr}on In frü* 
fjer Sugenb gefeint, war #erber'n, feinen eignen 
2Ceuferiingen jufclge , bie größte S3ilbung3fdmte ge* 
»efen, unb nur bürfen nur, um tm Stnbrnd fennen 
$u lernen , ben bte SSerfe ber alten Äunft auf fein 
empfängliches @emüt$ machten, ba§ nac§lefen, tr>aS 
es felbjl baxubn in ben 23 tiefen &ur S3eforbe* 



168 

sung ber Humanität in bes fünfte» <3«mm* 
lung *), unb §ie unb ba in ber 2Cbrafiea fagt. 

£>er $er§ogm SEutier, bic feinen SBeriJ etfanr.te, 
unb tym Artung unb gavte £l;eilnai)me mefyrfad) er* 
»fi?3, »erbanfte er manche SSequemlidjfeit, fcwo^l 
auf ber Steife, als n>al;renb feineö Aufenthalts in Sta* 
Sien fel&ft. 2)iefj mochte auf feine (Stimmung einen 
gitnflfgen Grinfiujj äußern; trenigfienS erinnern ftdj 
^erfotirn, bte früher feinen vertrauten Umgang ße- 
noffen, t|jn nie fo fetter unb jovial gefeljen ju §aben, 
olS in Starten, befonbers in Neapel **). 

$erber'6 «Briefe an feine Gattin geben uns über 
fcie ßreigniffe auf ber Sfatfe, unb über feinen 2Cufer.t- 
$alt in Stalten genugenbe 2Cuff$lüjfe. @te ftnb reiefy 
an einzelnen geijlreic^en Aufteilten, ober roeingfrenß 
intereffanten «Bemerkungen, von benen wiv tjin einen 
gebrangten ÄuSjttg geben wollen. 

«£u ^»aft feinen föegrijf von ber fatyoltfäen 
^oc^ac^tung,» fcrjrieb Berber ben 10. Augujl 1788 



*) 3» öen SQJeife« s- f*5n. Sit. unt> tfunft. 9S&. VII- <£• 

162 — 230» 
**) £socö extiraett ftdj Jg>t. v. (Ein Heftel/ fcer. fcie £«j<>Atrt 
befreitste uiiö mit Jgmfter'n allein in einem SBcigen faß/ 
öafj/ ßtä fie einft v>on fJJaufiltppo nac& $oj$uoli/ 
Sil ja u. f. its. gefahren feneit/ unft öort mtljrere ©enfmäl)* 
le'r un& Stuinen Der Sßorjeit Bettac&tet l;ätten / eine tiefe 
©cöwerminö Jg)ert»et*u ergriffen , t»»D für feine ©efutiMjeit 
Ub&flfte 55eforgnifö erregt öa&e». 



169 

scn Bamberg aas, cc bie jumat #rdfeffoten > junge 
©eiftltdje »or alten/ unb fobann 2CtteS bezeugt, wag 
aufgefldtt fe*>n will. SDlan muf fidj orbentlid} wie 
ein ©ett fjtnftetten, ober ba id> tieö nid)t fann, enf* 
fe^lidje ©egenbücIHinge machen, unb fefjr feiten werf* 
£semanb nur ben Manien be$ 35uc§g. ©inet rebet 
oon m c n f c& 1 1 d) e n 3 b e e n , ber tfnbere oon «Blat- 
tern/ ber ©ritte »oft (Schriften über bie ffVi-i 
1 1 9 c ©djrtft. (Sin einiger junger ©eiflltdjer ober 
$>rofeffor banfte mir für Uz ©riefe über ba§ 
©tubtum ber S Geologie mit Gnnpft'nbung, fo 
bafj ic^ fd|/ bajj er fte wivllid) getefen fyabt. — (ginige 
t^eologifdje ©Triften ^aben bie sprofefforen unb jungen 
(Slertci getefen; bte menfdjticfyen Sbeen, glaub' 
i&, feine ©eele. 3>er (Sine reifte mir S£t;efe§ ein, hie 
eben borgen für einen ©octorrang rettbeibtgt werben 
fotlen, unb wo in einem KttiUl, ncdjbem 3erufatem/ 
SOUdjaetiS/ £) ob er lein, £ej3 u. a. genannt unb 
ton ber djrifrfattjolifcljen Seljre abgefordert waren/ 
audj «orfam, bafj ber SJerfaffer in biefem ^unft 
nic^t Berber' 6 Meinung folge. — £ur& , eS tffc 
einjig, haä ©ewirr in ben fatr)ottfct)cn Äopfen gu 
feljen, bie alle aufgeftdrt werben unb bodj wieber hei 
ber djrijtfatljoliföen Sel;re bleiben follen." 

< c 3d) bin t)ier/ 5) fyeifit e§ in einem SSrfefe au? 
Nürnberg fcom IX. 3Cuguft 1788, «unb £ols* 
fc^utjer tjl bei mir gewefen; ein artiger/ §übfd;er 



170 

5D?ann. £)anFe £ neb ein gar ferjr für bfefe 83e?annt' 
fd^aft. ©eine <£$wefter tjr fo Heb unb artig gewe* 
fen, auefj an i^n meinetwegen gu f^reiben, unb tcr; 
bin füc bte jusorfemmenbe ©üte redjt bekämt. — 
Sßeld)' eine anbere &tabt ift Nürnberg gegen ba§ 
Üat^oUfdfje Bamberg! 3$ I;offe Jjier recfyt in bie 
oltbeutfc^en 3eton ber Äunfr serfe^t §u werben, wenn 
miä) nifyt Sftenfcfyen baran Ijinbem." — 

«Unter allen ©emälben, t>k e§ f)ier gibt/ 1 fc^rieb 
Berber ben 13. 2Cuguft / «interefftrt midi) £)ürer 
am meiften. (Sold) ein SMer modjt' iclj audj gewe* 
fen fepn. (Sr fdjlagt Meö, wag fonft ijier ift , um 
ficr; nieber. ©ein Paulus unter ben 2Cpoftetn / fein, 
eignes SSilb über ber S^ür, fein #bam unb (Soa 
finb ©efratten/ bte in ber (Seele bleiben. — ©o audj 
ein ©emalbe x>on tym in ber SSurg, ha er in feiner 
Äranftjeit ftd& wie einen 4?albtobten gemalt f)at, unb 
ben regten 2Cuffcr;lu{3 feiner ©eftcfjt^üge, unb beS 
ganzen üornet;men, kräftigen , reinlichen SBefenö gibt/ 
i>aä in iljm gewohnt fyat. — !fta$mittag Ijab' tdj 
Sfturr "t) befugt/ ber mir an Paritäten in ein 
spaar (Stunben ljunberterlei üorgetifcfyt f>at, unb unab- 
lajfig war, mtd) mit bem unb jenem fogar befcfyenfen 



•) £ & e i fr o p & ©ottlieb ü o n SW u r r ; fleb. 511 9?ffw5etfl 
1733/ fleft« 1309, öl» ©efdjtcljtS « utiO Slitenbumsfovfc&er 
vöb'.iilict) beEatmt» fd)on imrc& fein 1770 evfdjteneneS SBctf : 
Bibliotheque de Peinture etc., meljt nod) öiwd) fein 



171 

ju motten. Scr) fytöe Don feinen 2Cnerbietungen wenig 
©ebraucr) semadjt, auf er einer: {(einen Öbgffee, t>te 
mir gar Ikh ift, weil icf) ben $omer nun gan$ fjabt. 9 — 

«©ejfern borgen $ab' icr) Nürnberg tjerlaf* 
fen/^fd^rteb Berber ben 21. tfuguft 1788 _au§ 2Cn* 
fpacfj., «unb am SJftttag fam icr) lu'er an. Äne« 
bel'S gamilie i|r eine aufjerorbentlidj gute gamttt«; 
feine SKutter eine fo würbige, feße, oerftanbige, mun* 
tere grau, als eö ifyrer wenige gibt, ©eine ®c$we« 
fier i)at eine auferorbentlidje ©üte unb fdjücrjterne 
3artt;eit; fein SSruber ift it)m fet)r alinlicf), nur jün« 
ger unb frot)licf;er, als er. — @g t)errfdt)t eine ©ut* 
mütt)i%fzit in biefem #aufe,- bk äußerfr wot)l ttjur, 
unb ber ©eift, btc originale (gmpfinbung, bk ber ga« 
milie eigen tfr, madjt fte §u einem feltnen Greife.* — 
«Sftocl) mujj icr) bir fagen," Ijeijjt eS in einem SSriefe 
vom 23. 2lugu|t, «baf? micl) in 2l"nfr>acr; U^en'ä 
©efellfd&aft fet;r erfreut $ar. (Sr ift ber $)enbant gu 
©leim; nur eingefdjrdnfter unb ntdt)t fo auSwerfenb, 
weil er ntc^t fo begütert ift/ wie jener; aber auefy ein 
Sinter nad) ber alten 2trt, baUi fei)r aufgeweht unb 
bei feinem tflter vok ein Jüngling luftig,* — 



3 o u m a l ä u v it u n fr g e f c& i dj t e unb allgc nt. Site« 
tatut (177s — 89)/ voorin fiel) tveffltcfte Ql&ljitnöluncjen if'oct 
£>ie ältefte ©efc&tcfcfce Dcv pelmalem; Del' Jfupfeffiedje*« unD 
Soimfcfeneiöefunft u. f. \v. befüttöeu. 



172 

«S3a§ Z\) tot für ein fernes ßatib tfU s förtefr 
•f>erber au§ SnSbrucf b* 29. tfuguft 1788, a P™$* 
tigc SSerge, gutfjersige, naioe Seutc! <g$ ift §ier fcfcon 
ein |»at6 italidnifc^cr £immet. £)er Snn tft ein 
prächtiger ©trom , unb macfyt tic fdjonften ©egenben, 
Amphitheater son getodnben , ladjenbe SBiefen, $tU 
ber t)oll weiften Äowö u. f; hj. — 2Cber bie Siegie* 
ftt.R0/ SSecfoffung unb Einrichtung! — Unter ben 
alten &t)roter ©rafen mu§ ba§ 2anb eingig unb glücN 
lt$ gewefen fer>n. SDte Seiten fommen m'djt wieder. 55 — 

tt 2Ctö id) gej!evn, M frfjrteb $erber ouö Verona 
ben 5. (September 1788/ «ben SSrief an biä) mit fon« 
beibarer Störung getrieben unb rceggcfdjicft fyatte, 
gingen wir, ba£ Sweater/ hk 2fcabemie unb tk 2fnti* 
guttaten in kfe^en, bk Sftaffei *) gefammett ijat. 
*Die hüben erften ©egenjtdnbe gingen mir leicht cor* 
über; unter ben alten (Steinen aber, bie einem gro* 
t?en Zfyäiz na$ ©rabffeine unb Sarkophagen ft'nb, über? 
nafym mief} \>a$ 3Cnben!en unferer gemeinfdjaftlic^en 
greunbe fo fefyr, baf? i^ in ein S^ad)ben!en fam, baS 
tritd& faß $u Spanen erweichte. £>a jtanben \>k ©e* 
genjrdnbe ber griedjifdjcn Epigramme rufjig ha,, hu 
fidj einanber auf bem ©rabfrein mit Sreue bie £anbe 
gaben, unb hk Äinber jwi[d;en i^nen., Jgkt eine 



*} 3» feinem Museum Veronense , fciitn" Verona illustra- 
ta ü, a. ®-c6«fi«R. g tfliue^P © c i j» i o »e Raffet 
wac 1675 jii aSevona fie-bffwa/ uuö fratb D.tfccbfr 175^- 



173 

'oauslic^e ©efeUfcfoaft um bin Zifä, bort ru^enbe tya; 
fenen; sier bis fünf Sftai audj unfer greunfc fj$taf 
mit ber gefenfien gacM. £u tannft benfen, mit 
welchen (Smpftnbungen idj unter ben 2Crcaben uro^er« 
gina,- B — 

«See £immel ijt f)ier fe^r fc^on/ unb 2CHe6 
lebt unb webt, Sie Käufer finb gegen hk #i£e 
wo$l eingerichtet; iti<|t aber fo gegen bic Aalte»" — 

«Unter ben ©emdlben ber Äircfie Ijat mir im 
jonberfyeit ein Stfap^ael Wohlgefallen/ ber erfre , ben 
teg in Italien fal>. . (SS tft eine 2lnfünbigung. ©er 
(Sngcl ijt Ijimmfifcf; leidjt, ein l)inan fcljwebenber 
Sfingting, coli SftaiDttdt unb ttnftfjulb ; tit 5D?ari« 
befdjeiben in fiel) gefenft, gar nidjt e-caltirt/ fenbern 
innig menfd)(ic§, nid&t eben fc^on, aber fetjr jittfam 
unb ktffytibtn. Sie Seron efe finb nidjt für miin 
4?er$ anfpred^nb , fo soll -Kunfi ber garten unb bef 
£ic^t§ fie fe^n mögen. — SBtr fatyen t^n bifcgcfli* 
djen ^ataft unb ben SBif^of felbft, eine fegone, grofe, 
ebte gigur. — Gz naljm ung feljr würbig unb artig 
auf. Qjegen 2Cbenb fuhren wir in bic GHufHfcrjen 
(garten/ wo tei) guerjr bk 6()re fyattt, unter tyU 
mm ((^reffen) untrer &u wanbeln, unb $>hfrn tUm 
melandjolifctjen SSaum in Ue blaue Suft fhigen gu 
fefjen. Ser ©arten gefyt Ijocf) an einem Reifen §in? 
auf, fo baf gteic^fam ein ©artm üb«r bem anbern 
fktyt, bis fief; oben bicweitejle/ f^cnjre 2Cu$ficr;t off^ 



174 

«et ©anj Sero na fieljt man ftcf; ju güfjen ite? 
a,en; jur Ctnfen bie fd&6nc ebene, bte bis JBencbtg 

$ingel)t, jur SHec^ten in bte gerne, bie blauen ©ebir* 
ge, bte unter einem Fimmel, wie 3l)r nie fafyet, ta 
liegen. SSor ftd) &tn ft'eijt man t>ic Stürme oon 
Sftantua, bie Serge oon Jjparma — unb in bte* 
[er 2Cu&(id)t ging bte fdjöne (Sonne unter, unb ber 
t)otbc Sftonb itanb ba. 3c!/ war meiftenö wie im 
Sraume, unb füllte mid), ba id) bie fcfyöne (Sonne 
burdj bk $et(;e oon Ghjpreffen unterfingen fal), wun* 
berbar fit'U unb traurig» Sßir fuhren nad) bem 
(Sorfo, wo id) nochmals mein großes, majeftati' 
fct)eö 2Cmp^it(;eater begrüpte, unb oon iijm 2lbfcr;te& 
na^m." — 

« ©Jörgen geljt'S nacr) Sttantua, vkUeifyt gu 
SSaffer nacr; gerrar a, bann nad) S?aoenna, $RU 
mini, tfneona, ßoretto, wofjin icr; &tt £5ir, 
meine Hebe Butter ©otteS, unb %\x unfrer armen fyet* 
ligen #ütte, \>k freiließ nidjt ooü ©über ijt, wie 
tiefe Santa Casa, mit i)er§lidjen innigen ©ebeten für 
2)t$ unb bie ©einigen wallfahrten werbe. £)u benfjl 
aud) an mid) unb betejt für mid), meine £i)eutc.* 

«3$ l)abe mir eine (Sammlung t>on ©etrcrjten 
eines 23eroneftfdjen Mobile gerauft, ber üor brei Stto* 
naten geworben ijt, worin »tele grtedjifcrje (Spüramme 
mit bem Original fielen, — 2)a§ nei;m' td) mit aus 
S3erona. M — 



175 

«SOKr ftnb — l)t\%t es in einem SSriefe £erber'§ 
au$ 2Cncona, oem 11. ©eptember 1788/ bei ®e* 
legenljett ber SSefdjreibung eineg ©emittcrS — mir 
ftnb V\z (geefcenen meiner Sugenb mieber üot bie' 
©eele getreten., unb id) i;abe geflern 2£benb& ben er* 
ften SSlicü lieber in £omer$ £)btyffee get^an. — 
Siefe 9lad)t i)ab' iä) auf meinem 35ett, unter bem 
prädjtigften Ungemitter, rec^t maieftdtifdj gefcfyafen. 
UebrigenS üommt man fn Stalten $u nichts; man 
mag nidjt lefen, benlen nodj weniger. S^aö Sdjrei* 
ben aber an St<# mirb mir äuperjl füfj. @ö ifi tin 
Sauber barin, wenn icfy benfe, bafj i$ £unberte üon' 
Steifen hinüber fo fjerjlidj unb vertraulich mit Sir 
fpredjen fann, als ob Su cor mir fa£ejt. Su ft|effc 
audj wirfiidj cor mir. %ä) fefjc SDic§ SZac^tg unb 
SagS in allen Seinen ßteblidjfeiten unb Seiner un« 
nennbaren Cie&' unb 3ärtltd)Eeit, bie 25 u für midj 
$aft unb Ijattejt/ unb mir taufenbfad) erwiefejt. Siejj 
fel;e td), ol)ne alle (Srl)i§ung ber (SinbilbungSEraft, 
bloö im IBitbe einer genoffenen ^cli^fnt, unb einer 
©eligfett, th mir / wenn uns ber gute £t'mmel wie« 
ber &ufammen füijrt, taufenb SDM füfer unb innige* 
genießen werben. Su, meine treue $)enelope, iä) , 
&tin alter gemanberter UlnjTeS , unb unfre ^inber, 
Heine unb grofe, um uns. ©rüjje fte alle ton mir 
mit einem «ftufj. £ier leg' td; ein ©trauten \>om 
^briatifdjen Speere Ui. — (gütiger ©enius! erhalte 



176 

uns unfer Ceben, unfer «£er§/ unfre ©efunMjeit, unfte 
«ftinber, unb bring' uns wieber jufammen, unb gib 
uns bei gutem reblüfyen SKutl) ein fuotjes ©cfcidfal. 
@wig / ewig will i$ bir banfen , unb nichts erpodjeu/ 
was bu mir serfag|t. s — 

2(us Serni fdjrteb #erber ben 17. geptembec 
1788: «Set; ging 9?a$mittag, einen berühmten fföif* 
ftondr ju i)6ren/ ben ber $>apft aus 3?om nadj 2Cn- 
cono gefc^icft t)atte, bk Äefcer $u beeren. @r pre; 
bfgte auf einem großen 9)(a$e cor fielen taufenb $Rfav 
«ern unb SBeibern« ©er abgefeimtejre ^)fajfe , tri 
ber fc|onjfen italtenifc^ = romifdjen SBunbart, fe rudj* 
l$s, feap icfy ®tr ben ©reuel nicfjt fagen mag, weit 
tr mit ben reltgicfeften ©eberben lauter ©efdjufytdjen 
unb ©efptacijc ber Denn« aus bem fBetct)tftut)U er- 
taste, hinter jeber berfelben lachte bas ganje an* 
feaasttöc 2£ubitorium laut auf, unb Ukh immer «n= 
bärtig. SBir fjaben feinen S3egriff oon foldjer utnu- 
zioae, wie jte's nennen/ in unfrcr ©egenb. S&it 
feine ®iunbe aus war, trat er ah* ©S würbe wie- 
der gefungen / unb ein Dominicaner trat auf bas ®e* 
ruft su einer ewftyoften $)rebigt. ©o «erbringt mas 
bie »Jett, wenn feine Oper ober ßomobie ba ijl, unb 
bau Samen/ fo tok Ferren unb ba$ SJölf, Sftan t)at 
feinen IBegriff t>on bem in bm Sag t)inein leben w* 
ter freiem £intmel." — 

a ©egen Mittag tarn i$ auf bie f#nfh ^e 



177 

fcer SBett/ tte üfor trem #afen w» 3Cncona auf's 
2a>rtattfdje SReer f)inau§ fclttft. ^teu" §at einjl ctrr 
Semmel ber 2>iaim an eurem »ucbigcn spiafce gejian* 
ben; [e|t t]l b£c £>o.m ba. 3$ fonnte mid; üon ber 
fdjenen £cl;e beg btaugrünen SföeereS nfc^t trennen; 
ging enbiid) ober toc^) hinunter unb fudjte bk SSorfe, 
wo üom SSalfcn eine- ruijige/ unenblt$ fcpnt ^CuC* 
ft^t auf's SDieer tjl. s — 

K @onnafcenb girig'S au§ 2Cncona nad; göret* 
tO/ wo wir gtei<$ ben §fta$mtttag bie Santa casa 
ber SRaria / bie im 2trtat: ift, mit allen gotbnen $in* 
bern, allen unnennbaren Juwelen/ diamanten, ©äjmu'c?, 
perlen ,. @olb / fÜBernen ©ratuen u. f. w. fä^en. @§ 
ijr nic§t gu &efdjreiben — i&) will @u$ baoon er* 
galten. S)a3 SSefh für mid? war/ auf er »ottteffli« 
$en SSaSreliefg rtngS um ben 2Htar/ eine 2)1 a b o n n ä 
son 9?apf)ael in bei- @c$a§fammer/ unb eine flei* 
nere/ nefcft einem SofyanneS/ in ben Zimmern be§ 
spapfieS,. wenn er tyeitommt. " — 

«Sn guligno fa§en wir einen SÄa-p^aeS., 
m'el fdjoner/ atö ber in SorettO/ eine Ovaria mit 
bem Ätnbe auf ben SBoflfens baS Äinb fteigt aus ü> 
rem <5$oof$ unb tritt mit bim einen güjj^en auf 
bie SÖSoüen. Unten ein cortrefflidjer Sodann es 
i>er Sa ufer; ein SKenf$/ fcer eine SBelt in fi$ 
%at, unb fiuf bas Äüib geigt/ unb %xoti fnieenbe 
12 



178 

^eilige. — @$ ijt ein r;errlicr;e§ ©tfitf/ nu* teiber 
befdjdbigt. M — 

«SKacfcmtttaa.s reiften wir nacr) ® p ol et o, gleich 
falls tu einem o ortreff liefen, entjücfenben Sl;ale %m> 
f<$en ben 2Cpenninen* SSon ber ©c^on^ett ber 
tfpenninen tft niefct genug $u fagen. (SS gibt, glaub' 
iefy, feine fernere ©egenb beS ©ebirgeö, ob bte SEt)« 
roter SSerge gteicr) oiel tjo^er / wilber unb fülmer 
finb. — ©in ferner gunb, ben wir antrafen, war 
ein gan& erhaltener £)ianentempel, nierjt mit von 
«Rene, eine (Station x>cn (Spoleto. SDa es ber 
erjte Sempet voar, ben id) fal), tief icfy üotl greube 
tyinab , umfafjte bk eine fcfyone -Saute, ganj mit gor- 
fceerbtdttern gegiert, unb fat) mit entjücftem *8li<£ 
auf bie fronen gtüffe unb ©egenben im Sfjal mit 
ttjren S^mpfyen f;inab. — ^>ter fyaft £u $wet Sweig« 
lein auö ben dauern beS SempelS, bie i$ für £>i<# 
gepfXücBt tjabe. £>. tjat i§n in ber eile gejeic^net, 
unb will itjn mir $um tfnbenfen ber fronen ©tunbe 
geben, bk roir ba genoffen. «Die ©egenb wirb ewig 
in meiner (Erinnerung bleiben." — 

«Sßir waren %\x guter Seit in ©poleto, be* 
fa^en noc§ ^it porta Fugae, wo v^annibal flolj, 
ta er beim Srafimenifäen (See gefdjlagen war; tin 
©emdtfce mit SSafferfatben oon §Kapf)ael in feiner 
erflen Spanier , unb bie ungeheuere SBrucfe £Wifc$en 
jwei Sßergen jur SBafferleitung. £>. geic^nete biefe 



179 

ben borgen barauf, tofyxtnb tc§ auf fcfe SJrucEe ging 
unb taö ©d)to|5 beftieg. Um 10 Ufjr fuhren wir rceg, 
famen sßlitta^ auf bte (Somma, bte Ijoc^fte ^o|>e 
ber tfpennineu/ unb Nachmittags burd) ben erfren 
©lioentralb, oon bem td) £)ir ein Itoeiglein oon 
einem 2Cjl beilege, ber oor mir ooll grumten Ijangt, 
bamit id) @u$, wie bte Saufte Sfcoa&'S/ ein grte* 
benS* unb SSSefe^eitSöeidjen üfcerfenbe." — 

«2Bir ftnb beim f&a^exfaU geroefen — jfyxub 
Berber ben 18. ©eptember 1788 — dn groper Zn- 
btxcf , bod) ntd)t größer, als meine Erwartung j&n, 
badjte. ©er ©trom Seilt no, e§e er fallt unb in 
ber enge srcifäen Reifen raufet, ergriff mid) meljr, 
als ba er in feine Ätuft jturjt, unb allgemach fein 
«Bette finbet. — £eute 9la%t in (Sitta ©«fiel* 
lana unb borgen SJHttag ober Nachmittag in 

5R08!. ,> — 

Berber tarn ben 18. ©eptem&et 1788 in tec. 
le|tgenannten ®tabt an, xvo Sit ftd) bort aufl)Qltens 
ben ©eutfdjen balb feine SSefanntföaft fudjten. %\xfy 
feie ßarbindle Sorgtet/ 33ernU *), #er$au/ 



") // ©«t gute alte Sftann/" ßeißt eS in einem Q5mfe .£>erl>ev'S 
-an Srau] t>on öteöe su ÜUgenS&urg, tjout 29. 2?e.- 
fcemöec 1788/ //bat nuclj auf's -flütigfte empfangen, unD 
fa&vt mit feinet ©fite fovt. £c gefall: niu ausnetjment), 
unö tnfou&erljett &ös' ivb ib« fo gern etilen aus alten 
Seiten." — 

12 * 



180 

Ut fpcmifäe ©efctnbte u. a. beriefen i§m t^tc auf* 
tätige v£o$adjtung. 

cc $*om ijl [o grcf? unb reid) — fd&rtefc- gerbet 
tscn 28* Dctober 1788 — eine SQSelt von britteljalb 
iaufenb Sauren tjt l)ter &u fuc^en unb $u ftnbcru 2(1* 
leS Hegt fo weit aus einander , unb &at Sbeen neben 
unb \>or fid)/ bap i$ miti) leben Sag unwtffenber 
bünfe. 5) — 

a SRom erfcfjlajft bie @cifter • wie man felbft an 
ben -weiften Diepgen ^unjtlern ftcf)t; um wie siel 
me$r einen btofen ©elebrten. (So xft ein ©rabmal)l 
be§ 2dtert§um§/ in welken man ft<§ gar p balb an 
rui;ige Sraumereien unb an \)cn lieben SBujjiggang 
geweint*. — £)as lilUxt^ixm , als (Stubtum betraf* 
Ut f ijl unenbli<# an Siefe unb SQSettc. 3)ie gaben, 
tie fiel) aus S?om in alle ©efdjt'djte Illingen/ finb fo 
vielartig/ unb W $Rittzl , fte $u »erfolgen/ werben 
f)iec fo er[(^wert/ baf? eg beffer ijl/ gu guter §z\t fte 
au§ ben $anben §u laffeit/ unb nur ben .Knäuel in 
feinem ©emuty %\x behalten. * — 

a 3c() hin gefunb/ gefünber als jemals. £a§ 
Ätima bekommt mir wol)l, unb Sebetmann jagt/ bajj 
i$ sine $axU Ijabe, vok x$ {te in £5eutf$lanb nie 
gehabt $abe. £)a6 macfyt, man lebt unter Um fdfjo* 
nen -|>immel ein bloS l;immli(c§eg 2eben; ba§ £)en!en 
unb cie $0?ü^e »erlernt man gonj unb gar/ weil ftcfj 
immer ber ©eban?e juerji aufbringt; woju feie Sftülje? 



181 

wo^u baS £)enfen? &abti aber/ Qlaub'iü), gewinnt 
wenn ein.foldjeö Seben nic&t ju lange anfjatt, bte tn* 
nere (Siajücttat be$ Äorperö nnb be$ @5eij?eS. Sdj 
bin üoii guter ßaune, unb eine gewiffe ftnnlidje ©leidjs 
güUigfeit ijl bie etnjige ©ottin/ bte mid) regiert, 
Mit bc$ 2(Ee6 ein Sraum tjt unb für mt$ in «Kur* 
gern feun wirb." — 

K £)ie tfngeUf a *) t|t eine gar &arte, Jungfrau* 
lidje S'eele, wie eine Sftabonna, ober wie ein Saub* 
djen. Sn deiner ©ejellfdjaft unb jwifegen gwefen unb 
breien ijr ft'e gar lieblich (Sie lebt aber fefjr einge* 
gegen, id) modjte fagen, in einer malerifdjen Sbeen? 
wett **)« 3§r alter 3 u c d) i ***} ijl ein braver 
Sftann in feiner #rt; er fommt mir aber immer wie 
ein senetiamfc§er 2ttter in b*r (Scmobie »ot* — 



*) 51 « gelt f a Art ufma» ii/ leiten £evi>ev in t)cn 55 * iefeit 
i u c S5 e f ö t ö c t u u 3 ö e t £ u m a-tit t ä i. 53t>. 5. 55 t. 34. 
geöenft l in t>. SB. j. fd}Ön« £tt. u. Äunfh S5&. VII. @* 
211). <£ie ffrub ju Slotu D. 5. "sftiyocmbec 180?. i£ine in« 
terefiante £5ioqtapl)te fcon ibu finöet man inten Bcitgc« 
n offen» C?eue ötet&e. SeiPötg 1822, 9?r. VII. 

**) //S^iDe« i-ft ft'c/ v/ fyeiit e§ in einem foätevn S&rtefe bbat 
a7,gehra«t 1789» »t>iwc|j Sie fatale iföunft; ob ft'e gleitf) Dar* 
in ; rote ein £ugel epiftivt unt> toon Äinöbert auf -ejft ixtit 
Jjat, auf iljrem (Stamme t>evtroeFnet. — 45t* ift eine ©td> 
tesitt mit öem »IMnfel/ unb bat eine Ubv »am gmpfiuöung. 
&e bat mid) gebeten, mein@emälöe ii)v $u lajfen, »um «Den-- 
S>ant i>on ©Stbe, Den ft'e auef) gemalt hat," ~ 

•**) £in tienetianifcö« ü)?<Ue* / mit öem ft'e ficlj 17S2 toetäfiitt 
fetute» 



182 

«Um wie SDcanc^e§ fyat mter) tiefe Steife flöge« 
gemacht l" Reifst es in einem SSriefe £erber'ö com 17, 
2)ecember 1788; wie Biet ©arten meines Sßefenö ^dt 
ft'e leife unb un leife berührt/ bie id) fonfl !aum rannte! 
£>aS weif* td) gewif , fte fyat mir tie tilgen über bie 
artenden tau,enbfacf) geöffnet, unb midj redjt ge§wuns 
gen, ben wahren, Sßertl) be§ ßebenö ftnben, unb infon* 
bzxfyat Sreue unb Siebe fcfya^en §u lernen/ weil eS 
i§rer in ber Sßelt fo wenig gibt» — Stallen- unb 
in specie 9Jom ift alfo freilieft für mic§ eine r;o§e 
©crjule gewefen, nid^t aüün ber Äunft, fonbern audj 
bei S eb e n 3. (Srnfter wirf! £>u mief) gewifj ftnben, wenn 
iä) wieberfomme; aber fürdjte meinen (grnfl nifytl 
<5r fnüpft miü) an £>icrj unb hk peinigen mit neuen 
unauflöslichen Sanben. £) wenn icf; wieber £)eiir tie* 
U3 2fntli$ ftfjaue, unb £>u mir £)eine treue £anfc 
retdjft — tcr; lann mir ben tfugenblic! nidjt benfen, 
elme baf all' mein ©crjreiben iin Gnibe §at" — 

S'cur bzi einer fo garten (gmpfdnglidjfeit für tie 
$reuben beö erjeltcfjen ©lücteS, bie ftd) nicfyt allein in 
tiefer, fonbern in unjdljlic^en ©teilen feiner JBriefe 
ausfpricftt, fonnte eö für einen ©eil? wie Berber, ber 
ftetö baö £crfjfte ber äöifienfd&afr unb Äunjl in i(;rem 
gangen Umfange cor 2Cugen Ijatte, Momente geben, 
in benen er ftd) $u jenem naiven Son tyerab ju flim* 
men wufte, ber in ben an feine Äinber. geriii;telen 



183 
SBriefen ffmfäfc S25ir können uns niä)t öerfagen, 
wenigjlenS eine $)robe mitzuteilen. 

«Sic, lieber ©ottfrieb," tyift e'§ in einem 
SBriefe aus Sftom »am. 15.. October 1788, will id) 
tson romtf^en Xtatfjümern, Sir, tte&er 2C u g u ft r \>on 
fdjönen ©Ottern unb ©ottinnen , Sir, bracer 23 il* 
fyelm ton üertrefflidjen ©ebauben, ber SR ot onba. lt. a., 
£)tr, £5u fernfefter tfbalbert, t)on ttalienifc^en Sdfofen, 
■Stufen, £3äumen, Sir, liebes Cuisdjen, öon @ar* 
ten unb fyübfdjcn SSilbern, £>ir, JDu lieber (Smtl, 
con SBeintraubm unb anbern ©adjen f cfyveiben. SBalb 
fornmt aucfy £err Sföorifc *) ju (Surf), ber fünf* 
tige Sßotfje \jen Ijter wegreifen wirb; ber wirb* (§utfj 
vieles üon 3? o m unb ton. mte ergaben. $abt tfjn 
lieb unb fragt t&n nur md. GSr tjl ein gar guter 
SÄamt unb iä) §ab' t^jn re$t lieb. ©r wirb @udj 
aucfy was mitbrtn&en, bafj 3|r mic^ nic&.t cergeft 



*) JOet oufcf) feine ©c&nften uDer bie ©preise unt <JJ'io"oöie/ 
ntebme Slomanc / 9tcife6efcbtetbungen u. f. ». befannte 
&4tiftföKtti Sa vi <])btlipp $tto ri§ (geb. 1757/ fl«ft. 
1793)/ Der fiel) in öen 3abven 1786— 88 in Stalten oufbiett» 
iuo i^n © ö 1 1) e f ernten- lernte/ Uem (Erctkb.etäog uan. 2Bew 
nidf oomdlte/. uno fid> auf ffi$S&u$e Äfcfej bei. feinet» 
itemlid) rwfclicßeir UmftänDen/ fite it)it üermentete; 22evg!. 
5C -£>» 3ßsDeit'3 Senfmöraigleiten / tb^afmivqt u. f.tt». 
auf Dem Sebetr öeutfcöeu £>tcßteu uno Q)ro)aiften. Seipjis 
1812. 33fc. 2. ©.322. SRotiß bat fem Seben felbft ge-- 
fc&tlDett in oem Ütoutnne 31 n ton Stetfev/ »uiii SlKtl 
<iucl> in &♦ 2JHeflQrie 21 n D v e a $ $ a v t E n 0-9 f« • 



184 

unb mid) lieb U^aXUU Äupt tyn 2Clle/ beim ify wert' 
ijm einen Jtup an (Sucfj Me mitgebend — 

K £m lernffc recljt fcfjone Sieber, liebes Cu-Uc&en/ 
unb Seine IBlattc^en an mic§ juib xifyt &u&jj#. S»' 
fonberfjeit freu 5 tc§ mic§ über bog fiieb : SSefxeijliu 
beine SSege. ©u mu$t auc$ einige Sßerfe ouö bem 
Stete: 3$ finge btr mit *£er 5 unb Sföunb, Ier= 
nen; es ijr ein .gar fctjöneS Sieb. — 3n ©einem 
neuen SBieberfleiod&en, lieber &mii f mödjt' id) £>icft 
gerne feljen ; aber iü) fomme erft wieber/ wenn 25 u 
es triebt me*)r tragfr. Srag es gefunb/ unb behalte 
midj ttek* 

K 2Cn jDi^, rieber ©ottfrteb, raup t<$, ba £u 
bod) fc^on ein 2Ccabemicuö bijr, audj einmal einen 
orbentlic^en SBrkf fdjretben/ unb bas &war von ZU 
t>ott/ ober bem alten Zibut, ba$ icfj oorigen @onn* 
abenb unb (Sonntag, mit bem größten Vergnügen gefe» 
I;en unb genoffen l)abe. — "Km fcfjonften £)rt ber 
2CuSftc$t, wo je§t ba§ Älojter beS Antonio tfr, r)atfe 
4>ora$ fein 4?auS, wenn er in SiouU -war. (Seine 
kleine SStUa lag brei beutfcfye SRetfen in ben @abt = 
nerbergen* — «£ier war benn ber Sßinfel ber 
(Srbe, ber il)m am fünften gefiel, unb wo er fein 
ruhiges 2Hter anbringen wollte. (£§ ijr audj ein gar 
lieblicher (Srbenwinfel, ber bie §3f)antafie fo au&fülic 
tn einem enge« Sfaum, t>af? il)r mcfyts übrig bleibt. — 
3$ bitte 2)ic§, lieö bie fiebent* £>be bes erften unb 



185 

bte fetfyfte beg ^weiten 33uc|g, unb $abe ten ^-otaj 
lieft/ tien x$, wie 2)u tretfjt/ immer lieft gehabt unb 
je§t fkftenfadj lieber ijabe/ nacfybem mit: bie äöatyr- 
t)«it unb ©c&on&ett fetner ©mpftnbungen ber Sftatur 
unb beS CeftenS in feinem Ijetligen Siftur re$t leb* 
fjaft gemalt trotten." — 

25en 5. Sanität 1789 taugte gerbet in OefeU* 
fc^aft ber ^erjogin 2Cmalta in Neapel an. 

«3$ bin glucfli<# tn Neapel/ 25 fcfyrieft er ben 
6. Sanuar 1789; cc tro| ber Äatte, xft ttc Cuft |tec 
ftalfamifdj unb erquidfenb. 2Öa§ mu|$ ba§ für ein . 
3Cufent|alt fe^n in ber fdjonen «Sa^rcgjeiU 3tf; glaube, 
man rergifit ^ter W ganje SB elf, unb roünf<$t mit 
ben (Seinigen t)ier nur $u fefjen unb $u atljmen. SSic 
trofjnen am SOfeer mit ber fünften 2CuSfi<fjt/ bte i# 
25ir münbltd) betreiben tritt» £) trenn £>u mit ben 
lieben Äinbern l)ier trärefl! — . 4?ter xft ©efunbljeit/ 
Slufyt unb geben/ bie fdjonftc SBelt. 3$ glaub"' e3 
ben Neapolitanern/ bafj, trenn (Uott fictj eine gute 
©turtbe machen tritt/ er ft'a; ari's Ijimmlif^e genfter 
legt unb auf ÜKeapet f)eraftfiel)t. M — 

«Sei; §abe ben (Sr&btfctjof ron Sarent*) fen« 



*) © t u f e p t> e £ a p e c c e £ a t u o. SDJait üergl. g. 2. ©toi« 
b-rvg'6 Steift C2f). 3« ©• 179)/ wo et //als ei» Sftann vo» 
Vjxtlem ©eift nnD aujjevovöentltc&e« QUimutb" gefd)ilöett 
tvirö/ uuD j>te (Erinnerungen an§ 3~t a'l 1 e n ron öee 
Stau Slifa rou ö u* Svecfe. — 3» feiner lat?tmfc&en 



186 

nen lernen/" tyetft e§ in einem SSnefe oom 12. Sa« 
nuar 1789, ben gelefyrtejren , ftnnreicfyfren, Uebenös 
würbigjten ©eifllidjen, ten id) gefefjen. ^jabe. — @§ 
gefyt übrigens nidjtS über btc ©egenben unb Orte um 
SReapeU #immel unb £öUe, ©tyfüum unb ter 
SartaruS ftnb Ijier erfunben. £omer unb SStrgil 
Ijaben ba$ (Sinnige, ewige iijrer ©ebtdjte aus einer 
©egenb genommen/ bit oor meinen 2Cugen ift, gerabt 
uor meinem genfter. " — 

u @o eben lommen wir aus Pompeji, 53 fdjrieb 
4?erber b. 19. Sanuar 1789, K ,unb $aben bk «£>er« 
fulanifdjen ©emälbe gefefjen , an einem feijr 
fronen/ retjenben Sage, ßuft, #immel, 33erge, 5D?eer 
unb (Srbe ftnb ein 3auberanblid!, in bem man wie 
tterfunfen tji* — ßange inbefj fennt' idj'S f)ier nidjt 
aushalten in bem guftanbe, worin td) bin. Steine 
einfame ©eele wiegt ftd? sulefct in ben SBellen bei 
SfteereS jum 2(bgrunbe ober in bie gerne traurig* 
Gsftegejtern fu()r td) allein um ben ^aufilipp tyer* 
um, wie hinein in bit 2(benbr6tfce , unb tarn fo 
fanft traurig wieber, baf i$ brei Sfunben Ijemadj 
n>ie jtumm war. — ©rüf;e ©ötfyeunb An e bei, - 
unb fage bem le^tern , baf id) \§n oft Ijerwünfdfce, 
mit iijm am Ufer beS Speeres [parieren- gu geljen, 



Plegie auf ^«tDec'5 £t>ö (1804), Die et öer J&erjofltn Sftuttet 
«i'omete (Ad Amalia_nx Augustam), ftfcte «C J)ieüro «in 



187 

ben SSulfcm mit tym &u befleißen/ am © r a b e S a m 
na&ar'S, ouf (Sapo bt Sttonte, ober fonjl mit il)m 
tn Magna Graecia §u pljilofoplHren» 8 — 

«£) n>te ift bte Statur f)ter grofj unb f<#6n! 3dj 
glaube/ meine Seele ift Eon l;ier nad; ben 9corbldn- 
bern hinübergeflogen; l)ier, trenn ict) fyier meine #ei* 
maty f)dtte, wiegte ft'e ftd? »tc ein SSoget ouf ben 
Zweigen. — iScfy tonnte Ijier wiebergeboren werben, 
wenn \§ nidjjt fo alt wäre, unb Semanb tydtte, mit 
bem icb Don £er§ unb Seele lebte. ? 

«Sie fennen Neapel/ 8 fdjrieb £erber b. 10» 
gebruar 1789 an grau oon Siebe fcu SKegenS» 
bürg a amb alfo barf ict/ö nic^t wettlduftfger er* 
fldren, wie feljr tiefe 9h;mpl)e ober Sirene ^partfje* 
nope reijt, Sie fommt nidjt aus bem SBaffer t)er* 
cor; fie fdjwebt unaufhörlich über ben Stellen be$ 
©olfo, unb bejrrtcft fo bte (Seele, baß man an'ö 
Schreiben md)t fommt. So §ab' icb; benn aud) enb* 
lid? t>k ©egenben gefe^en, i)k i<$) je $u fe^en faft 
tjer zweifelte , ben Spaufilipp mit feiner ©rette, mit 
feinen fronen £anbi)dufern , unb ben -Saubertnfeln, 
bie oor ifym liegen; btn See tfgnano, ben 2CBer* 
nvtg unb ben 2Cd)eron, ben Stt)r, tk (Slifai« 
fdjen unb $p§legrdifd)en gelber, ©egenben, 
aus benen alle 5>id)tfunfi über £immel unb #ölle 
entfprang, bat SDUfenifd;e Vorgebirge unb i>a$ 
rei$enbe S3ajd mit feinen wenigen fojibawn £rüm* 



188 

mern, %fy bin in bcn ©rotten be§ alten ©raterg, 
ber ©olfatara gewefen, unb ^abe auf ber andern 
©ette unter ben Äojlbarfeiten bes alten $ercula* 
numö unb in Pompeji umtjergeroanbelt. Sefct 
tjt unl spdjtum nodj übrig, wo^tn wit Forcen ge* 
^«n, 2Tl$bann, fd)6n« $>artl)enüp e, lebe wofyll 
bann gefjt's wieber tn'S alte 91 om, unb allmd^ig 
|te#' i$ mi$ &urü<£ na$ £eutf<$lanb : ein ßanb unb 
ein SS öl!, bö€ id) je$f nocfy meljr fd}ä£e unb liebe/ 
feit tcl) Stauen fennc, unb ben ©eift unb bie Sßßirtf)* 
fcJ&aft feiner Nation gefefyen §aU." — 

2Cm 19, gebruar 1789 fe^rie Berber von 9?ea= 
»el *) nneber-nacf) SSom £uruäü. 

«£>u fragteft nad) SSorgta **)/" tytft e§ in 



*) (Kan^öergt, t>ie ©ebi^te: 21 m SStteec bei Neapel 
unö Sin&enEen an Neapel (in .gjevöet'^ ©ebbten 
£1)-. 2. @. 22 u. 2ö; aud) im 16. 55J>. i>. SB. 5. fc&ön. Sit. 
u. Äunftj. 2lu|?er Dief^n entftanben notf) folgende tuä&venö 
fetneä Olufentbalt» *m Stalien: Qlniov unö f£fnc&e 
( £!?. 1, ©. 295 >. 21 « B 1 e J& e t s 3 t n 21 in a l i a (XI). 2. 
0. 14)» Sie Sarbengebung (@.2i), Sie finnen&e 
3 e it (©. 49 )* 35 t tten an © tt (©. 132). Unter beut" 
Stiel : © t ü ü e an Die 9? a t u v unb $ u n fb l).ute Jpet« 
feec meldete ©«banfen meöetgefcbmbeii/ Sie ev poetifcl) au$* 
fätjven wollte. 

•*) ©tefano SSorgia» geö. 1731 in 93eUetri/ ioncbe 1789 
Cavtriital/ unb -begleitete fpätev5m <$iu$ VII. nad) gtanf* 
teic&z wo ev 1804 jn Snon ftatb. 25ecäl. übet t&u unö feine 
©cfrttften : Ä. §. Seiöenfvoft'S biftov. biogtapl). Jg>auö« 
isiroes1>uc&/ 550. *♦ ©. 506« £. 51« (Pi«vev'S eucndopab. 



189 

einem SSnefe Berber' S m feine (§aüh\ voml4,S0*ar£ 
1789, «e§ ift ein Braver 5Ü?ann. (Sr war ber erjte, 
ber miefy befugte, fobalb er |orte, bap \§ wteber in 
SSom fev>* (gefiem fagt' er mir, baj? nridj bie tfca* 
bemie ter 25ot$fer gu SSelletri *) jum WliU 
glieb aufgenommen Ijat, welches i$ benn gefd)e^en laf- 
fen mup. — Srippel'ä SSüfte von mir tjl fertig*), 
itnb alle SBelt verftd&ert, bafs fte mir gleiche» — SDJor- 
gen fifc' i<$ ber #ngelifa wieber. — 3e me|;r 
i<$ fte fennen lerne, befto me|r gewinn' iä) bk\$$ 
feltne, jungfräuliche Äunfhvefen Heber — eine waljre 
Ijimmlifdje SKufe voll (SJrojie, gein^eit unb SBefcEjct^ 
benfjcit, unb einer gan$ unnennbaren ©ttfe be§ #er* 
jen£. _— Sft (Sinbrucf wirb mir wol)l t$un für 
mein gan&e§ geben ; benn fte ift von allen S3ul)lereien, 
aller (Sitelfeit unb galfc^ljeit entfernt * — 

£)er SSunfc^, in fein SSaterlanb juruef ju fe^ren, 
fc^eint inbef bamals in £erber'ö (Seele lebhaft rege 
geworben ^u f ei ) n / wie man aus folgenber ©teile ei* 
nel «Briefes vom 27. gebruar 1789 ftel)t* 

«3$ fel)ne mic§ aus Stalitn ,» fyi$t eS barin, 
a unb wollte, bap icfy fc^on an ber beutfd&en ©ranje 
wäre. — 2Cuf ber anbern &tiU wünfe^t bie #er&o? 



2B5stes5uc5 Dev SfBijfettfc&rtftetty Ätfof« uhö ©etter&ei «35, 

•*• ©• 131/ 
*) SDie Societa Letteraria de Volsci, 



190 

gin, fcafl tdj mit tyt nadfj Neapel auf ben ©ommet 
luxMfzfyxe. — 35a$ wäre nun 2Clteö rcrfjt gut; obec 
tbeilS fürcfyt' icr) für meine ©efunbljeit, t^)eü§ tyab' 
t<$'ö etwas fatt, als tfppenbir unter ben SDlenfcfyen, 
wenn auefy unter guten Stoffen git leben, unb fe^ne 
mi$ naefj meiner £etmatl). B — 

5n tiefe »Jett fallt ein SRuf naä) ©otttngen*), 
wo itjm bte ©teile eines ^rofffforä ber Stjeologie 
unb Unioerft'tatsprebigerS, mit tem (S^arafter eines 
(SonftjtorialratljS, angetragen warb. Berber, obgleich) 
burdj eine innere (Stimme feines ©entus naclj (3oU 
t in gen gebogen , lehnte gleidjwobl biefen S^uf, buref) 
ben SRati) einiger greunbe in SSetmar, wol)in bte 
SKadjricfjt baoon gelangt mar, bewogen, sorjüglicr) 
bur<$ (Sötten, ber im tarnen bes ©rof&erjogö mit 
£erber'n untetfjanbelte, nadj reiflicher Ueberlegung ab. 

£>en 15. $Rai 1789 oerltef £erber 9?om, unb 
ging über ©iena unb *Ptfa nad) glorenj, wo et 
bte ©emälbe* unb 2Cntt!engallerie befugte. 

a £)enfe bir ben ©inbruc? , M fdjrieb er ben 22. 
SKat, v voiz icr; Ijeute SftacrjmtttagS in ber Äird^e ©♦ 
(Sroce unoermutljet auf Um $pia§e ftanb, wo Sföi* 
djel 2lngelo S3uonarotti, ©altlei, $Rat(t)ias 
teilt, brei ber gröfjten ©eifter, bie glorenj unb 



*) ©urc& Jg>enne/ nadj einem t»om 15. Ü0?an 1789 txitftrtc« 
55tiefe. 3lud) © p 1 1 1 1 e t wandte ficö in öiefet 3lngeleflen-- 
&eit |c6rtftlicö an J&etSm'n. 



191 

bur$ fte bie SBelt gehabt $<rt, beotaben liegen unfec 
fronen 5D?onumenten. — Unb fcwifcljen ifjren ©rab* 
mal)le Altären mit SBerfen bei* benfenbjren fOJatcr, bte 
bte glorenttmfdje (Schule fajr ausfdjliepenb §at, in 
fimplcr SSebcutung gegiert!" u. f. w. 

-SSon gloreng, wo er ft'cfy jwet ©tunben lang 
allein mit bem ©rofj^erjog unterhielt *}, reifste #er* 
ber narfj SSologna, unb oon ba narfj 23 e neb ig. 

«£>a§ iffc leine spart&enopc/*. fcfyilbert gerbet 
bte lefctgenannte ©tobt in einem SSrtefe öom 6. Sunt 
1789/ «wie Neapel, mit fanften locfenben 2lrmen; 
fonbern ein (Seeungebeuer mit geljntaufenb #dnben, 
baö in jebem ©liebe lebt, unb auf ÜKu^en bebaut xjf. 
(SS reut mirf) inbep nidjt, bajj id) audj biefe 5R i) m p fj e 
ber £ a g u n e n hinter 3?ot)r unb ©cfjtlf gefefjen fyabt," — 

Ueber 9)abua, SStcen ja , 23 er o na, 50* an* 
tua, ©uafralla, $>arma unb $>tacenga rei* 
fete ^erber nad) SDia^lanb. 

« 2Cn bte ©rfjweij ifb ni$t gu benfen;" 
f^rieb er, «meine (Seele fafjt je|t feine neue ©in* 
brücfe me^r.* — 

S3on §3ttat)lanb ging bie Steife über SnSbruc* 
na<$ SKün^en unb Nürnberg, unb t>on \ia gurücf 
na<$ SBetrn ar* 

*) „(£$ ifr mit äugerft metFtofit&ig , ibn Fennen gelernt ju 
Gaben ' " beißt e$ m einer ©teUe von £evi>er'$ damaligen 
SÖnefer. 



192 



<Se$ffe ^Periobe* 



1789 — 1803. 

gerbet war, na$ feiner §f*üc?fe$r ans Stalten, 
im 2fuguft 1789 $um SStcepraftbenterr beS £)&ercons 
fijroriumS ernannt korben, -woburcfc er oon bm SBo* 
djenprebigten, ben SS ortragen in ber £of£ir$e, 23e* 
gra&mffen, ßeidjenreben u, f. w. fcefrett war. 

©ein SBunfdJ/ tiefe Sttufe ju literartfdjen tfr&et* 
ten fcu benu^en, würbe burcr) feine Äranfltc^sut/ bie 
ben Sßinter 1789 — 90 r)tnburc^ bauerte, unb tfjn 
nötigte, tag SSett |u tyuten, oereifett. 

2?urcr) eine SSabereife, bk er nacr) (SarlS&ab 
nnb in bk SSdber oon 2Cacr)en unternahm, wo er 
gfr. *&etnr. Safotu traf , unb mit ifjm ftcr) einige 
Sage ju 2C f er) a ff en&urg M So^» ». Sttuller 
auffielt, war feine ©efunbr)ett nur langfam wieber 
x-ergejtetft worben* Snbep füllte ftcr) fein (Stift, tro| 
ber r"errerltdjen (Scrjwdcrje, fo munter/ ba$ er pnfcr)en 



193 

2Bet$na$fcn 1791 unb Aftern 1792, %nm £$$f{ auf 
lern «ßranfenlager, tie jwettc 2Cu§gabe ber erften 
©ammtung ber fcerffcreuten SS lä tttt befor^en, 
unb bie «ierte jum £)ruc£ orbnen fonnte. 

Sn biefer gic.it fnüpfte ftd^ fein SSriefwee^fet 
mit g. £. Safobi wieber an, ben £erber, als feine 
©efunbljeit wieber tyergejtetlt war, in ©üjfctborf be= 
fu^t^atte. «eigentlich wollt' iä) £>ir m$t c^ec 
fdjreiben, 3 * fjeift cö in einem SSrtefc *£erber'g äug 
SCBeimar vom 24. «September 1792 *), dg bis i% 
SDid^ wieber in ©üffelborf »ufite; benn in @arl§rul)e, 
glaub' tdj , btft £>u befdjdftigt genug. 2)a nun aber 
ber Anfang burefy meine grau gemaefc ifi, fo wia 
i<$ fortfahren unb Guc$ mit £anf unb Siebe ferner 
Delation erteilen. " 

K 3c() mufj bamit anfangen, (Sucfj allerseits für 
(Sure $errli<$e SBewirtlwng, 3§nen aber, liebe ©xfvwe 5 
fter unb £)octorin Cent, für ben tfucfyen aller Mufytn 
tnflanbig ju banfen. 2)a$ S3ud? ber Sßeiifjeit fagt 
ton jenem Lianna, ba$ eö gwar einen ©efe^maef wie 
Semmel unb £onig gehabt, aber auc§ bte gacultat 
befejfen Ijabe, allerlei ©efetymaef angunetymen, nadjbem 
Seben eine fiuft angefommen, baf* eö fo ober fo 
fc^meefte. £)ljnc Zweifel wirb tk apoft*)pl)ifc§e @r- 



*) ©. St. £• 3<»?obr* aufriefen«! 2$vteftoec&fe!. geipi, 
1325/ $8*. 3» ©• i°4 U» f. 

13 



184 

gaumig M Syrern Äucfyen wafyr werben/ trenn (Sie 
meiner grau baä S^ecept fammt ber SOMljobe, bat Sßecept 
&u bewerf jrelligen, ausführlich unb getreu fdjretben." — 

«9?ua foltt' tef; weiter fortgeben, unb au# oon 
fcer g eifrigen ©peife reben, bie S()r Sieben uns 
frort bereitet fyatter. 2)a ftcfy baoon aber wenig 
fpreetjen laßt/ unb man, was (Seift ijr, mit bem 
©eift/ baS ^>er§ mit bem bergen empfangt/ fo mit 
tet) (Sudj bafur bloS r)ersticfy banlen unb oom mittle* 
ren, bem ©efttnbljeiröjuftanbe, fprecfjen. 2Cuf3crorbent* 
li<$ wofjl r)at mir £ofmann'S (Schwefel get^an, unb 
er würbe noef) meljr gewirft $aben, wenn tyn bie 
SÖitterung unterfrüßt lijdtte. ßeiber aber fyaben wir 
fren ganjen September eine Stalte wie in (Sibirien 
Qtfyabt, por fcer man ftcfy bloS präcaoiren mufjte, 
unb ba generaliter ba$ ^rdcaoiren eine leibige ©ad§e 
ijt, fo erwarten wir jum ©pabrunnen, ben {$ mor* 
gen anzufangen gebenfe, beffer Sßetter.* — 

« <S5 6 1 J> c fyat an ben springen ttuguft in ©ot^a 
nacr) ber (Sinnafyme aon SSerbun gefcfyrieben. S$ 
fjoffe, ba£ in biefen «Monaten noefy oiel gefegt 
ttnb wünfdje jutn guten @nbe. £5af? ffer) biefer pro- 
ces sans fin in bie ßange jic^e, ift mir unleiblitf) $u 
fcenfen; er muf? x>or ber #anb abgetan werben, bi§ ju 
itjrer 3eit bie restitutio in integrum oon felbft erfolgt." — 

«Oft feenF ity in ruhigen ©tunben an Sein 
glütfli<$e$ Seben in Süffelborf; unb wenn £u gu* 



195 

rüc!gefe$rt biff, wirb St$ mein ©etriuS (unmittelbar, 
ni<§t eben burcfy SSriefeD fXeif-Cg ermuntern, baß Su 
fünftige SBtntetr fleißig feteft, unb ber SBelt Seine 
fdjone SKufje aucfy tn grüßten ju genießen gebefh 
3Kef)r, aU jener t|un lann, wirb oljne Zweifel fcfjon 
©(§ Uff er t^un, biefer üerftanbret^e , xafäjt unb 
tätige SKann; e§ ift fajt ni#i mogliefy, baj? fein 
geuer nidt)t au$ tfnbere erwarmen foitte. 3$ lann 
e$ ntdjt leugnen, baf mir ber 2Cufentfjalt in $>em* 
pelfort nur wie ein Sraum sorfommt. SBie gern 
$dtt' iä) norf) Seine SSibliotfje! angefe^en unb be* 
nu|tJ 3$ fer)e jte ungefähr wie einen ©$a$ an, 
Seines eignen ®eban!entebenö. Sa$u gebort aber 
iin f<$mer§entofer 3uftanb, unb feajj man nt<$t »on 
einer Verbannung aus bem .^eibentfyum eben auf ber 
fRucffe&r ifh Unenbücfy freut' e$ mid^i inbeffen boc§, 
Si<$ in Seiner £eimaty &u rennen unb in ©ebanfen 
bafelbft befugen |u Birnen** — 

£erber'ö Sbee, ein pat'rf ottfd&es Snftitut 
für ben ©emeingeiffc SeutfdjtanbS £it er? 
n^ten, tk ber fD?ar£graf @ari griebricfy »on 
Saben in tym gewebt unb fi<§ föriftltcfc bar* 
über mit tym befpro^en fycttte, war Ui ben fralfr 
tarauf auSbrerfrenben ©türmen ter franj&ftföen S*e* 
Solution ni$t &u ©tanbe gefommen *). 



*) Set <DIan im&OB &efüibet ffc& im <J. Söe. bev $&Y<M*e# 
13 * 



196 

3m So^e 1793 etföienen, aufjer ber fünften 
«Sammlung ber fcerftreuten SSlätter/ bte betben 
©Triften: lieber 2Cuferfte$ung unb »on bcr 
©abe ber ©prägen am erjlen c&ri filieren 
^fingftfcjt. SKit einigen ©Triften »errcanbren 
3n$alt§ (SSom @rtofer ber 9frenfc§en. SKiga 
1796. S5on ©ott es ©o$n, ber SBelt ^>ei(onb. 
(Sbenbaf. 1797 *}.' 23 om ©eijr be$ (S^rifien* 
t\)i\m$. ©benbaf. 1798» 23 on SR e Hg ton/ Se^r-- 
meinungen unb ©ebraudjen. (Sbenbaf. 17990 
erfätenen fte fpäted)tn unter bem Sitel: <5$rijMtc$e 
©Triften, in fünf Sammlungen **). 

«Ueber ben SrlSfer," fd&rieb Berber an Sean 
$aut 9U$ter im Huguft 1796, «mod)t' i$ gern 
nur bret SBorte oon S^nen lefen, einfältig unb wa^r, 



©. 213 — 42 u. in b. 2B. iu« fc^ön. Sit. u. Äutift. $5b.i2. 

©. 529 — <J2. 

•) 5ttan t>etgl. 3- S- Äleufet'g Briefe on eine c&tzfr* 
l t cfj e Steunbinübet bte •£>ett>er , fa)e®c&uft: 
&on®otteS©ot)n/ b e c 2ß H t £ e i 1 11 n b. Sttü'nfrer 
S802. Sßergl. SetPiiget Sit. Sett. 1802. 58b. 1. ©t. 19. 
©. 147 u. f« 
**) ©ie machen au<$ ben XI. unb XII. Q3b.' b. 2BetFe jur 
Oteligion uaD Xfjeologie aus. 9ftcm üetgl. 2IUgetjt. Sit. 
Seit. B. 3. 1794. 53b. 2. SRr. 188 • ©. 625 u. t- 5ÖÖ. 3. 
92t» 313« ©•• 785 u. f. 1798. 55b. 1. jftt. 62. ©. 489 u. f. 
— 3enaifd)e 31ttgem. Sit. Seit . 1806. 9?r. 1. u. 2. 3Ittgem. 
S3etetmgung3blatt bev feit. Sitetotur. 3a»ua* 1806. Stfr.s. 
©. ic u. f. 



197 

wie bog <5&riftentf)um cS fobert. 2D?ein 3wecf er- 
taubte mir nic^t, bte minbefte 9)i)antafie bliefen ju 
lajfen; i$ bin ein fteifer <5atl)olicus unb frjmboltfc^jei; 
©<$riftgelel)rter. Um fo begieriger bin icfy §u wifs 
fen, wie Sfmen in Syrern magifdjen Sidr)te biefe naefte 
Sarftetlung «orfommfi* — - 

«2>af$ Stjnen Sodann e§ woi)l getfjan fyat*)/ 1 ' 
$eifjt es in einem SSriefe an 3. ©♦ 501 ü Her com 
3un,il797, «freut midi); Sa$ S3u$ über ben ®ei|t **) 
wirb Sfynen anfangt ntdt)t fo ganj gefallen, aber son 
Seit gu ^zit me^r. SSsaS l)tlft tdnbeln unb f)alb 
fagen ! Unfer Ceben tft fo furj; r)tcr muffen »er« 
fdjiebene SBunben tief auSgefeget werben." — 

Sn ben Sauren 1793 — 97 erfdjienen bit 
33 riefe jurS3eforberungber Humanität***)/ 
nebft ber Serpfid&ore f), worin Berber bat 2(n* 



•) Sie fvubec ettt?äbnte (ge&rift: 23on@otte$Go&n, öet 

255 c 1 1 Heiland/ nod) 3 o & a n n e S £ ö a n q e l i a nu 
•*) 58 om ©eift t>e6 £l)rt ftent&um*.- Dttga 1797. 
**•) Se&n «Sammlungen in fünf SSanödjen. — ORna wrgletdje 
311 1 fl € m. Sit. Seit. ö. 3.-1793. Q3ö^3- ^v. 197. ©. 

49 — 53; S?f' 1&8. ©• 54 — 61. 1798. So. 4' 9?t.'34S- 
©. 401 — 404. 9^r. 346. @. 409 — 17. »J> f fc 1 t'i 23 el t.- 
funte. 1798. 9?c. 207, ic» eine twffüc&e Saufteüung J»eö 
©tiftefr/ öet- m ötefen ^tiefen b«xcf$iti gegeben n>tc&. 
•p £ubef 179s— 96' Sttan wrgl. 9?eue £8i6hot[). öec 
fc5ön. SBiffenfcö aften. «5!>. 56. ©t. 1. ©« 28 — 59' 
SlUgem. Stf. Seit. 1797. 53 b. 1. 9?r# 53- ©• 417 u. f. 
9?v. 54» ©. 425 u. f. Ute 55. ©• 433 u, f. f£latafcttifiif*a 



198 

benfen beS 3M#fer$ 5 a lob SBatbe *) auf eine 
würbtQC 2£rt erneuerte, unb mit furzen, aber traf* 
tigen 3ügc« &«" @«ift feiner ^oefte d^arafteriftrte. 

C( @o lange,* fc^trteb gerbet an Safobt, i&m 
ein (Exemplar ber Serpfic^ore jufenbenb / b* 15 SBat 
1795 **)/ bin iä) ©ir, lieber SBanbcrer, eine Antwort 
fdjulbig. 3e£t überbringt ff« Sir ein Stdfoter ober gar 
eine SCRuf«. ©ie wirb ®i<$ freunbli^ am £)i)r jus 
pfen unb zuweilen fagen: ftef) -auf mia^! 

a @8 ift ein ernjlcr unb jarter ^reunb/ unfer 
Sinter» £ap fe^en, wie er auf £>i$ wirfen, wie Sir 



tmö ÄritiFen t>on 51. 5B. nnft gr. ©Flegel* Soft. 3. @. 
342 u, f. (oon 21. 2B* ©Flegel). Äcittfc&c SBibltotl). ftet 
fc^ön. SBiJFetifc&nften. Secembei- 1795« @- 462 u. f- 9?eue 
langem. 2>eutf<&e $5tbitotl)* ißc. 25. ©t. 1. ©. 189 u. f. 
55ft. 30. ©t« 2. ©. 308 u. f. ©ottingev gel. Qlnseigen. 1795. 
533b, 2, ©. 938 u. f. 1796. $80. 2. ©. 1027 u. f. Siibinger 
gel. Seit. 1795- ©. 502 u« f. — ' Werftet: unö 93alDe , t>0B 
.Sclamet ©t&mi&t/ in &em $ö«hmfcben QXvc^i'o öet Seit 
n. ibtefi ©efc&nhwH. SRai) 1796. 
*) SBetgl. übet tbn ©nm. 55 au et' § neues btftar. öiogtaplj. 
literav. Jgxinowörtecbucb. S&D. 1. ©• 241. 3. @. ©aubev'* 
5JB&vtefbucI) $um SSebuf &« QlefibetiF u. f. w. Z\). u *8&. 1, 
©, 416 u. f. SlUgem. DtealencodopäDte. 5Ö.D. 1. ©. 630 
«. f. Söolöe war 1603 im <£lfa§ geboren/ un& flacö 1668 
5« SReubutg *. ft. Sonau. €ine ©anuftlnng feinet poetifc&en 
©ebtiften etftbieii 1660 ju Göln. 4 Q3De. 12. u. su SDJimc&eti 
1729. 8 Softe.; eine 3luttoabi oon 3« £? OvelU Sfitc& 1805. 
2. Sluff. 1818. 
**) ©. St. £. 3a lob«** curäevlefeKet ftxitfni$bU SB*. 2. 
©. 199 u. f. 



199 

fcö§ 83üc§letn be?ommen mirb, wenn Sit, ernjter $)$f* 
lofop$, ©ebicf;fe liefeft* Ä 

«SSSic vieles i"ft feitbetn gefdretyen, fett wir. Stdj 
verliefen, fett Su Sein ^empelfort serliepeft. Unb 
in wie atel andern Greifen ^aft Su feitbem gelebt! 
3$ fteefe hinter meiner Äird&e, franf unb gefunb/ 
gefunb unb Iran!, über unb über ober begraben. @§ 
ijt ntc^t artig oon Sir/ baf? Su feit fo langer Btit 
nidjt getrieben f)a|t, obwohl tdj Sir einen SSn'ef 
unb fo manchen anbern San! fdjulbtg bin. Steine, 
in »eifern 3uftanbe bu bijt unb in welchem t# mirtj 
beftnbe. 2Clfo feib barm^ergtg, feib gropmütlng/ tyt 
reiben müfigen Sßanberer ber ©rbe, unb jdijlet mit 
euren armen Sftitbrübern nicfyt ^u genau." — 

«Sein SWar Ijat fiefy in Sena gar gut gemacht; 
au<$ in ©ottingen mirb er feinen ßauf mit fejrem 
Sritte fortfeßen. <5r ijt über bte Ziivialitattn ber 
gtit weg/ ftel)t erntf unb jtreng» Su wirft gewif 
greube an t'bm erleben. 2fd) ©Ott, in feinen Äinbern 
auf eine würbige 2Crt fortleben, \>a$ ift ba$ rechte 
geben, Unfere eigene (Sriftenj fdjleicfjt wie ein ©c^at* 
ten jum ©rabe." 

«Sein SSolbemar *) ijt bis auf ein tyaat 



*) ft8»i<j$&cig 1794. 2 Sbeile. 9?. 91. 1796, ©ritte SluSgaBe. 
£cip$ici 1725 ; auef) in g. £. Safobi'S ÜBevfen. Sripjtg 
1812 — 25. 6 33De. Suevft etfdtfen Dtefet Dtoman ju Sleng* 
bui'v] 1779 untev Dem £itel: SSJolDemav/ eine ©eltenfjrit $\\i 
iix üioturgefd;tc^te. ^tftev Xt)ril. 



200 

Mkate fünfte tin trefffidjes S3u<$; eine @umme 
ülUt unb neuer SBetä&eit, ba$u glan$enb, fein unb 
auferjl wo&lgeatbeitet als Äunjiwerf. ©obalb unö 
bec £immel frieblidje' Reiten, unb meinem ©ernut^ 
bie SKu^e, meinem Äorper bie SBol)lbe&iiglic&feit giebt, 
\>k felbft &um ©efprdd) übet folc&e Materien gebort/ 
unb Su ein SÖeitereS wen mir oerneijmen wittfl 7 foll 
bieg werben, gut: je£t §abe bafür ben ^erjli^ften 
Sanf. M 

a 9loc§mal§/ Heber Safobi/ Su fonnteft mir wo^l 
von Seinem cimbrifcfjen 2Cufentf)alt unb ben Bieten 
mertwürbigen §3erfonen beibertei ®efc|Ucc;t§, mit be* 
nen Su bort Ubft, in einer guten ©tunbe etwas [c^rei« 
fcen. Sag wäre artig; unb fonffc warft Su no$ tau« 
fenb Sflat me$r, a(g baS.» — 

«3$ banfe Sir, lieber Salobi, n föreibt gerbet 
ben 1. Secember 1797 *) / ^erjltdt) ,für Seinen SSrief. 
Seine SÖanberungen im Sorben werben Sir 9ttam$eö 
entnommen unb abgestreift Ijaben, was man fonjr auö 
füfjem SErug unb Sßafyn bulbet unb glaubt, anlegt 
fommen wir beef; allein auf uns ober oielme^r auf 
ben (Seift in uns surücf, weber Äeplnfä, no<$ 2Cpol* 
lifcfc/ noer; ^>aultfdr>. w -— 

«<Sc§loffer !enn' id) m'cfct perfonltd&; id) fyabt 
aü$ beinahe nichts son feinen Triften/ als bie übet 



*) *& 3äEd5i"5 auvaUf. SBwfwetöfeU S8&. 2. ©.255 ö« f« 



201 

t>a§ preufnföe ©efe^bucrj, gelefen; uon feinem Anti- 
Kantianer aucr; nidjts. Sag 3al)rl)unbert ober 3af;r* 
jetyenb iffc in ber Äantifcfyen SBorrgrübelei ertrunfen; 
ein neuer Sttenfcr; wirb emporfommen unb jene <§ünb« 
fiutty wirb »erlaufen. 5e£t mit ifyv festen/ bünft 
midfo »ergebltdc; ; man muf? nur ßocfyer graben/ roofyin 
fie ablaufe, mann ifyre £eit fommt." — 

«SBte merb' iä) mief; freuen, trenn Styr mieber 
in euer SReft jurücf fetb! Sag tffc ein bofer, bofer 
Sraum, feit 1789. Sie arme Patrone Seutfälanb 
§at ber garfiigfie 2Clp fcrjeuplicf; gebrückt. 

«$ür Seine ©efunbfyeit, fdjreibt £erber an ben« 
felben ben 10. Secember 1798 *) , fann tdj Sir fei« 
nen beffern SRatf) geben, aU: fcfyretb Sidj gefunb« 
Su mußt fd^reiben. SDBenn ify mid) übet befinbe unb 
bie Äranfrjeit anmanbeln fe£e , reinige iä) meinen 2ei& 
unb fcfyreibe. Sa eperirt bie ©eele bie Äranrfceit 
leife f;inroeg. SOZac^' Su e$ aud) fo in Seiner norbt* 
ferjen SBif^ofSjlabt. SiefeS SBafferbab fffc aud) im 
äBinter ju brausen, unb beffer al§ tk Soberanifcfje 
Saufe. — 3um Streiten: lies ntd&t. SaS oerrutf)te 
Cefen fdrjwac^t bie (Seele unb ben .Korper; man mirb 
aus ffdc) felbfl geriffen unb l;at*-im eigentlichen ©inne 
frembe ©ebanfen. * 

©ine 3eitförift un t cc & cm ^^ 2Curora, ju 

•) ©. 3afo5i'$ autetltf. SSnefivec&fel. S&b, a. ©, 165 u. f. 



202 

ber #erber'n fein alter greunb, ber SSud^anbfer 
^artfno^J auffoberte, tarn %um Ztyil wegen einiget 
literärifdjen arbeiten, melleidjt audj einiger im SSor-- 
a\x$ gefällten/ ungünftigen Urteile ntd)t gu©tanbe*). 
£5odj erfdjienen Heinere 2Cuffä|e, $um £f)eil bafür 
beftimmt, in ©dji ller'S #oren **)., ben S3ie* 
weg'fdjen unb 2Bilman'f<$en Sttufen * 2Cfmana<§en. 
»Die $perfepolitanifc§en SSriefe, welche 
Berber in btn Sauren 1799 — 1800 fdjricb ***), 
blieben unsotlenbet, §um £l)etl ou6 Mangel an £luel* 
len unb £ülf6mtttetn , fo bereitwillig ftdfo aud; ^e^ne 
^inftdijttidj ber S3entt|ung ber ©ottingifajen SSiblio* 
t^e! geigte. Sonn würbe Berber aber aucfy burc$ 
feine (Streitigfeiten mit .Kant, unb feine Angriffe 
gegen biz fritifc^e 3)l;ilofopf)ie baoon abgelenlt. £)a 
er ftc$ üielleicfyt mit feinem feiner Sßerfe fo triele 
unb erbitterte geinbe erworben fyat, al$ mit ber 501 es 



•) Sflan üevgl. J&cröet'ä SBetfe 5. fc&ön. Ott. u. tfunft. *öö. 13. 
©♦ 575 — 95 / tt>o fiel) eine 31 n F ü n ö i g u n g , nebft einet 
SluSetnan&etfeijung ö e £ ^lanö unt/ ö e r e i nj e l* 
nen Sftatetien befünöet/ welche J&etöet tuuin beöanöeltt 
tpotltc. 

*•) 2)a§ eigene ©c&icFfal (1795. <S5t. 5.)- ■Oonier, ein ©ünftiing 
ttet Seit (@t. 9O. -£>ömer unö £>ji"iari (@t. 10.). ©aS geft 
Der ©tasten (^t. n. )• 3önna/ oDec Der Slpfel Der 9Seiiun- 
gung (1796. ©t« 1.) u. a. m. 

*»•) ©. £erbet's SBetfe 9. <Pöilofopbie unö ©efc&tc&te. 93&. *. 
©.111 u» t> 



203 

tafrtttf *) unb (SalUgone **)/ fo ift H *ohU 
leicht %Uv an feinem Orte/ fein neueres SSet&aUniji 



*) 23 evft an b unb (gtfaöt uti g. Sine SJjftafrttif 
5 u r JS r i r i f ber «einen SJetnunft. £1). t- SeiPSi.g 
1/99« SJetniinft uns ©pntd)«. <£ < u e söJetaFu« 
ti t" ju* Art eif D. reinen 53 er nun t t. 3fr 2. <£benb. 
1799. — Unter Den baburclj ttermtla£ten ©Triften nennen 
»irt U e b er .£> er b'e r'3 Sfce t a fr' i t tf u n D beten Qix\- 
fü Drang tn'3 <J5ub lifnm u. f. w. £er ausgegeben 
ttoneinem 3" r e u n b e b e r : 2B a b r f) e i r. ■ L*eip jig 1800. 
3. @. Si ä § e : Berber gegen it a n t, ober b : e SO? e t ca 
f r i 1 i f t" m © t r e i t e mit b. Ä r 1 1. ber reinen 58 e r« 
n u n f t. Qjbenb. i8co. 9t t n E : CO? n n cb e r l e t jur 6 c 
f d}i cl) t e b e r f v i t tf c& e n 3 n tt a f t n. ÄöntgSberg 1800. 
•gmgo : ein Beitrag jur SBürbigung ber Jg>erber'fcben SDtetas 
fritif. ©orba, 1799. (©er Xitel £ u g besiebt fiel) auf 
.£>erber'$ 58»rreäe 3. SD^erafritiE. @. i./ »0 ber 9?ame ^ugo 
bureb Jpug/ J£>ugr/ b. 1. ber ©ebanfe/ ber innere ©tnti/ 
t»ie Steigung etflärt wirb ). — lieber Berber'» SOletafmif 
öon 30b. 3'U'. € r a m e r. Seidig 1800. ©innlic&feit unb 
SSevnunft/ ober über bie fl>rinctoten beä menfcblic&eu SHSijfenS/ 
eine Äntif über £rn. ^erber'3 COMarutif, t>on einem SBaftt« 
beitSfreunbc. i8co. (olme Verleger unb SrucFort). 3. ©. 
Ä. €• Äieferoet ter : Prüfung ber .£>erber'fcben SO?eta» 
Fruit" jur .ffritiF ber reinen SSernunft. «Berlin 1799— 1800. 
2 Xbetle. lieber ba» 58er&ältmfj ber ÄrittF jur COtetaFritif/ 
iin <Seubfcl)reiben tion «D l a t n e r an £. 31. ©roömamu 
(58etgl. 3Hlgem. £it. Seit. 1S03. 5$b. 2. 9?r. 179- ©. 695 
u. f. Seipjiger £tt. Seit. 1802. 58b. 2. 2>t. 154. ©.2105 u. f. 
Ä r u 9 : <E a 11 i p e unb t b r e ■ © dj n> e ft e r n. <i\n 
ä ft b e t i f d) e r «8 e r f u cl) / b e n SO? a n e n üatit'5 unb 
^) e r b e t'l s u r § e t e r t b r e r 53 e r f ö b n u 113 t n b. U n « 
te r it> e 1 1 g e \x> e i b r. getpjig u. SuBidjau 1805. 

**3 .Seipjt'g 1800. XI). 1. : 58 m 31 n g e n e b m e n u n b @ $5 ■. 
neu. 2&. 2. : 53 u $ u n ft u. Ä u n ftr i d) t e r e i. S&. 3» : 



204 

ju Rant unb btc ©rünbe von £erber'S gereifter 
©timmung anzugeben *)♦ 

@ctt £etber .Königsberg toetlajfen, f)attt er 
an Äant, ben er al§ Kepler banfbar oerel)rte, ein 
ober jroet SBriefe getrieben. SSictcS SSrteff^reiben 
war SSeiber <Sa$e ni$t. 2)af Berber inbefj, wenn 
er aucr) Äant als Sptjitofopfjen unb ben!enben Äopf 
überhaupt fcfyä^te, beeljalb feinesroegeS allen feinen Sföet* 
nungen unbebingt beipflichtete, erhellt aus ber «Stelle 
eines / fdjon »a^renb feines Aufenthalts in SUga im 
3. 1767 getriebenen «Briefes. 

«@ie geben mir — §ti$t es barin *) — t>on 
3$rer roerbenben SD^ral Sffac^rid^t / unb wie fe$r 
rounferjt' tcr; biefelbe fcfyon geworben gu fetyen. §ügen 
@ie in bem , tt>aS @ut ifl, ein foldjeS fffierf jur 
gultur unfres SaljrljunbertS fyinju, als @te es ge« 
tfyan in bem, tt>aS©crjon unb (Srtyabenift. Ueber 
bie lefcte SBaterie tefe tefj je£t mtf vielem Vergnügen 



25om(£rlja6enen unö ü o m 3 öe a l. — Sßergl. 3** 
nai feb e 31 l l g e tu- S i t. 3 « j.t« > % 1804. 53&« 3- 9fr« 229. 
@. 577— 81. ; rote auci) t>. 33 i b l i 1 \). D. c e D e n & e n u. 
6 i 1 1> e n D e n Ä ü n ft e. 58D. I. ©ti 1. ©. 176 u. f. 

*) 23era.l. QStittäge juc ftunde «Preußens. S8D. 4« «S>eft 3» 
©. 177-78.' 

••) fB'oUTräu&ig ci6geöru<ft flnöer man biefen 93net in J&eic&et'S 
e&atafteriftif &on 2) ans unö ©ut&et. Seipjig 180$« 
©. 317 u. f« unö tn öen Stinnerungen au£ J&etöet'S 2e&eti 
t>oo f. ©attm» Sü&mgen 1820» $&. 2. ©. 246 u. f. 



205 

ein SSer? eines fef)t p$tfofop$tf<$en SBritten *). — 
<Sr bringt in mannen ©teilen tiefer, fo ttne @ie auf 
«tanken «Seiten unfere tfusfta^ten meljr gu generali* 
ftren unb gu contraftiren nuffen, unb es iffc eine SSBol- 
tufl/ gwei fo originale Genfer, jeben feinen eigenen 
SBeg nehmen unb ftd) tredjfcistretfe wieber begegnen 
ju fe(jen. — SßSte SUcandjeS ijatt' icl) Slmen $u fa* 
gen, trenn id) renkte, ba jj ©ie ©ebulb Ijaben mur* 
ben, mir ju antworten, Zweifel roiber manche 
S()rer pl)ilofo^i|d)en £?poti)efen unb Seweife, tnfon* 
bereit ba , tro fte mit ber äßiffenfdjaft beS Sföenfcf;* 
liefen grenjen, finb meljr als 2 Refutationen ; unb ha 
id) aus leiner anberen Urfadje mein getftlidjeS 2Cmt 
angenommen/ als meil iä) roujjte, unb es tagli<$ auö 
ber (Srfaljrung mefyr lerne, \>a$ ft'cr;, nadr; unferer Sage 
ber bürgerlichen SSerfaffung, oon fjier aus am befren @ul* 
tur unb $D?enfcr>enüerftanb unter ben eljrrcürbigen Zfyeil 
ber Sttenföen bringen laffe, ben roir SSolf nennen, 
fo iji biefe menfdjlicfye 9)l)ilofopl)ie attcr; meine liebjre 
S5efdjaftigung. Sdj mufte ungerecht fetjn, wenn icr) 
mity barüber beilegte, bog tef; tiefen 3wecf niefct er* 
reichte. SÖenig|tenS machten auefy hierin \>k guten 



*) gDrnoBD 35urtV3 ( qe&. 1730/ fleft. 1797) pfnlofo* 
plrt f<$e Unutfu jungen ober D et» Ur fpr ung un« 
feter 53 eg t i ff e oom(£rt)abenenunö ©d) ö nen; 
öeutfü) üon ©aröe. (ültaa 1773-) ©• &. 93 Unfern 
Sutg'SSufa&e su ©ulitt'S S&cotie* XI). 2. 
©. 96 u. f. 



206 

2Cnlaffe , fo'e t$ felje, bte Siebe /'bte t$ bei »telen 
©uten unb (Sblen gentefje, baä freubige unb willige 
Zubringen bes btlbfamflen Sljeüg be§ ^ubtifutnS, ber 
Sünglinge unb grauen — 2(lleg bieg madjt mir 
gwar leine «SdjmeicMei, ober bejlo meljr ruhige #off* 
nung/ nitfjt e$ne 3wecf in ber SBett'ju fei;n. w — 

Äant fonnte eö, je mefyv (Schriften üon $ers 
ber an'S ßt^t traten, nidjt entgegen, baf tiefer ge* 
fonnen fe^, feine eigene SSaijn &u verfolgen, unb ft$ 
burd&auS iüd;t als #ni)änger irgenb einer ^)avtf>et $u 
benennen. 

3m 3. 1783 waren einige £5ruc£bogen t>on #er* 
ber'S Sbeen jur $p$tlofop§ie ber 9ftenfd)* 
$ett bur$ Hamann unb £artfno<$ in SKiga, 
hti wettern Settern ba$ SSerf erfrfjeinen follte, in 
Äant'6 £änbe gelangt/ worauf tiefer in einer 2tb* 
fjanblung «Sbee &u einer allgemeinen ©e* 
f^icrjte in Weltbürger* tdjer 4Hnfi(gt" ge« 
taU ben entgegengefe|ten SBeg, ben Berber etnge* 
f^lagen, sorjetdjnete *)• ©ine in giemlicfc fc$ulmet* 
frerlid&em Sone gwif^en Sob unb Säbel fdfcwanfenbe 
9ie$enfton Äant'ö über bas erwähnte SBerf ^erbet's, 
bie in ber 2Cllg. 2iU Rettung ersten **), mu$tt 



•) ©. Die 03 et [ine v SDlonatS f<$rtft. 9?otoem6et 1784/ 
crägeDmeFt in Äaut'S toetroifc&te» ©cötifteu. Jfraüt 1799. 
S -ÖD» 2. £). 661 — 86. 
*•) SJom 3« 1785« 550. i« S^t. 4. @. 17 u. f. SBieDet abgeOtuc? 



207 

tiefen um fo empfinblic^er fdjmergen, ha e§ begannt 
war, bafj iljr Sßerfaffer bte £f)eilnat;me ä\4 Sttifarbei* 
rer an bem neuen Snjtitur entfdjieben abgelehnt/ je* 
bod^ tterfprodjen |otte/ (Sine SRegcnjton gewiß einju* 
fdjicfen. 

Berber ertrug tiefe Ärahfung fqjweigenb, unb 
als er mehrere Seigre fpater (1795) Äant'S er* 
jraljnte *), geftfjat) es mit reiner £o$Qd)tung unb 
Anerkennung feiner S3erbtenfte. 

£iet)er getjort auefy eine ©teile au£ einem $anb< 
fd&riftltd&en 2Cuffa§e £erber'S **). «Äanfö Söerfe 
werben bleiben — Ijeifit e$ barin — t$r ©eifr, wenn 
au$ in anbere gormen gegoffen', wenn auc§ mit 
anbern SSorten umfleibet, wirb wefcntlicf) weitet 
wirfen unb leben, ßr fyat fcfyon md gewirft ; faji 
in iebem $ad) menfd)Jtd;er Unter fucljungen fteJ?t man 
feine ©puren. Surct; Äant ift ein neuer S?eij in 
bie ©emütljer gekommen, ni<$t nur ba$ Alte §u ftd§* 



in f ant'« uevmifdjten ©c5 iften» 93b. 4, @. 383 — 414; 
©efjv fcf>atf beurteilt «>uvDe •g>et&ev nudj üon Sichten« 
betä (tictmifc&te Ruften, «ÖD. 2. ©. 271 u. f.) unb (meb: 
me Sabre nac& feinem £obe ) tion ÄtouS tn Ä5m.q3&etgi 
«SS» ©otttngev gel. Qlnjet.qen. 1314, 5?«:. 49. @. 4 g 2 u.'f.) 
•) 3n Den «ö r iefen jac 5Bc fßtb erung Det gumas' 
tu tat. 2b. 6. ©» 172, 5D?an teiy!* bamit Die SSovveöe 
juv eoll i.qone. e. XX. 
*♦) €t follte in D. SS r. j. 23efon\ b. ^antan. a. 0. Q. 
eme ©teile füibeß/ warb a&et pon £evb«a satßcFaeleat, 



208 

fen, fonbern au$, wotyin infonber^ett ber 3wecf bec 
fp$ttofop$ie gef)t, bte eigentlich menfdjlicfyen SBif* 
fenfd&aften, Sföoral, Statur unb SBolferred&t, nacfj 
flrengen SSegrtffen gu orbnen. ee&r §eilfam ftnb biefg 
Sßerfurfie; fte werben in £§afl)anblungen greifen, unb 
einjr, fo ©ott will, felbft ju angenommenen Sttart* 
men werben. — Um son £ant eine geregte Sbee 
gu erwecfen, fyatte e§, wie micr; bünft, bie SBillig* 
feit erfobert, bafj man aus feinen ©Triften bte 
£auptfafce gesogen, fte in einer fetten Äürje vorge- 
tragen, unb mit ben SSemttljungen voriger unb \t%\> 
ger spijtlofopljen verglichen fyattt; benn aud? fein an* 
mafenbjier 23ere£rer wirb boerj ntdjjt behaupten, ba$ 
Mes in itym neu fer> «£ier müßten nun freiließ 
ntcryt, wie e6 mehrmals gcfdrjer)cn ift, alle alten Sßei* 
fen auf ben £opf gejlettt werben, bamtt ber neuejie 
allein auf hk güpe gu fteljen lomme. 25telmel)r er* 
fobert ba$ ©efe§ ber Humanität, baf$ man jebem fei« 
rsen ©tanbort, feine 2Cnftcr;t ber £>inge, fein SSerbtenjr 
Iaffe , unb, wa$ ben Sftang betrifft, mcfyt entfcfcetbe, 
Offenbar aber wirb aus btefer ^ufammenflellung llac 
werben, bafj SSielcö mit anbern SBorten längft gefagr, 
2tnbere$ jlücf weife, autr; von ben neueren Senfern/ 
<£ume, SR o uff e au, £ am bert vorbereitet worben, 
&i$ Äant mit p^ilofop^ifa^er sprägifton t&re ©renge 
unb SO?aa§ beftfmmte. — (Sben beeljalb greift Äant'S 
tfcittf fo tief in ben ©eift ber $t\t ein, weil fte 



209 

genug ttorbereftet festen, unb faufenb fc^on sor^anbene/ 
bunfte 33or*;3been onö Cidjt bringen konnte. — £afs 
fen wie ben pl)ilofopl)tfc(jen Gefror erft feine 35iScipl{s 
nen oollenben. SBenn er uns nodj meiere fo ibeen« 
reiche SSSerfe fcfjenft/ o-ls fein neueres"/ bte Tritts" 
bei: Urt^etlöfraft/ fo wollen wie gerne no<$ im 
(gtnjelnen lernen/ ebe wir unterfu<$en/ ob/ fgfiema* 
tifd) befrachtet/ aud) Meg faltbar fe^n mochte/ 
ober fiefy Sftandjes ntdjt audj anbers fagen liefje. 
Sie SScrfudje hierüber wirb Ä o n t Sftemanb wehren. 1 * 

Snbejjen fyatte bte fritifdje ^r)ttofopt>tc balb eine 
bebeutenbe $at)l oon entfyuft'ajttfcljen 2Cnl)dngern gewon* 
nen/ ßorjüglirf) unter ben Augenblicken ©emütfjern/ 
welche balb in bem Sßafjn ftanben/ allen anbern 335 if« 
fenfetjaften/ Erfahrungen unb Äenntniffen / \a ber 
c&rijtlidjen (Glaubenslehre felbjt/ £oljn fpredjen ju bür* 
fen, feit Sichte in Sena öffentlich gedufjert, H$ 
es in fünf Sauren feine $rijrlirfje Religion meljr gd* 
be, unb i)k Vernunft W einzige Religion fn> 

£>ie traurigen geigen foldjer Steuerungen !onn« 
ten m'c^t auebleiben. @ie geigten ftc§ balb in §ügels 
lofer 2Ci'roganj, in ber SSerac^tung alles S^rwürbts 
gen, tn ber entfdjtebenen 2Cbnei^ung gegen t)U Ijetlig« 
freu SSanbe ber Statur *)• 



*) <2o feiste & unter o.nbevn bet duinbibat üt. eine I)M>ft an* 
Üößiqe 2l5ban£Iun>) gegen bte (£!)e, unb üegeörtj ja* 
gleich önugenö ttom 2Bei:uacifcfjen Döerconfiüorimn «tu 
14 



210 

Unter folgen Umftanben fn'ett e§ gerbet/ f<$on 
\>on KmtS wegen, f«t unerläßliche SpfiW&t/ ben fidj 
tmmer mefyr cmSbreitenben <5inftutj jener verberblidjen 
©runbfa^e $u §emmen, unb eö barf ü;m ntdjt Der* 
bac&t werben, wenn er, von tiefem £tf)mer& unb Un* 
nuttf) ergriffen, bie fritifc§e ^>r)itofopr)ic mit einer 
größeren Seibenfäaftlicfyfeit unb Erbitterung befämpfte, 
als feiner lieberaten 2)en?att fonfr eigen war. 3n 
einer feigen «Stimmung fa?ut e§ faum befremben, 
wenn er tn ber Sföetat'rttif *) Äant'6 Ärittf 
ber teilten Vernunft ein ©ewebe oon ©ubtili« 
taten unb 2£bfurbttäten nannte, wxüi feine Art tii 
ber Urtf)eiUfraft afg eitle ©eftfjmacHofigfeitö* 
Xefyre Gilberte, wie es ned) feine gegeben, \>k jur 
eijre bes gefunben SOlenf^enüerjtanbeS son (Srunb aus 
wtfilgt werben müpte. 

«3$ 'bitti — fyeijjt e$ tn einem im £. 1800, 
furj »or ber ßtfc&fetnung ber SÄetafrttif gefdjrie* 
benen SSriefe ^erber'ö — ttwaö weniger mtttetbig ge« 
gen «Ran t ju fe^n, mit bem tc§ burdjaus nichts gu 
fcr)affen l>abe; befto me^r unb ftrenger mit ben ty'\U 



geiftltc&eS Slntt, un& £. ou3 ?8uttftäbt, öct ifant unö 
Sic&te fli-flnöhcT) ftuöttt, fctiqegen n&eu im tbeologifc&eti 
(Etamen öie leic&tefren Sraflen mit : Omnia nie fugit, 6e; 
antwortete/ evf#o§ ft'dj aus SßeraUJeiflung ä&ec fei» öevfeyU 
te3 (gtuötunr. 
*) SRan ücrgi. s&ortlö'S SBambe jum XIV, 23ö. mr £er.- 
bes'5 SSevfen s- *J>i?tlof. u. CBefe&ic&te. 



211 

lofen ©runbfa gen einer St tritt!/ tte atfe ernfte 
Siealitat tn (Sachen ber iSmpfmbung auftefct» 

Sn einem «Briefe «gerter'S »orn 11. Sunt* 1800 
an tfmmon in ©reiben $eifjt .«§ « 2C(ö JleineS 
©egengeftfyenf *) ftellt fidj meine @aUigone fear» 
%ti) mupte in bie$ SugenbfeJb $uxM, ba iä) feen ©ar* 
ten feer Stufen feit fo fielen Sauren burd) feie fruit» 
lofefte .Kriti! entweiht unb vertreten fal), intern feie 
©runbfäge tiefer S)i)n « U.rf$eilsfraft je£t beinahe feer 
gefcietenbe Gober aller 2f sÄrtttf geworben ftnb. n — 

@ö lag anfangs in £erber'ö 3)lan, m>dj eine 
tritt e, unb £».ar bie »t^ttgjie (Schrift folgen ju 
Xaffen / weld)« bie fdtjäblid^c (Sinnjirfung ber tvitifätn 
^>r>tlofo^r)tc auf bk Wlovalität unb feie innere ©lue?« 
feligleit be$ SERenfdjen geigen feilte. £)urdj ben diaU) 
einiger greunbe, namentlid) %alV&, bewogen, gab 
er inbep btefen tytan auf, w.a§ er um fo el)fr i^un 
lonnte/ ba'i&nt eine äljnlidje <3c&ri;~t t>on 2Cmmo,nt 
Ue&er b-en nachteiligen (ginfluf ber Jri* 
ti fcfy e n/ $l)ilcfop$ie auf hie SÄ or alttäi, 
einigen-erfal für baö-fcot, wag er feloft fjatte fä&U 
ben wollen **)♦ 

2(13 Ebfdjlujj biefe§ polemtfäen Stetig tion $?r* 



*) gut 21 m m o n 5 € 2 e 5 v 5 u d> D e c cfj r i ft I. 5ft o r a l / öa* 

Dicfet J&ecöer'u sugefc&tcft bat«. 
**) SBlM uergl Die einzelnen SlnDeututigen ^evDer'S in t>u SSot; 

t«« äU5 € a 1 1 i g o n e. ©. XXIII, 

14 * 



212 

ber'ä üeben, 6ci bem wir nt$t umln'n fonnten, etwas 
langer gu ttetweile?»/ möge l)ier bte S3emerlung jrefyen/ 
baf? von meiern auswärtigen ©elefyrten , w?te unter 
anbern von $>latner in 5eip$ig *), ja felbjt in 
Ä o n i g S 6 e r g, ben $)rofe flfor SR i n f aufgenommen *^> 
4?erber'S Angriffe gegen tiefen pl)tlofopl)ifc§en gelten« 
geifi gebilligt würben ***). 

©er Itterärifdjen (Streitigleiten mübe, firt<$ £er* 
ber bei ber neuen Ausgabe ber ©efpracfye von 
©Ott (1800) «Clleiweg, wobur$ er mit Sa lobt/ 
wegen feiner tterfdjiebenen Meinung über ©pino&a, 
bei ber erften 2Cu6gabe verfallen war. {( Sie ©teile 
über ben ©lauben in meinem ©Ott/" foi$t e§ in 
einem SSriefe £erbet's an Salobi son 10. Secember 
1798 +)/ «war wal)rfc§einlirf) gut gemeint; fie toll 



*) Sftad) einem" 5?»t*tefe t>em 20. 3ult i8coi 

'*) 3n feinet htmtü fvö&et angefügten/ heftigen ©djvift: SOJan» 
d)txUi s u « © e f dj t c& t e D e r f v i t i f dj e n 3 n & a f 1 n» 
itpmg^bec^ 1800. 

•**) "3n öen € vtnnetungen äug ^ccöet'S Se5en öott 
fe i n e v <S a 1 1 i n , bot itv Jp e r a u $ g e 6. (XI). 2. ©. 245.)/ 
*oo et* ein }*r gegen öen (?goiSmu3 teu fcttifd)en «U&tlofop&ie 
genuteten (gpigvcimme geöenft/ nud) einS; unter Ö ein 
-Sttel: ö et p t) i lo fpp b i f cfj e (£go i ft/ mit «böruefen laffett/ 
öaS ffd) um c Oerber'o kopieret» gefunöen ba&en folC. Jöie§ 
ift öutc&au faifef»- £>a§ ©eötc&t ift toon ©d)Uler unö 
befänöet jtd) in f. ©eDtdjten. ( Sieipjtg 1807.)/ SO- 1. ©. 192/ 
wie aud) in öen SBevEen 33ö. IX. Slbtb. 1. 

f ) ®. Sv. fp. 3afo&i'§ auSetlefeaec 58wfmed)fe!. SeiPätg 

1825. «ÖD,. 2. ©. 267« 



213 

öfter tytatö bei ber ^weiten 2CufXa^c , an bte ify balb 
ge$e, weit bte erjre »ergriffen ijr. — Sßenn £)u met* 
nen (Satetfjie'mug unb c^riftltcfje ©Triften gelefen $a|r, 
fo muß icf) £)ir fagen: tri) tyabe Seinen (Sated&ismuö 
aud) gelefen,, nämltcfy bae 33u$ über ben ©lauben, 
unb gwar mit inniger 3ufriebem;eit unb greube. 
2Kac&' £)idj atfo auf, unb fdjtcfe mir baä, wag ic^ 
no<§ ntrfjt gelefen fcabe, weit 2)u e§ mir aus Selicateffe 
nic&t getieft §ajr, ba£ über ®»ino§a mit bem SBilb- 
nif. 3$ fafc'S auf meiner SRütffeljr aus Stalten in 
Nürnberg, feitbem nicfjt wieber. £)b £>u mid) gleich 
barin nidjt für einen ^ilofopljen erfennt tyajt, fo 
foll ba$ bem SSürfjlein nicfyt f$aben. Ä — 

«£ier f<$itfe td) Sljnen," färieb er an 3- V- 
Stifter, «jum $P[tng#geftf)enf einen ©ott. — ©e*)n 
©te tnfonber^eit— wa§ auefc; S&r SKame fagt — S^tc^s 
ter jwiföen Safobi unb mir, in 2Cnfe§ung beS 
SSenefjmenS tihmlitif, wo tc& alles, au<$ nur oon fern 
t§m wi\>ti^ (Sdjeinenbe au§getf)an unb getilgt fyäbz. 
3« tfnfefyung ber Meinung über ©»in o ja' ö ©t)* 
ftem geljen wir btibe, Safobt unb i$, jeber feines 
SßegeS, unb idj, meiner geringen SGBenigfeit nac§, bleibe 
auf bem meinigen noefy fejter." — 

3u £erber'S arbeiten in ben legten Sauren fei« 
ne§ ßebenö geboren feine ßegenben *), feine Ueber* 



•) 3» £etöet'S jeeftr. 55 lattern. ©amml. 6. ©. 2&6IS 
38o.; fpater&tn in fc. SB. $: fd)i>n. Sit. u. Äunft. $8*. III. 



214 

f/gggg tätt uielmefjr SBearbetfung beg OStb #) im 
SSBtnter 1802 — 3, unb feie Settförift tfbraft ea**), 
beten Senbenj war, eine ©arfteßung unb SÜßürbigung, 
alles beffcn su liefern/ wai in bem adjtgetmten 3at)r* 
tyunbert in pclittfc^er / reltgtcfer unb ttnffenfd)afttt$er 
*g>tnfid?t SBtctttgeS geteiftet korben. 

Sn SSetreff beg @tb tmjjt eg in ber ebenem 
warnten Btitfätift: «3n granfretd) t)at man ben 
Qib baS erftc tragt'fcfje ©üiet genannt; baß er t>a$ 
erfte epifc^e feg, rcfrb ffd) jetgen." — . 

SRe&rere Spione befestigten Berbern $u gleicher 
Seit; feine rajtlofer ©etfl ftrebte, pr ISilbung beg 
SetfalterS fünftig mit§utt5it!en, fei) eg im gelbe ber 
SBiffenfdjaft, ber Religion ober ber ^oefie* 



@. 255 — 259» €inei: 9?adjri$t im ©eutfefj. «Sftetfur, 
V). 3. 1806/ jufolge foIJ Jg>evt>ev geäußert fcaben, au«3 Den bibli« 
fc&en (grjäbluugen Uelien fidj noci) otelev folcl)ec SegenDcn 
nullen, was u>ol}l tljm, Der mit Der l)of)cti ©impticität DeS 
€oangeltum» vemciut nntr, nie einfallen Eonnte, ab>iefel)en 
öat>on/ Dag er lelbft gegen eine poettfcl)e 23erfd)önerung Defs 
felbeu »nrnr. ©. Die 50 u e f e u b e r D. <£ t u D. D. £ & e o* 
1 g 1 e / 53 ♦ 19») 
*) Sftacl) Dem x>er {tummelten Poema del Cid. »Droben De§ 
•£>ctDer'fc&en (EiD ftmiDeu juerft im 9. u. io. (s£t. D. QlDras 
ftea; üollftänDig erfc&ten DaS @eDic£)t in D. SB- s- fcf>ö«. 
Sit. u. Äunft. s -öD. III» Wlan uetgl. Die romanttfc&e 
© efc& 1 ä)t e D e S <Tt D im 9? e u e n Deut fc&. 5ft e r E u r> 
$• 3- 1792» Sebtuar. ©. 199—215. 
?*) Sü'nf SöänDe. Seipäig iSoi—3» ©«c&ft« SS** ©ti 1 Q. 2./ 
ebet»Da|. 1S04, 



215 

©$0ii im S- ^796 fatie er, wt> früher berührt 
worben, SSalbc'S ©ebtdjte uberfeffc £ora§ mit 
2£nmerfungen begleitet, folitc nachfolgen *), eben fo 
3)inbar**>. 2Cudj wünfc^te er einzelne Srauerfpiele 
ber ©rieben unb-<Styafeöpeare 'S ju überfein, wie 
aud;£)ffian natf> bem ©dlifc^en original ***> 3u 
einer ©efc§i$te ber §)oefis unb einer grtedjt* 
f$en Stftyt^ologie §#tte er viele Materialien ge» 
fammelt. — £>en Äirc^enge-fang in feine alte 
SBürbe wieber ein|ufe|en A war ein fiiebling^ebanfe 
4?erber'S, ben er bekanntlich fc§on wdljrenb feines 
Aufenthalts in 35ücfe&urg, burc§ feine Kantaten 
|u realifiren geftrebt fyatte. 

äßie f$|r er bie nerbife&e 3)h)t$ölogie lieh 
gewonnen, $eigt fein tfuffafc: Sbuna f). Uuä) eine 
§ortfe|ung ber (Sbrätfcfjen ^oefie, fo tüie eine 



•) Proben Davon/ i»ad) fc. An e Bei* 5 SJaSiüaljr, Befünb^w fCcö 

m ö. 2B. s, fdjon. Sit. u. Äunfu 95ö. XI. @. 3—59- 
•*) QJvoben Dcmon a. a. £>. $5ö X. (£>• 33,3 — 68- 
*•*) SDMn totsgl. J&er&ev'S SUuffaij: 33 om gunbe be« ©e« 
fange Offtan'ä (ui i>. SBetEen- &. f*ß«. £tf» u» Äuntf. 
5ö&. XII. ©• 373 u. f.). — . Slc&t 3al)te nncö Jg>evDet'S 
2oöe ecfc&ien 21 b l n> a vö t*S Ueberftfeunq. unteu Dem Sttel : 
JDie &t&i$tt Off tau'«. 3ln3 D. ©äUfdjen, Sevpäia i3h» 
3 ?ööe. 
i) Suetft in ©cbiller y $j£>o*eu 10. 3. 179S. ©t. r. / dann 
in tun SBetEen 3. fdjön. £if« tu Äunfr. SSD. XII* ©. 423« 
€benD-afelbft ©. 450 befindet fv4> öer Qiuffafe : 3. litt itt 
bei; uc-cDi fc&c« 3)?n t boUg,ie &u* neuem ©icöci 
fuutf. 



216 

Umarbeitung ber altefren Urlunbe be$ SOlen* 
f$engef$ le<$t§ *) 6efc^afttgtc feinen rajHoS t$a* 
tigen ©eifr, ber fic§ felbft mit ber 3bee einer lieber* 
fe$ung ber «Bibel/ ober wenigfreng ber to er jügli elften 
33üc$er berfelben, ^erumtrug. ©ine grofe 3a$t Bon 
Entwürfen ju literarifd&en arbeiten, ton #erber'S 
acabemiföen Sauren an bis in fein 2Clter, wel^e, 
einzeln anjufuljren, S^aum unb $md tiefer 2>ar|tel« 
lung nidjt gemattet, f)at ft$ unter #erber'S papieren 
gefunben. £)iefe spianc unb Entwürfe geboren tytilS 
bem ©ebiet ber Religion unb Geologie, tytitt ber 
$pf)ilofop§ie unb ©efcfyt^te, fo wie ber fronen Sitera* 
tur unb Äunjt an **). — 

©ine bebeutenbe 2Cugenfc$tt)ac§e/ bte tyn an litt* 



*) SKan &etgl. 213 ntuö einfältiges Uttbetl ob et eins 
u n ö & a § a n ö e r e 23 u cb in Den f ä m m 1 1. 2B e r f e n &e§ 
2B<inDsbecfet 55 o t b e n. SBan&ö&ecF u. J£>amburg 1790. 
2b. 1. 2. ©. 5> 
?*) 3n nacbfolgenöen SBerFen |&"at Jg)erDev SBorreben gefebrie« 
ben: £u 55örmel'6 liebet fe&ung Der Älaggei 
fange 3e«emiä. SBetmar 1781. £u öe$ Sotö Stton« 
60&&0 SBerE: üonöem Utfptunge u. Sertgcinge 
> & e t © p m d) e , nberfe&t t>on (£.51. © dj nit D. 2 £betle. 
SKtgn 1784 — 85. 3u 3 0. 25 a f. 51 n D r e ä © « c& t u 11 g e n 
SurSSebeuigung u n f e r $ ,3 e 1 1 a 1 1 e c *. Setpj. 1786. 
Sn Den Q) a Imb lott etn. 3enn 1786. 3u Den Söefennt.- 
niffen metfrourötgetSttänne* & n f t cb f e l b fi, 
IjetauSgegeb. tum 3. @. SEftü l ler. SBintet-tbur 1791. 3u 
G n n t b e r'$ 51 n & a dj t e n bei &. Ä nun u n 1 n. ©otba 
1798. unö jut Äultutgefcbtcbte Det ÜJölfec; bifror. 
Untetfuc&uttg &ou St. SP? a j e r, 2 SÖ&e._£eiPaig 1798. 



217 

tartf<$en 2frl6citcn §tnberte, nötigte ^erbct'n im 3- 
1801 rat$ 2£a$en. Sntereffante SSefanntfdjaften wur* 
ben auf tiefer SKeife tl;eiis angeknüpft, tytitt erneuert. 
£a$u geborten unter anbernü. ©eriung unb @6m* 
mering in granffurt, ©raf ©orj in SHegengburg, 
unb ber Äuifürffc o. 2)alberg in #f$affenburg* 

3icmU*d^ geftarft lehrte Berber im £)ctcber 1802 
nadj Weimar jurücf. 3m Sttat beö fofgenben Safy* 
rei war er na$ 3ena gereift/ um ben «Euperinten* 
beuten/ Dr. SÄare&oU, einzuführen. einige Soge 
tor feiner tfbreffe ^ottc #erber ba§ Unglüc!, mit 
bem Sßagen umgeworfen $u werben. £>er S$rec£ 
unb eine fpatere (Srfditung Ratten auf feine ©efunb* 
Jjett ben na<$tf;eiligften (Sinfluj?, unb eine mit gro* 
fjer 9?er»enfcfywä<$e serbunbene ©ollenfran^eit gut 



Km 12. Suli 1803 unternahm er eine SKetfe 
nac& ©ger, um ben bortigen SSrunnen ju ge* 
brauchen. 

2Cu§ (Sdjneeberg, wo er fi^ bei feinem ©ofme 
2£ug<fr (bamalS SSergamtSafifefTor bafelbft) auffielt/ 
fdjrieb Berber on feine; Familie: „Sttefne ©efunb^eit 
%at 1t<$ fe^jr geftärft* — 3$ fdjicT ©ud) ein £ aus*), 
baö icfy Ijier gebaut, b. i. abgetrieben I;abe. <£$ ijt 



•) Jöie &tnmatiirgifc&e ©idjtmig 9li>metu3gau8, in £et* 
tct'5 SBetFen j. fcpn. sjtt. u. Äunft. 23&. VI. 0. 3 — 36. 
Sttnn üetfll. (amit t>U SSosreöe su ötef«m »-ööe. 



218 

taffel&e 6tücr> baS i$ fonft mit bem Sternen #t)gea 
nannte. SBa-S irf) in $)rofa üor ber 2£riabne *) 
fagte/ |ab' tct) r)ter im §3rotogu6 gefagt«. - ßtcS eg, 
Siebe, unb fage mir betne Stteinung, »o&in eg für) 
fetjicft. @§ arbeitet fict) fyier ungemein leidet* 2)ef 
§)rologu§ unb (gpttoguö tjl eines S3ormittagS leidste 
Arbeit.» — 

«SÄtt meiner ©efunb&etr," %ti$t eö in einem 
SJrtefe aus ©ger, t>om 5. 2fugttffc 1803/ «gf^t'S fe^r 
rcor)l; baö SSßeüer tjt bem SBrunnen unb SSabe gün* 
fitg. 2Cn Äräften fü&r trf) mid) fcr/on fer)r geftärft. 
£5af? ber «Brunnen auf bie 2Cugen birect wixU, r)ab 5 
iü) mtr)t erwartet. £>aS trollen wir ber gütigen £anb 
ber $tit, ober tneiraet>r ber SBorfefyung uberlaffen, 
bie ja fd^on fo manchem SBltnben baä 2Cuge gepafft 

Sie freunbli^e tfufnafyme, welche Berber in 
£)fe§ben fanb, trug viel $u fetner Erweiterung bei. 

«£)er SStbliotfjefar £)afborf, s fdjrieb £erber 
unter anbern Un 24. 2Cuguft 1803/ «erwies ftdt) frjöcrjjt 
freunbfc^jaftlicfy unb willfährig. @r führte mtcr) burdj 
alle @$a£e burcr) , unb id) r)offe, fte werben mir in 
ber golge erfprtejjlicr; fepn — 2(u$ ber SSibliotrjeg 
erfuhr ict), bap ber Äurfurfl i>k tfbraftea lefe, fict) 



*) Qlttabtteigibcra/iB fcem 2ct fc&enBucT) bti SBtetteg 
ouf'o 3. i3o3/ uttö in &, 2B» j. fc&ön. Sit. u.tfunff» 5Ö&.VI. 
0« 37 — 64» 



219 

aue§ erfunbige, ob neue ©tfiefe ba ft'nb. Steine ©teile 
über Äurfadjfen war in bee SSibliotl)cfar£ unb ift in 
mehrerer SKtnijier COtfunbe. £)er Sfötnfjier 3 in je n- 
borf banxte mir eigen unb feljr Derbinbiirf) für Un 
3Cuffo^ über feinen £>nfel*). — Cronica del Cid 
ift auf bei- Sibltotlje!/ nebfl sielen anbern/ für midj 
fel;r intereffanfen Suchern. n — «©efiern," Ijeijst es 
in einem SBriefe rem 26. tfuguft, lam Ijccfyft uner* 
wartet -bcüommcnbcS ©ebidjt**)/ über welches icfjganj 
be[d;ämt war unb bin. 

£>en Äurfürjten, bn bem er einefeljr gütige 
#ufnaf)me fanb, fct)ilbert Berber/ in einem SSriefe 
rem 4. (September 1803/ als «geredet, bieber, vcsfyh 
wollenb, ücn 3Cllem unterrichtet unb im l>6c^{ten ©rabe 
befd;eiben. M — «Sftein ganzes £er& fegnet i§n, M 
$eift eg am ©d&lufje / «roll ron bem guten (Sinbrucf 
feiner. SDJoge ict) tym aud) nur bie #älfte jo wol)t 
getl;an Ijaben, al§ er mir tf)at! B — 

2(m 18. ©eptembec 1803 war Berber wieberum 
in SQSeimar angekommen, fdjeinbar wol)l, aber nic§t 
feiten in einer ersten ©emütl)gftimmung , lit fid£) 
rorsüglicfy bei bem Ganbtbaten* Gramen geigte/ ba$ er 
ben legten September l)ielr. £)a$ Sljema war über 
hie <5nget *). 



•) e. 2lDtnfl-ea, ©f. 7. ©. 91. 
**) <£tn ßeörucFtes ©eöicfet t>on Jöaßöovf ju ^ett>et'3 ©^ 

buvt'otoge/ Den 25. 3lugufr. 
•♦*) ©a$ &i«u ©efagte »ivö öuttf; eineu 52wf 3oö» fc Stul« 



220 

25en 1% Octotctr füllte er ft<$ untto^f, erholte 
fi$ inbeß balb roieber, unb arbeitete in Reitern ©tun* 
ben ununterbrochen an ber tfbraftea fort, MS $u 
ber ergreifenben, rote im proptyettfcrjcn ©elfte gefärie* 
benen stelle, womit ftcf; M geinte ©tue? {erlieft: 
« Sn neue ©egenben entrücft, 
©d&aut mein begeifert 2Cug' umljet: — erblicft 
SDen tfbgtans rjo&'rer ©ott^eit, irjrc SGBelt, 
Unb biefe £tmmel, i{)r ©ejett! 
§D?ein fcfyroacfyer ©eijt, in ©taub gebeugt, 
$a$t it>rc SÖunber nierjt — unb fcfyweigt *). 59 — 
gerbet* wollte noefy etwas tjinjufe^en, unb btö fßlatt 
blieb auf feinem (gcfcreibepulte offen liegen. 

2Cn ^ämorrfyoiben, ©i^tfrfjarfe unb heftigen 9?er* 
t>en&ufällen leibenb , frfjien är§t'ltcr;er dlafy sergeblicr), 
unb iebe§ Mittel hie geljoffte SSsirfung ju verfehlen, 
©o fanlen feine Gräfte aUma^ltg, bei vollem SSeroujjt* 
fetjn unb in ber ganzen Äraft feinet ©eijleS, btö er, 
©onntag ben 18. ©ecember 1803, in einen tiefen 



let'S toom 25. Qlugurt 1804 fceftätigt. ©. befFen 2Betfe. 
«Bö. VII. @. in 11, f. 
*) 2lu$ ö. @ e v ft e n 5 e v g'S @ e b i # t e n eines © f a l ö e n. 
Äopcnbiigen 1767 ( aud) in Deffen »etroi fc&ten ©cforif^ 
ten. Slltona 1816. 3 23öe.) SÄan »etgl. (\>. ©elften« 
b e t g'S ) Briefe übet 6 i e Sfterfrofitbi. 4 feiten & e r 
Siteratur. ©c&lefjroig u. £eipjig 1767. (Sammlung 3- 
S5r. 31. ©. 413 — 54/ unö J£>«töer^ SBetfe ä- fc&ön. Sit. u. 
Äunft. S&&. XII. ©. 458. 



221 

©#taf fiel, ber ben gangen Sag bauerfe, unb tf&enbs 
$alb 11 Uljr für immer oon biefer SSSett f$ieb» 

Sßaljrenb feines ÄranfenlagerS ^attc et fi<$ auö 
ßfftan, Lipsius de constaatia unb anbern SBerfen, 
namentli$ ber SSibel unb üotjüglidf) aus ben ^ro« 
p^eten, üorlefen raffen. 9^ict)t6 f^mcrjte ffjn mel;r, 
al§ baf bte. 2Cb rajrea unooUenbet bleiben feilte. 
9^ut* gwei <Stüc?e tt>ünfd^tc er, feinen eigenen 2feufje* 
rungen &ufolge*), nodj fd;i:et6en $u fennen; fte foltten 
feine le|te collenbetc 2Crbett fep ; in fie wolle er fein 
ganjeS SSefenntnijj legen, ba ify&i je|t fo Sttanc&eS 
ganj anberS erfc^eine» 

25en 21. ©ecember 1803, tfbenbS um 9 Ufjr, 
fanb $erber'§ SSeerbtgung in ber SÖeimarif^en &ttöU 
fitere ju €t. §)eter unb $)aul, unter bem ©elaute 
aller ©locfen <§tatt , unb ber erfre £>iaconul, #err 
3» ©• 3unfet, ijUit eine ©etädjfnffrebe, in ber er 
£erber'<S SSerbienfte als SKenfcl; unb @$nftjMet auf 
ergreifenbe SOBeife fcfjilberte» 

2)er bisher umwerte £immel fldrfe ft*$ wetyrenb 
be§ 8eid&en§ugeS auf, unb t>iz Sterne bltdten freunbs 
Xtc^ I;erab auf ben Sarg beS *Eerettngten*'9* 



•) ©• öt'e 5Bomöe ju bei: üon feinem Soljiie Dr. SBill). 

@ o 1 1 f. to. j£> e t ö e v befolgten 2ft a dj l e f e jus 51 ö t o ft e « 

(tti D. SB. 5. *it. u. tfunfr. 23ö. XII. ©. 363.) 
*) £tn äbnlicfje» ©banomeii jeiätc ftc& bei 0$illei'a SSeet; 

öinung. (©. Defien geben oon £. ©bring. SBetntat 

"1822. <g. 150.) 



222 

Berber r)atte 59 3al;re unb 4 sföonate gelebt, 
Gr Inntetlief fünf @ol;ne unb eine Sodj&r. (Seine 
©attin folgte iljm in bem S?aum von nidjt voll fec^jö 
Sorten, ben 15. (September 1809, nadj. SSBie fe§r 
tiefe burefy ©etfit unb #er$ gleitfj auägejjtd&nete grau 
von ^erbev'n geliebt mart>, ftof)t man aus einem fei« 
ner «Briefe an g. .§>. Safobt ». S- 1783. «3er) i)obc 
fdjreibt er/ eine grau, bte ber SBaum, ber Sroft unb 
ba6 ©lue! meines C^benS ijt; felbjt in fdjnellen fite« 
genben ©ebanfen mit mir @tn$.« <£i« leibet in ifyrer 
©eele mit, fobalb (te mitf) leiben ftc^t, fonft tfl fte bk 
§Hu$e unb £r,attg£ett felbjr.» U. f. tt>. 

2Cuper ber 23üfte £erber'6 / bte, wie früher er* 
ttäfjnt trorben, ber {Srojtyerjog von äßeimar im 3- 
1788 in SRom von Srippel verfertigen ließ/ gibt 
eß mehrere SStlbiuffe. <5tnö ber früt)effen r von £ip6 
geflogen/ jie§t in Savater'ö $})ln)ftognomt£ (S^IIL 
©. 262)» tfngeiifa Kaufmann malte #erber'n 
in 9? em, unb naef; feinem Sobe © er t). v. $ügeU 
<$em Pfeifer in SOS ien lieferte 1797 einen Tupfer* 
fiid) in punftirter Spanier nadj Sifc^bein; ©Ott« 
ferjid: nact; bemfelben vor bem 67. 35b. b. SR. S3i* 
btiot^. b, fc^on. S35 iffenfet;. (1803). 8?au$fe 
nacr) bemfelben ($u ben im SSerlage ber ©ebrüber 
©erjumann ju itoitfau erfdjienenen S5ilbni|fen ber fce* 
rüljmtejren ^Serfonen aller fetten ge^orenb). S3of)me 
ebenfalls nacr; Sitzbein, in ber 3eit. f. b. eleg- 



223 

SBelt (1805. 9?r. 25). 2Bejtermat)r/ gtei<$fau"3 
nad^ Stfdjbetn, »er bem SSeimarif djen ®c* 
fangbuetyc (SBetmar 1806). ©tetnla nad) ei- 
nem ©emalbe »on griebr. 3?ef)berg; £D?üller 
in SBcimar, nad) 35urt)'§ Ikidjnung. tfudj wt 
gülleborn'ö Sftufeum beutfd). ©ele^rtcn 
ti. ÄünfHer (SSre&au 1S00) ftef)t ein SSUbntp <oon 
$erber'n; ein anbereS sor b. g. ©tftä beö 4. SSanbe« 
t>on Sofflcr'3 Sttagajtn f. 9)rebiger nad) SS ur ^, 
»on 2ip§. (Sin SSübnifj ^erbet'ö oon 2Cnton ©raff/ 
1785/ beftnbet ftdj in ©ietm'S befannten greunbfc^oftS* 
tempel *;♦ 2Cudj ber neuen 2Cu'ogabe oon £erber'6 
SJott'Sliebevn, eingeleiteten Sodann e$ $alt (2et> 
&tg 1825)/ i{t ein Portrait be§ £)id)ter$ betgefugt 
worben. Sie SSilbntffe oon £erber'n in etn*m tfugS* 
burgtfc§en Wmanadj/ unb in ber «Schrift: £erberi* 
ana (Hamburg 1811)/ serbfenen faum erwähnt gu 
werben. — SSon tfbramfotynS Senfmünje ftnbet 
man eine 5lad;rtc^t in ber öligem. Zit. $tit &, 
3. 1804. 9?o\jember. 

Berber war gtudlid) organiftrt/ Bon fraftigem/ 
musfuiofen Körperbau, breiter fyofyer §3ruft/ aber ei; 
nem garten, Ijocfyjt reizbaren SKeröenfyftem. ©eine ©e-- 
ficfytsfarbe war blaf = bräunlidj/ bed) ntd)t tiän!elnb. 
herzensgute/ £teb' unb gro^finn/ mit einem letzten 



") ©• öefien £ebe» tton SB. $örte. £al5wuflöt iSir. ®. 453. 



224: 

tfnftug von <S<$wetmut$ , lag in feinem geift « unb 
feefensolten tfuge, in bem fcdj (ein ganjet (5l)atafter 
abfpiegelte. 

SEKdfngfeit im ßffen unb Stinfen, wie überhaupt 
in allen ftnnltd&en ©enufien, war ifjm im ^ofjen ©rabe 
eigen, ©ein lebenbiger (Seift bcburfte ber aufreihen* 
ben Stttttel nitijt , unb erffc in ben legten Sauren fei* 
nel ßebenS pflegte er, außer bet SEifdfoett, wenn iE>n 
eine ©eiffc anftrengenbe Arbeit befcfydftigte, SBormit* 
tagg/ feiten tfbenbs, ein ©laö Sßetn fcu gemefen. 

9>rac^t unb Jfufwanb liebte et nic^t. Sföan Sonnte 
woljl fagen, baf it eigentlich !eine 2iebi)aberei obet 
ein fogenannteS (Stecfenpferb gehabt l;abe. ©elbft feine 
S5üd}ctfammtung butfte ntd,t ba()tn ju rennen fepn, 
ta et Hz meijlen altern ©djriften, von benen et Diele 
notl;wenbig brauchte, in 2Cu!ttonen erfianb, bie neuetn 
Sßet'fe aber großenteils ungebunden ju lefen unb in 
tu SBud^anblung wieber ^urücf ju fdn'cfen pflegte. 
2Cupet ber ©rof^erjogl. SS i b li o tljef gu äßet* 
mat, ftanb iljm übrigens bk ©ottyaifdje/ unb 
bur<$ ^e^ne'S *8ereitwtlligfeit auc$ W ©bttingi* 
fc$e offen. 

SÖie wenig et auf äufere 2£u§jei$nung einen 
Sßert^ legte / gefyt beutltc^ aus einem Sriefe f)ert>or/ 
ben et, als ilm bet Äurfurjt von SBaiern im 
3afcre 1801 in ben 2Cbeljtanb erhoben fyattt , unterm 
10. Suli an £erm üon 3?e|er in Sien fcljrieb. 



225 

«WM meiner ©S$ne wegen," §etft es bartn / «muf 
tc§ aus väterlicher ^fltrfjt midj um ben 2l"bel bewers 
Ben. £>ie SScrfaffung ber meinen Cdnber ©eutfdjlanfcs 
im gort!ommen , im tfnfauf beS £>efonomen u. f. w. 
jnringt mirf) baju. — gür mi<$ biefc Auszeichnung 
$u fudjen, wäre mir, Seim £immet! nie in ben (ginn 
gekommen, ba tdj bergleicljen Auszeichnungen über* 
tyaupt eben fo Hein, als läc^erlicfy ftnbe, fte mir auefj 
in meinem SDSirfungöfreife fer)r entbehrlich ftnb. — 
£>b ify als ©c^riftjteller einer Auszeichnung biefer 
2Ct*t trertr) fev>, barüber ljutt' trf) micr; auf's SSefdjct* 
benfte in ben bicfjten SOJantet ber Unwiffenljett,* benn 
Wtylid) ju einem foldjen gweef $a&' icr; leine <2r;lbe 
ÖCfcr}rieben. >> — 

SBenn Berber trgenb eine literarifcfye Arbeit un« 
ternafjm, pflegte er ben $>lan gewölmlicf) auf einem 
einfamen Spaziergange *) zu uberbenfen, unb man 
fonnte es wob;!/ wann er jurficBfam/ an einer getrtf* 
fen füllen £eiterfeit merfen, bafj er tamit im deinen 
war. 3um Entwurf unb fcur Ausarbeitung pflegte 
er gewo^nltdfo \)it Sttorgenjtunben ju wählen **); fcedr) 



*) £erbet'3 SiebUnglplafc auf Dem €tte Hberge tfl in einet 
£etd)nung üon Sloup/ mit einigen ©trop'en üon 2SiI: 
tje Im i begleitet/ ju Nürnberg 1S16 in gr. Soüo erfefotener, 

>•) SBäbrenö feines QInfentljaltS in SÖöcfeburg franD er öftere 
fd}on um 4 ofcer s UDc auf; in fpatetn Saferen litt e$ £er 
Süfhitiö feine« ©efuufcbett nidjt. 

15 



226 

bauette feine S^attgfett oft awfy 9?a$miftag$, ja bt§ 
fpdt in bte Sftadjt fort/ wenn t^n eine begeifiernbe 
Arbeit feffeltc. <%>attt er fte oollenbet, fo feilte er 
fte wol)l irgenb einem vertrauten greunbe mit, unb 
fragte if)n um fein Urteil. 

3n (Stunben ber Sttuße unb (Srljolung liebte et 
einen «Kreis geijtreic$er unb gutgefinnter SOcenfc^cn. 
@o pflegte ftd) unter anbern regelmäßig (Sonntags 
eine ©efellf^aft jum £l)ee Ui ifym gu serfammeln/ 
an ber ^vofeffoc £. 30? e per, SB ottig er, §fr. £Ra* 
jer, guweilen auefy SBielanb, feltner Sean §)aul 
Sljeil nahmen/ weil ber ledere ^erber'n lieber allein 
im Greife ber ©einigen far>. Scan ^)aul Ijatte 
#erber'n gum erften SOZale ju (gnbe ber neunziger Sa|)re 
befugt. £te Uebereinfrimmung tljrer ©runbfafce unb 
(Smpftnbungen im allgemeinen bitbete balb gwifd&en 
beiben ein inniges gteunbfdjaftSücvbdltniß, baS SSer« 
fcfyiebenfyett ber 2Cnfid)ten im einzelnen nie auflofen 
lonnte. a SD?it SKic^ter, f^reibt Berber b. 10. £e* 
cember 1798 an g* £. Safobi *) «bat mir ber 
Fimmel einen &§a§ gefcfjenft, ben i§ weber oer* 
btent, nod) fel6|t erwartet fyabe. SebeS neue 3ufam» 
menfet)n mit i§m eröffnet mir eine neue größere Äijre, 
ooll oon alle bem , was V\t £eü, brei Könige bratf}* 



*) 0. beffea au-Sjtlefeneri SSmfwec&f«!. Sen>it^ 1845. 55&. 



227 

rem Sn tym wohnen fte alle bret/ unb ber ©tern 
gefyt immer über feinem #aupti Sfyr müflt unb wer» 
bet einanber feiert/ aber ntc^t unter bem @<$roan$ beg 
fteinen JBar'S, fonbern in &eutf$lanV/ wol)in £u ge* 
$6rft/ lieber Safobi. SSer wirb ben 2Cnbern in fein 
(Milium einlaben? 3$ !ann von 'tym nichts fagen, 
al$: er ifi gan§ ^)erj unb ©eifi; (in fein flingenber 
Son auf ber großen ©olbljatfe ber Sflenfrfifjeit, auf 
ber es fo ütet gerfprungene ©atten unb serjrimmte Sone 
o>ibt/ wie — iä) %. S3. 2Cfcer, fagt ber tfpojrel $au* 
UtS, mir ijl SSarmljerjigfeit wiberfaijren. 2ln SDtc 
l)ängt SHicfyter mit ber inmgften Zkbz *). M 

^erber'S mannigfache ^enniniffc, fein rreffenbes 
Urteil/ fein partes unb unbefangene^ von jeber @itel* 



*) 3» einem ftu&erti Sönefe J^ctDev'S ab ©leim fcom 7. Slptül 
1796 beißt es: Stiel) t et/ Den Die ©döroeftec (SJecm'3 mit 
SRccIjt einen Defpeviiten *8?enfdj« nennt, &at3 meinet gcau 
n n e t f) a n ( um» mug öaS S3ott nte&erfäeljfifc& ausTpi-ec&en) 
unö eo fcheint, Sutem SZviiU aud) siemlid). @efieM ift mit 
im (Cluintnl) gij;Iein Die üftflgte Der fpöantafte 'oorgetta« 
gen »ovöen* »0 Denn einige Siecepte Des" 2lnetl)nnS merfi 
bar fi"D. ©onft Eenn' td) il)n nocl) n>«tg/ weit mit Die 
3eit fcl)!t/ mjcf) in Dielen fug« 21bi}ruuD 511 werfen. ('@. 
gtterav. Son-oevfatioivSblatt/ SJMt) 1825. 9?r. 121- @. 482.) — 
öturj, aber »ielfrgenö fi'nD JperDet's' SBorte über 3 e a n (Ö-aul 
otä v£-d>riftfMec m Der SJDrafrea. '3t. 9- ©. 46; in D. 
SBetren j. fdjött. Ott. u. Snfift 95&. 11. ©.204). Qluäfübv- 
Itcöev ifr Die cjeiftreicfie ©cbilfcetHng, Die Der leitete v>oit 
J^ei-'oecn giebt (in f. SSorfdjule öer 2IeftO«tiE. Hamburg 1S04. 
SibtÖ- 3. ©• 7:5 — 25. @. 743 — 53. 

15 * 



228 

fett entferntes SSene^men motten feinen Unigong uns 
tertyaltenb unb inftrulttü jua,let<§. — SKufif *) unb 
spoefte geborten auferbem &u feinen ßieblingSbefcfyäfs 
ttgungen. Sie (entere würbe t&m Stimme ber ©Ott* 
$tit an'S £er&, unb eine Srojterin in ben Stößen beS 
SebenS **). 

* ©o empfänglich Berber für gefeitigen Umgang 
unb freunbjc^aftltcfye SDtftt&eitung war , fo lonnte t§n 
ein unvermuteter frember SSefucfc, ja ber eines greun* 
te§/ augenblicflicty in eine gewijfe Unbe$aglicf)f"ett ver* 
fefcen. GS watb tf)tn fcfywer, ftet) fct)nell unb Uifyt 
in baS fcu finben, was i&m fo »lo|lic§ unb unerwartet 
von außen entgegentrat. 

Ueber feine $arte Styeilnaljme an jebem Unglücf* 
ticken unb Seibenben, feine ^Bereitwilligkeit, iljn felbffc 
ttjdtig ju unterftü|en, ober ftd& bur$ gürfprad&e bn 
2Cnbern für iljn gu verwenben,. gab c§ nur (Sine 
©timme, unb wir wollen fjier um fo weniger einzelne 
SSeifpiele anführen, ia #erber's gartgefü^l nichts 



*) J£>eri>et foielte felBft eiatuet , öodj fehlte e$ tbnt/ au$ 2J?»m: 
gel an ^inteteßenoem ilutemcfjt tu feinet 3ii.qenD/ an eigent« 
lieber Sertigfett , was et oft beDauette. $ ä In f. e l / © l u cF 
unö Sftojatt waten feine Ste&ltnge* See Äitcfjenmuüf 
iiv.t er \?eijäglid) jugetban: t>oc& pflegte er aud) Die SIufTiiQ: 
tung einet frönen Doet feiten »u oerfa unten. 

'") §Ra» vergl. feie SBocteDe ju feinen ©efic&ten. 2b« *• o&<« 
Den XV, *5N B. SB» ». fcpn« £ir. u. itunfr. 



229 

metyr wünf<$te, aU bap biefe S&otytyattn verborgen 
bleiben mochten. 

Ueber fein |>du§lic§e§ Seben, über bk Snnigfeif, 
mit ber et: an feiner (Gattin unb feinen Wintern 
Ijing, unb fein Opfer freute, ba$ er ibrer S^u^e unb 
|5ufrieben§eit barbringen konnte, Ijaben wir bereits in 
feinen SSriefen aus Stalien einige äßinfe gegeben. 
£n £crber'$ «Seele r worin fi$ Ziehe, Religion unb 
-. greunbfdjaft paarten, mujjte notljwenbig auefy tu jar* 
tefre (gmpfanglidjfeit für et)eticc)e SSerbdltniffe ftatt 
ftnben, unb man fonnte wol)l fagen, baß fein @emüt|) 
ft<$ £ier am fünften entfaltete. 

2)a l;ter einmal »on #erber'S f)du§ti$em Ceben 
bte S^ebe ijt, fo möge folgenbe tfnefbote eine ©teile 
finben, beren (5l)ara£ter obenbrein poetifd^ ijt*). 

Berber pflegte fiel) bisweilen mit feiner ©attm 
unb feinem dlteften ©oljne ©ottfrieb §u neefen, 
wobei teuerer/ mit bem S5ater bie $)artljie gegen bit 
SKutter. nabm. (Sinfr fällig Berber Ui £if($e ~t>or, 
jebeö folle einen SSerS madjen, beoor e$ ein ©las SSSein 
befdme, unb fing bemjufolge an: 

«3$ wollt', i% war' ein SÖSalb, 
Sarin ber Sonner Ijalit. 
Sie ©uten wollt' ify beefen, 
Sie S5cfen wollt' ict) färeefen, 



•) 0. 3lö«nDä«it» ©iptemSäv. iS«. SfJr. 213« 



230 

Sdj wollt',, iä) war' ein SOBatb/ 
Sarin ber Bonner fjatlt." 
©eine ©ottin fuljr fort: 

«3$ wollt*/ id; war' ein' %i%? f 

Sie ffdj aen ^immel ridjt't. 

SO^it tummltfrfjen 3 o e e n *) 

Sßctlt' tt$ btc§ bann umwehen; 

3$ wollt' / icfy war' u. f, w. 
Ser no<$ r.tct;t gc^jnja^rige Änaoe f<$lof bie JKeimoer* 
fuc^e mit folgenber ©tropfe: 

«Sdr wollt'/ {$ war' ein ©pa^, 

Utib fafc' auf einem 3C|r **). 

Sem Sater wollt' i$ wag pflucfett/ 

Sie COcutter wollt' t<$ piifen; 

Sfy trollt'/ ict) war' u. f. w* 
Um #erber'ö SSilb $u scHenben, fe^lt/ wie uns bünft, 
no$ ein £aupt§ug feines @f)arafter$/ ber nic&t uoer- 
-gttngen werben barf» 

©ein angefrorenes ©efuljl für alles ©ute, fein 
le&enbiger #ajj jeber Unretfctlidjfetf/ lif jj il;n nie $RM* 
fiepten nel;men/ wo er/ tfe 8ßa§r$ett gerabe tjerauö 
gu fagen, für Spfltd&t/ unb fi<$ bürde) feine amtliche 
Stellung boppelt baju Berechtigt $ieltf ©djmeic&elet 



*) ^»evöer fcTjvieo bamalS fnne 3t>een jut ©efc&icfcte bec 

fj> & i 1 o f o p [) t c t> e r SD? e n fcf> i) e t f. 
•*) <gdbft Oev ajetftojj fleaen Den Steim ift natu utii>'gemiitf)lic&; 



231 

unb £eucr>lei wav, ol)ne tfuSn^me, feinet xnnerffen 
&afur ^uiüfber. <£r glaubte es ftctp fetbft fcgulbig £u 
fftjr»/ aucf in fallen, wo er taum l) offen burfte, mit 
feinet Meinung burdjsubringen, fte bennecf)/ gletdu 
fam jum Beiden unb Ikugntp für bte 3GBat)rt)eit, un-- 
Bert)o$len ^erauS fcu fagen. 

2)a biep/ feiner Snbiuibualitdt gemaf, ntä;r fei- 
ten mit 83itterfett gefdjal), unb feine ©atttn/ obfetjon 
burefy (Seift unb ©emütl) gleict) ausgezeichnet, boct; 
ebenfalls t>on reizbarem Temperament/ meljr oufre* 
genb als befc^roictjtigenb auf ^erber'n eintuxrfte, fo 
xrare woty t)ierin großenteils ber ©runb üon oen 
trüben Erfahrungen unb 3Tcipl)eltig!eiten gu fuäjen, 
bte «lperber'6 Seben in einer faffc 27jat)rtgen ÄmtSfufi? 
tung in SBeimar nid)t feiten »erbitterten* 

SÖir l)aben/ um ben gaben feiner CebenSereigniffe 
nicr)t $u unterbrechen / tiefen ^)un!t frut)err)in geflifc 
fentlict) übergangen. £)od) barf biep l)ier um fo tt>e* 
m'ger gefdie^en, oa berfelbe, in ben Erinnerungen 
aus^erber'S 2 eben »on feiner &attir\ f 
♦renn auefj aus fel)r Derjeitjlictyen ©rünben/ taneStregeS 
unbefangen, unb nietjt ot)ne (Sinfeitigfeit/ bem ^ubli* 
tum öffentlich mitgeteilt tr-orben i% 

$erber'S amtlictje 23ert)alt;üffe $u Sßetmar fielen 
in eine 3nt (1776), wo unter feinen ßeifrixetjen (ücl* 
legen nodj jene befajran!ten 2fnftcr)ten ber Sljeologie 
galten/ bte wiv niä)t beffer, als mit bem tarnen einer 



232 

S3u$ftabenortl)oborte &u bezeichnen wujjten. Sn btc? 
fev ^eriobc Eonnten natürlich ©runbfa£e 7 tt)te er fte 
äußerte, — j, S5* man muffe bte SBtbet, wie jebeg anbere 
menfdjliclje *Bu$ lefen — $prebtgten, wie er f:e ${elt,- 
^omt'lienartige JDtScourfe- über religiofe ©egenftanbe, 
in benen fein beftimmtes ©laubenSfpßem entfdjieben 
tyzvQvtxat , nic^t wol)l aufgenommen werben/ fo wie 
ein gewiffer freier unb ungezwungener Son A eine libe* 
talere 2£nftd;t be& CebenS, bie er aud) auf fein eigenes 
übertrug/ i(jm bei ^erfonen oon leerem Spange um 
"fo meljr fcljaben muffte, ha er in feiner, fid> feibjr \a 
benbig fül)lenben Snbioibuatitat nicfjt einmal ben , 
©djein fyaben wollte, als fe$ e§ ifym barum $u tl;un/ 
bie gute Meinung im ©an&en genommen mit Gtfer p 
fuc§en, 

%{$ tljm ba^er/ gleidj bei feinem Amtsantritte 
Cb. 15. £)ctober 1776) ber ßonftfrorialpraftbent 
t>* Ci)n!er ba§ 9?efcript vorlag/ bemjufolge feine 
SSeidjtEmber freie äöa^t §aben feilten §u beichten, Ui 
wem fte wollten/ wobei freiließ eine im Sßorauö gegen 
4?erber'n eingenommene tyavtfyd fyetmlicfy mitgewirft 
fyatte, proteftirte er bagegen mit einer SßittixMt , bk 
itjn ben bamaltgen ©c§. Siaii) »-. ifrttfd} für immer 
abgeneigt madjte, xvaä audj fydterlu'n ju manchen 
feerbriepltd)!eiten Anlaß gab *)• Aud) bte ungefügige 



*) giec&et: gebSvt auc& folflenöe (Srsä&luna tton «PrtitluS tn 



233 

SDSetfe/ mit ber er ftcr) gegen feen ßonft'froriaiptdftbens 
ten ü. ß ^ nf er unb ben £)berconftftorialratl) ©Ott* 
frfjalf benahm, formte nidjt anberl als naerjt^eftig 
für £erber'n wirren, unb §arte Errungen $ur golge, 
welcrje manches ©ute, ba$ er mit reinem/ eblem ©inne 
wollte, hintertrieben. ©elbjl bau SSerljaltnifj mit 
©ot^en, [einem alten Sugenbfrcunbe, bem er feine 
SSerufung ju serbanfen ^otte/ wufte er nicr;t ju U* 
wahren/ unb auf er anbern ©rünben, tk uns l)ier |U 
weit fuhren würben, unb fiel) auf erbem jur öffentlichen 
£Dcitul;eilung nic^t eignen, mochte eine gewtffe ©tfer* 
fuct)t gegen ben fo fanft gebetteten, unb voofyl nie innig 
geliebten greunb auö ben Sagen »olliger ©leict;f;eit 
fic|) jum S^eil mit etnmifdjen. 

Sn i)m legten Sauren feines CebenS befanb fid) 
Berber in einer l;6djjt ungünfiigen Stellung $u itm 
bamaligen £D?inificr ö. SSoigt, bie wenigftenS gro« 
fentljeilS auf feinem |u t)ocr; gefieigerten (Selbftgefül;* 
unb bem barauS entfpringenben Mangel an ^ac^gie* 
bigfeit beruhte, unb manches Unangenehme, ja ©es 
mütl)igenbe für tyn §ur golge Ijatte, wie unter anberm 
baS «Kicrjtanerfennen feines «Saierifdjen Abels. SBenn 



Den ^etDelberqtc 3abtbiicl)crn ö. gitcrata« 1817. @. 442. 
,,3?on Qtxitt, weitem Det SIctensSlnblicF fo oft Dte efcelfte 
£aune üetDiub, fugte einft ein 3ieifen&et: 3egt leibet fenn' 
id) Das gaaff/ it>o man an L'otbeetbäumeu Die febtodtä« 2B« : 
febe ttoefnet. <£$ ift SeiufcblauD I" — 



234 

man aber üollenbS nad) feinem Sobe, bei bn Sßatyl 
eines neuen ©eneralfuperintenbenten, eine gewiffe gugs 
famfeit entfc^teben berücfficfytigte, woburcr; \>k geifi* 
tid^en Angelegenheiten im Allgemeinen nid)t eben fon* 
feerlict; gefördert werben f onnten / fo wac tief wenig« 
frenS inbirefte £Jacr;Wtr£ung »on ^ecbet'6 Snbiüü 

bitaXität. 

9?ur ungern l;aben wir langer verweilt bei ber 
^Betrachtung einer ©ette in £erber's G^arafter, tie 
wir in Segug auf tyn wofyl eine (Sdjattenfeite nen- 
nen mochten/ la ft'e ben Reitern £ünmel feines £e* 
benS öfters trübe unb üerbunfelte. £)aS Aufjagen 
fleiner ©c^wddjen in bem £eben eines großen/ alloer* 
ehrten SEanneS, an unb für fid; ein peinliches unb 
trofllofes ©efc^dft, bleibt bemungeadjtet unerldjjlti^e 
tyflitijt bes «Biographen. 

SBenben wir uns baljer %u bem, wa§ |>erber in 
feinen AmtSwljdltmffen, ttorjügltd; |ttr 2S erb effe* 
tttng bes ,£irc§en* unb @<$ul wefenS, 3wecf? 
mäßiges geleitet, ober wenigftenS mit eblem ©ifer be* 
abfic^tigt, ba mandjer ^pian auf bem Söege, ben er 
feiner Snbisibualität na<$ einf^lug, f^werlid) gelin- 
gen fonnte, 

©ine Reform beS $o$ft in SSerfall geratenen 
(3c$uIwefenS *) jlanb in ben erfkn Salven feines 



*) JDntj öteß »itflicfc tit Sali »fl*/ «rjjellt ßu$ einem officielien 



235 

Aufenthalts tn £ßeimar lebhaft üot £erber'S (Seele. 
^ein^e, £)irector beS GH)mnafium3 *), ein Sföann 
»on ctaffifd^et; SBtlbung unb trefflichem ßl;arafteiv 
^atte mefcr wirfen fonnen, wenn bte untern ßlaffen 
mit tüchtigeren Servern befe£t gewefen waren. Sflan* - 
ner inbejü, wie 9colbe, ßippolb unb ©c^wabe, 
waren wenigftenS nidjt geeignet, ein Snftitut %u ^tbtxi, 
bem felbji ber £nflreid)e, aber im ßeljrfadje nicfyt eben 
ausgezeichnete Sftufäu ö **), ber als §)rcfeffor £etn* 
ge'n fcur ^ette ftanb / nur fd>wac§ aufhelfen fonnte» 
Unter [o bewanbten Umftänben fyatte Berber im 
2Cugujr 1783 einen spian gur S3erbefferung ber (Schulen 
eingereicht, beffen #aupttenben& war, aus ben untern 
klaffen eine Sftealfcfjule für nü§ti<$e SSürger, aus ben 
obern bagegen ein für l)cl)ere wiffenfdjaftlirfje 2£uSs 
bilbung berechnetes (Stymnaffiim yi bilben. Saran 
fnüpfte jtdj eine (5rl)cl)ung beS CeljrgeljalteS, unb eine 
S3elol)nung an ©elbe für W fleifngjien (Schüler ***% 



*) .^evtet-'» ©enfteöe auf iljn ftebt nutet t>en ©coulreöen, 
in t». SB. j. «Pbilof. u. ©efrfctdite. 23D. XII. ©. 103 u. f. 

*♦) £)ev befannte SJetfaffcr Der pl) n f i og 11 w i f dj e » Dvei* 
f e ti/ 58 l f » m ä f) 1 ci) en u. f. ro. J&eiöef'S Senfe eDe auf 
ifcn befindet fuß a. a. O. ©. 76 u. f.; attcb in 2Rufäu3 
n ac&ge laf feu e n ©Triften. J&etaä^aeg» joon feinem 
Sögltng 21. t>. S § eb u e. Setpjig 179L ©. 25 — 52.) 

•**) SSerinttrelfr öeö SB i I b e l m genfrifcbeu 3 vet'tifcfre 5 f 
eine»; son .£> e s j g 2G i 1 1) e l m g r n ft im 3. 1701 ewicbte« 
ten ioobltD*tigen Stiftung. (Ein fpätcvet <JMan J&esbet'ä 
(179O/ aucb Den 3 e na i f dt> e n § v e 1 1 1 fc& in (gupenDien 



236 

Ueber He Einrichtung ctncS ©c^ulmeijier* 
©emtnartums *), fo wie über Me 23 er b c f fc* 
*ung ber @djulfe|)rerft eilen auf bem ßanbe, 
fcefpra^ er ftc^ öfters- mit Um bamaligen (Sonfijtos 
rialratfy ©untrer/ ber tym S^at^fd^lagc gur 2CuS* 
füljrung biefer Sbee an bte #anb gab. £)te @atf)e 
tarn 1788. burdj bte «Bewilligung eines jal)rltc§en 
SSettragS son ©etten ber 2anbfcf)aft §u ©tanbe, 

Sie Anlegung einer ©c&ulbibliotfjer" 
war ebenfalls ein spian, ber Berbern entfdjieben be* 
fc^dfitgte, £>a bic S5üd)erfammlung beS verdorbenen 
GonrectorS SKolbe ber <Scfyulbibliotl)e! als SScrma^t* 
nifj zugefallen war/ fo gab Berber bem £)trector 33. 
tzn (Satalog, um iU für bie (Schule brauchbaren SSü* 
$er anjuflreidjen **)> b,en er inbefj unter mancherlei 
Sßorwdnben nie wieber erhielt/ woburcfc jener spian 
vereitelt würbe. Berber backte ftetS mit bem tief* 
Iren Unmutft baran. @r ftarb barüber. SSalb nacfy 
feinem Sobje erfd)ien ber Gatalog. £)aS donft'ftorium 
traf eine 2CuSwal)l ber SBücfyer; bte unbrauchbaren 
würben serfauft. Snbejj Jonnte ber s pian/ t>a ^erber 



3U loetioflnöcln/ tuur&e imvcfc Ihv3 JDogeflenfiwmnett einig« 
QH-ofefToten vcveitelt. 
•) ^etöct'^ ecfter <£ttttt)inrf ift üöui 31. Dctofiet 1780 öatitTt; 
E>en i»eiten reichte et i>en 2. Sftcfn 1786 ein. 
■*♦) ©ie ältesti wtö uiibtauc&baren fottten nncT) Jg>ct*r»et"5 <J>latt 
vc«Eauft uiio neue oöev nu'&Uc&ese SSevfe migefc&afft roevöen. 



237 

nichts gdjriftttc&eS barüber fjtntertajfen tyatfe, in fet* 
nem ©inne mrf;t ausgeführt werben *), 

£ie sroecfmdftgere Einrichtung ber mebern ©c§us 
Jen, mit benen er eine Snbultriefäule ju üereinigen 
wünfdjte, fam bei £erber'S Se&sciten, aus Mangel an 
t)inret$enben gcnbs, ntdjt ju ©tanbe; inbeg fährte 
ber (Sonfifiorialratty ©untrer/ mit bem er ft$ öfters 
barüber befprocfyen fyattt, biefe Sbee, ein Satyr na# 
#erber'$ Sobe (1804), feiner 2Cnftctyt gemäß/ au§. 

SDer sptan $u einer neuen ^)rofefforjteUe am ©pms 
nafium, feen Berber im 3. 1797 eingereiht fyatte, 
tarn nifyt gur tfusfütyrung **)♦ iBie wenig aber bur# 
ba$ SDHf fingen einzelner entwürfe, #erber'S (Sifec 
jur SSeforberung b es ©d&ulwefenö***) na$ 



•) 33efremDenD tft, t>a§ in Der 1807 H11 £)tucf etfcljienenen 
53t tte De3 -£>r. 2) tr e ctov Sem f ü r Die 33 ib li o« 
tbef Des 51$ et nta ttf cfcen ©omnnfiumS JpetDev'S 
SSemü'&ungeu gänäücf) mit ©tillfc&rosigen übergangen toerDen, 

'*) %Im\ ttttgl. Die 3Ju>3jü'ge au» jwet Darüber verfaßten ©ut« 
ncl)ten in Den SBerfen juc Religion u. SDeologie. 23D. X; 

©i 2S1— 98. 

*'*) £ietlKr gefrört cmr& folcjcnöe ©teile eine» 33uefe>5 an 
© r i e 3 b a c& ; öora 23. gebniae 1790, bti ©elegen&ett öeti 
Durcl) Äanjler'ä SoD erleDtgten Siectorat» jn QlpolDa. 
//gus -SpocftttHirDen/" fc&reibt .^erDer, ,-,ftnD gefotg Darin mit 
mir eiu5/ Dag 311 ©djulftellen m £anDftaDten nic&t eben jene 
Oalbgeborcnen Sifttttelgefc&öpfe- nöt!)tg unD mißlich finb/ Die 
5tt>ar Durcö einige Kollegien gelaufen fei)n mögen/ aucf> allen: 
iaiii eine fc&lec&te »DreDigt galten fönneu / meifrenS aber 
&.e§u>^sjen Die ©cl>ule roüljleri/ »eil fi'e c s> r r unD l>ter 5 eine: 



238 

bejten Gräften beizutragen, erfaltete, fann man f$on 
aus bem lebhaften Son abnehmen, womit er in fei; 
nen ©$u Ire ben *) auf Sttoralftdt ber Sugenb 
bringt. @r freute übrigens feinerfeits feine tfufopfe* 
rung, unb füllte felbffc, um oon mehreren SSeifpielen 
nur ein§ an^ufü^ren, nadj beä SDirectorS £ein§e 
&obe, eine unbefe^te ßel)rjtunbe burdj feinen eignen 
Unterricht aus, 

lieber ben (5 a t e c§ i § m u 3 , ben Berber im 3af;re 
1798 IjerauSgab, ftnbet (ficf) folgenbe tfeuperung in 
einem feiner bamaligen SSriefe, „(Sin achter (äatedgii* 
muS muf, nadj meinem Segriffe, mel, alles aber auf 
bit leidjtejte fajültcijfte Sßeife leiflen» GompenbienweiS» 
%t\t unb ein trccfner (Stammbaum son 2el)ren unb 
g)fttc§ten ift ein tobtes £)ing, fo fürs man auc§ ba- 
mit §tnfommt. (Satedjefe iffc fdt)on bem tarnen nacfc 
lebenbige Hebung, (5S mufj baljer geben unb 
^Bewegung in t£m fei)n, ba$ ber M;rer fclbft barauS 
catecfjifiren lerne, unb ber ©c^üler il;n jufammenljdns 
genb in grag' unb Antwort als ein lebenbiges SSerf 
mit Siebe treibe **)..» 



d)enc SSpfe bleiben; fonöevn iwtg junge Stöcimtev Daju ge^ös 
ren, Die it>of)la,eartet unt> reMief, Den (gcbulunteteicfjt jutu 
ernfren 3tf>ecf ifyreS OebenS mad>en / .qefefet, Dag fte aucf> 
nic&t Die gabinFett befugen/ auf Sanöfcfiulen btefev 91 et alle-l 
©piegeläefedjt acaöemsfc&er ©ötiwafitti su treiben. " — 
•) 3» •£>etf$et'$ SBevfeo j. ^Fjilof. u. @efc&i<r}re. *5>. XII. 
**) vDJati uefvil Damit Die (m ^>er&er'6 (ammrltd)cä Sßea:?<!!T 



239 

(Stn/ in ben etilen Sauren feiner' 2Cmtefu()rung 
in SÖeimar entworfener sptan gur Verausgabe eines 
neuen ©efangbucfyeS, in baZ er einen £i)eil feineu 
($riftttcljen ^)V)mnen unb ßteber *) aufnehmen 
wollte, lom erft im 3. 1795 ju ©tanbe **>. 

SBenn ba$ neue ©efangbud) aud? felbft mäßigen 
3i"nforberungen ntdjt er.tfpradi) , fo lag tief? groften* 
tfjeilS baran, bap 4?erber, wiber SSStllen genötigt/ 
fxd^ gewijfen SRüccTtdjfen $u bequemen / ocn feiner eig* 
ncn Sbee Ijatfe abgeben muffen. 3n Söeimar würbe 
glei<|wof)l bat neue ©efangbucfc con &tabt* unb Sanb« 
gemeinen ol)ne ©ctjwierigfeit angenommen ; nfdjt fo in 
ber Senaifdfjen Stocefe, wo es erjt nadj be§ 
bamaligen ©upeiintenbenten Semler'S Sobe (1803} 
eingeführt warb, mil biefer einen folgen ©djritt mit 
feinen flreng ortljoboren ©runbfa^en nicr;t vereinigen 
ju Tonnen glaubte. 

©ine SieblingSibee, mit ber ftcr) Berber lange 



nicfct abgeDmcFte) 33oteeDe ju feinem Cntec&iSnmS/ roie 
au<$ Den 21 n bang ju £erDet 5 5 (£0)U !t eDen (m D. 2B. 
ä. Bbilof. u. ©efc&ic&te S5D. XII) 

*) 3m 2. 2l)etl Der ©eDicfcte (SBetfe j. f$ön» Sit. u. Äunfr. 
«ÖD. XVI.) 

'*) £>ie 33 oc «eDen su Den 6eiDen altetn ©efangbü« 
$em finD oon Jg>evDev'n unD in Die SBetfe j- Dteligion tu 
2fre«jlogie ('SD. IV. <2S 305 — 25.) aufgenommen loorDen. 
23a§ &ie früher erwähnten § i) m n c n unD £ i e D e t betrifft, 
fr 6efuiDen jte ftci; in Dem ©eMnsbucfce 0. 3. 1795 nidjt. 



240 

herumtrug, wat hh @rri($fung eines @anbt baten* 
ober 3)rebiger * (SeminariumS. 3n £erber'S 
©eift, unb unter feiner Leitung ausgeführt, ^dftc ein 
fotd&eS Snftitut tnetleic^t ein Sföufter in feiner 2Crt 
werben tonnen; allein Gonget an ©e^ulfen unb cm 
ben erforberticfyen ©elb6eitragen ftanb ber Ausführung 
entgegen. 

«@ö ift not^wenbtg,» äußert ftd^ Berber in et* 
nem barüber abgefaßten ©utacfjten, K ba$ bte 2^eo* 
logen / wenn fte bte tfcabemte üerlaflfen l)aben, ni$t 
blo§ unter Auffielt bleiben/ fonbern in Uebung gefegt 
werben, unb alfo ein 9)rebiger*@eminarium ju 
©tanbe fomme. — 3$ bin t)ier in ber Sftettywen* 
bigfett, bte £dnbe fo bieten Unreifen aufzulegen, 
unb muß micfy aller ber ©unben tljeitljaftig machen, 
bte burtf) fte im Saufe tt)re§ 2(mte§ serübet werben. 
Surüdwetfungen , fc^arfe Grramina Reifen nichts ; benn 
wo follen fte etvoaö SSeffereö lernen ? unb guleßt muß 
man boc$ nehmen, wjß ba ift. — Wo ein $3re* 
btger*<5eminartum, \>a$ wäre mein fel)nltc§et 
Sßunfcr), unb ein untferblic$e$ SSerbienft be§ Surften, 
ber iljm bte Sßirfttcpeit erteilte. " — 

2(uc& la$ SSeburfnif einer SSeränberungbeS 
äußern <3o tteSbienfteö war #erber'n langftfu^l- 
bar geworben. (St fal) inbeß ein, ba$ einem folgen 
nidjt bloß bttrc§ teere £>eclamation, fonbern trielmeljr 
üon innen IjerauS, burd; SBicbererwecfung unb SSete* 



241 

bung te§ a<$t-- $rijlfi<$en ©eifte§ abgeholfen werben 
fonnte, unb feine/ 23erftanb unb ©emüt§ gleicfy mädj- 
^tg ergreifenben sprebigten*) follten gu biefem 3roecfe 
mitliefen. #ber £etber fa$ fi$/ bei (Srroagung be$ 
fntf)erl)in berührten üerbetblicfjen @infXuffed /■ welchen 
bte 3enaifc& -£anttf($e $p$t tofepfyie ju 2Cn» 
fange ber neunziger Safyxe auf Religion unb Äircfye 
äußerte, genötigt, mel;r a|S je an ber alten gorm 
feilhalten, unb nur im (Stillen ten ©etjl djrifrlidjer 
grömmigfeit, wie er in früheren Seiten gefjerrfd&t, 
%u wriüngen unb ju beleben. 

#iemit $tng fein SSorf^lag gur ©tnfu^rung »o» 
§3reb igt -Sexten, in SSerbinbung mit ben gercö^n- 
iidjen «Sonntags * (Söangelien (oom 3. 1800)/ 
Sufammen. (Sin fole|er, mit ben (Soangelien \jevbun- 
benet Seyt fotlte, feiner Meinung natfj, t^eits hie 
tetyte tfnft d&t be§ (SoangeliumS getgen / t^ettd biefefbe 
jum yvattifäen ©ebraucfye nmittxn* 3n feinem an 



•) ^>iev ber&tent Dasjenige nacljgetefett ju werDett/ tort* in #v s t* 
Der'S göaraFteviftiE von Sans unb @vu6er (SetDjtg 1305. 
©• 79—81.) in einer 9?ote gefagt »tttC (£3 lä'jt ficö übvU 
gen>3 iud)t leugnen/ Daß Da* eigentümliche SHeij/ Den Jg>er- 
Da- Dui-d) Den lebhaften/ fctnieißenDen 58o«rag feinen <Dre = 
Digren ju geben ttsußre / beim Sefen Detfelben großenteils 
verloren ge&t. — Äo&ebue in SBeimat (Det (BtuDet 
Des Dicf)terä ) bat einen SScrfucfr oentacfjt, JäerDet^ 'IkeD.igs 
ten nac&jufdjveiben - iex fveilid>, ö>en« man Die ©c&wtei'ig« 
featen beöenfc, Die fic& ilj.n entgegenliefe«/ nu&t ttSttig ge* 
lingen »omite, 

16 ' 



242 

ben «^etjög gericgtetat ©^reiben (vom 4. €0?at 
1798 ) l)atU Berber einen (Entwurf ber ^u ben (gvan* 
gelien paffenben £erte für ba§ Saljr 1799 beigeftfjtofs 
[en, ttnb einige SDZonate fpdter (ben 7* 2Cuguft 1798) 
%\x bemfelben SSe^ufc ein, im tarnen beS £)ber*@on* 
ftftoriums / an bfe ©etjrtt<$feit gerichtetes (Schreiben 
abgefaft. 

(gdjon in frühem Sauren war von 4?erber*n auf 
fveciellen .§3efe$t be$ ^erjogs fcer yian gu einer ver* 
fcefferten Siturgte eingereicht/ ber aber/ bis 
aufbie verbefferten ©ebete an ©onn* unb geft* 
tagen/ mc$t ju ©tanbe lam* Sic jefct noä) fort* 
bauernbe ©ütC/ ben jdfjrJictjen 2 *Bu£tag§ * tfusfegrei* 
ben mit (Sin lettun gen gu ben gewagten SSujj* 
texten ju verfemen , tag au$ ^erber'n eb. SSBir 
wollen von ben 53/ tie Berber gefegrieben/ f)ier einen 
abbrühen laffen. 

Um Sßuf tag vor Öfter n. 
2). 10. Sttdrj 1780. 

a £)er 3wed, ben uns bte Offenbarung vorhält/ 
warum wir $ier auf (Srben ftnb/ unb waä wir fuc^en 
foUen/ wenn wir bort unfer Seben $u geniefeit wun* 
frfjen / ijr fo grofj, wa^r unb ebel / gugletct? aber aucr) 
fo befegdmenb für unö/ wenn wir t^n mit unfern ge* 
wo^nlicgen (Snbjwecfen ber (Srbe vergleichen, taf je? 
bei 2Cnben!en hieran bem SDlenfcJen ein täglicher £ag 



243 

ter SSufe unb ij&mft \% i &m$ fjtyn muff«. 9lur gremb* 
ling e, Pilger auf ber erbe ftnb wir/ unb fu? 
<$en unfer S3atertanb, unfere ewige ©täfte. 
Unfer unfterblid;er CS5eift famtton©ott, unb feil 
tn allen feinen Sßünfdjen, Segierben, SSejtrebungen, 
wieber ju ifym eilen, ©otteS 33ilb feilen wit 
^tenieben werben in 3Baf)rt;eit, SSec^tfrfjaffenbett, ©üte 
unb Siebe ^ bamtt wir bort/ ber Quelle alles ©uten 
uä^er, i&n inniger gentefen , (Strome beS SicfjtS unb 
be§ ßebenS au§ feinem 2Cnf<$aun trinfen, unb ba§ be* 
fi$en tonnen, nafy bcffen ©enufj uns in tiefen ©egen* 
ben ber Hoffnung unb SOSatlfa^rt mit meiftenS uner* 
teilten SSünf^en ba$ £er§ fdjmadjtet.» 

«(Selig finb/ t> C e reines £er$en6 ftnb; 
fie werben ©ott flauen. . (Sr ift unö sorge* 
gangen, unfer $aupt unb $ol)erprie fter, imi 
eine (Statte ju bereiten burrf) fein SSlut. <Sr will 
fommen, unb uns ju ficrj nehmen, bie fein ftnb» ttnb 
wer foldje Hoffnung ju ifym Ijat, l) eilige fic&, wie 
au^i (5r fi<# für un§ ^eitigt. (Sr fa« f>ier/ 
bamit er bort ernte*)." — 

(SS würbe uns l;ier $u mit führen, wenn wir 
4?erber'S tfnfic&ten über tk ^ircfjenju^t im 2Ctt* 
gemeinen, unb über tu ron hm SberconfiftoriunV 
in 23orfdjlag gebraute tfbfdjaffung ber tftrd&en* 



* ) ©es Zwt bei; $t:eöigt wnc €&väe* 13- S. 12 — 14.» 

16 * 



244 

cenfur umfianbtt<$ barlegen wollten* S« einem, 
frfjon in ben erjten Sauren feines Aufenthalts gu 
SB ei mar abgefaßten SS o tum brucft er ftcfc an me^ 
rem ©teilen/ feinem tief eingepflanzten ©eful)l für 
@ittU$t?it, unb feinem gtuljenben 4? Q P gegen jebe 
mit ber Sföoral in Sßibetfprud) fte^enbe £anblung ge* 
map, jiemlic^ ftarf aus. 

c< 3BaS Ijaben wir/ Jagt er unter anbenv«je|t 
für ©runb, hk Äircfyencenfur ab gufc^ äffen, ben 
unfre SSdter nidt)t gehabt? ©inb je|t weniger £ — n 
unb *£> — r, Aergerer unb Siebe? £)ber ftnb tfjre 
ßafier je£t weniger Cajler ? $dtte ft'cfy tfc Statur beS 
ßaflerS im SSarometer ber Reiten gednbert? Ober gab' 
es leine (Sljriftengemeine me&r, an ber man ftc§ mit 
fo etwas üerfünbigen fönnte? £)a$ ßefcte wäre freiließ 
fdjltmm; no^j fdjtimmer aber/ wenn man, ba fjunbert 
anbere SSanbe gefd&wdd&t ftnb / tu ben ©Ratten einer 
ßljrifJengemeine etnfr nocfy mit @l)rfurdjt umgaben/ 
bte legten gafern folcfyer SSanbe, an benen ttwa ein 
9?eft ber Sauctitatis Clmstiauae l)inge/ burc§ unfer 
IjeUeS ä$ernunftlt<$t weggerdudfcert würben, gür tm 
großen Raufen wäre baS fo .gut, als eine Acte ber 
Smpunitdt, unb ha fein SEenfrfj eS je aufbringen 
wirb, wenn eS einmal weg ift, ein (Saame $u Aerger* 
m'ffen in bie 3u!unft hinaus, woran iti) feinen 2fn* 
ti)iil Ijaben will.» (sftattl;. 18. SS.- 6.7.) — 

83et einem SSlicf auf $erber'S urielfeitt'ge unb 



245 

roeitumfaffenbe S£$attgfeit/ in feine« amtlichen 23ev- 
|)dUntffen/ wie im ©ebiete ter gefammten Siferatur, 
Ijatte es faum eines anbern ^enfma^lg, als baäjenige 
tft, welkes er ftc^ felbft in feinen ©d&riften gefegt 
§at/ beburft, um feinen tarnen t>or bem CcfytcBfat 
berer su fiebern, feie, naefy ber fdjonen SDtyt^e ttriofi'S, 
ber vaftlo§ gefcfyafttge ©reis, bie steif) in ben ©trom 
ber SSergeffentyett tragt *)* 

SSenn inbep greunbfc|aft unb Neigung i$n au$ 
bur$ ein äujsereS GrtnnerungS&etd&en $u ^ re « tt>ünfc§te, 
fo erwähnen wir bei, »or einigen Safyren, auf £n* 
ber'S ©rabe errichteten ©enfmafjis um fo lieber, alä 
ftc| barin fein ©taube, feine Hoffnung unb Siebe, ja 
ber (St)ara!ter unb 3«ect" feine! SebenS auf bebeutfame 
SBeife fymbolifdj ausfprtdjt **). 

.£>erber'£ SBerfe erfcfyienen in brei üerfc^iebenen 
Abteilungen: jur fronen ßiteratur unb Äunffr, gur 
9)f)Üofopf)ie unb ©efcfjidjte, unb %ut Religion unb 
S^eologie* «Sie Verausgabe feinet fammtli<£en 



*) Ariosto furioso XXXV. II. U. f. (in f* Ue&Mfe&IMfl ttOtt 

@ue>5. £f>. III. 0. 411 u. f.) 
*•) <£3 ift tion fd)tt>arsglänjenbem (£ifen, mit golbenen 23ud)ftas 
ben, unb ftefit eine ©eblang« üor, öie bin ©djnhinj tm 
Sftunbe tat ( b a >5 @t n n & il ö b e r gö»i 3 f c i t). 3mt>etu 
big freien bie Söufhibeu A£H®ott), unb um biefelbeu Die 
53om: £id>t/ Sieb^/ Seben. Jg>anpt unb ©cfj'.uans bev 
(Schlange , 100 fte fitf) berühren , fja&eo «ine ©IcJie am fiel) 
( Ol u fang unb <2 11 b e von @ 1 1 ). 



. 246 

8Ber!e*)/ but$ ©ubfcttption befotbetn &u Reffen, ()ßif£ 
es in einem ©tiefe bet ©atttn ^erber'ö »om 5. Sfödrj 
1805 an ©tatet**), fomme i$ $eute bttfenb fcu 
S(>nen. 2Cud(j (Sie wetben [einen ©eiffc unb feine 
©runbfa|e gern »etbreiten Reifen. — «Suchen (Sie 
ba^er, tautet greunb, in S^ten (Segenben S^eüna^me 
am ©enfma^l unb Uv ©ubfcviption ju erwecfen. D 
@ie befotbetn ja ein wa§t§aft ©utes; — wie »tet 
unbekannte, unbenugte <Scfyd£e liegen in feinen 
©Triften [» — 

Unter ben ©eb testen auf ^etbet'g £ob***) 
tterbienen fofgenbe ausgezeichnet ^u werben: ^adjtuf 
an ^etbet o o n SD? a i) Km a n n (in 9JJatt£)iffon'ö 
tyt. tfntijologie, 5E&. XVI f. ©.131). SRacfcruf 
an # et bet, oon ©mitte #Gtm6, geb.». £>ppel, 
unb £etbet'S £ob an d. £♦ (o. Knebel) »on 
©etnin, (im Sfteuen £>eutfd)en SftetEut. Sunt 
1804). 2Cuf ^etber'S (Bvab, »on ©tatet 
(©benb. tfuguft 1804. ©. 241 u» f.; wiebet abge* 



*) Spinaen 1S05 — 20. 45 5ßöe. 8. (eins auf 60 <5&cBen 6e* 
rechnete SofcfjeniiuSqabe fonimt ebeuöaf. feit 1327 berauä. 
©11 9?acE;Dnii£ unter Dem gitei: Jg>etö«"S üetuiifcbte~©c&rifs 
ten/ wat fvfibes 1801 ju 9Btea in 26 Q3Dn. etfefetenen. 
**) <£• Deffen jevftteute Blattei-. Ulm 1822. (gifte gtamäilung. 
e. 298 u. f. 
. *'*) ©ie uocT) bei feinen gleiten ö«^ic&t«t^» ©tanjen an 
•OaSer loon (Eiuilie üod 05 e 1 1 e p fc& im 2?euen 
-freut f c&j nSKevfuj». 3» 1791« gebt» ©♦ "3 — 1 17» ***'■ 
frienen "eTwnoofie Smaljnung. 



247 

btucft tn ©ratete &erfireuten «Blattern. Ulm 1822. 
(Srflc ©amml, @. 287 iu f.) ©ttmme ausSta* 
Hen über £erber'S £ob (@benb* tfuguji 1S04> 
«Blumen auf £ erb er'S (Stabe (@bb. Secbr. 18040 
$erber'$ S obten opfer oon $att (in ber 3ei t. 
f. bie elegante %$tlt 1804. 9?r. 1.) unb o. ,£ne* 
bel'3 (Siegte: #erber'£ Sob,*). golgenbe djaraf* 
tertftifdje ©teile aus ber Xe^tern , bie »oljl $u ben 
fünften Blumen gebort/ »eldje auf ^erbet'ö ©raö 
gejlreut »orten **)/ woge Den 35e[$tufj tiefet; S5io= 
grapste machen. 
K £Bo bttiljt fünft ig ber £atn, ben feine ©dritte U- 
traten/ 
SSo er bie golbene grudjt $inuttttf<$ec SBetl^eit 
uns bra$? 
SBer erforfdjet mit tl;m ber 23af;r§eit e»tge ©puren/ 
Unter ba$ SKenföengefd&ledjt taufenbgejlaltig jer« 
frreut ? 
SBer belebet bie SSIütljen beS ©etfteS? ben £omg 
ber Stufen/ 
SBer fyat tyn reiner gefafjt? »er %at i£)n ebler 
oenranbt ? 



*) SBieDer cb^eötueft in &efien @atffmltt»g El einet ®« s 

Ötcöte. Seipjt.q 1815. ©• 34— 3<>. 
**)//©te g-fegie auf Jg)ecöv'f'» 2oö, " ßetgt e3 unter antttttn in 
einem Söviefe SBielanD' $ viotu 7. Samiat iSö*/ «i[i f$ön, 
&er$ltc& / mtgefunflefi ÄBSg'efptodjeueä ©efü-fol — ^»et&CT'fi 
unb tfne&el'ä wutötd»'' 



248 

SBem erglühte ta§ ^etj fcetm 2CnMi(J fwmben S3er* 
bienftcö, 

Cremtet: Sugenben mef)t*1 Men ein Ce^rer unb 
greunb. 
SBeife lernten toon f$m, unb fel&ffc etuefy bat latlenbe 
ittnb fprtcfyt 
SKur kie Sporte/ bfe et freunbtufy baffel&e gelehrt, 
ßrnjte SSef^etbenfjett, SGBa^eit/ SSernunft unb 
greunbfe^aft unb Sugenb/ 
Äraurcnb u&er ben greunb/ eilen tjevlajfen baoon," 



249 



©ebrdncjte Ue&erftcfyt 



a £)a§ ftfjonfte £5enfmal)l für einen fd&rtftjMeri* 
fc$en Äünjfter — fagt gr. (Spiegel — tj|: baf 
fein eigener äßertty öffentlich anerfannt wirb, ba|j alle 
einer allgemeinen tfuSbilbung gasige immer nnebec 
mit Siebe oon ifym lernen, baf} einige bie eigen* 
tl)umlicc)leit feiner (SetfreSwerfe big auf ^ feinjren 
3üge burcfyforfcfjen unb oerffeljen lernen. * — 

£)a£ festere tyangt freiließ eben fo vooty »on bee 
giftigen Snbtoibualttat beö einzelnen, als oon bet 
Älarl)ett unb Sfnfc^aulicgfeit unfrer SDarfreUung ab. 
SBaS inbefj biefe anlangt, fo wollen wir uns nadfj 
oejten .Kräften bemühen, bem Cefer oon #erber'§ 
(Streben im allgemeinen unb feinen ßeiftungen in eins 
feinen gackern ber Literatur einen beutlic^en lieber« 
blief $u geben» $ola,enfce SSemerfungen mögen als 
Einleitung bienem 



250 

SDfan fann wot)l fagen, bafj £erber jtt ben 
©äjriftftetlem gebort, bte einzig in ifjrer 2Crt ba|re* 
l)en/ unb üielletdjt mit feinem anbem/ fiefftng etwa 
ausgenommen/ oerglicf;en werben fönnen/ wiewohl bte 
gan^e 2Cer)nrict)feit jwifc&en §5eiben im ©runbe wem* 
ger auf t(;ren Anlagen/ als auf il)rer S3ielfeifig!eit 
beruljen würbe. Sie teuere befaß Berber tnbep wot)!" 
in ungleich r)ol)erem ©rabe, unb rerbanb barmt einen 
fo feltenen £/ieidjtl)um beS ©eifteS/ unb eine gülle oon 
jnannidjfadpen itenntniffen, wie man fte nicyt leicht 
in einem Snbioibuum auf fo glücflic^e SSJetfc Bereinigt 
finbet. (5r war Siebter unb Ziftffttifit f ^t)ttofopr) 
unb Ärttifer/ &t)eolog in t^eoretifdjer unb praftifcfjer 
^tnftdjt; in allen tiefen üerfdjiebenarttgen gackern 
felbjtftdnbig, feine eigene SBa&n r-erfotgenb / wobeier/ 
wenn it)n auefy fein lebhafter/ feurige«; ©eijt §te unb 
ba irre leitete/ fein angeborenes richtiges ©efül;l fuc 
baS £3al)re unb ©cfyone it)n 6alb wieber auf ben red;* 
ten spfab güruef wies. 

£>er Eefer erhalt, unferS 33ebün£enS/ ben furjejien 
UeberbiicB oon ^erber'S melfeitiger Sr)dtigleit/ wenn 
wir il)n als £)idjter unb 2t e ftljetifec, als $pi)i* 
tofopljen unb ÄrttiEer im allgemeinen/ unb 
enblid) als Sinologen betrachten/ was freilidj nur * 
in ber/ burdj ben S^aum unb 3wecB biefeS SBer!S unl 
sorgefqrtebenen ©ebrdngtf)ett unb Äürje gefct)et)en Fann. 



251 

gerbet ata &id)Ut imb 2Ceftl) etiler» 

©leicr; anfangs muffen wie einem (Einwurfe be* 
gegnen/ bec uns nicljt of)ne ©runb gemacht werben 
f Stinte. SBir wollen nfctjt in 2Cbrebe fei)n, baf ^>ee^ 
ber'n in anbern g-ddjern , namentlich im ®ebitte bee 
$pi)ttofopf){e unb ÄeitirV unbeftrttten ein leerer SJang 
gebühre/ wenn tote gleidj feine 23erbienjle att £5icr/ 
tee/ bte tljm mitunter fogae oornetjm obgeforocfien 
worben ff nb / oöllig anerfennen. 25er ©runb, warum 
mz «gerber'n perffc- alö £)icljtec betrachten/ liegt bar* 
in, weil feine Statue, unfeeS SSebünfenS, ton ©runb 
aus poettfd) angelegt ift. 

©ine lebhafte ^Ijantafte, welche hie Ginbrüdfe 
ber SKatur unb SRenfdjenwelt leicht unb fdmelt auf* 
fapt/ oerbunben mit tiefer Snnigfeit beS ©efü^lS, 
ftnb unerlapticlje (grforberniffe beS 25tcr)terö. £>te 
eigentümliche %xt, wie bie (StnbrücEe oon 2Cufen auf 
l|n wirfen, unterfdjetbet tyn oon tsn foltern/ befon- 
nenen SSeeftanbeSmenf^en überhaupt/ ber ha (Srwei* 
ferung feiner Äenntnijfe im 2Cuge fyat , wo eS jenem 
um V\t SSefriebtgung eines unbeftimmten ©efüt)l$ ju 
tfjun tfr. £>tcjj ©efüljl aber erfüllt feine gan^e Seele, 
unb wenn-ftd) nun an hin beftimmten ©egenfronb/ bec 
t|tt fo mächtig ergriffen/ ' eine SHetr)c oon anotogen 
Verkeilungen umoitttuljrlicf) littet, fo txitt ber J3u* 
jtanb bee SSegetjterung etn 7 oon betn hU ©efjnfucfjt 



252 
baö, tta§ tyn fo tief bewegt, ba^ufleUcii ungetttcnn» 
lic§ tffc 

Sßenben wir ba§ ©efagte auf #erber'n an / fo 
laft ficfy aUerbingS nt$t leugnen, baf bie £al)l ber 
^cobuetionen, in benen ftdj eigentliche poetifdje @r* 
ftnbung jetgt, tterljdltmfjmäjh'g gering ift, unb baß 
es ifjm öfters nur um malertfcfje ©arjfcttung unb ©ins 
fleibung gegebener Stoffe/ ober auefy borum gu tfjun 
war/ ben 3?efultaten fetner ^Betrachtungen eine fcpne 
gorm gu geben. 9cur fein benfenber ©eift, ber ftcfy 
immer mit bem 2Cuffa|Jen ber Singe im allgemeinen 
befestigte , lonnte ber eigentlichen poetifcfyen ®fyh* 
pfungsfraft l;tnberli$ fegn; benn oon Statur mit res 
ger ^antajie, mit ber sarteften @mpfängu'($fett be« 
gabt, war er offenbar fo ganj gum Siebter geboren, 
baf? er feinen poetifdjen (Sljarafter felbfr ia nic^t »er* 
leugnen lonnte/ wo er reine sprofa fdjrieb. 

(Seinen Anlagen narf) lonnte Berber nur tyri* 
fc^er Sinter ferjn, rca§ man unter anberm fel)r beut* 
lidj in feinen bramatifcfjen ©tücfen/ 2Cbmetu$ 
4?aui, ber tfriabne - Sibera, bem entfeffel* 
ten $>romet$eu§ *) u. a. fteljt/ benen e§ ntrfjt 
on einzelnen trefflichen ©teilen, rein fyrifeljer 2Crt, 
wofyl aber an einer lebhaft fortfa^reitenben £anblung 
fel)lt. £)a$ ©ubjeetioe war hn £erber'n sor£erfd(;enb; 



") 3«-»>. 253etEe» 3. fe&ön. Sit. «.. Äunft. 58b. VI. ©. 3-145. 



253 

3ttre§ ging bei i(jm toom ©efu&t au§, unb bejog ftcr) 
»ieberum ouf baffelbe. ©a er tte SBürbe unb t;ol)ere 
SSeflimmung beö Sföenfccjen jfttS oor tfugen ^jatte, fo 
gab biep bem 2CuSbrucfe fetner ©ebanfen einen genufs 
fen feierlichen (Srnft, unb jene moralifc&e SBdrme, 
welche ben grofern Äfjctl feiner ©ebii^te djaraftertftrf«. 
<Sie sefgt ff er) üörgffgttcr) in t>zn in it)rer 2frt unnact)* 
atymlicrjen $>aramr;tt)ien *), wo allgemeine 8el;ren mit 
bem jarteften (Solorit ber 2l"nmutl) in fx;mboltfcr;e unb 
altegorifäe {Dichtungen eingefüllt ftnb. £ier eine ber 
lurjejlen ale §)robe. 

% u r o r a **). 

tfurora beflagte ftcr; unter ben ©ottern, bafj fte, 
hie üon ben SÄcnfc|en fo oiel gelobt/ t)on i^jnen fo 
wenig geliebt unb befucfyt werbe; am wenigfren aber 
con benen, hie fte am meifren befangen unb ^riefen, 
©rdme £)tcr) nidjt über Sein ©cfyicffal, fpraef; bte 
SG3eicr)eit / geht'S mir anberö? Unb bann, fufjr fte 
fort/ ftefye bte an, hie £)ict) oerfdumen, unb mit mU 
c^er Scebenbu&lerin fte £)icr) oertauferjen. SSlicJ' ouf 
fie, wenn £>u oorbei fdljrjt, wie fte in ben tfrmen ber 
©djlaftrunfen^eit liegen, unb mobern an Zeib unb 



•) 3« *>• SBccfen 5. ft&frt. 2it. u. iiunft. 55D. VI. @* 147 6i3 
192, Unter Dem £ttel: Paramythes imitees de Herder, 
etfc&ien eine ftanioftfege 'oeavbettung ju SKaun&eim 1802, 

*•) QU a. O. ©. 162. 



254 

(Seele. — 4?aji' £>« nid&t ^reunbe, rjaft Su mc$i 
anbetet* genug? Sie gan§e (Schöpfung feiert Sir: alle 
SBlumen erwacfjen/ unb {leiben ft'd) mit Seinem tyuv 
purglanj in neue brdutltd;e ©djon^etr. SaS ߣcr 
ber S3ogel bewillt'ommt Stcfj^jebeS finnet auf neue 
SBeifen/ Seine fluchtige ©egenwart $u cergnügem 
S)ev fletptge Canbmann/ ber arbeitfame SBeife serfdu* 
men Stcfj nie: ffe trinfen aus bem Äelcfy/ ben Su 
ifynen- barbeutjt/ ©efunbl)eit unb ©tdrfe , SRul;e unb 
ßeben: bcppclt cergnügt, baf; fte Sicfy ungefiört ge* 
niefen/ ununterbrochen ton jener gefd)wd|igen (£cr;aar 
fcglafenber Sporen. #dltji Su e§ für fein ©lue!/ un* 
entweiht genofjen unb geliebt ju werben! (5$ iffc 
fcaS r;ocrjfte ©lücf ber Siebe bei ©ottern unb 2Fccnfcr)en, 

2Turora errotl;ete über iljre unbebaute .Klage, 
unb iebe (Sdjcne wünferje ficr) i^r@lücf/ bte t^r gleicr) 
tft an S^einigleit unb Unfd&ulb- 

Sie ISen&enj eines großen Steile »on ^erber'S 
©ebicfjten ßtfr fkr) bur<$ feinen eignen Cte&ltngöauS* 
bruef melleicfjt am treffenbften begetc^nen. (5ö war 
S3eforberung ber Humanität*)/ bie er/ wie in 



•) „Humanität," fagt et/ ,/ tft fer G&aroft« unfereS @e« 
fc^Iec&ti. Sffiic 6nngW» ibn ntcftt ferttfl auf öle SEBeltmtt;- 
Auf Dev SBelt aöec folt er Das 3««l unfrei 33cftre&en6/ Die 
©umme unfter Uebunqen ; unfet 2B e ¥ t b fenn. — 2)a§ 
©ßttlic&e in unfetm ©efcfelejöt tft ^tlDung ju« £u* 
motiität. (25h a* ?5ef5rd. &. £uman. i/ 63«) £)?at» 



255 

feinen übrigen ßeifiungen, a\\$ in ber %3oefte be&wetfte. 
SDanut fyangt bic p§üofop$tf$e Senbenj $ufammen, 
fcie in einem Snbiioibuum , wo £>idjtfunft unb Senf* 
ftaft fo innig »ereint war, überall fyeroor tuten mupte, 
Wie benn überhaupt ber £>idji£unjr ber feuern, l)au»t= 
färfjücg burcfy bas (Sinwirfen ber cfyrifrltc^en Religion/ 
ber (§l)ara!ter ber §& flexi on&poejte aufgebrüht ijr. 

©in glücclidjer ©ebanfe £erber'3 war i>k @in* 
füljrung ber djrifili^en Cegenbe. <£§ läpt fidj %\vaz 
m<$t leugnen, bafj er tiefer £>id)tungSart burdj) feine 
^Bearbeitung großenteils jenen SKöfticiSmuS entjog, 
ber gtt iljrer Statur urfprünglid? gebort. SDofur fpre« 
djen aber bie meiften btefer reltgiofen (Sagen, unab* 
gängig »on jebem Ätrdjengtauben, unbefangene @e* 
mütljer bejto lebenbiger unb kräftiger an. asielleic^t 
fceforgte Berber , ba$ bic barin fjerrfdjenbe erhabene 
(Sittlichkeit burd) ben (Soleier beS Aberglaubens ent? 
fteEt ober »erbunt"elt werben motzte, 

«Gin ganj eigenes ©efüljl ifl eg, M fagt er in 
feiner 2lbl;anblung über ik £egenbe *), «biefj fü£e 
©efüp ber 2(nbacf)t. ©6 fjeftet fo unabwenbbar an, 
unb fejfett fo gan$, Xapt fo »ieleS unmerflidj »er« 



fcvßl. Sie fdjone/ bieranf ^SeäUij IjaBenfce ©teile ans Stcfjti 
Webt 5 » 2eotgeDtc&t : JOaS Die cot Der SBetaunft, 
toelcbe J&txtet in D. SB. j, f«&8»- Sit» u. Sanft, SB&. VII. 
©• 34' mifü&tt. 
*) 3n ö. SB. i. fd?ön. Sit, u. Sanft. Söö. in. @. 275, 



256 

fc^tnnben unb ftfjeint uns mit wenigen ©ebanfen fo 
riet, mit einem ©ebanfen 2Ctteg gu geben. — (Spot* 
tet nt^t ber raupen unb befdjwerlicfyen SBege, auf 
benen btc fromme (ginfalt/ bie ftc^ bamalö mit wem* 
gen, übet Carlen ©ebanfen begnügte, in biep Zeitig« 
tljum unjevjtorltdjer ©emüt&öru&e unb ©eelenftarEe 
gelangte, ©enug, fte gelangte baljin, unb wo&t ifl 
tljr. ©uc&e Seber es auf feinem £ßege. Ä ^ 

• a 3Benn ^oefte," fagt er an einem anbern Orte*), 
ß bte SStut^e be§ menfdjlic^en ©etfteg, ber menfdjtid&en 
Sitten, ja, id) mochte fagen, bat Sbeal unfrer 
SSorffetlungSart, bie (Spraye be§ ©efammtwunfe^es 
unb <Se!;nen3 ber 5Ö?enfc^ett ift, fo bunft mic§, ijl 
ber glücEltc^, bem tiefe SSlüt^c com ©ipfel beS <§tam* 
me§ ber aufgeflartejien Nationen ju brechen vergönnt 
ift. 6§ ift mo^l fein geringerer SSorjug unfreS in? 
nern Sebens, auper ben Sttorgenlänber-n unb 2(1- 
ten, mit ben ebelften ©eifiern StatienS, (Spaniens, 
^ranfrei^S fprec^en, unb bei jebem bemerlen ju fön* 
nen, wie er bte SSegriffe unb SBünfd&e feines #erjen§, 
bie t§n am meiften entflammten, auf bie rcürbigfie 
2Crt etnjuftetben, unb fiir -SBelt unb 9?adjrcelt ange* 
netjm, ja Ijinreijjenb vorzutragen fu<$te. M — 

offenbar fc^trebte Berbern biefe 3bee cor, als. 
er in ben Sauren 1778 — 79 bie originell jten unb 



•) 3n D. 25. ä- WM> Sit. u. Äunfr. 5Ö&. VII. 



257 

beliebteren Siebet tterfc&iebener Nationen/ feinet 3n» 
btöibuatttot gemafj, mefjr bem ©etjte als ben Sßotten 
nacr), in unfre ®pracr)e übertrug, Sjjit £f)eilna§me 
laufdjfe er biefen naisen, ungefünjtelten SRaturtonen 
ober (Stimmen ber Solfer, wie fie in ber 2Cuss 
gäbe ber Sßerfe *) übertrieben ft'nb, unb fanb fie 
eines ernten «StubtumS wxfy. Sittit dkfyt fyat fie 
So^. ». SOfuUer 35rudjftüc?e eines fywlifym £)beum§ 
genannt/ worin gute unb eble Sanger/ jeber b<n 
©eift [eines SlolfS auSfpredjen, unb wo aus ben man* 
nigfaltigffc mobulirten SKaturtonen ber ©inflang aller 
©tamme mit gemeinfamer menf$li$er Statur l)er»cs* 
ge^n folüe. 

SBir fxnben in biefer ©ammlung beutföe, fran- 
36fif<$e, englifdje/ fdt)ofttfct}c ßieber unb SSallaben; 
unter ben beiben le£tg?nannten mehrere tjon auSgf* 
jeictmetem 28ert§: lettifdje, gronlanbifdje, ja [ellft 
Siebet* ber SBilben. Sie 2fuSrca§I aus einer über fünf 
tjunbert ©eiten frarfen Sammlung, in ber fid) bcö 
SSrefflic^en fo siel befinbet, wirb uns in ber Zfat 
f^raer; um inbt{3 einen SSegriff üon ber 9?aicitat ju 
geben, bie in meljrern biefer Sieber l;errfc§t, flet)e 
Jjier eins ber fürjejten, aus hm Zifyami&zn be* 
arbeitet *). 



•) 3'« f*8n. Sit. u. Äunfh q3J>. VIII. 
*♦) 3« b* SB. 5. fc55ö. Sit. u. Äüoft. 5B&« VIII. 0. 13:. 

17 



258 
Sie erjte SSefanntf d; a f t. 

STief in 9?ac$t, im Sunfel, 
5£ief im biegen SMbe, 
gerne warmem üe6eg 20?abd;en/ 
Qtty id) ft'e noc§ lannte. 

£)$ne fte ju fennen, 
S^itt tefy ungefähr fun, 
©efcte midj in'n -SQStnfel 
£inter'm toetpen &if<$e, 

<Saf? mit vollem $er$en, 
SKeint' mtcfy ob/ unb fdjTud^sfe; 
©a, ba fa$ baß Hebe 3)jdbc$en 
©etttodrts auf miti) nteber. 

Unb nun fommt ein ©lallen/ 
Slunbum toeifj im «Schaume; 
$ut! ba$ toar für midj ein ßeben! 
SBem fei/S fcugetrunfen? 

3£;r feso'S sugetrunfen! 
Sfjr, bem frifrfjen 3ttdbc$en! 
S3cr — tote weit »oh mir entfernet! 
Se|unb — meine ßtebel 

SSeld;' ein 2Cu3brucg be6 ttefjten ©$merse§; ber 
in klagen über »ertorene Siebe au§brt$t, i)errfd^t ba* 
Segen toteber in bem fc§otfifc§en Zittt mit ber Hebet* 



259 

fcfort'ft: O »e|! &wtfyl £tec nur bte erjie 
©tropfe : 

£) we$! o tt>e$, fyinab tn§ 3^ai, 

Unb wc^/ unb we$ ben SSerg £)inan! 
Unb ttJ t c|> we$ jenem £iigel bort, 

SBo er unb icfy jufammen Janu 
3$ Xe^nt* mi^ an einem (Sidjenffamm , 

Unb glaubt'/ ein treuer SSaum eö fe*) ; 
jDer (Stamm gab nac§, ber 7£% ber bra<$: 

@o mein Sreulieb tjt o$ne Sreu *% 

(Schauerlich unb ©rauen erregenb ftnb bte Suben? 
totster **)/ frei ber Berber fel&ji «ben Sftorb* unb 
9cac|tt~lang beö £)rginai§ a für unüberfefcttcfy erflart, 
unb bte bekannte, äuerjr in ber (Sammlung von Ur* 
ftnu§ (ßBtvlin 1777) abgebrühte SSallabe ©bwarb, 
bie ftdc) mit ben SBorten anfdgnt: 
«Sein (Schwert/ wtc tft'S x>om S3Xut fo rot^ 
u. f. ».*)♦ 



*) Stet; iMeö ( in J&etöet'S SBetfett 3. fc&Sit. Sit. u. J?unft« 
iöö. VIII. ©.284) tft MS Percy's Reliques of Ane. 
Engl. Poetry (III. 125.) etitlefjnt/ tt»o e$ öie Uebesfdjrift 
Jjat: Waly waly, Love bonny, — £)en SJjvWtjd in 
rljnunifc&ec Spinnt wirö Seöa*/ bev ine @cf)töten.q?eiteti: 
folget 9?ad)bill)ttng«n fennt/ bleu um fo leistet beemiffefy 
i>a ©eöaace unö Sattheit D« Smpfinöung md&Udj enVfeöa* 

•*) 21. a. 0. ©. 297. e&eufaUS aus Den eleu nnaefüyrtcu 
Reliques ( 1./ 30)» 

17* 



260 

Um au<$ üon ben beutfdjen SBolfälicbern eine §)robe 
gu geben, möge tyier ba$ ßteb üom eiferfüc^* 
tigen Ana ben eine (Stelle- ftnben* Sreffenb ^at e6 
Berber fclbffc cfyaraCterifirt. 

«Sei: Sn^olt/ 1 * fagt et, K tft ein fleineS tyrifdjes 
(Semälbe, fü&n, fdjrecfltc^ fcrtgeljenbe $anb(itng. Ä 

<Sö fielen brei ©tectP am #immel, 
3)ie geben ber Sieb' iljren ©d&etn. 
©Ott gruji' <&\xä), fdjoneö Sungfrauletn, 
SBo binb' id) mein SKoffeletn ^tn?. 

(c 5Kimm ©u £)ein fKojjlcin am 3ugel, am 3aum, 
SSinb'ö an ben Feigenbaum. 
@e§' btdj eine f (eine SÖette nieber, 
Unb madj' mir eine fleine &ur$weil* Ä 

Sdj fann unb mag nidjt ft|ett, 
Sföag aucy nid&t luftig fegn, 
SS^ein $er$ tfr mir betrübef, 
SeinSlieb, üon wegen Sein. 

SBaS $og er aus ber Saften* 
©in SKefifet:, rcar fdjarf unb fpi|; 
<£r jladj'6 feiner Sieben burc^'ö ^erje, 
£>a$ trotte SSlut gegen i^jn fptt$t. 



31. n» D. ©. 300. auS ö. Reliques 1,1. 47), 



261 

Unb ha ftfig wieber tyerausjojj/. 
Bon 25tut war c§ fo retfy. 
2C$, reifer ©ott im fymmzl,. 
SBie bitter wirb mir ber £ob. 

äßas $og er t(jr ober vom gtnger? 
©in rot^eS ©olbringelein». 
<5r warf'S in ftüfjftg Sßaffer; 
@S gab feinen Haren ©c^eim 

<Scr)wimm t)in; fcfywimm §in , ©olbringefem l 
SSiS an ben tiefen ©eel 
Sttein gfeinSHeb xffc mir gejtorben;, 
Sefct fyaV id) fein geinstieb mefjr- 

«So gefjt's, wenn ein SDlabetjwci Analen ite^Jatj 
3f)ut wunberfetten gut; 
35aS tyaben wir ffieib' erfahren/ 
3Ba« faifd&e Siebe t&ut *> 

©etten gab es einen ©eift, ber M $AtÜf$ ©c&one 
unter allen Nationen ftd&" fo anzueignen unb jebe 
»orsügli^e S3lütf)e auSlanbtfdjer jDid&tfunji auf ^n 
ein^etmifdjen SBeben ju oerpftangen raufte, als e$ 
bei vftecber'n ber galt war. SSon biefer ®titt betracr}* 
tct, lonnte tyn 2 tan %)a\xl raof)l einen reiben. 



*) 3n -&erter'$ SBerftn 2» fc&öti. Sit, u. $unfr. ?ööi viir» 

®? 474.« 



262 

Wumigen 5ftymu§ snnfdjen Sflorgenlanb unb ©rieben* 
lanb nennen *). 3n fetner SSlumenlefe au§ mor« 
genlanbifctjen Sintern **) beftattgt ftd& bas 
eben ©efagte auf eine ausgezeichnete SSeife», Sie bann 
enthaltenen «Blatter ber SSorjett ***), juerjt 
tnJ>er Sammlung ber jeeft reuten SS latter f. 3. 
1787 gebrückt, t)atte ^etber t|)ci(g aus (Sagen, tt)eil§ 
auf ber ©efctjictjte morgenlänbifct)er SSoifer geföopft, 
unb in poetifefce sprofa gefleitet/ mobei i|m, wie un§ 
bunft/ ein fel)r nötiges ©efül)l leitete, ba ein be* 
fltmmter 9?f}i)tmu§ leicht ben ünblic^en, naioen Son 
ber Sage unb i>k biblifdje Einfalt, bte in tiefen ©e* 
mdlben berrfdjt, wrmtftfjt fyatte. 

«3$ bin su Serien gefommen, s fagt Berber, 
(< auf göegen, wo i<$ fo etwas nietjt fudjte, meij!en= 
tt;eilä namlict) im Stubium morgenlanbifctjer Sprachen, 
Sagen unb Kommentare* ^)ier mar mir oft ein SSitb, 
ein ©leidjmf/ eine Sichtung ba$, wa6 jenem müben 
^roptjeten ber SGSact)r)olber&aum in ber SDBüfte mar; 
an fic|) eine arme ©enijle, \)k il)m tnbep Schatten 
gab unb it)n ftarfte. Ober, o^ne SSÜb gu reben, ic& 
traf in ben Sagen bes SSftorgenlanbeS, fo ungereimt 
fte manchmal fdjienen, oft fo bictjterifd&e Sbeen an, Vu 



*) 3« f. 35 o v f er) u t e bet 91 e fr b e t i f. .£>am&ura 1804« 

C3lbtb. 1. S. 51). 
'♦) Sie nimmt ö. 9. «5b. bet 23. 3, fdjott. Sit. u. tfunfr ein. 
r * ) 31. a. £>♦ ©. 1 - 92. 



263 

um eine beffere 20t§btlbung gletc$fam flehen, bap ea 
nur fc^trer warb, fte nicr)t auszeichnen unb nad; 
metner SSeife gu geftalfen *). 5> — 

SBir wählen t)ier eins ber furjern aus, worin 
ntc^t leicht Semanb bte &o$e ©implicitat unb Stonfä? 
lett ber SSibel, üon beren (Srjäljlungen übrigens £cr-- 
ber biefe ©tücfe ftreng gerieben wififen wollte, »er- 
nennen wirb» 

© i e (Sterne **). 

Öflube unb matt war Sankt oon feinen ©eftet)« 
ten ber äufunft, bk tym fo oft feine Äraft genom* 
wen unb ifyn mit ©djauber erfüllt Ratten, als entließ 
Grt'ner aus Um Slafy ber äBadjfer $u tym fpradj : 
«©erje l)tn, Daniel, unb ru|e, bis bog &nbe femme, 
baß bu auffte^eft in beinern £l;eil am ©nbe ber Sage." 

©elaffen $6rte Daniel bas rätselhafte SOBort, 
unb fpradj $um SBann im leinenen bleibe, ber neben 
ü)m ftanb: «Sfteinejt bu, £err, bafi biefe ©ebeine 
.werben wieber grünen? 8 llnb ber fjimmlifdje SBote . 
nafym iim bei ber $anb / unb geigte i'qm ben #immet 
»oll leudjtenber ©lerne. «Siele, 3 * fprad) er, «fo un= 
ter ber (Srbe fdjlafen, werben erwachen; bfe £e§rer 
aber werben leuchten, wiz fceS «§immeis ©lanj, unb 



*) ©. ö. SSevfe s» fdjfou Sit. nuö teft. Q5ö. IX«. (in t«. 

Sßomfce ©.VI IV 
**) 3« ö. S». ». fept?. Sit. o. Äuntf. 55ö. IX. @. 76, 



264 

Me, fo »iel jum ©uten genrirft fyaUn, toit btc untoer* 
gängigen ©rerne. «@r fpracfy'S, unb berührte tf>n 
mit feiner 5Kec$te, unb Daniel cntfd;lief unter bzm 
#nbticü be3 £immel$ unb feiner t;etneu$tenben ewigen 
©terne. 

©ine "Kvt tton ©eitenjtücü ju (Sie im 'S SquVLo.* 
tat mochten wir bie aus bem perftftfjen Sinter <&abi 
entlehnte Sammlung üon ßefyr* unb ©itfcnfpvücfjen, 
Sttarimen unb ©enten^en nennen, ireXc^c Berber un* 
ter bem tarnen beS 3?ofentl;alS erfrfjeinen lief. 
(SS ftnb rt;apfobifd^c ©ebanfen, in benen ftcfy trgeub ein 
©efüfyl mit epigrammatifc^er Äür^e auSfpric|jt. ©o 
3. SB. in bem golgenben. 

Sie ® d& li n g e *). 

©ine ©klinge fenn' tefc: fte fangt ben fdjnetlejlen SSogel; 

(Sine gejfel: fte jwingt aud; ben getr-altigfien Sföann. 

Sieb' tji btefe@cfyltnge; baS4?aarber@eitebten bie gefiel, 

2)ie uns ©ebanfen unb 3Kut&, SGSillen unb Sugenb 

fceftrieft. 

9^od^ fjauftger enthalten biefe (Sprüche eine 2Cuf< 
munterung jur tebtxßtotitytit , wie in ben folgen* 
ben SBetjjen': H 

Sm Ungemach üerjage m'<$t ben Sag gu fefyen, 
2)er freute bir für (Sorgen bringt, unb ßufi für ©ram, 



*) 3n t>em eben angef. 5ÖDc* ©♦ 112. 



265 

Sßie oft begann ein gift'ger 2Binb, unb fdjneXl barauf 

(Srfüllete ber Ueblic^tte @eru$ btc Stift! 

£>ft trotte bir ein ftfjrcarfr ©erootf, unb warb »crwe^t 

u. f. »♦ 
©ei; alfo ftetö, im Unfall au$, ttoll guten 3Rut$$. 
JDte 3ett bringt Sßunber an ben Sag ; unja^lbar finb 
2)ie ©uter, bie bu Raffen lannjl oom grojjen ©oft*). 

gelten aber §at bte Belehrung einen leifen 2Cn* 
ftritfj son ©atgre, wie in bem folgenben: 

2H e eigene Sßeife **). 

Sfßlf^em bunft fein S55f% unb feine SScife bie bejte, 

Sßie fein .eigenes ,ftinb Sebem am fdjenjten gefallt 
Sßare " SSetftanb unb ©etffc von unferer (Stbe wr* 
fc^jwunben/ 
©laubete jeglicfjer bo$: «SKeincn bereit iclj 
jurücf ! * 



icfjen <5&arafter unb gleiche Senbenj fyaUn 
bte ©ebanfen einiger SSramanen ***), unb bie 
x>e rmt festen (StücSe aus morgentänbifclen 
©intern f), bal;er wir \it, um SKaum §u fparen, 
fußlig übergeben lonnetn 



*) 31. fl. D. @j. 141. 
'♦) 31. 0. D. ©. 124. 
"*) 31- O. £>. ©. 167 — 82. 

i) 31. (i, £>. ©. 183 - 207^ 



266 

©efotffevmafen ttetttanbt mit ben eben ema|n? 
fen ©täcfert/ bodj aber son tjerfcfyiebenem @l)arafter, 
ftnb bte moraltfct)en erklungen , welche ben£itel: 
23u<$ ber geregten €0Z £ 1 1 c unb (Srempel bet 
Sage, fuhren. (Sie ftnb nad) bem ©inefifdjen 
Oeavbcttet/ gum Styefl aus Äung £fee ((Sonfu* 
ctuö) geben entlehnt *). 2>fe S3ele§rung fft |)ter gro* 
fenfl&etls in ba§ ©eroanb bc§ 2ßi§e§ gefteibet, mft 
©<$arfftnn gepaart; üorsüglt<$ aber l;at bte SDioral ba§ 
(Sigentbümiidje, bap fte fa-ft ol;ne 2Cu3na$me mit einet 
getr-iffen logifdjen (Strenge bebucirt nnrb* Sttan ftnbet 
tiefe 3uge unter anberm in bem ©tücfe, ba$ bie Heber* 
färift füfjrt: ba€ $>ferb unb ber Äontg**), tr-o 
ber le&tere, Ätn Sfong genannt, über ben, burc| 
bie ©djutb eines ©flauen erfolgten Sob feines Zieht 
lingSpferbeö entruftet, benfelben burdjbo^ren vtifo ft$ 
aber burcfy einen Vermittler, §)an Sfe mit Manien, 
abgalten laßt/ ber ftdt) nun mit folgenber 2)emonjtra* 
tton an ben (Sdjulbtgen roenbet: 

tt Ätnb be§ Unglucfs! ©ie^e, ba$ ftnb beute 2Jer* 
brechen. <$qvz fte forgfam. ^uerft btjr bu <5<$ulb 
am Sobe beS spferbeS, bejfen Verpflegung bir 



*) IDer Xitel be§ SBetfS beißt: le juste milieu ttadj bet fvott* 
jöf. UeberfelpUng/ oöev Medium constanter tenenduiru 
gpempel bev Zage nennen bie ©tnefe» ibre @itaatfc 
unb ^ittenctääßlungem 

*) Sit b. 20. »• fc&öiu Sit, u. Äunft. 25b. IX. £>. 258. 



267 

ber Äonfg aufgetragen fjatfe. Su muft alfo frerben. 
gut'g anbere bijr bu ©djulb, bafj ber .König, mein 
#err/ fic§ f o e n t r ü ffc e t fjat, baf er felbft £anb on 
btc^ legen wollte, @ie§e, ba§ ijr ein neues SSerbre* 
djen, großer als baä vorige. (Snblicfy mufj e§ ba§ 
ßanb mit allen umliegenben ©egenben erfahren, bafj 
ber .König, mein £err/ um eines spferbeS willen/ 
einen Steffen Qtthbtitfyat; baburclj verliert er feinen 
guten tarnen, ©ie^je, bu Unglüc?Sfol)n, baS tffc 
bein größtes SSerbredjem ©o viel anbere SDinge 
gießet es na et; fidc). GJrfenneft bu es? ~~ £5 laß i^jn 
geljen j rief ber .König; um fetnetraiUen will ic§ mei* 
nen guten tarnen nicr)t verlieren. 3f)m fet> ver« 
geben." — 

(Sinen movalifd&en (^arafter Ijaben auer) bte Us 
kannten morgenlanbifd^en GJrjaljlungen , welche Berber 
unter bem tarnen ber $)almblatter Verausgab *)/ 
unb babet »or&ugltcr; tk Sugenb berücf ftcfytigte, in beren 
bergen er ben (Sinn für SB oral anjufrifc^en unb ju 
beleben wunfeljte. (SS tfi nidfot ber ©lang bes SÖunber* 
baren allein/ ber baS ©emutl) in bicfen morgenlanbi* 



») 9?ur öet QfuffaS : Hebet öcn SBertb m o t g e n l a tt$ 
& i f cf> e r (£ i* j ä & l u n g e n gut Q3 i l D u n g öer^ugenö, 
tit tue Sß o r v e t> e »um elften ZI) eil öer <3Ja Im 5 lä ttet 
( @otl)rt 1786) bildet/ ne&fr einem ntovgenlänDtfdjen Sötaör* 
c&en, fcer fl i e a e n D e SB a g e tt betitelt C 28. 5. fcfjön- Sit. 
u. Sunfh 5£i>. IX. <£, 310 u. f.) finö tton ^et&et'n felbft; 
öie öbttgen <£täa Ölungen ücn 51. 3« S i e b c<3f int). 



263 

fdfoen Sichtungen onfprtd^t A fonbern bte tyofje ©impit* 
citdt ber ©eftalten unb SBafyrfjeiten/ bte fi<$ bem jugenb* 
liefen ^)er§en unwillFüljrlicr; einbrücft, unb e$ oielleic^t 
f$on beSfjalb fo mädjtig ergreift/ weil z§ in bem ebten/ 
einfadj gehaltenen £on ber ©rjä^lung gewijjermapen 
einen SftarfjElang ber 33tbelfprad;c ju ft'nben glaubt. 

£5urcf) #erber'ö Bearbeitung mehrere»: <Stüc?e aus 
ber grtec!) ifcfyen tfnttyologie, hinter benen fict; 
aud) eine 2Cb$anMung. über \>a$ ©pigramm beftnbet ■*), 
fceltte er \>U Bebeutung btefeö SSorteö ber tm 2aten 
lieber tyx , feitbem es bei uns ublidj geworben war/ 
irgenb einen reinigen/ serftficirten Einfall bamit $u 
bejetefmen. Blumen auö ber gried) i fcfyen 2Cn* 
t^ologte konnten fte roo^l mit S^ec^t genannt wer* 
beiv ba 2CUe3, wa§ £erber au§ fremben SßerFen über- 
trug unb ftcr) aneignete, unter feiner £anb $u einer 
lieblichen/ gart buftenben Blume warb, Bei biefer Ux- 
Itit leitete tyn bafttibt $)rincip/ bem n Ui anbern 
ttebertragungen gefolgt war, Sßlan fte§t offenbar/ 



*) 3n öen 2D. J, fcF>ön. Sit. u. Äunlh 33D. X. ©• 3 — 214. 
(Sine Qlu-Sroabl Dec fcpnfteti/ üon JpevDet nuS bei - gviec&if^ett 
Si ntfeoloßie überfeferen CtucFe gib: 3i>*öenS Solu nun: 
lefe öeutfcöet <2> t n ng eD i clj te. ©.. 31S — 38./ wo 
aud) {&. 339—68) Die 31 n hi c utungen über öaS 
g r t e iti i f d) e Epigramm nu>J fcen je v ft r e u t e n 2H ä t* 
tetn abgeDvucft finD. gtmoürfe gegen öie ^evöet'fc&e 
JOcfinttiora Des <SUnißetic(jt$ pnDet man in Äsetf$: 
»«.HR'« fainoitU SS. 5Ö0. \TU ©. 26 u. ft. 



269 

bäji e§ itm mit weniger um eine eigentliche Weber* 
fe|utJ3/ als btelme^r barum ja rfjun war, ben flü$* 
ttgen -©eifl biefer SSlüt^n gu er#afc$en, unb ifm, bem 
©cmuS unferer ©pradje, fo wie feiner inbisibuellett 
3)enf* unb ©tnneSweife gemaf?, wieber |U geben, £5er 
i|m l)ie unb ba gemachte SSorwttrf, ©tnn unb ©ebcm* 
fcn beS £)££gtnafä mitunter öerfe^ft gu $aben, fann 
i^n wenigfreng in fo fern nidjt treffen/ aU er eö ab* 
ftdjtii$ tyat, unb einzelne Qvfecr)ifd;e SSitber unb SBen* 
bungen mit anbern De'rtauföte, -hie, feiner 2Cnfic$t nac§, 
bem £>i)r beS beutfcfyen Seferä gefälliger Hangen — 
eine greifjeit, ^)it bei btofjen 9carf)bübungen, wofür 
Berber jene Epigramme gehalten wiffen wollte, fic$ 
wol)l entf^ulbigen lajjt *). 

25er (Si)aralter tiefer Sichtungen ijt SKaiioität unb 
funftiofe tfnmutl). SBalb ift es ^armlofe gieube, balb 
jarteö SOHtgefü^l, baö fiel) barin ausfprtcfyt; balb xoltt 
ber (Srnji unb ruhige ßebensweiö&eir, SDcan lonnte 
fagen: bajs ber £)id)ter gleicfyfam fein ©elbffc ber leb* 
lofen ^atur mitteile , feine inbimbuetle @mpftnbun0 
in ba§, wag aufer tym ift, übertrage. 



*) Sfticfjt umntecefiant wäre eine 93evgle:cf}ung mcöretet <£>et ; 
ö e vT cl) e n (£ p t g i* a m m e / mit Denen / u>dcl)e 03 o fj lifeer« 
fe'st bat. SJan Wrgl. 5. 3S Dci» £> 1 1 ö D c v 53 e n u § tt 0« 
<Dvapitele§ (oon •£> et Der: tu t>. SB, %. fri}§ft. £t'r. in 
Äunff. 58b, X. ©■ 85; öoh 23 {5 in öefen ©e&ti&r'eif. 
Ä»öig€b«fl 1302. qjc. Vi. e>: 273). 



270 

Uti sprofce mögen $ter ein tyaat bec fu^ejten 
fafgen» 

Set: erjror&ene Utmoaum *)*i 
5DH$/ bem erflor&enen Ulm/ umltetbet je£o bte grüne 

3?e&e, tic t$ erjog, als icfy no$ grünte, wie fte. 
Sefct leif;t fte mir Stätter. £) Sßanberer, t|>ue bem 
ftreunbe 
®wU$; es tonnet hiti) etnfi no$ in bem ©rate 
mit 2>anr\ 

£er 2Ccfer **}• 
2Cc§amenibe$ fyattt miä) etnfl; je£t 6tn t$ SEenippuS 

2£cfer; in furjer $tit hin id) in anberer #anb. 
Seber nennet mtdj fein, unb glaubt/ ba$ ify tfjm gebore/ 
Unb iti) gebore bocf) nur Einem/ bem roec^felnben 
©lücf. 

3utt)et(en wirb in biefen Epigrammen a\x$ 
einem einzelnen/ fettenen gatte eine Se^jrc gebogen unb 
mit bem ©epräge einer menfcfyltdjen Empftnbung ge* 
fdjmücft. So unter anbern in ^m Epigramm auf 
ein SS Hb ttmorö ***) 

@e$et ben mächtigen ©ort/ ben unenttt>ei§&aren 2Cmor 
£ter im ©tegei; er fyalt n>ütt;enbe Corcen im Saum. 



*) 3n J&eröec'ö 28. 5, fdjön. Sit. u. ÄuniT. Q5D. X. ©. 50. 

**) a. c. o. 0. 75. 

*r) 31. a. o. m, 46. 



271 

Unb mit bei: anbeten £anb fcfjwenft er/ ftatt ©eipel'/ 

bte gacBet/ 

Unb iriel ©tajte laä)t rings um baä fdjone ©ebilb* 

Sttenfcijentobtenber (Sott/ miä) fdjauert! wenn bu bte 

ßowen 

2ttfo io^mejt/ wie wirb'S menfctjfidjen £erjen erge^n ! 

35te 3at)l berer, wo jwet ©ebanfen unerwartet 
jufammen treffen unb jt$ mit einer u&errafctjenben 
Sßenbung auflofen/ ift/ im £3erl)altntp ju ben ubri* 
gen/ gering» £)er Ausgang hübet in btefem S a ^ e 
eine eigentliche <Spt|e ober Pointe/ nrie'ö bie gran* 
jofen nannten, benen tiefe ©attung befonberS sufagte. 

3wiefaä)en SÖertf) erhielt ^erber'ö Ueberfefcung 
einiger ^>ora jifc^en Oben, SS riefe unb (Ser- 
monen/ $um S(;eil auö früher $tit*) buret) bk 3u* 
gäbe ber an einen jungen greunb gerichteten 23 riefe 
über ba$ Cefen beö £ora&/ worin fid) Berber 
auf eine tjodjjt anjtet)enbe unb geiffreiclje 5ßeife über 
ben (5i)arafter beö romtfdjen £)icljterS, feine ©eftnnun« 
gen unb CebenSanftctjten u. f. w. verbreitet, ©ram* 
wiatifaltfqje Interpretation unb btofe @i)lbenlrdmeret 
barf man übrigens in ben genannten ^Briefen nidjt 
fudjen. £erber woüte offenbar junddjft wißbegierigen 



*) 2lct)t ööen waten in Den 3aöven 1773 — 7S in öett SBanDS» 
deefev Söoten etngetiicFt; au$ Den üOtt.qeu ungeDrucfteti 
tcaf^f.ü tfnebel eine StaSfpafti. (©. &. 58. i. fc&ön. £& 
u. Äunfl. SBö. XI, ©, 5 vi, f,j 



272 

Sünojingen eine Anleitung geben, Me ßeben§röei$$eit 
unb ©rajie, bie eblen ©efinnungen be$ #ora& felbjt 
aufsufudjen, fcu fügten unb fiel) anzueignen *). 

{Sine formbare Zugabe §u ber Ueberfeßung, ober 
»ielme^t: freien «Bearbeitung t>cn 35albe'$ ©ebtdj* 
tixi/ tft bie G8t)ara!teri{tti! biefe§, mit Unrecht in 83er* 
geffenljeit geratenen, reirf) begabten. SDidfotcrS«. welche 
ftcfy im britten SBanbe son 4?erbcr'S Serpficljote fce« 
jtnbet. Sreffenb l)at ityn gerbet in folgenber ©teile 
ge jcr)ilberr : «©tarfe ©eftnnungen, erhabene ©eban* 
?en, golbene Ee&ren, ttermifdjt mit garten (Smpfin* 
bungen fut'S 2Bof)l ber SKenfdjfjeit unb^ür ba$ ©lue! 
feines SSaterlanbeS , ftromen aus feiner sollen SBrujt/ 
aus feiner innig bewegten ©eele. — (Sr ifi ein S)icr)5 
ter £5eutfdjlanbö für alle Reiten; manche feiner £5ber» 
finb tjon fo frtfdjer garbe, als waren fte4n ben neue? 
ften Sauren gefc^rieben." — 

$erber'S eigene Heinere ©ebic^te Ratten vielleicht 
fdjon früher erwähnt werben follen ; allein xoiv glaub* 
Un Ui ben in iljrer 2Crt gang serfdjiebenen SRacljbil* 
bungen meljr tk melfeitige S^ic^tung angeben &u Jons 



*) Sftaa ttergl. Ijiemit: So F). @ Ott fr. v>. gerb et'* Sin* 
fic&ten öeä claffifc&en QlltmbumS. *jf?ac& fceffen 3&een fle« 
ortwete QfuSjuge au5 Temen ©djnftett/ wiit 3ufä&en auf 
fceffen vQiunDe/ (üilämeiungt-n, SlnmetTungen uni) einem DU* 
giftet üon Dr, % £. £. £) an 3. ürvfie u. «wette 2l&tbeilutifl« 
SeiPj. 1805—5, (Suie öeränot&en« &vttte tft mcfct «vfc^teiten«) 



273- 

nen, bte fem ©etft na$m. 2fud& butfieir tofr ttop 
»orauifegen, bajj ber grofere Sl^ett jener QZMfyUr t>ie 
na$ «§>erber'g Sobe »olljHnbig'gefamme'lt worbett *)^ 
S-femitc^ allgemein begannt fei?.. 9?ein p§itofop$if$e Sen* 
Seng ^aben batrunter bte 23 e ft im mung be§ Stfen* 
fc$en, &fe-.@d&nseftern beS (3$tc£fal£ «♦ ßv 
S^eHgtofer #rt ijt baö befannte Stcb fre* 2e&e]n^ 
an ben ©$laf, bag ©aitenfptel u. cu m*. 
Sinnige gävtüfyUit A unter bera SSilbe be§ ef)elic§e& 
©lüdüä, einer oon 4?erber r ö 2iebting§ibeen > bargefhlif> 
ftnben mir fn ber gotbnen £ocfy§eit A bk at& 
§)robe |)ier einen $pia£ einnehmen möge«. 
3 u I e H « a tt tf 
Sor manrfjen, mandjen Stifytmf 

2f(S idj juerfl btd& fn£-> 

Sßar treibe Socfe rabenfd&warg^ 

SBtcum beine SSange ba*. 

3e£t t|l bte Sßange btdjfer, 

SBie ©ilber glänzt bein ^>aör/ 

Jmb bennod) bxjt bu lieber mir> 

Sa lieber, 

TO mir ber Sungling war. 

S u b e f. b r d u t i g a m> 
2)es fiebenä fcfcrojfen .|>uge£ 

(grfh'egen ^ößb in £anb- 



*) ©ie filmen öen is-»- u. i6> SSS» J>» 25<uFfc- J* fdj$t&.g8* t8}$ 

ÄttDft CiC* 

IS 



274 

SSt*/ toit c§ SBtr.b unb Sßetter 90$, 

«£in ü&et $er§ unb ©anb. 

Sc|t tjt ber tffcenb mtlber, 

SBtr jletgen fanft f)tnafc, 

Unb bert am gup erwartet uns 

ISufammen 

<£in 5Brautgema$, bo§ ©rafc. 

SB e t b e* 

Sßo&tauf, tyt <5o£n' unb Sockte*, 
©ingt unfern £odjgefang, 
Unb ftreuet SD?^>rt(jen t>or und §er, 
«Den fuvjen Sßeg entlang! 
Unb pretfet jefce ©tunbe, 
Sie un§ ber ^immel gafc, 
Sfe langer unb je Hefter, 
S>e Ue&er 
ttmfäattf etnft unfer ©rat *> 



Sttit einigen./ nicfjt immer Qlucflidjen SSerbefTetBtige* pfßbet 
man ©e&tcfcte fcott £cvöei-'rt in SÄatt öiffon'S farif<|er 
3lnt&ologie/x&. VII. ©. 243 — 321 / in £angbetn/S 
öeutfdjem Oieöerfvanj (Berlin 1820), in 93ettetlein'5 
S&rcßomatltif öeutfc&ev ©cöic[)te/ 58t». III. (£.66 — 68. 
in 3. ©. Äutttfd): .£anl>bu# ber öeutfcfeeti ©pracfje 
11. Sit. 21}« 2. ©. 2:0— 222. (Der evfre SbetI öiefeS SBer« 
fcS gibt, ©. 133—48/ QtuSjttge aus J£>evöe?'$ profaü 
fc&ctt ©c&rtften) . uno in anDem (Sammlungen. Otamtm 
Ier Ijat in Rtne SabeÜefe (23anö 5. 9?r. 55.) ein &t, 
öic&t üon J&erDec'n (Die <£*fc&affung öet erfreu SSJJenfcöeß 
nad) i>ec ©ün&jlutb) aufgenommen. — <£ine Vacotit tict* 
«©«öefS DiöactifdKm itauiuöe: „©it&nrambeu foH tc^ (?iu 



275 

5n£ttber'$ bramatifcfjen ^robuften, tyfyilotttt 
unb SBrutuö, tft no$ ba§ ©epräge einer frühen 3u* 
genbperiobe aufgebrücft, SBtd&tiger war ein Slerfudj 
#erber'$, ba$ griedjifcfye £>rama auf beulen S3oben 
gu serpflanjen , welchen er in ber 2Criabne*£tbera 
unb in bem entfeffelten fronte t^eug machte , 
fcenen, ni$t lange Bor feinem Sobe, im ©ommer 
1803/ nodj #bmetu§ <$a\xö *) folgte, worin er 
fcer eX;eticc)cn Siebe unb Sugenb unjrreitig einen ber 
fc&önften orange gewunben $at. ({ $ür £*<$, fytft 
c§ unter anbern im ßpilog: 

gür bi<$, ruft -eine Sfttutter auä, unb jtir&t 
$ür ii)re Äinber* gur ben <S$gema${ 
arbeitet/ bulbet, müljet fid) bat 33eib; 
gür Sßeib unb ^inber ber ©emafjl, ber SBater; 
gür feinen gveunb ber greunb, für SSaterlanb/ 
Unb alles ©ute, wai \>it 3u!unft birgt, 
£)er Sapfere, ber Sßeife ; für bie Sftadjroelt 
2Cu<$ rotber SßiUen lebt unb fttrbt ber SDZenfdj. 
Unb lalb barauf tk f<$6ne ©teile: 
• Oft fragt ir)r : «Sßetrf) ©efd)le^)t am ftarffren liebe ?" 
©ercif nur US, wag fttfj be§ anbern ©lütf 



gen" u. f. ». (SB. a- fd)5n. Sit. u.Äunft. 55». II. @.ii7) 
ftebt in 3 o l). 5ö e n j. CK i c& ae l i » poetifdjen 2B«tEsn, 
@te§en 17S0» 53D.I. ©. 253. 
•) ©te genannten öramattfcfjen @tücFe Definöen ft'c&, nebft einü 
.qen anDetn/ tn £eti>et'3 2Betfm h f^ön. Sit. u. Äunft. 
t?BÖ. VI. ©, 3 - 142.) 

18 * 



276 

©tcfhruUiug, freubig, willig, |art ergiebt; 
SaS feine dualen afytet, feine spfltd&fen 
ffl^tt Cufl ausübet. 3m ©etiebfen lebt, 
<8on ficr; entfejfelr, wer wa$r$aftig liebt. 

Set t;ofjen ©infatt be§ griecrjifdjen SramaS tffc 
Berber im ©anjen fefjr na§e gekommen, ©er G>l)or 
ift, wie wie fc^on früher bei einer anbern ©elegenljett 
erwähnten, reid^ an einzelnen Igrifd&en ©teilen/ welche 
o$ne &3eben!en aufgejetc^net $u werben mbienen. 

©$werlidj f;at Berber ttc Aufführung auf ber 
83ü$ne je berücfftdjtigt; aucr; ^jatte t^n fcfyon ein äf)n- 
licrjer SSerfucr)/ ben (Stfjiller furj gusor i» ber 
SBraut üon Sttefftna gemalt/ unb ber boct)/ im 
©an&en genommen/ ben geljofften tljeatralifdjen ßffeft 
ttic^t erreichte *), um fo mepr fcaüon abgalten muffen, 
t>a ftd; nidjt leugnen laßt/ bap berfelbe bei weitem 
großartiger angelegt war. 

(ginen glanjenben SSeweiS/ nid^t allein »on bec 
eigentümlichen ©abe $erber'S/ baS ®$onfte unb 
SErefftidjjte jebes ^eitalterö rein aufjufaffen/ fonbern 
auq) son feinem eignen reiben £)id;tertalcnt/ liefert 
ber (äi$> / bei er in ben legten Sauren feines 2ebenS 
färiei, unb worin er mehrere altere fpanifd&e 8?o* 
mannen/ beren vg>elb ber £ib ijt, gu einer 2frt »on 



*) Sa§ fitoannte ©tue? würbe b. 19 • 5J?ävs 1803 juro etfteB 
Sftale in 3B«intas flufflefö&rt. 



277 

(SpoS vereinigte. SBtr beft^en hin SSei:?, bas fid? 
mit bemfelben auf irgenb eine Söeife »ergießen Hefe. 
Ö&ne «Bebenden barf es tnbefü §u ben fünften gtücr;« 
ten gerechnet werben, weldje bk Uniserfalität beut* 
fcf;er ^unft-bilbung tyerüorgebradjt |>at. @8 ^flt burcr) 
4?erber'S ^Bearbeitung einen ac$t beulten @barat"ter 
gewonnen, unb gtetdjwoljl lie^e ficr) vielleicht beljaup« 
ten y jeber ge&iibete ©panier würbe, falls es anberS 
treu übertragen werben fonnte, bin eigentümlichen 
(Seift unb bk Nationalität feines fünften Zeitalters 
fcrjweiiiclj barin werfen nen. 

SßaS £erber'n als 2Ceff$eti£er anlangt, fo ift 
t^m §ie unb ba ber Vorwurf gemacht worben, baj? 
er ftcr; $u einem eigentlich l;6^jern ©tanbpunft nie er* 
Ijoben *>abe. 2)te ©rünbe für eine fold;e S3eljauptung 
glaubte man aus mel)rfa$en Urteilen in feinen <3djrif* 
ten, infonberfjett aber aus feiner (Salltgone l;er, 
leiten $u fcnnen, in ber bk eigentliche Aufgabe von 
4?erber'n burdjaug nicfyt gelofet worben je». £)er 2Sor* 
wurf tft mdjt gan& ungegrünbet, wenn man ben 50?aj3* 
ftab ber eigentlichen SranScenbentaläjt^ettf an -fser- 
ber'n legt. 25af er aber, wo es auf geih^eit beS 
©efc^mactS unb ticrjttgeS @efül)l anfam, 2feftt;etifer int 
ganzen Ginne be§ SÖorteS war, bun!t uns fdjon burc§ 
feine unldngft ermahnten Serpflanjungen ber fcfyonjlen 
SStütl)en, bk i«ber entfernte Igimmttifttiö) bot, »oll ig 
erwtefen. Sttan barf übrigens nur feine trefflichen 2(u* 



1 



ft^ten in Un %z rjt reuten «Blattern über bte 
ftabtt, über baS Epigramm u* f* w. lefen, ober 
basienige, was et' in ber 2Cbrajtea über bte @a* 
1 1) r e / 81 oman je/ über bte £)per u. f. w. fagt, 
um ficr) roltig fcu überzeugen »on feinem ftetS richtigen 
unb treffenben Urteil , baS ftd) obenbrein nid&t aus* 
fdjließltcr; über! spoefie, fonbern oud; übet Sftaleret, 
spiaftif, «Bautunjt, SOZuftf unb anbere Äünjte erftredfr. 
GS gereic£t4l)m auferbem noer) $u befonberem 3?ul;m, 
bafj er bte Äunft nic^t als ein blodeS «Spiel jur (5r s 
go^icfifeit betrachtete, fonbern ba^ fte tym sielmetyr 
ganj eigentlich (gadje bes @efdjma<!s war. ^5egt)alb 
ging aud) fein (Streben ftetS ba^in, baS Sßefenttidje 
in ben mancherlei formen be3 <Sd)onen oon bem bloS 
Zufälligen abpfonbern, unb bem ©efdjmactlofen in \t> 
ber $tnftd}t entgegen ju arbeiten, worin ii;m »orjüglidf) 
fct)on ßeffing in feinem Saofoon mit gutem SSei* 
fpiel vorangegangen war. Sföan barf babei ntcfjt über« 
fer)en y wie unbefangen er htm befonbern ©efc&macfe 
jebeS Zeitalters unb ieber Nation ©erec§tig£eit wiber« 
fahren lief, Sn biefem ©inne fonnte er wol)l fagen: 

©manne bicr). 9cetn, bu geljorffc mc$t bir, 
Sem großen, guten 2fll gefjoreft bu» 
@o lajjet benn im Sßirfen unb ©emütl) 
25aS 3 $ uns milbern, bajj btö befre 2) tt 
Unb Gr unb Bis unb 3f)£ «nb ©ie es fanfi 



279 

2Cu$lofcr)en, unb uns üon ber bofen Unart 
SeS garten 3$ unmerflid) fanft befrei'm 
SBerfcfylungen in ein tr-eiteS £abi)rint$ 
See ©trebenben, feg unfer ©etjt ein Son 
3m (S^orgefang ber (gcljopfung, unfer 4?er& 
©in lebenb S?ab im SQBerte ber 9*atur *>. 



Berber ata ^ttofopf) imt> Ärttifer *). 

Sie SSeftimmung unb eigentliche Senbenj ber 
3tyüofop$te tjt befanntlid) leine anbere, als fttj tton tes 
Sßaljrfceit trgenb einer SSSiffenfdjaft aufs inntgjte |u 
überzeugen, unb alle bagegen erregten Steifet £U 
|>ebcn. £5od) ntcfyt ber, roeldjer irgenb ein Softem 
erlernte, fonbern ber, welker es felbft erfanb, ober 
auf (eine SGBeife auSbilbete, ijt ein eigentlicher $pi;tlo* 
fopl) ber ©tfjule gu nennen, unb fein ©treben wirb 
bal)tn gerichtet fegn, fid; in ber Harmonie beS Uni« 
»erfumS aufeulofen* Qjine gettnffe (Sriften§ nad) ctg* 
nen, unabdnberlidjen ©efe^en, ober mit anbern Soor* 
fen, bog Safeim unb SSefieljen ber Singe bur<$ ftcfj, 
baS er noijrcenbig anerkennen muß, tft tnbeß sroiefa* 
djer %xt — fein eigenes, unb bte il>n umgebenbe 2fu* 
fsenrcelt. @s liegt aber in ber Sftatur ber <Sa$e, bafj 



*) ©, !>. 5evftccut«n SMätter.VI. 69. 

*•) 3nt 3Hlfl«meinen ; Da iöir £V;öev'n btmtZ in einem efaieuien 
Sl)dle Set Äritif als -3leubenf«r &«trac&tct baten* 



280 

feine 9?ef(erton Ui wettern früher auf bag Dbiecttse ge* 
titytit fe^n Witt, e^e er ftc6j jutraut, einen SBlidg itt 
fein inneres ju werfen. 'Slot&wenbig tn-uf aber bal 
IKefultat bei fpeeulatiöen Äopfen unb bloßen S5erjtan« 
beSmenfdjen gan& anbers ausfallen, alö bei, wo leb* 
tyafteS ©efüljl unb $pi;antaf(e »or^errf^en. S5ei Snbt* 
mbuen ber ledern TCtt fpiegeln ftdt) iljre sorberrftfjenben 
Neigungen, i\)x SÖefen, mit einem SSorte i^rc eigen* 
J&ümltc&e ©efklt, au$ in i^rer $P£itofop$ie ab» 

SBir werben ba$ §in ©efagte an ^erbefn be* 
tätigt ftnben* -9cadj feinem eignen ©eftanbniffe *) 
war er bei feiner $p$ilofopl)te »im folgenben fragen 
ausgegangen: «SßaS ift @lüc!feligfeit ber Sttenfdjen? 
unb in wie fern ftnbet jte auf unfrer (grbe ftott? 5C3ie- 
fern ftnbet %xz f %ii ber großen S3erf djiebenl)eit aller 
(Srbwefen unb am meiften ber 9ttenfc§en , allenthalben 
ftatt, unter jeber Sßerfaffung, in jebem Älima ftatt, 
bei allen SKcoolutionen ber Umjtanbe, Cebenöalter unb 
Reiten '% Qtibt e§ einen Sföaafjftab tiefer üerfcfjiebenen 
Suftanbe, unb f>at bit 25orfet)ung aufs Sßobffemt tyi 
rer ©ef^opfe in allen tiefen (Situationen, als auf ifc 
xtn testen unb £auptenbämedr, ■geregnet?* — 

2Cber £erber'S jugenblidjer, lebenbig fortftreben* 
ber ©etft fonnte niegt fonberlic^ geförbert werben burc§ 



3n Der; 93ovvebe su bett Söeett $. ©ejc§. öe* «Dbitofc'öe* 
SD?enfc5^ett. 



281 

gbeen', iiue fie SQSclff von ßeiBn i ^ entlehnt, untv 
feinem ©Aftern gemafj, in eine ftreng matl;emattfcrve 
$orm gegoren i)atte. £)oct) auet) o§ne tiefe gfarm 
muften jene ibealijtifcr; * tranecenbentalen Sbeen, tu 
it;n in ein/ feinen bamaligen Äenntmffen nacij, völlig 
frembeS ©ebtet ber SföetGp^fif, ©oßniologie/, ratio- 
nalen iPfydjoXogie u. f. n>. führten/ für Berbern etwa* 
2(bf!oJ3enbeS. traben, ber nacr) (Sinket* flrebte , ober 
nici)t fowol;l auf rationalem fffiege, als tnelmetyr burc& 
unmittelbare 2£nfctjauung gu biefem 3i«( gelangen 
wollte. 

£>iefj erhellt aus fexner eignen «Ceuferung in bei: 
SBorrebe $u ben Sbeen. «Um bas ©djictfal ber 
SÄenfd^eit/ a fagfc er, «aus bem SSuctje ber (Säjopfung 
$u lefen, bebarf eS eines allgemeinen Ueberblicfs unfe- 
rer gßotinjlätte, unb eines Durchganges ber £)rgant's 
fationen/ bie unter unb mit uns bas Ctct^t ber Sonne 
geniefjen, GS gibt feinen anbern 2ßeg, unb man 
fann iljn ntct)t forgfam, md)t rietbetradjtenb genug 
get)en. SßSer btojj ntetapfygjtfdje ©peculationen will/ 
fyat fte auf fürgerem 2£ege; id) glaube aber, bafi fie r 
abgetrennt ton Erfahrungen unb Analogien ber 9ca* 
tur r eine Suftfatyrt ffnb, \>i^ feiten jum Siel fuljrt." — 

Unter folgen Umflanben lonnte eS £erber'n mcfji 
anberS als -»tUfornmen fer>n / als ber (gflelttciSmuS 
ftd) in jener ^ertobe erl)ob, vretl er auf ber, fetner 
Snbitnbuatitat Mxq lufagenben @rfa|)rungSpl)ilofo-- 



282 

pf)ie beruhte, unb obenbrein tcbenbige S£$8tigfeit ber 
92f)antafie unb fü^nc Kombinationen bes Sid&tergeijtes 
nic&t ausfcfjlof. 

@6 läft fic§ wofyl annehmen, baf* #erber's ^t« 
lofopfjie fcfyon viel früher in bunfeln Umriffen sor fei* 
ncm ©eifte ftanb, ei;e fte in [einem £auptwer?, fcen 
Sbeen, »otttg ausgebübet fyenjortrat. ©eine Keine 
©rfjrift: 2tu<$ eine sp^üo foppte ber ©e* 
fdjtdjte &ur S3Übung ber SC? enfcfyfje i t *% 
fo. wie eine anbere: 25 om (Srfennen unb (Sm* 
pftnben ber menfd)lia>en ©cete, bte no<$ 
bei» 3uf«§ §öt: Seiner! ungen unb Sräume, 
fann man als bte erften 23erfuc^e betradjten, burtf) t>ic 
er ft$ feinem Biet aUmai)(ig &u nal;ern fud&ie, 

K (5in tfutor," fagt Berber feJjr watyr in ber 
SSorrebe gu ben Sbeen, «ber fein SSucfy barfiellt, 
gibt, wenn i>h£ ©ebanfen enthalt/ ik er, wo ntd&t 
erfanb — benn wie wenig läfjt ftc§ in unfrer $tit 
eigentlich S^cuei erfinben — bodj wenigftens fonb, 
unb ftc§ eigen machte, ja in oenen er Sa^re long, 
wie im Gjigentfjum feines ©eifles unb #er&ens lebte: 
ein Zutot tiefer lixt gibt mit bem 33uc$e gewifferma« 
fen ein.?n £l;eil feiner ©eele bm ^ublifum $>rei$. 



*) SSJlan \>ergl. batubev Sranf fürtet gel. -Slnseigen 1775. ©t.57; 
31 €11111 6 einfältiges Uvtbeil übet ein unö Das an&ere *5uc& 
(m öen fämtutl. 2B. &• SBau&SbecFer 5öoten. 2Banc»3&eef 
u. -^aiii&uvd 1790. S&. 3. ©• i3). 



283 

<Sr offenbart/ womit fi$ fein ©eijt in gerriffen Bett- 
räumen unb Angelegenheiten tefetjaftigte, ma§ er für 
Zweifel unb Auflösungen im ©ange feines 5e6en§ fanb, 
mit benen er ftcfy befümmerte ober aufhalf." — 

Sßenn man mit bin oorljin ermahnten aroet 
(Schriften bk ©efprac^e: ©Ott unb entließ bie SOle* 
tafritif, oerglettfjt, fo fyattt man bie einzelnen Sata 
fo giemltdj betfammen , aul benen ftdj £erber'$ $>f)tlo* 
fopl)ie confiruiren läfjt. 

Qin «gauptjug/ ber fie c^araftertft'rt, ifr, ba$ 
Berber offenbar fidt) nid&t als Anhänger eines befrimm* 
ten ©^fternS befennt *), unb ba$ (Stubium ber Sftatut 
unb ©efdjidjte ftetö jur SSaftä feiner Sp&ilofop&te mac§t. 

«Sie gange Statur," fagt er in ben Briefen 
jur «Seforberung ber Humanität (VI. 1.) 
«ernennt fi<§ in bem SKenfd^en/ rote in einem leben« 
bigen (Spiegel/ fie fieijt burd; fein Auge, benft hinter 
feinet- (Stirn, fttytt in feiner SSruft, unb mirft unb 
fd&afft mit feinen £dnben. H — «Sftiemanb wirb leugs 
nen," l;eipt cg an einem anbern Orte **), «ba$ jeber 
fleine Umrifj bes Körpers gur Analogie bes ©anjen 



•) n3t tiefet/ reine* uhö g5ttlt<$ir unfet <£rfennen ifti" ftiat 
er unter anDenn in Der bereit eriüä&nten ©ebrift com €cj 
Eennen unD gmpfiiiDen Der menfdjhc&en ©eele (©.52) /,t>efto 
reiner / göttlicher unö allgemeiner ift ouef) unfer SBitEetr, 
niit&in Defto freier unfre greibeit. " — 

f) 3« &*» ©*fwäc&en; @ptt (0. 213), 



284 

gebore, unb man fyat auf fc>te SSeranberungen in bes 
£3*föaffenf)ett feeS ÄorperS fef)r S^ucgftdjtgu nehmen.»— 

Sftocfy ein unterer, eig,entl)ümlid)er 3ug in £er* 
bet'§ $pl;tlofopl>te barf nicfyt überfein werben» (SS war 
fyxn, fetner Snbtmbualitat nadj, t>or ollem ftetö barum 
$u i§un, ^n Stefultare feines 9Ja$ber«£en$ auf mora* 
iifcfje Sbeen juruc! g« führen, t»te ber SKcnf^eit fctir 
(Sljre gereiften. <£djon fein \)on Statur religiös ge* 
ftimmter <5(;arafter Kettete tljn barauf In'n. 

tt £>t)ne SSeligton,» faßt er*), «fann btc 
fölenf^ljeit ni$t fetin. ©cfyon baS Unen blicke/ ba$ 
uns sor* unb rücfwdrts umgibt, gebeut uns Sie« 
Hgaon, bog iffc SSereljrung, ©cfjeu, Dan! unb 3u* 
irouen gu bem großen Unnennbaren. Die Siegel 
beS sRect;t§ in unferer SSruft föliep uns norf) fefter 
an ipi benn ft'e ift feine, fte ift beS moralt- 
f<§en SßeltallS Sieget. Da wir fel;en, ba% wir eine 
Unenblicfcfeit, bie üor unS liegt, nid^t überfein 
Sonnen, fo wollen wir redjtfc^affen Irrebenb, mit Siebe 
jutrauenb fortgeben unb % l a u b e n. s — 

Damit l)angt £erber'S 3Cnjt<$t über Unfierbltc^ 
fett jufammen. ft @S ift fein £ob in ber ©d>6pfung," 
fagt er **), «fonbern 23erwanblung, SSerwanblung 
nac& bem weifeftcn, bejten @efe| ber 9lot&wenbtgfeit, 



•) 5n ö. seifte. SMättetn (VI. 234). 
•*) 3n fe ©elpväajen: @att (©. 247). 



28 5 

nacr) weitem "jebc Äraft im S^eid^j ber SSerdnberungen 
fict; immer neu, immer wir?enb erhalten will." — 
K 2)cr uns ungefragt l)tel)er gebraut, 5) fugt er an tU 
nem anbern Orte f;fn§u *), «unb für §a% Sterben in 
tiefe SSBelt einen fo unerwarteten spian erfonnen §at/ 
wirb uns auefy in eine anbere 28elt hinüber ju forber» 
wiffen/ wenn er unfer bebarf.» — «@$ulblo§ unt> 
Reiter son bannen $u gelm/ feinen 2Cn!(ager unb 9?cu 
djer im SBufcn mit ftd} ju tragen / müßte febeo 23er* 
nünfftgen SSunfer; unb S5ej!reben fegn, gefe|t "fogar/ 
fcajj er ft'dt) mit feinem SSejireben tdufctjte. 25a{? eine 
fortgeljenbe Sufunft aber nirfjt »or&anben feg, tfi bem 
Sföenfcrjen nidjt nur unerweisiicr;, fonbern faffc unbenf* 
fcar. Snbejj mufj t>fe Hoffnung ber gortbauer na$ htm 
Sobe aUtin ©laube fcletben; bemonjlrirte SQSiffen« 
fcfyaft fann fte nie werben **j. B 

Sttan §at ^»erber'n jjfe unb ba Borgeworfen, baj$ 
er in galten/ wo er ein SRefultat §u erhalten wünfctjte, 
ta§ für iljn von $of)cm Sntereffe war/ unb woburcfjf 
er gewiffe Uebergeugungen $u begrünben ^offte / ben 
eigentlichen SSeweifen juüorgeeilt fei), unb bte ©efjluf* 
folge uberfprtngenb, ba$ $iil erflogen fyabz- £er 23or* 
Wurf/ fo wenig er ftdt) gan& ^inwegleugnen laft, tffc 
aus ^»erber'g Snbfoi&ualität erflärbar, aus ben mäc§* 



*) 3tt ö. serftr. «lattern (VI. 212)» 
»♦) 31. a. O. ©." 233. 



286 

tigen Gtnfluf, ben bfc ^ontafie bei tym auf ben tu* 

$igen SSerftanb ausübte. SGBaS er inbefj, »on tiefet 
©ette betrachtet, weitetest als <59fiemattt"er uer* 
itert, baS gewinnt er reicfylitfj als Sitten f<$ wteber, 
unb btc rein praftifd&e @ette/ welche feine 3tyitofop$te 
baburcfy gewann, ba|? er nid&t allein ftctj felbffc lebte, 
fonbern baS Snterejfe ber ganzen Sftenfcc^eit im #uge 
§atte, entfd&abtgt retc^lid) für jene unbefriebigten 2Cns 
foberungen, benen er, fetner Statur nacfy, nic§t genü* 
gen konnte. 

jQatte Berber, auc§ auf er feinen Sbeen gut 
®ef$tc§te ber fp$ilofop$ie ber 3Äenf<#$eit 
Uin anbreS Sßerf getrieben, bas bem ©ebtet ber 
^•ilofopl)ie angehörte, fo würben biefe Sbeen f$on 
lir.reidjen, feinen SRufym $u fiebern. 2Cuc§ o^ne bic 
beigefügten Gütate tonnte biejü SBerf einen eben fo im* 
umflofjliclen SSeweiS üon #erber'S otetfeitigen Äennt* 
raffen unb feiner SSelefen^eit geben, als es in bem 
reiben unb blüfyenben (Sttyl, in ber ganzen Anlage 
unb Ausführung [ein entföiebenes £)t$tertalent beur* 
funbet. ©rof unb er^abfn i\t bü Senbenj, t>U ties 
fen 3been jum ©runbc liegt. Berber betrachtet t>a$ 
menf<$tt$e ©efölecfyt in Um Scr^ältntjfe ju Um i§m 
angewiefenen 2Cufentt;alt, gu ber ifjm tjorge$eicfyneten 
SBeflimmung, gu ben p^pftföen unb motalifc§en Ur* 
fachen, welche feine tfuSbilbung befdjleunigen ober »er* 



287 

gogem, enbtt<$ im SSei^dltnife gu bem allgemeinen 
Softem beö UnioerfumS. 

Sßir fonnen, burd; ben SSaum btefcr 2)arffotlung 
oefdüränft, unter ben vielen trefflichen ©teilen nur 
einige hervor t;eben, unb fo ftelje benn ijier folgente 
ou6 bem neunten SSuc^e, wo gerbet oon ber S5e= 
fögranft^jeit ber menfc^ltdjen Gräfte fpetc^t / beren (Snt* 
Wickelung immer nur von anbern, nie von bem ein* 
jelnen Snbtoibuum felfcfx abfangt. 

u <Bo wenig ber Sttenfd;, fetner natürlichen ©e- 
fcurt na$, aus firf) entfpringt, fo wenig ifr er im 
©ebrauefy fetner geizigen Gräfte ein ©elbftgeborner. 
Sticht nur ber Reim unfver innern Anlagen ift gene« 
tifö, wk unfer forperltageö ©ebilbe, fonbern auü) 
jebe dntwicBelung biefeS ÄeimS tyängt oom ©c^idffal 
ab, baä uns tyte ober borten pflanjte, unb nac§ $t\t 
*nt> Sauren ok 4?uifsmtttel ber SSitbung um xmi 
feste.» - 

a SSielletcr)t ift feine ©efc^te, bie fo ougenfcf ein? 
lify ck Regierung eines ijofjern (gc&tctTatS in menfe^ 
liefen fingen geigt, als bk ©efäicfyte beffen, wor* 
auf unfer ©eifi am flotgeften $u fepn pflegt, ber dv 
frnbung unb 23erbefferung ber Äünjre. Smmer wat 
ba§ COJerfmal)l unb bk SKaterie feiner §3e§et$nung 
langfi ^a gewefen: aber je$t warb es bemerft, jefct 
warb e§ fcejetdfonet. Sie ©eneft'S ber Äunji, xck bei 
Sttenfc&en, war ein tfugenblic? bes SSergnügenS, eine 



288 

25erma$lung fcftifcfjen 3bee unb Setzen, äwifcfyen ©ctjl 
unb .Eorper. SKtt ^ocfyaefytung öefd^j ie^jt es, bajj iü) 
bie ßrfinbungen beS menfdjlicljen ©eiftes auf baS ein» 
fa<$e sprin&iptum feiner anerfennenben unb be^eic^nen« 
ben Vernunft |uruc£ fu^ve; Senn eben biejj ijr ba§ 
wal)re ©ottlic^e im £D?enfcfyen, fein djarafterijftfc^et 
33or§ug. 2CUe, tie eine gelernte (Sprache brauchen, 
gelten wie in einem Sraume ber Vernunft einher; 
fte benfen in ber Vernunft 2fnbrer, unb finb nur na$* 
aljmenb weife. Senn ijr ber, ber i)U Äunffc frembes 
ÄünfHet gebraust, barum fetbft Äunfiler? 2(ber ber, 
in beffen ©eele ft$ eigene ©ebanfen erzeigen, unb 
einen Körper ftdt) felbft btlben; er-, ber nic'cjt mit bem 
2fuge allein, fonbern mit bem ©etfie ftefjet/ unb nifyt 
tritt ber Sunge, fonbern mit ber (Seele begegnet; er, 
fcem es gelingt/ bie Statur in Ü;rer ©djopfungSjtätte 
ju Mausen , neue SÄerEma^le it)rer Sßirfungen aus* 
jufpa^en/ unb fte burd? fünftlic^e SBcrljeuge gu einem 
mcnf4>U(^en 3wec£e anjuwenben — er tji ber etgent* 
U#e Sföenfdj/ unb t)a er feiten erfc&etnt/ ein ©ott 
unter ben £föenfc|ien. M — 

SQSte es #erber'n bei allen SSefultaten, gu benen 
i$n bie in feinem 125er? angeraten Unterfu^ungen 
führten/ l;auptfd$lt$ barum &u ty\m war, bie SSugenb 
unb SBürbe ber menfcfylt^en Statur außer 3raeifel ju 
fe£en, ftc^t man aus einer anbern, ebenfalls im 
neunten S3u<$ beftnblt^en (Stelle. Sie ifl mit 



289 

tetr £5antie getrieben / feie £erber'tt, wenn er übet 
©egenflanbe bei; Floxal fara$, o$ne tfugnafjme eigen 
wem 

„£>en Spieren/" fagt er, «gab bte ©ottl;ett 
Snfh'nft; Um SO^enfcfjcn aber grub fte tyt fBilb, Ste* 
ligion unb ^umanitaf, in bte ©«de. See ttmrip ber 
SSiltfdure Hegt im tiefen, bunfetn Sflarmor bai nur 
fcmn er ftd& nicbjt felbffc ausbauen, ausbilben* £ra* 
titton unb Seljre, Vernunft unb @rfaf)rung foltten btep 
rfmn, unb fte Hefen ei ü)m an Mitteln baju nictj£ 
fehlen. £>ie Siegel ber ©erecrjtigteit, bte ©runfefa^e 
fee§ SRe^tö ber ©efettfd&aft, feXbft feie Monogamie, 
als bte bem Sftenfdjen natürlicljfte Bte&e unb g$e, bte 
3artlicf}feit gegen Äinber, bte §)tetat gegen 2Öol;ltl;cU 
ter unb $reunbe, fel&fl bte (gmpfinbung -fees mdcijtig- 
1rcn / tt>'D$ltt)atigjten SEefenä ftnb £üge biefeS Sübel, 
bte f)te unb ba halb unterbrücft, halb ausgebilbet ftnb, 
allenthalben aber noef) bieUranlage be§ Sföenfdjen felbft 
geigen, ber er ftdj, fo 6alb er fte wahrnimmt, auä] nfd)t 
entfagen barf. 2)as SReiefj tiefer anlegen unb il;rer 
2Cu$bilbung tft bte eigentliche ©tobt ©otte£""auf ber 
Grbe / in vreldjer alle Sföenfäeri Bürger ftnb , nur 
nac§ fe§r üerfdjt ebenen ßlafttri unb (Stufen, ©lue!« 
Itcfy Iffc, trer $ur Ausbreitung bk\t$ SReic&ö ber xöofy* 
ren Innern 50?enfd)enfd;cpfung beitrögen fann: er benei« 
bzt feinem (grftnber feine SöifTenJctjaft/ unb feinem &fc 
mg feine Ärane. s — 

19 



' 290 

Sttan muß, wenn man ©teilen biefer 2Crt tieft, 
um fo metjr bebäuem, baf$ ba$ SSerf um>ollenbet blieb, 
ba Werter na er; ben 2Cnbeuiungen, bie er ntcr)t allein 
in ber 2£bra|iea, fonbernfdjon fröret in ben 23rtes 
fen jur SSeforberung ber Humanität ge* 
öe6en/ ben gaben leidjt hiebet* l;atte aufnehmen fönnen. 

.§5 ei Un eben genannten SSriefen war c$ eben* 
falls ein moralifcf)er 3wcdf / ben £«ber uor 2£ugen 
Ijatti. SBie er in ben Sbeen bie Humanität alä 
(Sljarafter unb SSeftlntmung bei 9tfenfd;en aufgehellt 
Ijatte, fo lieferte er fyn eine Sftei^e tjon ©emalben, 
für bk er, um ber Unterfucrjung einen freiem Sang $u 
geben./ fcie «Briefform xofyiu. ©eine 2Cbfic^t war, 
fcas ©efu^l be§ SSal;ren unb @^6nen £u weefen, fo 
Wie bie SSegeifrerung für ba$ mcralifcr) ©ute auf's in* 
tugfte mit ben (ginbrücfen gu vereinigen, meldte bie 
SBerfe beS ©efcr)mac?s unb ber (ginbilbungörraft Ijervor* 
bringen, Sie gleichseitige 2(u§bilbung tiefet: »erfdfjie* 
fcensvtigen Ärafte unb t$c beftanbiger (Sinflang febten 
|$th wefentiiet) &ur Stfatur unb SSejrtmmung be$ Sföen* 
fdfcen §tf ge^cren. 2>ä$er würbigf er in jenen SSrie* 
fen Setteii , Regenten unb ©djriftfteller, unb erinnert 
an biz Serbienfte, welche ftcr; £omer unb grieb* 
t{§ It, 4?ora&, Sftenanber, Ätopjrocr u. o. 
trnt -tit Humanität erwarben, ©ewiffermapen all 
0laci^l'ang ber Erinnerung an feine Steife nacr; Stalim 
ta man bae betrachten, wtö er ober griec^ferje 



291 

Äurtji aU Sbeal ber SDlenfdfcenbilbung in ifyun rein* 
ften formen/ unb als (Schute ber Humanität, ober 
au$ übec t>£c neuem Äunjlibeale eines @l)rtfluS, einet 
Sttaria u. f. w. fagt. 3fuS ben Urteilen, bic er bort 
über bte neuern/ befonberS über bte englifc§en £)t$* 
ter fallt/ unb nodj melw aus ben 2lbl;anblungen über 
bie Stjeilnaljme ber ^oefie an öffentlichen S3egebenl)ets 
ten unb ben Fragmenten oom Unterfc§iebe ber alten unb 
neuern SSolfcr in ber spoejte fteljt man/ wie er fajr 
unwiltfu>tid& tn'ö ©ebtet ber Ärtlt? gerieft). Q$ fffc 
baljer otelletc^t trier ber fdjicfltcljjre Ort/ einige ferner? 
fungen über Berber/ als Äritirer im allgemeinen/ an* 
jufd^liejjen. 

S5e!anntli$ entfaltete fidj bte etjre, stet rerfpre* 
c^enbe SSlüt^e feines ©eifteS gu einer Seit/ wo man 
allmaljlfg angefangen l)attc, auf eine unfruchtbare 
©eleljrfamfeit , auf ein blc£eS 3ufammenf)dufen oon 
^enntniffen minbern Sßertl) ju legen, fettbem inSeutfc^* 
lanb ©elfter aufgetreten waren/ welche glaubten, jene 
müt)fam erworbenen Sc^d^e gu Ijoljern 3wec!en ser* 
wenben &u muffen, tn-fonber^eit aber aucO auf bte dftfje* 
tifcfjc Sttbung ber Nation gu wirfen wünf^ten*. (Sin 
bebeutenber Schritt gu biefem Siele war in ben bamalS 
erfcfjienenen Literatur b riefen gefc^eljen, bte bur$ 
g^riftfreller, voü £e|fing, Sfte n bei Sfobn, 2Cbbt 
u. a. , halb ein entfc§iebene§ 2Cnfelj£n in ber beutfc§en 
Stteratur gewannen, 

19 * 



292 

®te gaben He tiadgfte SSeranlaffung ju ^crber'S 
Fragmenten über b t e neuere b e u t f dj e C i * 
teratur, weldje urfyrüngti$ alä £3etlage ju ben ge* 
nannten Briefen evfdjtenen. Seffing, \)tetletd)t nodj 
mel;r Sßt'nfelmann, fc^eint £erber'n in bei* SSeur* 
tyetlung berfetben / wie in ber S3ertdjtt'gung einzelner 
Anfielen, bfe er für irrig ober mangelhaft fyizlt, al§ 
Sbeal torgefdjwcbt $u tjaben. Berber §at in jenen 
Fragmenten einen wahren 9?etd;tl)um son neuen 
2Cuffdjliiffen über ba$ Söefen ber (Sprache überhaupt, 
unb über hk ©igentljümlidjfeiten ber unfrigen nieber* 
gelegt* Sie SJort^ette unb SlafyityiU/ b& tyt au§ 
anbern ©prägen erwuc^fen, werben beutlicfy fjerüor- 
getyoben; aufjerbem unterlaßt Berber nidjt, auf ben 
©cwtnn ^tnjubeuten, ber ft$ für unfre Literatur burc§ 
bas «Stubtum ber 2Hten unb ber 2Cuslänber fjoffen la$U 
Sitemanb feilte ungelefen laffen, wag er bort über bie 
ßecture ber (Slaffifer , namentlich über b<i$ (Stubium 
ber ©decken, oorjüglid; bes £omer fagt *), was 
jwan^ig ober breiig 3af>re fpater, gum Zfyül $o$ji 
mittelmäßig, wteber^olt worben ift. 

Sn fetner/ fegon frü£ begonnenen, tön erffc im 
Satyr 1778 erfäienenen yiafiit, i)aupt[dd&lt$ burc$ 
hk in ßef fing'S Caofoon aufgefaßten fragen über 
ba$ SBcfen ber fronen Äünjle seranlaft, Ui ber#er* 



$5r. Sit. u. Äunfh 5Bö. I. ©. *45 u. f. 



293 

tet'n/ \vh in £z\\ % ta^men tcn, gtma<$jffrte gSjandje 
als &e$ifel {einet Untetfudjuna«! unb gfcmetfunoeji 

biente, glaubte er ben Unterfdjieb ber bitbenben obet 
tarfreUenten Äunjte auf tu mbtt>ibueHe 23er r a |ieben|eit 
bei tginnel, für ben 3^er ?-urt5c£;-ft arbeitete, crunten 
ju muffen, unb ging bemjufcige sen bem £rincip aus, 
baf baä @eft$i un€ nur ©efralten, bas @efu|l ittein 
^erper geige, unb tap aHeS, m$ gorra ifr, nur burd^'ö 
taftznit ©cfufl/ burd; ; a @cft$f hingegen nur gtädje, 
unb fcirat nic^t ferperli^e, fenbern nur fidSjUicSje Zbfyt* 
flache erfannt »erfee. S2cn bi :: aus 

£ e :r : d :e : / ersten i%m b ie S5 i l b £ a u e r £ u n fr 9 1 3 
S^r^eit/ bte Maleret aU Sraum: j.er.e trar 
i|-m ganj SarfreUung/ tiefe er$d£;lenber 
3a u 6 er. 

2(11 eine gorffc$un§, ober als eine Ätf öen 2ei- 
tenfrüc! gut §)lafHf Satin man ben ivften SfieÜ ber 
fttfifdjen 53 alt er befragten/ ber auSfdjtfe£fid| 
ber «Beurtl;::.. ..: £ac!con onge^kt £erbec 
afaubf« barin eine/ »cn E-effing cr.:e f c:;::. . 
|attptang SBtnfelma'n : i 

fen» Sie Seanfnx .: fe&t f::eeie~: .: grage: 

cb ber ^tloctet _t-e3 ©cp&cfteö mit G: 
leibe 1 ? fu^rt ^erber'n in c:e Kegfcnen bei: SSeÖ £> o- 
mer'f., nwfei et r;.:.nc';e ittige Xnftfyicn, bte man 
ren ben ©irrem beä cried;t!cl;en Sidrterä jjatfe/ &* 3 
tätigt, ©ine freiere 2(ufftqt eröffnet er be* Ätttt'ft 



. m 294: 

unb namentlich ber ^oefte, tnbem er unter onberm Uxi 
©ebraud) befttmmty fccn bte ledere von Um Cädjerlt* 
c^eiv ©cfctecflicfcen «♦ f. »♦ $u msdjen |»a6e«. 

Sag $ wette unb t ritte SS alberen fjat jur 
2£bftd)t, fcie ©duralen Älo^enS oufjubeefen/ ber 
ftc§ fcurd; (eine £ o inert fd) en §5 riefe (Epistoke 
Homericae), feine ©fyrenrettungen beS £ora§ 
(vindiciae Horatii Flacci), feine 2(bl)anblung : Über 
bie ©d;aml;afttgf ett S3trgtl'§ (de vereeundia 
Virgilii) unb einige anbere ©Triften , ein nid)t ge* 
ttnges 2Cnfel;n gu r-erfdjaffen gemußt fjafte, «nb über* 
oll/ wo von aftyetif<$ * literdrifd)en ©egenfianben biß 
SRebe war/ ftd) ein entfctjtcbeneg, btctatorifdjeg ttr* 
tr)ei( zutraute, allein bte SBlofjeri/ bte er ftd) burefj 
feinen feierten ©efdjmacJ unb burd) bte £)berflddjlid)t"eit 
[einer Äenntnifie überall gab/ unb rergebenS burd) ei« 
nen feef abfpredjenben Son %w verhüllen \\x$tt, waren 
f$on Cef fing ntd&f entgangen, unb Berber war ntc^t 
gefonnett/ $u fc^wetgen/ wo bie <Sac§e ber SBal)rl)eit 
tl;n laut jum Sieben auffoberte* 

2lbgefel;en von biefem polemtfc^en Steile be$ 
SBerfS/ ber nun, wo ber ©treit langffc r-oruber tjt/ 
ein geringereg Sntereffe tyaben muß, gibt au$ biefe 
@c$rift ^erber'g einzelne treffliche 2Cnft$ten unb SBe* 
merfungen über ©egenfHnbe ber ftritfl) 2Cefr&eiiS unb 
Ätiologie, tit nic$t allein fein richtiges Uxtyzil, fon« 



295 

fcern ou$ feine genaue -Stenntnif ber tter£Ügli$fien 
©eifreswerfe alter Nationen beurfunben. £)a£ manche 
Sbeen nidjt »ettig au^aefüfjrt/ fonbern nur flüchtig i)in* 
geworfen werben fonnten/ fcvadjte bie gorm unb ber 
polemtfd&e (Sfjarat'ter be$ SBerfS notljwenbig mit ftct>. 

23on #erber'S Angriffen gegen bte £antif$e $>$$• 
lofop^ie in ber COleta^ritif unt> ß at l ig one/ Me 
mit feiner fonfh'gen liberalen ©enfungSart im auf; 
fallenbjten (Sontraße ftanben, ift in ber «Biographie 
felbjr, unb jwar in ber legten ^eriobe »on #erber'S 
Seben nähere tfugfunft erteilt werben/ baljer wir \>it 
genannten SBerfe Iner, ber Sfaumerfparung fyäiUv, 
fugtfct) übergeben fonnen» 

2(u§ eben bem ©runbe fann %üi üon gwet feiner 
üorjuglidjcrn spreisfdjrtftei»/ ber 2Cbl)anblung über 
ben Urfprung ber ©prac^e, unb von ben 
Ur fachen bes gefunfenen ©efc&macfö bei 
»erfc^iebenen Rollern/ ^a er geblutet/ nur 
furj bie S?ebe fegn«. 

SSet ber ledern ttnterfuc^ung ge^t Berber »on 
ber innigen ffierbinbung au§, in ber ©enie unb ©es 
fc$mac£ freien , unb geigt nun an bem SSeifpielc »er* 
fc^iebener SSolfer / namentlich ber ©rieben unb Sftö« 
mer, \vk ber ©efdjmacf, wenn er ft$ einmal verirrt/ 
notljwenbig ftnfen mupte. 



296 ■ 

S2aS bie 2C6l)anbtung über ben Urfprung 
bei- ©pradje betrifft/ fo fyattt bk ^Berliner 2Ccabes 
rote nidjt leid}t ein Sljema finben Tonnen/ baS fidj 
für #erber'n melje geeignet fyattt, bem tk Jtenntnif 
fo- Bieter alten unb neuen (Sprachen/ namentlich audj 
ber orientalifdjen $u ©ebote ffanb, unb ber auperbem 
ber £)ar|reltung fctbffc bte natürliche Bziti ab^uge* 
»innen wufte. 2Cuf tiefe SBeife auSgerüjtet/ fonnte 
er bes (Siegel ben er errang/ fc^on im Voraus siem* 
lic§ ge&if fc$n. 

«SaS erfte 2ö6rter6ucV > fagt Berber bartn un* 
ter anbern/ «war aus allen Sauten ber SStlt gefam* 
melt. SSon jebem loncnben SSefen Hang fein 9?ame-$ 
bit roenfdjtidje Statur prägte t&r S3itb barauf ; fo wur* 
ben biefe tonenben Snterjectionen tk erften, unb fo 
jinb j. £5, bU morgenlanbifc^en ©pradjen ooll uon 
verbis als ©runbwurjel ber «Sprache, See ©eban!e 
an bte ©ac$e felbfr fdfjroefcte noeb; fcttttfcyen bem jban' 
belnben unb ber #anblung; ber Kon mufjte bk (Sacfje 
begegnen/ fo wie bie (£a$e ben Son gab: aus ben 
verbis würben, alfo nomina. 3)aS~ £;no nennt baS 
(Sajaaf, als <§d)aaf, ntcfrt, fonbern als ein btofcnbeS 
©efqjöpf, unb tnafyt alfo tk Snterjectton ju einem 
SJerbo. 2Ctte alte/ nutbe (Sprachen ftnb sott ton bte^ 
fem Urfprunge. — Snbem bk gange Statur tont, 
fo iffc einem ftnnttdjen Stoffen nichts natürlicher/ 
als bap fte lebt, fprtcljt,- l;anbeit. Sem mu 



297 

ben, ber ben $o$en prdd&tigen SSaum mit feinem 
©ipfel fiel;t unb bewunbert/ wirb ba§ SKaufdjen be3 
©ipfclö SBe^en ber ©cttljeit: er fallt nieber unb UUt 
am Unb in biefer ©efc^idjte beS finnlic^en SÄenf<$ett 
liegt baä SSanb, wie au« ben verbis aomina werben/ 
«nb ber lei^tcjle ©rfjritt gur 2TbjTract:on. " — 

golgenbe 2Cnfi<$ten $erber'S über Ärtttf im 2CU* 
gemeinen ftnb %u $arafterifttfc§ / aU bap wir il;nen 
nidjt Ijier fälüfjlidj eine ©teile cer36nr.cn follten *). 

«Mangel an Äritif fotlte W Äran!ijeit nic§t 
fe^n , an ber ber £5eut;dje litte. Unfre 5angfam?eit, 
unjre ruhige Uebetlegung madjt un§, bd<$f id), %u ge* 
bctenen Äunjrrid&rem. — ©0 brachte kalter mit* 
ten unter fiurmifdfjcn gactionen an fdjmates Sßlatt 
beutfdjer Ärittf unter Un ®dju£ einer ©ocietät 
ber SB tffenfc^aften felbjt/ unb grünbete tym 
baburcfy nid)t nur Unpartijeitic^Heit/ SSilligfeit unb 
©leidjmutf)/ fonbern aud) Sljeilnaijme am Fortgänge 
be§ menfdjtic^en @etjre§ in allen SBeltgegenben unb 
©prägen. — £)ur$ Nicolai, Sttenbel sfo^n unb 
Sefftng fing bte fSibliotfytt ber fronen SQSif* 
f enfdjaften/ burd) ifyn, SEenbeUf of)n unb 9li* 
cotat/ fingen tfc Sitera tu rb riefe an, unjtreitig 
mit einem Urteile son feiner äSeftimmtljeit, in einem 



*) SDlatj fe&e öie SBetf* 'sur fc&öir» Sit. u. Äunft. 55b. VIT. 
©. 401 u« f* 



298 

Qtöfern Umfang uon Sbeen unb einer fd&arfevn ttn* 
partljeitfcpeit/ als e§ früher ber gall gewefen war. — 
£>te ßiteraturb riefe/ gu welken, nadj ßef fing'S 
Entfernung/ 21 bbt beitrat/ fyatm babura) "einen meit* 
liefen ©djritt weitet'/ bajü fte bei frrengem Säbel felbft 
oft eigene beffere Sbeen entwickelten, unb in ber ge* 
wagten $orm einer spriratcorrefponbenj feine £5ras 
fei ber SBelt fe^n trollten. Cef fing infonberljeit 
war ein befcfyeibener, gegen anbete, auc| wo er e§ 
irifyt fegn burfte, ein nacfygebenber Sftann, unb SDlen« 
fcelSfofyn/ wenn tfyn bie jünger ber jel;nten neuem 
§>$ilofop§te als $>!)itofopijen gan& jum ßinbe werben 
gemacht' §aben/ wirb in ber pljitofop^if^en Äritil 
■•sDeutfd&lanbs lange nocr; als ein faßbarer/ serbienter 
> ( S?ame gelten. — 

«Sie Äritiü o$ne ©enins ijl freiließ nichts» 
Sftur ein (Senie fann baS anbere beurteilen unb lelj* 
ren. «Kur ber, ber felbjl Äenntntffe f)at unb .Kräfte 
jeigt, fann Gräfte weefen/ unb Äcnntnijfc beforbern. 
— Uebcrljaupt aber glaub' i$, bap, bem (Straffer 
unferer Station naclj , tk Äritif burcljauS beleftrenb, 
forbernb, gutmütig/ ljuman feyn müßte* 9?ur 
auf biefem SSege fann fte etwas / unb würbe viel 
errei$em ,) — 



299 

gerbet crt§ Geolog* 



iU/ > fagt «gerber *), «tjl gewiffermafjen 
tte liberale von allen SStffenfdjaften; eine freie @ot* 
tc^gabe an'S 9J?enfd;engefdjlecijt, tie biefem auc§ $u 
allem liberalen @uten ber Scrnunft, einer eblen Zw 
genb unb 2lufflarung geholfen. Sljeologen waren bte 
SSater ber Sßenfd&enwrnunft/ beg Sftenfcljengeijicg unb 
SRcnfd|en{;ecjcn§. ©ie erjlen Sßeifen, bte etften ©es 
fe^ge&er unb Sinter gingen aus biefem ^eiligen Jgain 
au§; unb oft nur fpdt l)aoen ftdr) bte »erfcfyicbenften 
unb ftorjien SSiJTcnfdjaften aus ber alten Sljeelogie, 
wie bie gruc^t aus ber £noS»e loSgewunben. SDBavum 
fottten wir ung nio&t biefeg Urfprungg freuen/ unb mit 
all' bem $eucr/ mit all' ber Siebe, womit £icr;ter, 
^ropfjeter»/ SBeife beg 2Cltertl)umS t§re fjoljen SDBQ^et* 
ten, oft mangelhaft genug/ ber ISelt funb traten/ 
tiefe je$t in einem retnern ßic^te/ in einer ebtern SSe« 
geijterung lernen unb lehren?* — 

SÖie fe$r es £erber'n mit tiefer Sßegetjlerung 
(Stnffc war, fiel)t man aus ber nidjt fleinen §Ret$e 
von d;rijili<$*t$eoloa,tfc§en (Schriften/ tk er ber SRafy 
weit als an l;eiligeg Sermadjtntfj üoergeben. 



*) 2fn ten «Sviefeu ff&ct ÖciS ©tubiuro bevfJbcn. Sfeet! HT, 



300 

©$on bur$ feine amtliche Stellung, als $rebi* 
ger unb SerBünber beS (S^riftentlwmS, mochte ftd) 
£erber gewiffermafen üerpfticfytet galten/ neben feinet: 
rein prafiifdjen 5£I;atigfett, auc§ in t^eoretifcljer £in* 
fi$t feine 2Cnft#ten öffentlich au^ufpredjen. 2(6er fein 
©eiffc fonnte, -als er ficfy in eine von t|><m bisher un* 
befugte Legion wagte, ntc^t fflaüi(c§ an bem blofsert 
S3u$ftaben Ijaftcn. S3or allem fal) gerbet ft$ geno« 
tl)igt, tie lahmen Ärütfen einer $ermeneuti! unb RxU 
tif ber fettigen Urfunben, wie fte in ten 7oger 3<$ s 
ren, wo er guerft als ti;eotogif$er @d&rift|reUer auf* 
trat, SKobe war, son ftcfj *u werfen *). SßaS bk$ 
im Gringelnen §ur $olge Ijatte, barü&er fann l)ier eben 
fo wenig umftanbticl) ^k Sitzt fe^n, als es fidj in 
t>em befc&ranften SKaum biefes SBerfS genau bartljun 
lafjt, was burct) feine Schriften, t>tc i>atb eregetifc^en, 



•) SO? an t>erg!. Die ©djrift: 3- ©• fc» >£>erDer')? (Dogmatil/ attf 
Defifen ©cbritten Dargeftellt# unb mit litecarijcben unD Iritis 
fdjen 2lnmerfungen oetfeben ioon einem g-reuuDe Oet* £er; 
Derfcbeu ©noft'S. 3ena 1S05. ,,(£in üoliftauDtgeS DogmatifcbeS 
©nTteui/ " bemerft Der herausgebet; (4?r. Q3rof. Qingufri) 
in Der SSorreDe? //Darf man bei JjberDer'n n i et) t Hieben- ©ein 
freier (Seift fonnte ftci> md)t imterbalb Der ©djraufen Def*| 
felben galten. — ©eine feböpfenfebe <Pbantaft'c ri§ il)n mit 
tnmotDerftebltcIje« ©eroalt üon einem ©egenftauDe jum an» 
Dem fort, unD binberte Die ftete, falte itnterfuc&un.q. ©eine 
SftetboDe, Die ebrtüliebe Sogmatif ju bebanDeln/ war loeDet 
Die p&ilofopbifc&e, nod) Die eregetifebsbiftorifebe/ fonDem 
eine, aus beiDen iufammengefe&te," — 



301 

halb met§ebtfcr)*:pra?tifcr)en Spalts / ober aud) . S3e« 
weife feines geifHitfjen SKebnertalentS fuib, gewirft ober 
gewonnen worbtn fep. 

Um tnbep ^ecbet'S 2Cnfit$ren, ben Umfang feiner 
Äenntniffe, fein tiefes unb reines ©efü^I für bk ©acrje 
ber 3Renf(§&eit/ mit einem SÖorte, feine gange Sn* 
bioibualitdt au% in tiefer ©p&are fennen gu lernen/ 
muffen wir wenigfhnS einen flüchtigen Stic! auf tu 
Bor£Ügli$flen feiner t^eologifc^en ©Triften werfen. 

Sn einer ber frfi&eften, ocm Safyre 1773/ tm 
©riefen jweenerSünger in u n f r e m <S a n o xt, 
gab vierter burd) tu aus Gfpip^aniuS gefammel* 
ten £)ata über bie ©efte ber 9? a fordet*/ ü;ren 9?a* 
men, tyvtn ©tauben / t&re ©ebrductje u. f. w. fd^örf* 
finnige Erläuterungen ju einer triftigem 2fnftct)t bes 
SriefS Sacobü Ungemein $avt unb innig iflber- 
G>t)arat"ter btefeS 2TpofteXS gefdjilbert, unb mufter^aft 
.fcte Entwicklung beS ©eifteS/ ber in bem genannten 
SSriefe mf)U 

ebenfalls eregetif^er 2frt/ roie fc>)on tu Ueber* 
fdjrift anbeutet/ finb £erber'S Erläuterungen 
gum 9?. S. aus einer neu eröffneten mor* 
genldnbifdjen Quelle/ 'tfcUfjp üorjuaticr) tu 
SB riefe spetri unb ben SBrief beS SubaS betreff 
fen unb aus bem 3enb*2£üejta gefc^opft finb, Siefe 
QtityvH Interpretation barf man §ier eben fo wenig 



302 

fucgeit / ■ atd in feinen übrigen ecegetif^en ©djriften* 
(So ffnb me^c pfyd&ologifdje ©ntroicfielungen aus tem 
©etfte bes ©d&riftfteUetS/ mit t>em ^erbec ftc^ 6e« 
fcpftigt; t)ie unb ba au$ wo$l aus feinem eignen 
©eiffr Qefroffcn. 

©as eben ©efagte ftnbet au<$ frei beut 25u<fre 
tjon bec guüunft beö £eccn, ba§ au$ ben St* 
feÜ: Sharon mtfya (bec £ecc fommt) füfyct, feine 
sötte tfnwenbung. ©tgl unb 2Cu6bcuc£ ftnb $iec fo 
blüfjenb unb eeiet), wie ütettetdjt in feinem anbecn 
gßecfe ^erber'l/ bejfen rege ^antaffe fc^on bec ©es 
genftanb fel&jr/ bte poetifdje ©aeftettung bec tteegegen* 
wdetigfen 3u£imft be6 £crvn, nad) bec Offen 6 a* 
tung 3>o$annt$, ganj \)or&ügli$ in 2Cnfpruc§ nef)* 
men muffe. Stfuc .gecber'ö ©efß&l unb celigiofem 
©lauben wac e§ möglich, ttn in fcul;erer unb fpdte* 
cec $ät fo oft miftoerffcanbenen ©eijr bec 2Cpoca* 
typfe fo cein unb richtig aufgufaffen / atö e§ f»ter ge* 
fc^je^en ijr. 

2tf§ eine litt uon £)ppofttion$f$cift gegen bte 
bamaligen 3Cuf!idrec muß man bic im 3- 1774 ecfd&ie* 
nenen gunf$e£;n %>xovin%ial1>latUt an $Pce* 
bi gec befragten/ t)k in einem fedftigen, netnbctns 
genben Sone, bec inbef mdjt feiten ^eftig unb Utim> 
fc^aftlicfy wieb/ gefc^cte&en ftnb. 2tt>ec £ecbec glaubte 
ftä) einec tfufftäcung ecnftti$ •entgegenffetten gts mwf- 



303 

f«t, wctdje gu ^Cnfan^e ber 70ger Sa^rc ba§ $$*i« 
ffcentljum al§ pofttioe Religion nidjt langet: gelten laf* 
fen TOollfe. Sßenn biejj SSer!, fo wenig es £>rt§o? 
boren unb .^ereroboren eigentlich gufagen konnte/ ben« 
nod) zin ntdjt geringes spublifum fanb, fo lag ber 
©runb baoon unftreitig in ber an^enben 2Crt/ ttne 
gerbet ben ©egenjlanb aufraffen geraupt/ unb mit 
fefier, inniger Uebergeugung lilar unb lebenbig bärge* 
ftellt t)atte. 

(Seine S3 riefe über ba$ ©tubium ber 
Sljeolcgie fdjltefen ftdj, i&rem Sntjalte nad)/ ber 
ebenfalls metfjobtfd; - praEttfc^er 2Cvt if, an jene §)ro* 
»injtat&lätter an, fo fel)r fte fict) aon tlmen burcr) 
ben gemäßigten/ rjerglidjen Son, burdj milbe/ liberale 
©eftnnumgen unterfdjeiben. 2(ber ber ©egenflanb war 
in biefen 33 riefen freüid) audj ein gan§ anberer* 
Berber wollte bavin junac^jt jungen Geologen eine 
2Cnweifung geben, wie fte itjr «Stubium mit bem befhn 
(Srfolge treiben, weldje SSerFe fte bemnad) üor^ugSweife 
lefen, unb wiz fte überhaupt btö fßebeutenbere be§ 
tfycologifdjcn SOßiffcnS von tim minber Sßefentlidjett 
fxreng fc^eiben füllten. SJor allem anbern empfiehlt 
«Berber bringenb baS (Stubtum ber SSibel. £)afj es in? 
bejj in biefem Sßerfe ^etneSwegeS feine 2(bftd)t war/ 
eine solljHnbtge Sftetfjobolcgie ober umfaffenbe #nleis 
tung gum ©tubtum ber Geologie gu geben / baoott 
«bezeugt man ficj) bei ^m erjten SBlitfe. SSaS £er* 



304 

ber fyitt gibt, ftnb einzelne Briefe, gletdrfam gelegene* 
litfj, balb ub*r biefe, balb übst jene SDfaterte bee t^eo* 
Icgifc^en (Sfubiuw.3 getrieben. (So unter anbera 
über bte ©leid?niffe ß^rtfti, über bte tyata; 
p trafen unb (Semmentare beö neuen/ über 
einzelne SSucfyer b e g alten 3 e ft a m e n t §, 
über bte §ebraifc§e (Sprache im allgemeinen, 
unb tn wie fern ftc§ bei: ©eniuS berfelben $ut £>iti)t* 
fünft eigene. 

©ine weitere 2TuSfü$rung gab Berber biefer Sbee 
im 3. 1782 in feinem f$a§baren SÖer! com ©etffc 
fcer l>ebr a ifcfyen §3ocfie, @$on feine Üftatur 
unb eigentümliche SDenfwetfe, in ber ein gewiffer 
£>rtentaliSrnus unmfennbar lag *), mupte ti;ny bei 
einem fottgefe|ten ©tubtum ber crientaltfc^cn (Sprache 
unb (Sitten/ cor tuten 2Tnbern eignen, in einem 
SBerfe, wie baß genannte, etwaö" SSovgügli^eS gu lie* 
fem. £)abutd), bap gerbet 2ltleg tfit* unb ortge* 
map entwickelte, erhielt baä S23er! no$ eine Ijoljere 
SSollenbung. S3on ber, in bem erflen Steile beobadj* 
teten bialogtfc^en gorm wic^ er in tem folgenben ab, 
melleicfyt aus feinem anbern ©runbe, als weil fie ber 
Äurje unb £>eutlicfyt"eit fajabete , o§ne biefen Mangel 



•) Sttfö.nö fäübtit ifjn einer feiner ©cijuler uni> SBerefjre?/ 
Det JDte&ter Sftntocfj ( qeb. 1765 ?u <libiv,Q, fleft, ju 3Ban 
fc&au 1804) in feinen 2!naleften (©orli§ 1304): „jOriens 
tafjfcö im ©inn/ sttec&ifdj an Söilöuna öe$ ©inöö." 



305 

bur$ ein 6efonberc§ Sntereffc gtt vergüten. 2ÜS eine 
fProbe, wie ^erbec m ben eingeritten Ueoerfe^ungen/ 
fcem ÄUgegefang £)aoib$ um feinen 
greunb Sonat^an/ bem £rtump|)gefang 
£)ebora|)'6 u. a./ben Orientalen ©eiji $u treffen 
wupte, fte^jc $ier fcie' StocJ&ttbung beS 42flen 
ffafms : 

K S2Sie ber £irf$ ft$ feinet na$ SSaffetqueUen/ 
©o frf)ma$tet meine ©eele, (Sott/ na$ bir; 
(SS burfict meine (Seele f>tn na<$ (Sott/ 
Slart? bem tefcenb'gen ©ott, 
SBann werb' ic^ Bieter kommen ,, 
Unb ©ottes 3Cntlt| föau'ii ? 

Sangffc mxen meine Alanen mte 
Borgens unb 2(fcenb&rob; 
©a Sag fuc Sag man gu mir fpra^p 
SöaS f»ttft bir nun \>än ©Ott"? 
JDa ba<§t' i$ benn — unb -fXofr in S^ranen ttott — 
SBte t$ «injl audj ju ©otteS Sempet ajng/ 
Mitging im Raufen Subefober/ 
Sanfffngenber im lauten/ tanjenben (Stjor. 

S33a§ gramfr btt t>ic^/ mein 4?er$/ in mir/ 
Unb po$fr unruhig, .auf? 
©«carte ©Ott ! 2Tue(j t<$ teerb' ii)m nodj banfett, 
S^m, meinem fetter/ meinem ©ott! ~ 
20 



306 

ttnb benno$ qtamt jt$ meine ©eete noc&I — 
@o will i$ tonn audj §tet' an bic& geben&n, 
4?ie*, gwtf<$en SSc^ö unb ©trom, 
2Cm Sorban unb ben £ügetn Sifcanons! — 

£ie §23oge bott fn Soge taufet! — 
®te tauften mit/ wie beine (Strome, $u! — 
Senn atte beine SOSogen, beine ©tvome 
©ingen fön mify fyinl 

Wnb bod; §aU mtdj am Söge no£§ 
2Cuf*ec&t 3ef)0tta|)'s #utb, 
Wnb in bet: 9?a$t tjt no$ fein ZUb mit mir, 
<M>et ju meinem, bem Je^enb'gen ©ott*)! Ä — 

3)ttt$ einen teifen 2fnftrt(3& son fOZ*)jiici6mu§, 
bec jtc&/ wie eine jarte ^utte, itm ^ecbet'ö <$riffc- 
lt$e <S$Hften gfe^t, tyaben biefeifcen ni<$t$ t>on 
tfyrem Sntereffe verloren, wo|)l aber ^ot bie Sarfiels 
lung baburcty ofterö eine gan§ eigne SBürbe ge*_ 
wonnen* 

Sn bes f$on 1774 geriebenen 2Cb§anbtung: 
SSon ber ©abe ber ©ptac&en am erjren 



*) einen tvefflidmt €oramentac §u ber ©c&flöecmtg ^ebotoal)^ 
( $f. 19. 25. 211.3.) fliebt Jjbei'Det'S Gji'saölunq : Sie ©e ; 
fange Des Stfacöt (Sevftv. $5iart. ©omrnl. 3» ©. 272.) SÜMn- 
fcer.gl. 3 ufti'3 Blumen alt&e&sätfäje»: Sic&tfunft. @ie§en 
1809. 5öö. i» ©• 143« 



307 

<$rf fHidjen ^fingltfeffc, womit fytUt'im 3, 
1794 bte 3?et$e ber c&riftlid&en (Schriften «5 
öffnete, wirb bte gräge: iüQ§ biß Suben unter 2Cu8* 
fiiejnmg beö Ijeiltgen ©etjteS »erjran.ben / rein p^ttolo« 
Qif(§ öuö bem (Sprachgebrauch beS alten £ef!ament§, 
tmb nad) ben serfcfjiebenen SSebeutungen bcö SSJotrteg 
©eift beantwortet, unb fä;lüfltc$ gegeigt, bop mit 
fremben jungen «eben nichts anbcrS |'effe, als einen 
neuen geiftigen ©inn/ eine neue Auslegung unb #n* 
wenbung bes @efe£es finben» 

3n ber (Schrift: 83 on ber 2f uferfreljtung, 
als ©tauten, ©efcfotcfjte unb ße^re (1794), 
»erbient sor&ägtf^ bie intereffante 2fnftc§t ljemrge|)o* 
fcen ju werben, wie ber ©laufte an 2Cufe.rjie$ung , bie 
Hoffnung eines fünftigen SebenS, gleicf}fam all ein 
freiem @efc§ent", einfd)lieft> baS Sftemanben aufgebruns 
gen werten, baljer aber auclj über jeben (Spott er* 
gaien fe^n muffe. «S£o irgenb ein ©emüt$, 8 fagt 
Berber, K fic§ ber greunbfc&aft unb (SinneSoerwanbf* 
fd)aft feines (SrloferS in allen feinen Hoffnungen er« 
freut, unb an ber <$riftK.$en #arfe fingt: 5$ weif, 
baf mein <£rlofer lebt, tdj werb' iljn wieberfe^en — 
warum rauften tfnbere barüber fpotten, für mlfyt 
biefer Srojt, biefe Hoffnung nfc^t qzmafyt ijt? <§uc$e 
jebsr feine SBlume, wo er fann; nur taffe er biefe be* 
müßige SSlume auc§ blühen in tyxm %UU.» — 
Gsinen gleiten $lan unb 3wec! verfolgt? .per* 
20 * 



308 

ber in hm Uihm (Schiften: SSom @rlofer ber 
5D?enf$en, na# ben bret erfien (goange* 
Hen (1796), unb: SBori' ©otteS. ®o$n, ber 
SBett $eilanb, vuel^e ein So^r fpafer tv 
feiern Seibe ftnt> füglicfj als ein ©anje§ $u bcttac^i* 
ten, baS ntc^t getrennt werben barf, Sßie #erber 
in ber erftgenannten ©d&rift na<$ einer x>or$ergegan* 
genen ß^araftertfitf be§ jübifdjen SSoltes, tnfofern fte 
auf bte Hnjtdfot ber (goangetien SBejug fyat, aus tiefen 
htn ©lau6en $er$uteiten unb ju fcefejtigen fuejt/ ba^ 
Sefu§ ber ©ofm ©otteS, ber erwartete (5$rtfru5 feo: 
fo ftaben wir ben ledern in ber jwette« '©djfrtff/ 
na$ S'o^anneö Sbee, als Wirten ber 23olfer, als 
Quelle ewiger (Seligkeit, mit (Sinem SSSorte, atö 
SSSe^ettanb bargefhllt. Siefe Sbee be$ Soljan* 
neS, bie au$ Paulus ttyi\t , folle man, »erlangt 
Berber, fehlten / unb l)ienteben im Sttenfd&geworbe* 
wen ba$ ©ottlic^e gu ernennen fudjen, m$ ans er* 
fennbar / unb/ mit So^anneS Borten, ©nabe unb 

SSerfdjtebene irrige SJorfrellungen unb S3egrtffe, 
bie man üorgüglicfy mit ben ©teilen beö neuen Sejra* 
ments vcrfcanb, wo oon hm ©aben, htm % mt 
unb hm SS ir Zungen be§ ©etjteö bte 3?ebe tfj, 
glaubte Berber in einer eigenen 2Cbtyanblung beric&ti* 
gen §u muffen. @te erfd&ien im S. 1798 unter bem 
&itt\: gjom ©eijl bes <5$*tjtent$ttme» Sie* 



309 

Ut ©etft Ufätaxfit fi$, nacfj #erbet'$ 2fnft'$t/ ttt<$t 
auf eine tobte $orm, auf ein blopeö ©eremonieU'/ gu 
bem bte SOZofcufdje Sfietigion ^erabgefunfen war; et 
greift sielmeljt: in bte ©efinnungen unb £anblungen 
ber SRenf^en lebhaft ein/ unb ift eben fo fefyr ein 
$etnb bei (Sftasenftnneg, bes 4?affe§, ber 3ttrietra$f, 
ber tumpfen Sräg^eit, att et auf ber anbem (Seite 
gm^eit/ S^attgfett unb Siebe überall gu forbern fttebt. 
SDHt einem gemeinfamen 35anbe, burrf) eintragt unb 
gegen fettige 2frf)tung gefnüpft/ wünfd&t er fcte gange 
SDBelt ju umfcljlingen, unb in bem SSSofjt aller ba$ 
©lud; be§ ßinjelnen befto fefter gu begrünben. 

Sn ber 2(b$anblung: 23on Stetig ton, 8e$r-« 
metnungen unb ©ebrdu$en (1798)/ womit 
fttf; t>tc SRei&e ber djrtftltc&en <Sd;riften fc&lteft/ 
wünf^te Berber baS (§t)rifcentt)um in feinem utfprüng» 
liefen ©eijl unb in feiner einfachen SSürbe barjujhllcn. 
35a3 SBefentlic^e unb 2Cuferu>efent(id^e ber Religion ifi 
bal;er burc&sangig fcfyarf üon einember gerieben. 4?cdjfr 
£ßtti$ ift bie JCnffJt; tl: £ ren Den eeicen ftm* 
fcoltfd&en ^anblungen b?§ S^iftentjjHung / ber Saufe 
unb bem Kbcnbma'gl, gibt, welche beioe, nad& 
feiner 2fn#$t, ba$ austrügen, wa6 eigentlich unb 
eingig SReligvon ift, namlify «-gewiffen^ af te 
Serpftidjtunö, ftdj ber @a#e ber sDZenfd^eit rein 
unb ganj, mit ber geimpften jtöterjt^t beö fro^eften 
(SrfolgS &u »gtfien.? — [Damit £ing auefj feine: ^of* 



310 

nung unb innige Ueberfceugung fcufammen, baf? bte teine 
ß^rijtuSrettgton' nie untergeben Jonne. «Sn aller 
Steffen £er&en tffc fte gefegrieben / " fagt Berber, 
«obwohl mit Unraty überbeut, glänzt i$re ©ccjrift 
$erüor/ unaustilgbar/ unüerfatfcljlicr). ©ieljetpt: ©e* 
wtff enfyaftigf eit in allen menfe§ Itctjen 
$PfU$ten, reine SOUnfdjengüte unb ©rag* 
muH;. £)er 3So£l)eit felbft unüberwinbbar/ ber ter* 
a^tenben Bernau) unbejunnglicfc, tjt fte auf ©elbft* 
Verleugnung gebaut, unb wirb in jeber SSejiefyung 
nur bur$ biefe befejh'gt» — £)b Riebet ber Sftame 
@|)rij?i ßitaneimafig genannt werbe/ tjt bem (Stiles 
ten gleichgültig, fffier ©djlacfen som ©otbe gu unter* 
freiten vermag/ witb fid& nic^t irre machen laffen/ 
unb ben gelben ber Stfenfc&engüte / ben flilleften 
SSo^ltljatcr feines ©efdjlec^to in feiner ZU, b. $. 
fdjweigenb unb na$a£menb e^ren«. Um tarnen 
(S^rijtianer/ ber öon ©riechen Um <5&rijrenooll 
cti$ einer ©efte gegeben waxh (2Cpoflelgefcfy. 11/ 26)/ 
liegt wenig. ®et)e biefer \xnitt ober bleibe. SBie 
nannte ftdfj (S^rifiug? £en 9ttenfcr)enfo|)n, b. u 
einen einfachen reinen Stoffen *). S3on ©d&lacfen 
gereinigt/ fann feine Religion nic^t anberS/ als bte 



*) Sföan üetgl. öamit folgende ©teile fi&et €&vifru3 in Den <DtOJ 
totniiolblättetn (©. n3)« // €t ifr in ollem «ötuDei-/ innt« 
sev, ijcinj enippuDenöei-/ »o6««c 9ftenfc&/ als folc&ee allein 
unfe« gimjel/ glei$btWge€ 23m&üö." 



J 



311 

[ [Religion seiner SKenfc&engüte, Sttenf^enreligion 

Son ©cftnnimgen tiefet 2Crr geitgen auct) feie 
erl)e&enben, reine grommigfeit atl)menben sprebigten 
4?erber y S/ benen ber @i)aröfrer ber altern treffli^en 
«£>omilien eines @I)r9fotromuS unb S5afiliuS 
J) CS ©rofen aufgebrüht ijh 3ttel)rere berfet&en 
ffnb nfc§t unpaffenb mit bem tarnen moraltfctjer- 
(Spoyoen fce$ei<$net rcorben/ inbem Berber bte £)ar* 
jMung beS Kampfes / ber, unter unb in ben £0?en? 
fctjen wolmenben £>amonen, mit allen i^ren innern 
unb äußern Stagnationen bis gum enifc^eibenben 
©d)lage fortfuhrt. Sn anbern »erfülle er einen 
SRuc!- unb SSorblid in fccffere f>eiftger« Reiten gu wer« 
fen, unb uns an ben £>rt unb in bie §iit/ wo SefuS 
fjanbelte unb litt, gu »erfe§en *)♦ 

©in f)c$jr cl)aralteriftif^er £ug biefer sprebtgten 
<jr/ baß fte oljne 2CuSnal)me oon allem ©eftengeifl frei 
finb. GS rcar ^erber'n gunäc&ft bavum gu ttym f 
Äenntniffe in ber Sieligion gU verbreiten/ i)amit man 
btefel&e, als ergieße r i» ber gefammten §Dcenf<$l)eit/ 
als baS EflitUt gur S3erüoHfommnung, als Syrerin 
in Un zweifelhaften Sagen beS SefcenS, unb als Srcjr 



*) SÄati ttergl. J&er&ec's S&aniftetiftiE von JDans unb ©tu* 
b « t. Seipjig iSos- ©• 8o» 



312 

im 2eiben 7 lieb gewinnen möchte* Vim h\fy hü bet 
SRenge (Singang gu ftnben, glaubte fetter fid& tu. 

. feinen $>rebigten ber einfachen (Sprache beS f$lic§ten 
Sftenfc^enoerftanbeS bebienen ju muffen. SRur baburef/ 
bafs er ftcr) olles oratorif^en (Samuels enthielt/ wac 
bie bcabftcljtigte SBirfung, üebeS unbefangene ©emüt$ 
ju rubren/ erreichbar, unb l>c$fr wafytfrfjetnlicfj lag 
hierin großenteils ber ©runb, wtyalh biefen ^re? 
bigten, fo mächtig t$t Gffeft für bm war, ber «ger* 
ber'n fel&ji t)orte, »on ben ^omiletüern im Kltgemeu 
nen nie ein ausgezeichneter Söert^ beigelegt warb. 

<SS tffc l)ter BteHetc$t ber Ort/ fd&lüfjltdj einige 
SBemerfungen über £erbei'S Schreibart im allgemeinen 
beizufügen. Sftic^t in gleichem ©rabe, wie in feinen 
eben erwähnten $>reb igten, fonnte er baS tyotti* 
ftfie, baß in feiner (Sinnesart lag, in bem Ui wei* 
tem grofern Steile feiner in sprofa abgefaßten Sdjrif* 
ten verleugnen. Sie ^Begeiferung, üon ber er ftcr) ju 
trgenb einem ©egenf!anbe ^ingerifien füllte / ließ tyxi 
nid;t auf dngftlicrje .unb forgfam prüfenbe 2CuSwa|)l 
ber einzelnen 2CuSbrucfe unb SBorte benfen, unb nur 
fein feines ©efüt;l, fein richtiger ©efdjmacf fonnre tyn 
»or bzm eigentlich Unfd)icclicrjen unb Unju.laffigen be* 
wahren. 2)a£ ber ^duftge ©e&raud& ber $rage, 2fpo- 
jlrop^e, dUtpfe unb anberer r^etorifdgen Figuren geuer 
unb ZtUn in feine ßompofittenen braute/ wollen wir 



313 

nicftt leugnen ; tnbef muffen wir bod^ auf ber onfcetn 
©eife gefte^en / baf? es md&t feiten auf Äoj!en ber 
Älar^eit unb ©eutlid&!ett gefcrjieltf. ® ßr ©tunb ba* 
»on war fein anberer, als weil bit $p§anta|te ftdj 
gleäc^fam o$ne fein SStjfen in bte ©ef^afte beS 23er* 
ftanbes mifc^te, unb t§m auc$ ba, wo er eigentlich 
ganj ru^ig feine Meinung fagen wollte, fän f altes 
Urf|ctl erlaubte» 

©eljr bemer!li$ ifr ber ttnterfdjieb jwifc^en #er* 
ber'S früherer $)i'ofa, wo eS feinen SSegnffen-unb fei- 
ner ©arflellung mitunter an eigentlicher SBeffimmtljeit 
unb &taxt)tit feljlt, von ber fpatern, batb nacfj feiner 
-2Cnfunft in äßet mar, in ber fitf; ein gelduterterer 
©efctjmacf jeigt, ju bem er ft$ bur# baS ©tubium 
ber grient [cljen unb romifc&en (Slafftfer £erangebilbet 

2Tber auc^ in biefer ^eriobe könnte er ftdt} nie 
ganj beS fcu häufigen ©ebrauc&S ber Silber unb SJJe« 
tapfcern enthalten/ bt« freilieft feinen Reflexionen, felbffc 
\>a f wo man tarnen nicf)t benimmt, etwas ungemein 
(SrgretfenbeS unb .ginreifenbeS gaben, mag noefy burc$ 
ben fteten 2Cbel ber ©ebanfen unb ©efinmtngen, ber 
ftet; in £erber'S <£§xi\ten auSfpric^t, etfytyt warb» 
$aft alles, was er fagt, ijt au§ ben Siefen feines 
eignen geiftigen SebenS gefcfyojpff, unb erregt bur$ le* 
benbige SBa^t^eit ein eben fo ungeteiltes Sntereffe, 



314 

als 4?ert>ec'n toe woraUfc^c Senbenj jur <£&re gereift, 
tie et ofyne 2£u6na§me p allen feinen (Schriften mit* 
braute/ unb welche fd^on an unb für ftc§ tl)m in bin 
bergen aller 3?ebli$en unb ©utöcpnnten ein fclet&en* 
fceö Senfma^t fcujtd&cnt muf» 



S15 



Don $erber ? 3 ©cfyviftem 



1) ©efang an @«rug. 20t£ bem #ebratf$en überfe|f. 
©*♦ Petersburg (ÄomgSberg) 1762. 4. 

2) Heber bte tffd&e ÄomgSbergS; ein Srauergefang. 
ffltftau 1764. 4» 

3) Fragment jweener bunffer 2tbenbgefprä$e. Äö* 
mgöberg 1764. 8* (au$ in £Io|en$ beutfc|er- 
S5ibltotf)e£ ber fronen Söiffenfdjaftcrt, SSb. 6t. 1* 
©♦ 162 a. f. 

4) 2>er £)pferpriejtet $ ein 2tttargefang. Gbenbaf* 
1766. 8. 

5) 5ftad)ri$t tjon einem neuen (Erläuteret ber §et(, 
Steietntgfett. (©. fr ©teuber.) 1766. 8. 

6) lieber b£e neue teutfdje Literatur» £>ret gragmente> 
SRtaa 1766 — 67. 8. 

7) .gaben nur noc& je|t ba§ ^ubttfum unb SSater? 
lanb bet 2Clten? ©benbaf, 1766. 4* 



ai6 

8) lieber Stomas 2C66'tö ©Triften; ein Sorfo ton 
einem ©enfma^l an feinem ©rabe errichtet. SSev- 
lirt 1768. 4. 

9) Ärtttfd&e SDSdtbcr- S^tga 1768 — 69. 3©t. 8. 

10) 2Cb§anblung über ben Urfprung ber Sprache. 
«Berlin 1772* 8. 

11) tfettefte Urfunbe be§ SKcnfd&engef^rc^f^ S^i^a 
1774 — 76. 2 25be. 8., rcoüon ber erjte 3 £§., 
ber zweite ben 4. entölt.. 

12) 2Cn §>rebiger ; funfoe^n spmtnji'atblatter. 1774.8*. 

13) 2üt$ eine ^tlofoplne fcur ©efc^tc^fe ber SSifbung 
ber 5D?enf$|seit; SSettrag §u Dielen ^Beiträgen be$ 
3a$t$unbert§. 3?iga 1774. 8,] 

14) SBrutuö/ ein Srama jur Sföuftf. 1774. 8. 

15) SSriefe gweener S5rüber Sefu { n unferm Gancn. 
Semgo 1775. 8. 

16) SBte tie TitUn ben £ob gebilbet. #annoser 
1775. 4. 

17) (grlauterungen |um leiten Sefhmenfc aus einer 
neu eröffneten morgenlanbtfd&en &uel*e (bem 
3enb*2C»e|l). $?iga 1775. 4.' 

18) Urfa^en be3 gefunfenen ©efdjmacfg bei ben t>cr« 
fr§tebenen 23olfern, ba er geblutet. fSnlin 1775. 
8. 9?. 2C. Setiin 1789. !(. 8. 

19) QzUtam (Bxabma$)l ber ©rafin son @<$aum&urg? 
Sippe, ©tab^ajen 1776. 4. 

20) Sieber ber Siebe/ ^it ätteften unb fd&6nfren be§ 



317 

2Ro*genfonbe§, nebjt 44 alten SDtfnnetfebewn Set> 
Mö 1778. 8. 

21) SSolÜHeber au§ bem (Sngltfc^en, ©äfjottif^en, 
©pantföen, ßityautfd&enu.f.w, fietpj, 1778— 79. 
2 £f). 8. 9?eue 2Culgabe/ beforgt von 3of)an* 
ne$ galf. <56enb. 1825. 8. 

22) spiajitf ; einige SSaf;me(;mungen über gönn unb 
©ejlalten aus spggmalionS btlbenbem Sraumc* 
Sh'ga 1778. 8. 

23) S5om (5r!ennen unb ©mpffnben ber menfd&lid&en 
(Seele; SSemccf. unb Sraitme. (Sbenb. 1778. 8. 

24) Kantate beim Ätrc^gange bec regietenben # e *&0* 
gtn su SSeimar, 1779* 4. 

25) SJZaran* 2Ct^a; baö S3uc(j »on bet Sulunft beS 
4?erm. SSiga 1779, 8» 

26) IBttefe, baS ©tubium bet S^eologte betreffend 
Sffieimar 1780. 2S(> 8, 2. Auflage, (Sbenbaf, 
1785 — 86» 3. 2CufT. (Sbenbaf. 1817» 

27) S?om (Stnftuf ber Regierung auf bte gBtffenfäaf* 
ten unb ber SQSiflfenf^aften auf bte Regierung ; 
eine spreiSfd&tift.. SSerlin 1780. gr» 4. 9?, 2C 
©benbaf. 1789. ft. 8. 

28) 3wo ^>eir. Sieben Ui einer befonbern »t^tfgen 
SSeranlaffung gemaltem 1780. gr. 8» 

29) föom ©etil ber $ebrdtf$en ^oeftej eine 2Cnteiiuna. 
für ben Steb^aber berfelben unb ber afteften ©e^ 
föW&te be6 menfötidjen @et|ie& Sejfau 1782 —83» 



318 

2 £§le. mt umgebrucftem Zitttblatt. Setpjfg 
1787. St £&. Sfceujireltfc 1796. 8t 9leue tfuSg., ' 
fceforgt son 2C. So. Sufh'. Sci^j. 1825. 2 S3be. 
SO) Sej;£ ju g. ä&. S&olfs Sjtetfantate in Partitur. 
Seffau 1782. goU'Ot 

31) 3wo sprebigtcn, 6ei (Gelegenheit bes ©efcurt be§ (&xU 
pnnjen Äavl grtebricfj ». <Sa$f. SBetm. 1783» 8t 

32) Sftebe bei ber Saufe beg burc()Iau$itgffen Gfrb« 
prinjen Äarl griebridj ton <Sac§fen*gÖeimar tmb 
@tfena$. 1783. 4. 

33) Sbeen &ur ^ttofop^ie ber ®.ef<$ic§te bet SÄenftj* 
Ijeitt SRiga 1784 — 91. 4 £$. «. 4. «nb 8» 
SSeue tfusga&e son £etnrt$ Suben fceforgfc 
Seidig 1813. 8. 

34) Betreute Blatter. @ot$a 1785 — 91» 5 ^amm- 
lungen. 8, 

35) SBu^flattr* «nb Sefeftucfc. SSSeimar 1786. 8. 

36) @ott; einige ©efptad&e. @otya 1787. 8, 9?. 2f » 
ßbcnbaf. 1800. 

37) sperfepotfS/ eine SKut^mafung. (SOenbt 1787» 8t 

38) Sitan unb tfurotcu @6enb. 1792, 8. 

" 39) S3riefe $ur Sßeförberung bei* Humanität Siiga 
1793 — 96. 8 (Sammlungen. iL 8. 

40) 23on ber ©afce ber ©prägen am erjfrn d^rifitt* 
^cn spfinglifejh <5&enb. 1794 (eigent*. 1793)» 8. 

41) Son ber #uferftel;ung , als ©tauten/ ©eföid&fs 
«nb Se&en* <St>enb, 1794. 8, 



319 

42) tytiftlity ©giften. SRtöa 1794 — 99. 5©amm; 
hingen. 8. 

43) Serpftc^ore. ßu&ec! 1795 — 96. 3 Sfjette. 8. 
91» 2f. Seidig 1811. 

44) SSom ©riefet: ber Sflenfäen unb unfere bret ttß 
ften (Svangetten. Sftga 1796. 8. 

45) 23on ©otte§ <£o§n, ber äMt£et(anb/ nodj So* 
$anne§ (gwtngeUen. SKfga 1797. 8. 

46) SSom ©etjr beö <5&riftent&um§ / nebji: einigen ZU 
fjanblungen Mrwanbren 5n§cttt§. 3?iga 1798. 8. 

47) SSon SRefigion, Ce^rmeinungen unb (gebrauchen, 
SStga 1799. 8. 

48) SSerjtanb unb (grfatjrung; eine SBefofrttiS gur 
Ätitif ber reinen SSernunft. Ceipgtg 1799. 2 
Style. 8. 

49) (Sattigone. ßetpstg 1800. 3 Style. 8. 

50) Ebraftea. ßeipsig 1801 — 1803. 5 23be. (je* 
ber von 2 (Stufen). ©elfter SSanb. lfteS unb 
2te§ (Stücf. ©fcenb. 1804. 8. 

51) ©er <5ib/ nacfj fpanif^cn SKomanjen ^efuiigcn, 
mit einer fnfrorifrfjen (Einleitung von Sofjanneö 
von Füller. SüHngen 1805. 8. 

52) @ammttic$e Söerfe. Stuttgart 1S05 — 1820. 
(45 SSbe. 8. 9?. 2C. Gfcenbaf. 1827 u. f, & 
60 SSbe. 12.) 

53) (SammtUdje ©ebtdjte (herausgegeben von g # ©. 
Stfüller). (Sbenb. 1817. 8. (aucTj ben 15, unb 



320 

16. S3&. btt Öctaeausgötc öon 4?etbet'$ fammf* 
Kicken Sßerfen Mtbenb- ) 

(3* ©• t)on £etbet'$ SDogmatif, aus bef* 
fen ©Triften bargefhUt unb mit ttteratifd&en unb 
fdttfdjen Anmerkungen üerfe^en son einem greunbe 
t>er $erber.'f$en ©noftS (^rofeffor 2CugujH)* 
Sena 1805. SSergl. neue Seidiger. Ctt. Leitung, 
SBb. 4. @t. 141. @. 2252 u. f. — 3. ©. t>. 
«gerbet'S Anfielen beg flafftf#en 2ttterffjum3. 
5fta$ bejfen Sbeen georbnefe tfuSjüge aus feinen 
©Triften, mit 3ufa£en auö beffen SKunbej er« 
iduterungen, 2£nmerfungen unb einem SSegifter. üon 
Dr. S»S v ß. ©an&. ßetyjtg 1805—6. 2 %b* 
Teilungen» SBergl. ben freimütigen/ 1805» 9?ro, 
175. @. 181 u. f.) 



SSotreben f<#ste& Berber: 

1 ) 3u aSrömcrs Ue&etfe^ung ber Äfagegejange .3e* 
temid. Sßeimar- 1781. 

2) 3u beS- ßorb Sftonbobbo SBcvf: » on bem tttfotunge 
unb Fortgänge ber <Spra$e, ufcerfe$t »on <£♦ 2f. 
©$mib. SRtaa 1784 - 85* 2 Ztyt. 

3) Bu 3- 25. 2(nbred Sichtungen gut SSe^iguna, 
unfcrg Zeitalters, ßetpjig 1786. 

4) 3u ben 35alm Wattern/ ertefene morgenfanbifd&e <£**■ 
gelungen für bie Sugenb. (25on <S. 2(. Siebes* 
Sinb.) Sena 1786. 



321 

5) 3« & ©• SBulte-t's SSe&nnfm'ffen nwfrourbfget 
sßjannei: »on fufc fslbjh 23intert§ur 1791. 

6) 3« <5. SS. ©unters 2Cnbac§tea bei ber Gern* 

municm. ©ot§a 1798. 

7) 3u Ättttur8€fd&t<§te ber Söffet, ^iftottf^c Unter* 
f Übungen oon gi\ SÄajct:. Seip§. 1798» 2 $be. 



3*t:f£reute 2(uffaße unb ©ebtc&fe uon #er* 
ber beftnben ff er; in folgenden £eti* 
fdjrtften; 

1) Sn ben (mit ©o$e unb SDcofer) herausgegebenen 
SSldtfern san beutfcljer 2Crt unb Äunjl. Hamburg 
1773* @. 1 — 70. (2Cu§g«9 au§ einem IBrtcf* 
werfet über £>jfian unb bie Cicber alter Voller.) 
@. 71 — 118. (^afe&peare.) S3ergl. ©otl;e'$ 
Seben «on £ einriß Döring, SBetmar 
1828. @. 98. 

2) Sm beutföen Sflcerfur. 1781. September. ®. 193 
u. f. Octoter ©. 3 u. f, @. 30 u.f. (SGBin* 
felmonny ßejjing, (Sul^r.) §?oüember @. 97 u.f» 
(Heber ba§ Verlangen, ron £emjferl)ut§ über* 
(e£t.) — 1782. gttarj. ©. 224 u. f. (£?# ottft^c 

■3»ctfclöbet S^ Sfäfolat'ö SSetfud) über bte £3e* 
fc?)ulbtgungen, treibe bem SEempetyemorben ge* 
nta<§t Sorben. «Berlin 1782.) 2fpnl ©. 46 u.f» 



322 

Suni) ©. 232 u. f* (Briefe übet; SempeUietttt/ 
Freimaurer unb SRofenfreugerO 
S) Sn ben 2£b£anblungen bei* SBaieriföen 2Ccabemfc 
über ©egenftanbe ber fronen SSiffenfcljaften, 
£3b. 1« 6. 25 it. f. (lieber bte Sötrfung ber 
©td&tfunjt unb bte (Sitten ber SSolfer in alten 
ttnb neuen Seiten.) <S. 139 u» f. (Weber ben 
Ginflujj ber fronen SÖtjfenfc^aften in bte $o$ew 
fOStffenfcfcaftenO 

4) Sn ^einjmann'S literarifcrjer ß^rontf. SSb. U 
@. 1S7 u. f. (bte eben ermahnte spreisfcfjrift, 
abermals abgebrutfr.) 

5) Sn ben nac^getaffenen (Schriften be§ $>rofeffor 
SttufauS / herausgegeben r>on . feinem 3ögltng 
X. o. Äcfce&ue. ßetpjig 1791. @. 25 u. f. 
(Tfnbenfen be§ #errn $>rofeffor CKufaug/ eine 9?ebe 
an feinem SSeerbt'gungstage im £orfaale be§ furft* 
liefen ©pmnaft'umS gu SSeimar geilten.) <5ie 
tji aucr; in ben ©runblinten beö beutfd&en ©tyls» 
Erfurt 1797, SBb. 3, ©. 106 tu f„ fo »ie in 
3. <5. «ftönig'3 prafttfrfiem £anbbuc$e beS 
beutfd;en ©tylö. £1;, 2. i& S96 tt« f. ab* 
gebrueft* 

6) Sn ber neuen beutfe^en 3Rcnat$fc§rtf£ Bon ©eng/ 
1795. Sanitär ®. 71 u. f. (.SSorauSftc&t unb 
»Surütfjtdjt, ein ©efptdcfc.) 2Cprir, ©. 326 u. f. 
(SBarum tffc noer; feine @efc§ia;te ber £5eutfc§en 



323 

£aben.) Sulty, ©♦ 228 u. f. (©cnef a , ^fto* 
fop$ unb Sttinifler/ groet SBrtefeO 

7) 3n ©Ritters ^ore« 1795* ©£. 3. (£a§ eigene 
©djicffal.) ©t. 9. (£omer, ein ©ünfriing ber 
3ett.) ©t. 10. (5)at(ag Sirene »on sprofluS über« 
fe$t; JQomtt unb Dfftan.) (St. 11. (JDaS geft 
ber ©rajienO — 1796. ©t. 1. (Sbuna, cbet 
ber 2Cpfet bec Verjüngung; gwet ©attungen be$ 
(Spigtammö; ber unjicr&tidje #omej:.) ©t« 11. 
(Sic Srofletinnen). 

8) Sn bem Journal SDeutfc^tanbu, 1796. ©f. 3. ©. 
298 u. f. (Sie getet bes spgt&agoras unb baä 
fttttc ©emütf;, na<$ SSalbe.) 

9) Sn> SDJorgcntratt für gebtlbefe ©tanbe. 1808. 
Sit. 98. (Sie Rettung, eine £be aus £etbet'$ 



21 



324 



Quellen 
$us S3ioöi:ap|)ie £erbe*'ö. 



9Sad)£tcf)tett &on £erbe*'gSe&en6umfianben 
unb Ui: t^eile üfcer feine Sßerle entfall* 
ten folgenbe ©Stiften: 

1) 6^r. £♦ @T$mt : V8 stofafce ju feinet S^eerie 
bet ^oefte. Cetpjtg 1768, 2 33be. ©amml. 4» 
©♦ 160 — 82. 

2) (jDeffen) tftmanadj bet beutfd&en SRufen dufg 
3a$r 1770. ©. 36 — 38» 

3) SBf&Kotyef bei; fronen Sßiffenfc^affen; SSb. 67. 
(mit #evbet'3 SSitbnip) unb STCeue S5ibtiot|e5 
bet ftfjon. 233tffenfc§aftem 25b. 4. ©. 40 — • 78. 

■ SSb. 5. .©. 241 — 91. 

4) (Söietanb'g) Seutfäer SJtofitt t>. Sa^c 1773. 
SSb. 1. ©t. 2.; v. S- 1776. SSb. IV. @t. 3, 

5) '@ ab e&uf# Sieflanbtfc^e IBi6lte^ef. SRi^a 
1777. $f>. 2. ©. 44 — 52. 



325 

6) «fj-u-p-et'S nosbtföe-SDHScettaneeit. (S&enb. 1781» 
©f. 27. <§♦ 326 tu f. 

7) ©olbbecf's 9?a<$nd)ten son bet ttnfoetfitat fu 
ätSntgS&erg; ©. 161. 

'8) (Äuttnet'O G&ataftere beutfdjet Stetes unb 
9>rofat|ten. SBerltn 1781. ©♦ 463 — 67» 

9) ©tut fr vcrmtf^ite «Sänften. Cetp&tgl 1782. 
©amml.. 2. & 329- 

10) ß. SSfcetjie-r'S #auptepo$en ter beutfdjen <Spta< 
tfje fett bem achten 3af)rt;unbett, in ben ©Triften 
bet ÄurfuujH.. beutjfy ©cfellf^aft ju fÖlaiu)eim. 
S8b. 2. @. 284. 

11) Deni-na:- La Pmsse litteraire. Berlin 1790. 
Vol. II. p, 183 •— 91. 

12) STCadjfrage fcit ©urjer'ö magern» Sporte bei: fä)o* 
nen Äünfre. Cctpsfg 1792 u. f. 3. 35b. 8. 
©f. 2. @. 270. 275 u. f. 

13) $0$'$ Gompenbtum ber beutffien Stteraturse* 
fötd&te. SSeritn 1795» £&. 1. @. i44u.315. 

14) Senif^ ,pf>üofopf). ?rit. SBer^teidjung »on Bier* 
&et;n 'Sprayen it. fi w. «Berlin 1796. @. 266, 

15) Äant's fammtüd&e griffen. Äomgeberg un$ 
ßetp&tg 1797. SSb. 3. ©. 207 u. f. 

16) tte&er bit Äe|cwna^crei. 3o$. ©ottfr. 4£ep$)rc?{ 
unb <£&♦. SÄ; SBtelanb'iT (tm öligem. Xttcrar- 
*njeiaer 1799. 9to 151» ©, 1501). 



326 

17) ©op^te ta Slo^e: SDJettt ©d&tet&ettfdfo. Üeipfc. 
1799. SBfc. 2. @. 404 »i f. 

18) spoltfc praftffd&es £anb&udj &ur Seftüre tet 
beutfdjen ©tafljifer. £l). 3. <2>» 72» El). I? 
& Sl u. f. 

19) Scan 9) au TS SBriefe unb bettotire^enbet 2c« 
benSfouf. @era unb geip&ig 1799. ©. 283 u. f. 

20) g ü Heb orn: S» ©. gerbet; nebjr einigen 
SÖorren über feinen (Stjarafter. SSreStau 1800. 

21) (2>cjjen) Sflufeum beutfc$er (gelehrten unb Äfinft* 
ler. ©fcenb» 1800. Stfr. 3. <3» 81 — 116» 

22) JCurora. (Sine 3ettfd&nft aus bem [üblichen ©euffdjs 
lanb. 1804» &r» 123. @. 490 u. f» 

23) Sean spaul'ö SSorfc^ule beu JCefi&etiE. #anv 
bürg 1804. 2C6ty. 3. @. 743 — 58. 

24) SDeffen gfegetjafjue. Tübingen 1804. 33b» 1» 
@. 87. 

25) ©d&eHe'S SBrtefe übe* ©am' 3 griffen unb 
spt)üofop$ie. ©. 414 u» f. 

26) Archives litteraires de i'Europe, ou Melanges 
de Litterature etc» Paris et Tubingne. 1804. 
Tom. I. p. 137 — 43. Tom. II, p. 27 — 41. 

27) Berber unb enget/ ein 2Cuffa| (üon SBerfe't 
im gmmütfngcn ö. S. 1804. 9?r» 125. ©. 497. 

28) öligem, ßir. Leitung o. 3. 1805. SnteU. SB f. 
8tr, 142. @. 1153 — 70» 

29) erraffen jhl 4?erber'3 , »cn Sanj unb ©tu* 



327 

Uv* #evau§gcgchn »on 3. ©♦ ©ruber. €ei>* 
gtg 1805. (SSera;. . tfUgem- Sit. Seit. 1806. Kr, 
ISO, @. 417 — 22.) 
SO) ©am» SSaur'S ©allerie $ijiortfcf)« ©emalbe 
aus bem 18. Sa$r&. £f). 6. & 251 — S7; 

31) SR cu fel'S gelegtes 2)eutfcf;ranb. (5. Ausgabe.; 
35b. 3. ©. 231 — 35. 23b. 9. ©♦ 569. SSb. 
11. ©, 341. 33b. 12. @. 340, 

32) ©er S3tograpf). ^aUe 1804* SSb. 4. @. 221. 

33) S*'- £orn ©efajictjte unb Ärtttf ber beutfcfjen 
spoefte unb SSerebfamfett. SSeriin 1805. 

34) Sung'S ScbenSbcf^reibung* (Sbenbaf. 1806* 
SSb. 3. (£einridj etilttngS SBanberföafrO ©• 
173 u. f» 

35) Sorbens SejciEon beutfcrjer £>i$ter unb spro* 
fatftcn. ßetpj. 1807, SSb. 2» ©. 361 — 95, 
SSb. 6. @. 298 — 330. 

S6) 3. ©• ©tc^orn's ©ef$tc$te ber Literatur/ von 
tfjrem anfange bis auf bte neueren Reiten. SSb* 
4. Ä&tjj.-Ä. <S- 820. 836 ß. f. 884. 1041. 
1044 u. f. 1063 u. f. 1066 u. f. 1109 u. f. 

37) Steuer sptutardjj , ob«: !urje SebcnSbefdjreibungen 
ber bevu^mtcften Scanner all«* Stationen son ber 
dtteftcn bt'S auf bfe neaejien Reiten, £erau»ge* 
geben von ty. SS (anwarb. 2Cuö htm $ran* 
jcftf($en frei iibesfe^t unb mit neuen 33iogr?pt)?en 
wtmel;rt. äBten 1806. föb, & 



328 

38) £. Söa^lec'S 4?anbfcuc§ Uz allgem. <25cfc^td;fc p 
ta* Itterar. Äultuc. «töt$ 2* ft 700 u. f. 

S9) ©. SSau-r'S $tjio«. Mogra-pty. ttteuar. ^anb* 
tt>la*ter&uc§. ttfm 1807. S3b. 6. ©♦ 599 — 605, 

40) $Pertf<$/. SReu-eö attgem. literar. arttfltfd;eö 
Ceylon. (So&urg unb Cßtpjig 1807. 1. #älfte. 
©. 293. 

41) Sujlt, SBtamen aU^e&ratfrfjer 2M<$t!un|t. ©iepen 
1809. 35b. I. (in bec SSombe ®. XIII.) 

42) Sof>. ü. SRöUer'S SBcrfc» S5b. 7. @. 111 
u. 358. S5b. 16. ©. 315. 

43) S^tttct'S gtagmente aus bem 9^ad;raffc eines 
jungen 2%fiferS. #etbel&erg 1810. £f). 1. (in 
ber Sorrebe, @. XXXI. u. f.) 

44) SR e der 8 ©ft&jen aus meinem <5rinnetungS« 
t>u$e. SSiga 1812. ©. 75 u. f. 

45) Zfylwaxbt: Sie ©ebt^tc ÖffianS. 2fu6 bem 
©dttfäeit Ü6etfe|t. £etp&. 1811. &$ 1. (in 
bev SSorrebc ©. XII.) 

46) £etberiana. Hamburg 1811. 

47) ©retm'S fielen. 2(uS feinen «Briefen unb ©<$rtf* 
ten, ton SS. Äortc ^alberffrtfct 1811. ®. 
184. 196. 259.' 275. 305. 394— 96. 

48) SH). 4?einfiu$; 83atben$afn fuc ©eutftfjtanbS 
et>lc ©o&ne unb Softer. £&. 1. &. 342. 

49) Sorbens ©enfroärbigfetten, e&arafterjuge unb 
tfnefboten aus bem £efcen bei; »orguglid&jten beut* 



329 

fdfoen Siebter unb ^rofaijten» Seipstg 1812, 
S5b. 2* @. S50 u. f. 

50) (5* SO?. SBielanb, geföübert »on S. ©. ©ru; 
ber. Seipfc. u. Kttenbuvg. 1816. 83b, 2. ©. 
114. 416 - 19. 422 u. f. 467. 

51) 3ettgcnoffen. Ceipjtg 1817. 85b, 1* ^eft 4. @. 
189, (Ueber £erbet'6 Umgang mit ©. £. <Stfju* 
bert.) 

52) S. SO allerg SSorfefungen über fcte ©efdju§te 
ber SKationatttteratur. $ranff, am SÄ. 1818, 
S|* 2. ©. 191 — 95. 

53) 9? ap mann: £5eutf$er £5t$temefrolog, «Korb* 
Raufen 1818. 6. 85 — 86. 

54) SBouteswef'S ©efdjtdjte ber $)oefie unb SBe- 
tebfamfett. ©otttngen 1819. 83b. XI. ©. 
478 — 87. 

55) ©otfje'g SBcvfe. Tübingen 1819. 85b. 18. 
©. S02 — 22. -©. S44 — 46, S5b. 19. ©.108 
«. 111. 

56) Erinnerungen au§ bem £e6en 5. ©• ». «&erbe»;'^ 
gefammelt unb betrieben üon 3ft a r i a 6 a r o * 
lina ». # er ber, geb, gla^Slanb. 4?** 5 
cuSgegeb. tjon 3. ©. Sttüller. (Sßergl. §r. 
&oppen'ö »ertraute SSriefe über SSüc&er unb 
SBeU. £etp&. 1823. £&. 2. 33r. 2.) Tübingen 
1820. 2, S^iie. 



330 

57) £. »♦ §3ac$?o: ^ctc^trag gu ber £efcn§'6efdjret* 
bung beg SonjtjloctaN^raftbentcn oon Berber, 
(Sn ben «Beitragen gut ßunbe spteujjenS. £o* 
nigSbevg 1821, SSb. 4. #eft 3. ©. 161 — 83). 

58) gs. £otn: Umrtflfe %ut ©cfdjidjte unb ÄrttiB 
ber fronen Stieratut: SeutfdjtanbS wa^renb ber 
3a$re 1790 — 1818. 2, 2(u§g. SBei'lin 1821, 

©. 41 u; f. 

59) ^clmut^lffiinter: £tterdrgefdji$te bei- ©prarij» 
Stellt' unb SRebcfunfl ber £)eutfc|en. Setiin 

1821. @. 160. 

60) £amann'ö ©^rtftcn* herausgegeben von $x* 
Sloty. S3b. 3. SSerUn 1822/ 

61) tfbenbaettung. ©eptembet 1822. 9?r. 213. 

62) Äuntfcfy, #anbbuc£) ber beutfd)en ©pra^e unb 
Stteratur fett ßeffing. Scipjfg 1822. S$. 1. 
©♦ 133 tt. f. 

6B) Sie SBoroben ber Herausgeber »on £erber r S 
fammth'd&en Sßerfen. 

64) g. S>, ©rater'S jerjrreute SSlatter. Ulm 

1822. (grffre ©ammtung. &, 287 — 92. ©. 
293 — 305. 

65) S. SGBa^Ier'S £anbbu$ ber @efdjt$te ber St-- 
reratur. granff. a. Stf. 1822, 23b. 3. ©.291. 
327. 331. S5b. 4. ©. 117. 

66) $r. 4?orn:-2)te speefie unb S3erebfamfett ber 



331 

&>eutf<$en, oon £uf$erö Seit &i§ %w ©egemvart. 
«Berlin 1822 u. f. S- S5&- 3. ©. 163 — 78. 

67) Berber. @in 2Cuffafc in ten europaifdjen 
«Blättern/ ober ©em untere ffantefien aus Z\tv 
ratur unb ßekn. 3ür$ 1824. Sulp. @. 
SS — 40. 

68) £. $. spierer'S enct)clopabifc&eg SÖorferbudj bes 
Äünjre, SBijTenfd&aften unb ©eraerbe. 2tttenbura, 
1824 u. f. jg. S3b. 9. ©♦ 375 u. f. 

69) Ä. g. ßeibenfroft: #ijt. toogr. #anbworter* 
buc§ iü-fw. Ilmenau 1825. S3b. 3. <S. 82. 

70) $♦ £. 3 a£ o b t'S auSertefener SBriefwedfofel. Seipj* 

1825. u. f. S. 58b. 1. <3. 369 — 70. 35b. 2. @ # 
104 — 107. 199 — 201. 255. 265 — 67. 

71) gr. t>. ®tatt1) tffon's ©Reiften. Sürtfj 1825. 
S3b. 3. 6, 304 — 5. 

72) £♦ JD 6 ring: & §>. g. SSi^ter'S Ceben, nebfi 
(S^arafterijtif f. S&erfe. ©ot&a 1826. @. 18 
bis 20. 166. 

73) gr. 9?af$mann'§ literarif^eS £anbttorferbu$ 
fcer verdorbenen beutfd&en Sinter u. f. \v, Cetpgig 

1826. ©. 269. 447. 

74) ßiterarifd&eö (SonoerfationSblatt. Sttarj 1826. 
SKr. 121. ©. 482 (ein «Brief £erber'ö an ©leim). 

75) allgemeine SKeatencpclopdbie für bit gebilbeten 
©tanbe (GonoerfationSterifon) 7. Auflage. £eipj. 

1827. S3b. 5. ©♦ 222 u. f. 



332 

76) £>et ©efettföaftet, ober fBiatttt für ©cijt «nb 
%ttfr 1828. f&U 64. «Beilage Sir. 8. @. 
328. ((Sinig« 2Ceuferungen 4?erber'S ü&er ben 
3uj!anb beö Sßetmartfdfoen S^eaterS im Saf)r 
1790. 

77) gßolfgang SDfcenjel/ bie beutjcfye Stteratur. 
Stuttgart 1828* ££. 2» ©. 155 u. f. 

78) ©5t§e'ö ßcben son £ einriß 2) c ring. SSet* 
' mar 1828. @. 86 — 97. 

79) %. SB. d. . © d) t e g e t' 6 f rtttföe «Schriften. S5er.- 
tin 1828. Si). 1. ©.. 325. 

80) 2C. 2. t>. ©c^to&er^ öffentliches unb sprioatleben. 
#u$ £)rigtnaturfunben herausgegeben oon <5§r. 
fe. (Sdjlofcer. Seip&ig 1828. $£. 1. ©. 195. 
©• 199 — 203. 



©erlagt 



333^ 



von 
Sötl^elm #offmann in Sßetmar* 



U SB a u f u n 1J. 

©teiner'S, S- $. 9*-/ praftif^e Anleitung jus S5es 
recfcnung bet S5au= unb SKu^olget*, aud& (£d)neibf= 
mußten »SBaaren./ nacf) bem Huabrat- unb (Subif* 
fuf. ©in gemeinnii^igeg £anbbuc(j. SDHt 74 £oIj= 
unb ©$neibemüi)lentat>elien. gr. 8. 1803. 1 Sijln 

© t einer / 3- S- 3t./ Entwurf einer neuen, burcfjauS 
feuerfeiten Sauart/ mit gewölbten £>ec£en unb 
©ac&ungen, |ur ©idjer&ett unb SBo^lfa^rt menfcfc« 
lieber SBo^nungen unb anbever ©ebatibe. 2 4?efre 
mit 16 iUumintrten £luart*$upfertafeln. gr« 4. 
1805. 5 S$fc 18 gr« 






334: 

«Stein et/ S. g. 9?., ber @$nec£enofen in feiner < 
Stoßen SSoülommenfjeit, §ur £o{gerfparnig unb ge= 
funben Södrme» SDlit 2 itfumtnitten ßupfertafefn. 
gr. 4. 1802» 21 gr. 

2. <5rf)one SBtffenf^aften. 

©ebic§te, son ber SScrfaffevtn ber (£rna/ gelicitaS 

u, f. w. 8. geheftet» 1826. 21 gr. 
2Cmabea, ein Vornan. SSon ber S3erfafferin bei* 

(Stna, geitcitaS u. f. n>. 8. 1827. 1 Zfylv. 8 gr. 

(S lauten, £. , ba$ ©afr^auö jur golbnen (Sonne. 
Sujrfpiel in 4 2Cufettgen. 8. ge$. 1823» 12 gr. 

galf, S. £>•/ ffeine 2Cb$anMungen , bie spoefie unb 
Äunffc betreffend 2Kit brei Umrtffen na$ Stapbael 
unb 93cid;ael tfngelo. 8. 1803» 2 SRt^r. 8 gr. 

©rigri, eine Krabeöfe, na$ einem fran^oftf^en SReijlec 

copirt, üon ©ujtao £onig (gr. ©$ul&)/ Ifa* 

SBdnbdjen. 8. 1795, 21 gr. 
Sofep^e, ein Vornan »on gr. <Sc()ul&. 8. 1791. 21 gr* 
ÄlopjtocfS fdmmtltc^e SBerfe, ©upptementbanb, 

ent^aUenb ßlopftocf 6 Seben »on 4?etnri<$ Döring. 

1825* 12 gr. 
&>e§ #erm ron SJtager'S !;iftörifc(je Romane» 2Cu§ 

beut granj öftren u&erfe$t ron gr. ©cfyutg. 8- 

1789. 16 gr. 



335 

fföetfnteS. Gine Sage au$ bem 2tttertf)ume. 2 S&Ie. 
8» 1800. 1 SRt&tr. 10 gr. 

SDlonteSquieu, ber Sempet ju @nibo§. 2(u§ bem gran* 
jofifc^en, von ©. Werfet. S)itt Tupfern» 8, 1804» 
18 gt:.; auf Velinpapier 1 9ttf)U\ 8. gr. 

3Äert§. ©in $ (einer Vornan von $r. Sc§u(£. Stifte 
verb. 2CufT, mit 3 Äupf. 8. 1792. 1 5&(>tr. 8 gr. 

SÄom^ttb * Stift, ©ine ©rga&fung aus bem nntfltcfjen 
ße&en* 23on ber aserfafierin ber Grna, gelicitaS/ 
2Cmabea iu f. ». 2 Steile. 1828. 2 SRt$fc. 8 gr. 

$r. v. ©djiller'S fammtlicfje SÖerfe. Supplement* 
6anb/ ent^altenb gr. v. Stiller' $ ßeben, von £♦ 
Döring. 1824. 12 gr. 

Sc§ul£/ §r. / profaiftfie Schriften/ 7 SSanfcd&en» 8» 
1788 big 1801. 4 $Rt$Ir* 17 gr* 

Safdjenbudj, SSSeimariföeg bramatifcfjeS, für grojsere 
unb Heinere «Bühnen, unter ber Si)eitnaf;me von 
<5a{!etli, £. (Slauren, ßonteffa, ©efye, ®et;er, £oU 
Uin, v. ^ouwalb, Äinb, ßebrun, v. b. 23etbe, 
SSeiffentljurn , Siegler u. a,, herausgegeben von 
Sijeobor £ell. (Srfhr Safjrgang 1823, mit (Stau* 
ten'ö Portrait unb 3 cotorirten Äupfern. 8» ge* 
fcunben. 1 Sljlr. 16 gr, 

SBetffent^urn, & gf. von, ein fD?ann §i(ft htm 
anbern* Cuftfpiet in einem 2fufauge. 8» geheftet 
1823. 6 gr» - 



33ö 

3. 35iograpt)Un. 

©ans, Dr. 3. £r. £.: gran& S3urc£f;ct& aus -SBei* 
mar/ Äurfurftttd*) unb #er§ogridj s ©ädjft'fdjer <5anj« 
ler $ur 3ett bei- Deformation, gr. 8» 1825. 16 gr. 

©oring, £♦/ & ©. von #erber'S Eefren. 2Cu$ tfjette 
gebrückten, ttjeiis ungebrucften Sftaäjridjten, nebft ge* 
brangter Ueberftdjt fetner S33er!V £DKt 4?erbet'ö 
Portrait »on ©djtrerbgeBurt^, einem Fac-simile, 
unb einer 2£bbübung fetn-es SenffieinS in ber <2tabf? 
fircfye gu SBeimar. 8. 1823. gel). 1 3tt$lr. 18 gr. 

SMffelbe, Safd&enauSga&e. gr. 32. 1829. 12 gr* 

2)6 ring, £., $riebric§ tton ©djilfer's Sefon* SDh't 
(Scf)ttfer'$ Portrait unb einem Fac-simile. 2te »er* 
belferte Auflage, gr. 32» 1824. 16 gr. ©ubfcr, 
$>r. 12 gr. 

Gering, £>., ©ori)e'§ ßeben. SDtft einem Fac-si- 
mile. gr. 32. 1828. ©ufcfcripttonS »spreiS £>rutf* 
papier 18 gr»; SSettnpopfcr 1 &f)lr. 8 gr. 

SD "6 ring, £. , Älopjfotf'S ßeben. 50?it ^topftodE'ß 
Portrait, unb einem Fac-simile. gr. 32. 1S25. 
16 gr* <Subfcriptton$*3)reit§ 12 gr. 
Döring, #., ,Ko$ebue'$ Seben. gr. 32. (Sit um 

- fer ber treffe.) 
2Cugujt tjon Äofce&ue au§ feinen eigenen fctjriftli* 
djen Sföittfotfongen , voa^aft unb treu bctrgefftllt 
von einem feütj* Sugenbfreunb'e* 8. 1819. 6 gr* 



337 

4. ©efd&i$te. 

äenfwötbiflfciten ber geeinten ©efeUföoften in Unter* 
Seifen, inSbefonbere ber Gorbonoru 2Cug bem Ovis 
gtnol überfe$t ton £♦ Döring. Stttt 12 Tupfern un& 
einem $oJsfönttt. 3*- 8. 1822. &e$. 1 $Kt&rr. 18 gr. 

3o§. galFS £riegöbnc§Iein. Sorjtea.ung ber Äriegg* 
fcrongfofe SGBetmor'S in htm geitroume öon 1806 
fct§ 1813, no$ ben ©($lac§ten »on Seno, 2u$ert 
tmb 8eip$tg. 20i$ 2Clte«flu<Se» unb £)riginolbrte* 
fen einiger beutfe^en ättonner, on tyre freunbe in 
Gngfonb, gefaramelt. S. 1815* 21 gr. 

.5» $ermtf<$te ©Triften. 

ßotta/ «£•/ $taturbec£o$tungen über ben (Sang ber 
(Softe in ben ©ercocfyfen, mit »orjuglic^er £inftctj£ 
ouf ^olspflonjen. (gine gefronte 9>r.eisfd&rtft. £Dltt 7 
color. Äupfertofeto. gr. 4. 1805. 4 Sftfr, 

<§ot§e' g gotbner Suüeltog. ©Ubenter Sttooember 
1825, SRtt be§ ©efeierten SSÜbntJ, feinen (Schrift* 
$ügen y unb einer 2Cbbilbung be$ gefifoa.feS, gr. 8. 
e|>. 1826. 1 Sfclr. 8 gr> 

SeimorS Subelfeft am $. September 1825. @rfk 
Abteilung; ^ %*W ber SJefibenjftobt SBeim.ar, 
mit ben Snf$rtften , gegoltener Sieben unb erfdjie* 
nenen ©ebbten, mit 8 Äupfertafefa* $mitz Üb* 
Leitung : feie geier in ben übrigen ©tobten unb 
£vtftf)often fees ©ro^erjogtyums ent^oitenb. 1826, 
22 



338 

gr. 8. mit 5 ittum» Tupfern auf engl, Rapier 
3 SSfclr.; mit 3 iUum. Tupfern 2 S^J 12 gr„ 
unb ofjne Äupf.' 1 2^tr. 8 gr. 
SBielanb'ö Sobtenfeier in ber Soge tfmalia gu SBet« 
mar am 18. gebruar 1813. gr. 8. 8 gr. 

6» Ätnberftf)riftett» 

©reife, #., «gerjensbübung in <5r$ä§tungen für bte 
Sugenb. SDlit 4 color. Äupf. 12. . geb, 1826. 
ISE&tr. 4gr., o$ne Äupfer 18 gr. 

SefTen SDlaterialien fcu 33orfä.rtfren unb &eo&nung§auf* 
gaben auö ten gemetnnü|igen Äenntniffen $ur ge* 
legentlic^en SSorbeteitung berfelben beim ©djreib* 
unb SKec^enunterritfjte; in einer breifadjen 2Cbj!u* 
fung »om Seichtem jum ©euerem , für Sfeutfcfjs 
lanbS SSotesfäuUeijrer, 1825. 8, 16 gr. 

7. & § e o l o g i e. 

.§>erber'$, fe. @. oon, Sriefe, ba§ ©tubium ber 
S^eologte betreffend 2 S^eÜe, 2. Auflage. 8» 
1817. 2£&tr. 

£orn, (5. g./^anbbuc^ für Sanbfdjullefjrer, gur SSc« 
forberung -eines jwedmapigen ©ebraud()$ beä #er* 
ber'ftf^n (Sate^iSmug, 1. £f)eÜ. SReue 2fufl. 8. 
1827. 1 Sfcfr. 12 gr. (2r unb legtet; &$etl tffc 
unter ber treffe.) 

Ä raufe, Kräftigung im c&viftöd&en ßHauben un& 



339 

äßatibet. sprebigfen* (See (frfrag iji fcum SBeften 
ber 9ttül)ll)dufer ©emembe beftimmt). gr. 8. 1825. 
18 gr. 

3lo&r, Dr. S. §?., c&rtftlic&e§ (göangeltenfruä). 8. 
1825. 6 gr. 

9?o&r'$, S* g*/ ©ebadjfmgprebtgt fcet ber cffentlu 
c§en Sobegfeter Sari 2CugufH, ©roftyerjcgS ju 
©acfcfen*2Bämar, am 10. £ug. 1828 geirrter. 
. SR i t erlduternben SBemerfungetu 6 gr. 

Sftoljr'l/ 3. S?./ Sraumebe nach ber feiernden SSet« 
fe^itng be§ £errn Sari 2£ttgujt/ ©ro^erjogö 
»on ©achfen* SBetmar, am 9, 3-ult 1828 gehalten. 
IKe&jr tjorauägsfcfcicüten SSemerüitngen 
«6er bte legten SefcenStage be$ Sollen» 
beten. 6 gr. 

©chroa&e, $ g. «£./ ^rebigt jum ru&mroürbigen ©e* 
bdc&tmp Sari 2Cugufl'S/ ©rophersogS üon ©adj* 
fen*2Setmar, gehalten am 10. 2Cug. 1828. .3 gr. 

8. ©atgte. 
Äo|e&ue, 2Cug. üon, magneftffrfeS ©efeibewaffet:. 
gr> 8. 1818. 12 gr. 

9* Geifern 
Reise Sr. Hoheit des Herzogs Bernhard ron .Sach- 
sen --Weimar -Eisenach durch Nord - Amerika , in 
den Jahren 1825 und 1826. 2 Bde. Mit 4 Kupfern, 
4 Planen, 4 Charten und 26 Vignetten, gr. 8. 



- 340 

1828. 6Rthlr. Auf Vel. Papier mit illum. Char- 
ten und Plänen* 12 Rthlr» — 

£)tto eon £o§eeue* (gntbetfungSreife in bte @ui>« 
fee unb nad) ber SSeringgjrrafje , &ur @rforfc§ung 
einet norbojtttcfyen £)ur$faf)rt. Unternommen in 
ben Sauren 1815. 16. 17. 18. auf bem ©^tffe 
SRuttcf. Jöret SSanbe. SHit 20 Tupfern unb 7 2anb* 
garten. 1821, in gr. 4» 
auf 2>rucfpapier 12 SRf^r. 

— ©<$wi&papteit 16 fötfjtr. 

— Velinpapier 24 SRtylr, 

— SKo^at* Velin, mit ben Tupfern en gouaclie 

gemalt, 80 SRt^r. 
ol;ne Tupfer unb harten/ be$ SftacfybrucfS roegen, 
4 SRt^tr. 
SD?ori§ iö en $o§e&ue> Steife nac§ Werften mit ber 
S^ufftfd^ * ßaiferlid&en ©efanbtfdjaft im Satyre 1817* 
Sföft 9 colorirten unb fd&roargen Äupfern. gt. 8. 
1819» 2 SRt&fr. 21 gr. 0$ne Tupfer 1 S«tl)tr. 

10. Onaffifc^e Ctteratur» 

(SucUbeg Elemente, erfte§ S3uc§. gut ben erf!en 
Unterricht in ber gtied&ffd&en ©ptacfye unb SO?at^ses 
mattf; gried^ifcfj unb beutfcfy, mit KnmerfunQen, et* 
nem 2B:rtregtjtet u. 6 Äupfertaf. 8. 1800. 21 gr* 

©op^ocleg %fyiiotUU$. 2CuS bem ©riecfyiftfjen ü&er* 
W. Zweite eerbeffettc Aufrage. 8» 1827, 9 gr* 



341 

Sophocles Tragödien, griechisch, mit kurzen 
deutschen Anmerkungen v. G» C. W, Schneider* 
ls Bandchen, Electra, 8. 1823. 12 gr. 
g s _ _ Trachinierinnen. 8. 1824. l4gr. 
g s _ _ Ajas. 8. 1825. 16 gr» 
4 S _ _ Philoctet, 8. 1825. 16 gr. 
5s — — Oedipus Tyrannus. 8* 1826. 16gr. 
gs __ — Oedipus Coloneus. 8-1826. 20 gr» 
7s — — Antigone. 8. 1827. 16 gr. 
8s Bandchen, Bruchstücke nebst dem Leben des 
Sophocles und einem Wort- und Sach- Re- 
gister über sämmtliche Tragödien, 8. 1827« 
1 Thlr. 6 gr. 
9s, 10s Bandchen, vollständiges Sophocleisches 
Wörterverzeichnifs. 2 Theile (ist unter der 
Presse). 
3fcnöp$onS vht Suchet; ©ofratifd&w SenfwürMgfeCten. 
2fus bem ©rtec&tfc&en , mit Itfiorifcfyen 2Cnmet* 
Jungen x>on £♦ Stf. .geinte. 2te ^fufiage» 8. 
1818. 16 0t\ 

11. grembe @ptac§en. 

Schmid, E. A. , Colieccion de rarias piezas en 
prosa y en verso, sacadas de la mejores Autores, 
Ober- fpamfc&eS Cefefcudfc mit einem etUäwtöm 
SBortregtJrer, gr. 8. 1805. 2 Stt^Ir, 

de Valenti, Agostino, Anleitung, wie die ita- 



342 

lienischen Vers« richtig ausgesprochen, gelesen , 
lind gesungen werden sollen, für Liebhaber 
des italienischen Gesanges zum Selbstunter- 
richt bearbeitet, nebst einigen Canzonen, So- 
netten und Madrigalen von Petrarca, verbunden 
mit. einer deutschen metrischen üebersetzung 
desselben» 8. 1825. 21 gr. 

Wolf, O, L. B„ English miscellänies«. Sefefcutfy für 
Anfänger in bu engltfcfym «Spraye. 8. 1827. 
18 ö r. 

©effen ZaheUe ü&er btc gormenMlbuna, ber fran$6ft« . 
fc$en ©pra$e« gol. 3 gr. 

12+ SSlat^emattt 

©teiner, Q. & £ r Sfteipunjt unb ^erfpeftfo (Geo- 
metrie descriptive) für .Künjrler, ©evrerfe ; für 
ba£ <%>au$ unb für i>a$ 2e6en. SSoUjfanbfg tt;eos 
rettfc$ * prafttfefy unb populärer Unterricht, gur 
<£nttutcfeluna, oller geonutrtfd&en unb perfpeftim* 
f$en ©arjMungen bttrdfo Sfnien. (Sin ßef)rbuc§ 
$um <SeH#s unb 2el)runtertid)t. (grjter S^eil: 
Elemente ber sKet£funjr. SKtt 24 Äupfertafeln. 
Smpertal * &uart 1828. 3 3W)lr. 16 a,r. 

13» SJHneralogte. 
SSotöty "'S. <5. SS-/ bret «Briefe über btc ©ctorgS* 
le^re,, für 2Cnfäns*r unb Unfunbtße. 8. 1786. 6gr. 



343 

SBoigt, 3- @* SB./ Serfucfy einer ©ef$t<%te ber (Stein« 
fohlen/ ber S5raunfof)len unb be$ ÄorfeS, nc6ffc 2Cns 
lettung/ tiefe gojfitien fennen unb unterfc&eiben ju 
lernen, fte aufjufudfjcn unb nu$ttc§ anjuwenbem 
(Sine gefronfe spreiSfcfyrift, mit Tupfern. 2 Steile, 
gr. 8. 1802, 1805» 2 9lif)tv. 5 gr. 
23 igt/ 3. (5. SS./ mtneralogifdje Steife nadj ben 
Sraunftoijlenwerfen un& SBafalten in Reffen, nrie 
aud) na$ ben ©c^ieferfo^tenwerfcn beS UnterfyarfceS. 
8. 1802» 21 gr. 
©eologifcfjer SSerfurfj übet i)te 33tibung ber Später 
burcfj ©tröme. 8. 1791» 12 gr. 

14. 6 Hernie/ |>$armäcte» 
' 2C(mana<$ unb £afd)enbu# für ©djeibeEünfUer unb 
| 2Cpot$efer, 1780 big 1829 mit 4 8f.egtf.ern. 50 
Sa&rgange. f.. 8. 35 Stifi« 23 gr. 

$>reijj ber einzelnen Sa^rgange; 1780.81. alOgr. 
1782. 14 gr. 1783 MS 1788. ä 10 gr. 1789 bt§ 
1797. ä 12 gr. 1798. 99. a 14 gr. 1800. 1. % 
a 16 gr. 1803 M§ 1809. ä 18 gr. 1810. 1 Sttfcfc. 
1811. 21 gt. 1812. 1813. a 1 SRttyt. — 1814 
biä 1817. a 18 gr. 1818. 21 gr. 1819. 1 3ttt;lr. — 
1820. 1 äRt&lr. 4 gr. 1821. 18 gr. 1822. 21 gr. 
1823. 21 gr. 1824. 18 gr. 1825 bis 1829. alSgr. 
Sie Safjrgange 1783 unb 1792 fehlen. (Sin soll* 
fianbigeS (Sremplar, eycluftoe tiefet fei;.enben ^a!jr* 
gange, er Joffe tctj für 10 SRty.t. 



344 

£>fe Stymßm 1780 m 1802 ftnb com $mn 
^trofeffor ©ottltng, 1803 6fö 1819 t>om £errn 
5>rof» unb £ofrat$ Dr. 33uc$ol& tn (Srfutt, unb 
1820 — 1829 vom #ert:n #ofrat$ Dr. SrommS? 
borff in (Erfurt. Ce^tcte $aben ba$es audj bin 
Sttel: 

SrommSbotff'S, 3. SB./ Saf(|en&u<$ für @$emi* 
let- unb 2Cpot$efer. 1820 — 1829. 10 Sa^aänaA 
9 fflfyte 16 öt% 

(Sin üollftanbiseg ©jcemplar alter 10 Sa^rajinge 
btefes £romm$borfffc§en 5£af<$enbu$§ erlaffe i$ für 
4 SKtyfc* 

© 1 1 1 i n 9/ 3. §♦ 2C., praf tiföe 2Sort^ctIc unb S3etf>effes 
rungen tjetrfc^icbcnec pf)armaceuttf$*djenuf$er £)pe* 
Lotionen für 2Cpot$efer, 2 £&. (lr £$• S. ÄufT.) 8. 
1797. 1801. 1 fRtylv. 18 gr. 

SrommSborff'S, 3. 35., Sabetle übst: olle M§ ]e$t 
Mannte ©aparten, ttyre Äennjetd&en unb eigen* 
fdjaften/ ttne unb woraus fte ehalten werben unb 
t§re S3ejtanbtf;ei(e* ©ritte wxbtfttvU 2CufIa0e/ 
dlQyaU$QliQ. 1804. 8 er. 



'€rfutt/ gefcrasft ßej 3, Ü. Utfetmrtnn* 



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